Welches Strafmaß ist zu erwarten ...

wenn eine (nachweisliche) Beleidigung zur Anzeige kommt?

In welchem Bereich bewegt sich eine Strafe bei einer erwachsenen Person?

Wenn die Einstellung des Verfahrens die "günstigste" Variante ist, welches wäre die "Höchststrafe"?

Weiß das jemand? oder werden solche Verfahren eh generell eingestellt?

Das kommt wohl darauf an, in welcher Situation beleidigt wurde, wer beleidigt wurde, wie die Beleidigung selbst (wortlaut) ausgesehen hat und wie der Beleidigende vorbestraft ist.

Also generell wird nichts einfach so fallengelassen.

Wie meine Vorschreiberin schon schrieb kommt es auf die Umstände an.

Ok, nehmen wir an es wurde ein behindertes Kind per PN persönlich beleidigt zB mit sowas wie "Mißgeburt, die auf dieser Welt nichts zu suchen hat". Das Kind kann natürlich nicht lesen, nur die Eltern. Der Beleidigende ist vorbestraft.

Hallo,
ich kenne einen Fall wo jmd als H...beschimpft wurde auf offener Straße,jedoch ohne Zeugen.
Der "Täter"sollte 400,-Euro zahlen hat Widerspruch eingelegt und es wurde eingestellt.
Aussage gegen Aussage.
In dem von dir beschriebenen Fall hoffe ich doch,dass jmd der sich so äußert nicht einfach so davonkommt...

Die PN existiert noch und sicherheitshalber ein Screenshot.
Name und Adresse ist bekannt.
Allerdings bezieht die Person Sozialleistungen, sodass vermutlich keine Geldstrafe verhängt wird?

Vorstrafen sind nur relevant, wenn sie einschlägig sind (also z.B. schon wegen Beleidigungen Verurteilungen vorliegen).

Ferner müsste zunächst ein Strafantrag erfolgen.

Dann könnte es passieren, dass der StA auf den Privatklageweg verweist (erfolgt sehr oft bei "normalen" Beleidigungen die ich hier aber so nicht sehe).

Auch ohne Vorstrafe könnten m.E. schon ca. 20 -30 Tagessätze bei rauskommen (wegen der Zielgruppe). Das ist aber nur eine grobe Schätzung, wenn das Verfahren eben nicht gegen Auflagen eingestellt wird. Praktische Urteile etc. liegen dem nicht zu Grunde.

Die Vorstrafen kenne ich nicht genau, es war soweit ich weiß Betrug.

Der Partner wurde aber kürzlich (vor 3 Wochen glaube ich) verurteilt weil er einen Rollstuhlfahrer genötigt und bedroht hat. Aber das wird wohl nicht strafrelevant sein, es ist nur für mich aber ein Indiz welches Gedankengut in dieser Partnerschaft ausgetauscht wird.

Sowas kann man auch in Raten zahlen, das muss nicht unbedingt ein Hinderungsgrund für Geldstrafen sein.

Unter bestimmten Umständen ist auch im Erwachsenenstrafrecht "gemeinnützige Arbeit" sozusagen als Ausgleich möglich.
Aber soweit ich meine mich zu erinnern nicht in allen Bundesländern.

Naja, naheliegend wäre ja ein paar Arbeitsstunden in einer Einrichtung für Behinderte.

Andererseits möchte ich gar nicht, dass so jemand engen Kontakt zu Behinderten hat, bzw dann Gelegenheit bekommt seine menschenverachtende Einstellung vielleicht unbeobachtet an den Menschen auszulassen.

Das würde mich auch interessieren ob Richter an sowas denken.

Ja, so auf den ersten Gedanken hatte ich auch gedacht "das wär ja mal sinnvoll", aber Du hast schon Recht...

So eine Gesinnung wird sich wohl auch nicht mal eben dadurch ändern.

Hallo,

es wird erstmal eine Geldstrafe verhängt (Tagessätze). Der Verurteilte kann dann beantragen, diese in Raten zu zahlen. Ebenso kann er beantragen, anstelle der Geldstrafe gemeinnützige Arbeit zu leisten. Dies muss aber nicht bewilligt werden.

Soweit ich weiß, läuft dieser Antrag über die Staatsanwaltschaft... #kratz frag mich aber bitte nicht nach Details! ;-)

LG

Danke für die Info!

Und nach was werden die Tagessätze bemessen? Also der Betrag eines Tagessatzes, wenn kein Geld verdient wird?

Wenn eine Verurteilung erfolgt, steht sowas dann etwas detaillierter im Führungszeugnis? Oder würde dann da nur "Beleidigung" stehen?

