"Einfacher leben" Wer hat es durchgezogen?

    • (1) 22.11.12 - 15:50

      Guten Tag,

      Zum Hintergrund ganz kurz: Ich sehe monatlich, wo unser Geld hinfließt, und obwohl ich der Meinung bin, NICHT unkontrolliert zu konsumieren, erschrecke ich mich ab und an über die bewegten Summen. Und dann frage ich mich, wie wir es früher gemacht haben, auch mit Kind, auch mit Haus, aber eben mit viel weniger Kohle. Und ob all diese Sachen, die man kauft, nicht einfach furchtbar überflüssig sind.

      Viele Menschen reden davon, dass sie ihren Konsum reduzieren möchten, weniger kaufen wollen, sich wirklich auf Dinge besinnen möchten, die man tatsächlich braucht statt den Verlockungen und Manipulationen der Werbung/Umfeld/Erziehung/etc. nachzugeben.

      Doch wer hat es tatsächlich gemacht? Und hat es die erwartete Veränderung mit sich gebracht? Ist es gar besser als erhofft geworden? Was waren WIRKLICHE (subjektiv betrachtet natürlich, jeder empfindet es ja anders) Einschränkungen? Wie sahen konkret die Maßnahmen aus?

      Was habt Ihr mit dem eingespartem Geld gemacht? Evt. gespendet? Gespart? Verschenkt (ja, auch das soll es geben!)

      Hat es jemand nach dem "erfolgreichen Versuch" trotzdem wieder rückgängig gemacht, also dem -meist ja recht sinnfreien- Kosum wieder gefrönt? Vielleicht weil man keinen Bock mehr auf Verzicht hatte? Oder sich belohnen wollte?

      Ich brauche mal ein paar Ansichten.....

      Danke!
      LG
      Steffi

      • Hallo,

        bei mir war es so, dass ich im Studium wirklich total "arm" war. Ich musste mein Studium selbst finanzieren und habe mir im Grundstudium noch ein Polster angespart, im Hauptstudium habe ich nur so viel gearbeitet, wie ich wirklich brauchte. Das führte dazu, dass wir von meinem ersten Gehalt drei Monate gelebt haben. #schein

        Ganz so bescheiden leben wir nicht mehr, aber ich habe vor drei Jahren meine 100% Stelle auf 70% reduziert, da mussten wir etwas einsparen. Mein Mann arbeitet nur auf 400€ Basis, dafür aber recht viele Stunden :-[, aber das ist ein anderes Thema.

        Für mich ist Shopping eine Notwendigkeit, kein Hobby und das hat sich irgendwie auf die Kinder übertragen. Wir haben relativ wenige Dinge (bis auf Brettspiele, die wir sehr gerne spielen), ich habe nur ein uralt Handy und wir haben noch einen Röhrenfernseher (und das noch nicht so lange). Ich lebe damit wirklich sehr gut.

        Wir kaufen auch viele Sachen gebraucht (z.B. unser Ehebett, viel Kinderkleidung, etc. etc.).

        Es gibt so einige Sachen, an denen ich nicht sparen würde (Autositze, Musikunterricht für die Kinder, ....). Wenn mein Gehalt so wäre, dass ich da nachdenken müsste, dann würde ich wieder aufstocken.

        GLG
        Miss Mary

        • Danke für Deine Antwort, aber ich glaube ich muss mich nochmal besser ausdrücken;-):

          Ich meine Haushalte, die keine finanziellen Schwierigkeiten haben bzw. nicht aufgrund solcher ihren Konsum einschränken. Sondern die es wirklich nur machen, weil es ihre freie Entscheidung ist, nicht ein von außen zugeführter "Zwang", zum Beispiel Elternzeit, Jobverlust, Krankheit und andere Dinge.

          • Ja, das trifft schon zu. Ich habe nach dem Studium 100% gearbeitet und wirklich gut verdient. Nun arbeite ich, ganz freiwillig (und mein Chef mag es eigentlich nicht), 70% und fühle mich viel besser dabei.

      "Viele Menschen reden davon, dass sie ihren Konsum reduzieren möchten, weniger kaufen wollen, sich wirklich auf Dinge besinnen möchten, die man tatsächlich braucht statt den Verlockungen und Manipulationen der Werbung/Umfeld/Erziehung/etc. nachzugeben."

      Ich habe von KEINEM in meinem Umfeld - ob Familien, Studenten, alleinstehende Arbeitnehmende, Auszubildende, Geschäftsführe, o.a. - je auch nur einmal gehört, dass sie ihren "Konsum reduzieren" möchte.

      Ist ja keine Wissenschaft, entweder man macht's oder nicht.

