Wie viele Sklaven arbeiten für dich?

    • (1) 25.11.12 - 21:39

      Guten Abend,

      ich habe mir das jetzt überlegt, ich bin nicht sicher, wie das bei der urbia-Gemeinda ankommt, komme aber zum Schluss, dass vielleicht den ein oder anderen noch ein Licht aufgeht.

      Ich nehme Bezug zum Thread "Einfacher Leben", der etwas weiter unten steht. Dazu wurde auch angesprochen, inwiefern man abhängig von anderen ist, respektive die Ausnutzung und Förderung unmenschlicher Umstände in Entwicklungs- und Schwellenländern durch den eigenen Konsum unterstützt.

      Justin Dillon hat, u.a. mit Hilfe des U.S. Staatsdepartment Statistiken entwickelt, um Aufmerksamkeit auf die heutige Sklaverei zu lenken und gleichzeitig die Möglichkeit, wie viele Sklaven man mit dem eigenen Lebensstil benötigt. Natürlich ist es nicht 100% genau, weil es nicht alle Lebensbereiche abdeckt, aber einen groben Überblick.

      Es geht auch darum, wie viele unserer Güter durch die Hände von Sklaven wandern. Sklaven hier: unbezahlt, ökonomisch ausgenutzt und ohne die Freiheit, von diesen Bedingungen sich selber entfernen zu können.

      Einige machen sich heute schon mehr Gedanken über ihren "Carbon Footprint", also wie ihr (Konsum-)Verhalten sich auf die Umwelt auswirkt. Allerdings sollten wir auch den "Slavery Footprint" in Betracht ziehen.

      Das heisst, wenn einige einfacher Leben wollen, wieso dann nicht in Hinsicht auf mehr bewusstes Leben? Es geht auch nicht darum, dass man jetzt alles boykottiert - die wenigsten grossen Firmen haben den ganzen Produktionszyklus vom Rohstoff bis zur Auslieferung im Griff, aber mehr Aufmerksamkeit wäre ein Anfang. Reduktion und Unterstützung derer, die versuchen, dies in Griff zu bekommen.

      Wie Sklaven im Endeffekt für euren Lebensstil arbeiten, könnt ihr hier berechnen. http://slaveryfootprint.org/

      Bei mir sind es immer noch elf und ich könnte es besser machen, in dem ich Kleidung von Organisationen beziehe, die jeden Zweig der Produktion streng überwachen.

      mmemaman

      • Ich finde das auch alles nicht unwichtig.

        Aber was sollen wir noch essen, tragen, kaufen, tun..., wenn wir bei allem hunderte Dinge beachten und im Hinterkopf haben müssen?

        Sklaven, Co2, Massentierhaltung, ConvenienceFood... Wo fängt man an, wo hört man auf?

        Versteh mich nicht falsch, ich finde es wirklich wichtig, bei solchen Dingen nicht völlig blind durchs Leben zu laufen, aber wie soll man das alles machen? Und wie soll man das selbst alles finanzieren?

        • Ich verstehe, dass, wenn man sich sonst nicht damit auseinandersetzt oder es bereits ein bisschen lebt, dass es - vor allem, wenn von jeglichen Seiten ein anderer Aspekt eingeworfen wird - etwas viel erscheint.

          Aber alles beginnt mit dem ersten Schritt. Und der ist der schwierigste, weil es Disziplin und Verzicht bedeutet. Und ein weiterer Aspekt ist: was benötigt man wirklich und wo lügt man sich selbst an?
          Du kannst ein Aspekt aus deinem Leben aussuchen und da ansetzen. Ernährung oder Kleidung, z.B. Du könntest zum Beispiel den Test machen, um zu sehen, wo u.a. deine Schwächen liegen.

          Bezüglich Finanzen: das war für mich nie ein Problem oder ein Grund mich nicht um einen bewussteren Lebensstil zu bemühen - im Gegenteil.

          • Ich habe den Test gemacht.

            Ich habe auch tatsächlich gesehen, dass es Dinge gibt, von denen ich sehr viel habe und die man tatsächlich reduzieren könnte (bzw. in Zukunft drauf achten könnte).