*** So eine Gesinnung wird sich wohl auch nicht mal eben dadurch ändern.***

richtig... :-(

Hallo,

ich hab eher rudimentäres Wissen, aber was ich weiß:

Auch Hilfeempfänger bekommen Tagessätze aufgebrummt. Sie bemessen sich nach dem, was derjenige an einem Tag an Geld zur Verfügung hat.

Es gibt auch Mindestsätze (z. B. bei nicht verdienenden Ehegatten). Ich weiß aber nicht, wie hoch die sind.

Die Geldstrafe wird sich für dich wahrscheinlich wenig anhören. Bedenke aber: 20 Euro sind für einen Hilfeempfänger mehr Geld als 200 für einen Mittelständler! Ich würde es zur Anzeige bringen! Ein Hilfeemfänger knabbert an einer solchen Strafe sicherlich lange und das hat dieser Vollpfosten, der euch diese Mail geschrieben hat auch verdient!

Ich denke, im Führungszeugnis steht "Beleidigung". Vielleicht gibt es da noch Abstufungen (z. B. "Beleidigung in einem schweren Fall"). Aber Einzelheiten stehen dort wohl nicht, also nicht: "beleidigte ein behindertes Kind" oder so etwas.

LG... und wie blöd muss man eigentlich sein, eine solche Beleidigung per Mail rauszuhauen! #klatsch

Ich denke, das ist keine Beleidigung, sondern einfach freie Meinungsäußerung, diese allerdings ziemlich unhöflich. Unhöflichkeit ist aber keine Straftat.

Eine Beleidigung wäre es nur, wenn sie direkt an den Betroffenen gesendet wird, der diese auch so versteht.

Hier denke ich eher, das ist gekränkte Elternehre.

Und wo siehst du den Unterschied zwischen gekränkter Ehre und Beleidigung?

#kratz

Wenn ich rassistische Äußerungen mache, also zB jemanden aufgrund seiner Herkunft das Lebensrecht abspreche, ist das dann deiner Meinung nach auch nur "freie Meinungsäußerung"? Nichts anderes ist es, wenn ich dies aufgrund einer Behinderung tue.

in dem von dir beschriebenen Fall käme es mir weniger auf die Strafe an, als darauf, dass derjenige zumindest ein klein wenig lernt, wie doof das ist, was er da getan hat

***in dem von dir beschriebenen Fall käme es mir weniger auf die Strafe an, als darauf, dass derjenige zumindest ein klein wenig lernt, wie doof das ist, was er da getan hat ***

Laut Bekannten von der Person ist diesbezüglich Hopfen und Malz verloren. Das ist vermutlich so, wie wenn du einem eingefleischten Rassisten klar machen willst wie blöde seine rassistischen Sprüche sind. Ich glaube für mich spielt genau diese Grundeinstellung eine Rolle dass ich zu einer Anzeige rate. Allerdings fände ich es schlimm, wenn so eine Anzeige dann eingestellt werden würde, weil die Person sich dann vielleicht noch bestätigt fühlt. Deswegen frage ich hier.

nunja, da es diese Person scheinbar nachweislich auch noch schriftlich gemacht hat steht dann wenigstens nicht Aussage gegen Aussage - die Frage dürfte sein, wo das geschrieben stand und in welcher Form.

Nach deiner Definition wäre: "Du Sohn einer läufigen Nutte" eigentlich auch nur freie Meinungsäußerung, die eigentlich auch nicht den Betroffenen was angeht, sondern die Eltern (Mutter).

Vor allem wenn die Mutter tatsächlich diesen Gewerbe nachginge, wäre es auch nur sehr unhöflich und somit nicht einmal üble Nachrede.

Nee, die Aussage ist schon mehr als eine einfache Beleidigung, die grenzt an Menschenrechtsverletzung.

>>>"Mißgeburt, die auf dieser Welt nichts zu suchen hat".<<<

Das ist für dich eine Unhöflichkeit?

Mir fehlt mal wieder ein #contra-Button.

Wenn das bei dir unter "freihe Meinungsäußerung" fällt, dann möchte ich von dir nicht "beleidigt" werden ... #schock

Ich bin gerade sprachlos! Mir fehlen hier jetzt echt die Worte und ich musste deine Antwort mehrfach lesen, weil ich gedacht habe ich lese nicht richtig!

Sorry, aber das geht ja mal gar nicht!

Also, wenn jemand mein Kind beleidigt, bin ich schon direkt betroffen.

Und wenn "Missgeburt" keine Beleidigung ist, dann weiß ich nicht, was eine Beleiding sein soll.