      Die, die darüber reden sind imho eher Leute, denen es darum geht, dass andere Wissen, dass sie jetzt nicht mehr so viel konsumieren aus umweltrelevanten, psychologischen, spirituellen, spendenabhängigen, "anderes-vermeintliche-Gutmenschen-Motiv"Antrieb.

      Das man eben diszipliniert ist und "verzichtet". Für die, die ihren Konsum verringern - wenn sie ihn nicht schon ihr Leben in dem Masse gelebt haben, dein Phänomen ist doch eher modern - ist dies nämlich schlussendlich kein Respekt, weil sie sich daran gewöhnen und nichts vermissen. Wem das nicht gelingt, hat sich von Anfang was vorgemacht.

        • (7) 22.11.12 - 19:18

          Hallo,

          um weniger Geld auszugeben, wovon ich mir dann z.B. einen Urlaub zusammen spare, verzichte ich auf viele Sachen.
          Ich kaufe möglichst nur das, was echt gebraucht wird, außer Obst( Südfrüchte..) z.B.- ich mag ja nicht nur Äpfel essen, die eventuell etwas günstiger sind.

          Da ich ansonsten auch ein echt sparsamer Mensch bin, erlebe ich, dass mir das nichts ausmacht, wenn ich nicht solch einen Überfluß zu Hause habe.

          Auch benötige ich keine Markensachen oder irgendwelchen Schnick-Schnack an Mode, Schuhen und Klamotten.
          Mich ärgert es , wenn ich durch irgendwelche Werbung oder Warenangebote doch mal in Versuchung gerate, angepriesene Waren zu Kaufen. Zu Hause könnt ich mich deswegen in den A. beißen. Glücklicher macht mich das dann auf keinen Fall, ich bin selbst eher stolz darauf, verzichten zu können.

          Oft verstehe ich die Menschen nicht, die extra in eine andere Stadt fahren, um zu shoppen. Da hätte ich gar kein Interesse dran, das ist in meinen Augen niveaulos.

          Gekaufte teure Sachen machen mich nicht glücklich.

    Hallo

    Kann mir nicht Vorstellen das in Deutschland jemand Freiwillig , einfach Leben will.

    Grade jetzt zu Vor- Weihnachtszeit gibt es schon berichte, das die Deutschen dies Jahr mehr Ausgeben wollen

    Merkwürdig finde ich auch, sagt Deutschland die Wirtschaft steigt, kaufen sie ein wie Verrückt

    Kaum kommt in den Nachrichten, Wirtschaft bleibt stehen oder ein Einbruch ist zu erwarten , Sparen die Menschen

    Ich kenne beide Seiten, und beide Seiten ob Sparen oder sich kaufen können was man will hat Vor und Nachteile

    In diesen Sinne Saludo Mela

    Hmm, ich glaube ich habe Schwierigkeiten, mich auszudrücken....;-):

    Was ich zum Beispiel meine:

    Man kauft sich ein Handy-ja- aber eben nur ein Handy! Kein Smartphone, kein Tablet, kein sonstwas. Ich habe damit also die Möglichkeit, mobil erreichbar zu sein, aber darüber hinaus verzichtet man bewusst auf "mehr".

    Oder- um beim Thema zu bleiben- hat man ein Smartphone (ich bin da technisch nicht so im Thema), sagen wir die dritte Generation. Leistungsstark und mit viel mehr Features, als man in der Regel braucht. Aber wenn dann ein neues angeboten wird, wird der Vertrag verlängert, damit man das Neueste bekommt. Obwohl man es nicht braucht. Nur weil man es "haben will".

    Autos zum Beispiel: kauft man sich das, was man sich leisten kann oder das, was man benötigt? Also keinen geilen Flitzer, sondern vielleicht das E-Stadtauto mit wenig PS. Für ein drittel des Preises. Aber eben nicht, weil es für das größere nicht reicht, sondern weil man es will! Bewusster Verzicht. So wäre es zum Beispiel auch mit der Bereitschaft zum Carsharing. Man "besitzt" kein Auto, aber man hätte eins, wenn man es benötigt.

    Fernseher (neuester Flatscreen,am besten den zweiten mit Riesenbildschirm im Schlafzimmer) statt einem einfachen Modell, Möblierung (Ikea statt Rolf Benz), Klamotten (Kik statt Marke, hergestellt vermutlich in der selben Näherei in Bangladesch), diese Liste ist unendlich erweiterbar.

    Und es geht mir nicht um Gründe für das Hochpreisige wie Qualität oder Verbrauch oder irgendwas, sondern um den Entscheid für das einfachere, ausreichende, genügsame(?). Mir fällt es irgendwie schwer, das in Worte zu kleiden.

    Wie viel Schuhe braucht man WIRKLICH? Wie viel Paar Stiefel können in einem Winter/einer Saison getragen werden? Wie viele Jacken brauche ich? Eine dicke, damit ich nicht friere? Oder vier, damit ich die Auswahl habe?

    Versteht Ihr was ich meine?

    • (11) 22.11.12 - 20:05

      Du hast die völlig falschen Ansätze.

      Ich weiss gar nicht, wo ich da anfangen soll... einerseits unterstellst du in einer verallgemeinernden Aussage, dass "Menschen" immer mehr kaufen, als sie brauchen.

      Und dann nimmst du ein absolut stupides Beispiel, dass man statt z.B. Addidas Kik nehmen soll - was... Ich will da wirklich nicht Einsteins Zitat verwenden, aber... oh weh. Geht's dir einfach darum weniger Geld auszugeben oder das Geld sinnvoll auszugeben? Hast du überhaupt wirklich über dein Konstrukt nachgedacht - also, ausserhalb deines Universums, in dem "man" eben von der Werbung und Erziehung manipuliert zuviel konsumiert?

      Ich glaube, du verstehst "einfach Leben" nicht wirklich...

      (12) 22.11.12 - 21:07

      Hi wollte mal ein Handy haben, das NUR telefonieren kann....der Verkäufer hatte echt Probleme, denn das gibt es wohl gar nicht.

      Weniger Komsum?
      Ich habe gar kein Handy#winke

      Was soll ich mein Geld ohne Ende sparen???? Ich will es doch auch genießen wenn ich es habe? Was machst Du mit dem gesparten Geld...nur für die Kids anlegen? Darfst ja selber dann ja auch nichts grosses dafür kaufen.

      Nach Deinem Denken, müßte man dann auch weniger verdienen wollen, denn viele Jobs wo man gut verdient um sich den Luxus für tolle Autos etc. leisten zu können, haben dementsprechend auch andere Ansprüche an Mode, Aussehen, Technik, Auto....

      Steve Jobs hat auch immer nach außen gezeigt, das er ein einfaches Leben führt.....und jetzt ist seine mega Luxusyacht fertig.....

      Billigmöbel, Kleidung...ist doch oft rausgeworfenes Geld. Qualtität hält oftmals länger........was spare ich an BILLIG? Gnügsam, weil es billig ist?
      Irgendetwas übersiehst Du komplett!!!! Dein Denken funktioniert nicht so!!!!

      Lisa

    (14) 23.11.12 - 10:28

    Huhu!

    Jetzt verstehe ich im Prinzip schon wie du das machst. Und die Beispiele, die du anbringst, treffen auch ganz gut auf mich zu.

    Ich suche zur Zeit einfach nur ein Handy - kein Smartphon... und es ist gar nicht so einfach ein einfaches Telefon zu bekommen. ABER ich denke jetzt nicht - ich hätte gerne ein Smartdingsi, finde es aber toll zu verzichten und darum will ich es nicht. Ich WILL es einfach nicht. Brauche ich nicht. Habe ich keinen Spaß dran. Darum ist das für mich aber auch nicht wirklich Verzicht.

    Das gleiche beim Fernseher. Ich hab hier nen alten Röhrenfernseher. Reicht völlig. Aber nicht weil ich es so toll finde zu sparen sondern weil ich einfach so gut wie kein TV schaue. Für viele nicht vorstellbar aber mich langweilt das Programm meist zu Tode. Also ist das auch kein wirklicher Verzicht. Mir "fehlt" ja nix.

    Ein Auto muss 4 Räder haben und mich von a nach b bringen. Ich kenne mich damit nicht großartig aus brauche aber eins weil ich am AdW wohne. Also reicht ein Kleines mit wenig PS. Damit kann ich auch alles machen - außer vielleicht angeben. Als Statussymbol brauch ich sowas nicht.

    Du siehst, ich verzichte absichtlich auf Dinge die mir nicht wirklich wichtig sind. Das erlebe ich aber gar nicht als Verzicht. Ich würde aber nicht freiwillig auf Dinge verzichten DIE mir wichtig sind (z.B. gute Lebensmittel und nett Essen gehen - auch wenn es mal teuer wird). Für diese Dinge kann ich dann auch guten Gewissens das Geld ausgeben was ich an anderer Stelle spare.

    Hm. Würd ich freiwillig auf Dinge verzichten, die mir wichtig sind, ... hm... das fänd ich blöde. Das wäre ja... Quatsch irgendwie. Da wüsste ich dann auch nicht was ich mit dem "Gesparten" anfangen sollte. ... außer mir wieder Dinge zu Kaufen die mir wichtig sind ... aber das hätt ich ja dann auch direkt machen können.

    Ich glaub, man leistet sich das was einem etwas bedeutet... aber macht das nicht jeder so? Es setzt nur jeder andere Prioritäten...

    Liebe Grüße,
    Glam

    (15) 23.11.12 - 10:35

    Wenn das deine Definition von einfachem Leben ist, dann leben wir einfach *lach*

    http://www.urbia.de/forum/11-allgemeines/4057862-was-habt-ihr-nicht-was-fast-alle-anderen-haben/25461999

    Unsere Kinder bekommen keine Markenklamotten, außer es gibt keine Alternative (z.B. Turnanzug für's Leistungsturnen unserer Tochter oder Fußballschuhe o.ä.).

    Ich besitze auch nur 2 Paar Stiefel und 1 dicke Winterjacke, genau wie die Kinder, ist was schmutzig, gibts Waschmaschine und Trockner und alles ist in 3 h wieder anziehbar.

    Also wenn das dein Verständnis von einfachem Leben ist :)

    Schaut man mal genauer bei uns, stellt man allerdings fest, dass wir ein Haus bewohnen, 2 Gutverdiener sind, 3 Kinder, 2 Autos und Glück in der Liebe haben, jeder einzelne Punkt davon ist schon Luxus in meinen Augen.

    LG

    Ilka

    PS: als einfaches Leben würde ich eher ein Leben als Selbstversorger sehen, mit begrenzten materiellen Gütern und Wohnraum.

Als meine Ex und ich noch zusammen lebten haben wir als unser Ältester ein Jahr alt war unsere zwei Autos abgeschafft. Erst das eine und als wir merkten es geht sehr gut ohne auch das andere.

Drei Jahre später bekam ich dann einen Firmenwagen aber bis dahin haben wir ausschließlich im Urlaub auf einen Mietwagen zurück gegriffen und den Alltag mit Fahrrad, Öffentlichen und zu Fuß organisiert.

Man muss besser planen als wenn das Auto bequemerweise vor der Tür steht aber das ist auch alles.

Auf Flugreisen (abgesehen von Dienstreisen) haben wir von dem Moment an ebenfalls verzichtet.

Dazu kleinere Einschränkungen im Alltagsleben die aber nicht weiter ins Gewicht fallen weil man sich sehr schnell daran gewöhnt.

Gruß

  • Hallo,

    das hängt aber stark davon ab wo man wohnt...
    Lass mich raten ihr wohnt mitten in der Stadt?

    Bei uns würde das so überhauptnicht funktionieren.

    LG
    regengucker

    • Natürlich hängt es davon ab wo man lebt und wie die weiteren Lebensumstände sind aber das ist immer so, ich denke darüber muss man nicht extra diskutieren.

      Lebe ich in einem kleinen Dorf am Ende der Welt wäre es sicher ungeschickt auf das Auto zu verzichten, dafür gibt es in Sachen selbstangebautes Gemüse/Obst bzw. Hofladenkäufe ganz andere Möglichkeiten als in der Stadt.

      Jeder muss für sich und seine Lebensumstände schauen was er tun kann.

      • Da hast du wohl recht.

        Bei uns nicht im sondern sogar noch "hinterm" Dorf mit 3,5 km bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit bzw. 6 km zum Doc und zwei kleinen Kindern geht es ohne Auto nicht.

        Dafür haben wir Obst und Gemüse im Garten und zB. Marmelade hab ich seit 10 Jahren nicht mehr gekauft.

        Aber wie du schon sagst, jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten.

        LG

(20) 22.11.12 - 20:15

Öhm....wer redet denn bitte davon seinen konsum reduzieren zu wollen??

Wo hast du denn diese bescheidene weißheit her?

(22) 22.11.12 - 21:01

Hi,

ich fände den Grundsatz "verantwortungsvoll konsumieren" besser.

Ohne Ausbeute von Menschen, Tieren oder Umwelt.

  • Hallo,
    ist das überhaupt zu schaffen, ohne dass man *im Wald* lebt?

    • schwer. Aber es ist machbar im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten. Grenzen kann man sich setzen und im Laufe der Zeit erweitern :-)

      LG

      Verantwortlich konsumieren bedeutet für mich, eine ausgewogene Mischung - z.B. Produktion von Gütern unter Berücksichtigung von Fertigungsmethoden, die die Umwelt möglichst wenig belasten.

      Und eben auch weniger Konsum. Trotzdem muss es einem an nichts fehlen. Es kann auch ein mehr an Lebensqualität bringen. Zumindest dem, der Lebensqualität nicht durch PS3, Smartphones der jeweils letzten Generation etc. definiert.

      Und klar: Man muss nicht gleich zum Frutarier werden und sich von dem ernähren was vom Baum fällt. :-)

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