            Andererseits gibt es auch Dinge wo ich sage "Nö, da möchte ich gar nicht drauf verzichten". Ich denke, das sollte in gewissem Rahmen auch jedem belassen bleiben.

            Was das Finanzielle angeht: Zum Beispiel gesunde Ernährung muss überhaupt gar nicht mehr kosten als Fertiggedöns und wenn man einmal weniger Fleisch isst, es dafür regional und bio bezieht - kein Thema.

            Aber zum Beispiel ökologische oder faire Kleidung - da hab ich noch nichts gefunden, wofür ich bereit wäre Geld auszugeben. Zum einen sieht es oft nicht wirklich schick aus, zum anderen habe ich auch so schon Probleme, Kleidung von der Stange zu kaufen (weil Schnuggi=grooooß ;) ).
            Das wäre z.B. ein Bereich, wo noch viiiiel passieren muss, bevor ich da ranginge.

            • Eben, also wäre da ja ein Ansatz vorhanden.

              Ich verstehe auch, dass man von jetzt auf gleich nicht alles wegwerfen möchte - nur ist dieser Rahmen bei vielen Menschen immer noch sehr breit, sobald die eigene Komfortzone angegriffen wird.

              Ich stimme dir zu, dass Kleidung noch ein Problem ist. Ich kenne auch Bekannte, die dies als Marktlücke aufnehmen wollen - ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Allerdings finde ich, dass sich bereits viel getan hat - gerade, was das Aussehen angeht. Da gibt es einige sehr schöne Stücke mittlerweile. Auch preislich sind sie in der Norm - mehr als Primark, natürlich - aber nicht mehr sehr teuer. Die Frage ist natürlich auch - ist es generell zu teuer, ohne wirklich Anbieter recherchiert zu haben - oder kann ich mir bloss nicht dieselbe Quantität leisten? Der Fragezyklus geht eigentlich immer weiter...

        Einfach von allem weniger konsumieren. Das wäre ein guter Anfang.

        Gruß

        Manavgat

    Oha, 59...

    • Jopp, bei mir sinds auch 58.
      Ich hab mich schon gefragt, wie man auf 11 kommt.

      • Ich denke, wenn du dir die Liste anschaust, die Fragen - dann ist es doch eigentlich logisch, wie man dies reduziert?

        • Ja, theoretisch schon.
          Aber ich käme z.B. gar nicht ohne Auto klar - das macht bestimmt viel aus.
          Kinderklamotten brauchen wir auch sehr viele, da am Tag mindestens eine Garnitur durchgeht. Oder alternativ einen Trockner, der ist aber schlecht fürs Klima ;)

          Ansonsten würde sich das jetzt in großen Teilen mit meinem Beitrag oben überschneiden.

          • Die Kleidung macht eine Menge aus, finde ich.
            Ich wüßte jetzt auch gar nicht genau, wieviel wir hier von welchen Sachen zusammen haben und habe nur grob geschätzt.
            Aber allein bei drei Leuten hat man eine Menge Unterwäsche.
            Und ansonsten haben wir jeder für uns wirklich nicht nicht so viel, kaum Hosen, kaum Jacken, kaum Schuhe.

        Hi,

        man muß aber auch berücksichtigen, daß viele hier die Rechnung für sich UND ihre Kinder bzw. den gesamten Haushalt gemacht haben. Wenn ich mich nicht gerade vertue, bist Du noch relativ jung und kinderlos, gerade erst wieder nach D gezogen und eventl. immer noch ohne eigene Wohnung oder so (sorry, wenn ich mich jetzt im nick irre - aber ich dachte, mich daran erinnern zu können - korrigier mich bitte!). Da kommen ganz unterschiedliche Werte heraus (was das Problem an sich nicht schmälern soll - nur sind die Werte relativ).

        Ich habe mal eben die Rechnung mit meinen Kindern und dem gesamten Haushalt gemacht und dann einmal nur für mich allein und dabei wirklich nur beachtet, was mich betrifft.
        Das ist ein Riesenunterschied.

        Es ist schon logisch, was man reduzieren kann - nur wenn man einen größeren Haushalt mit allen Mitgliedern berücksichtigt, wird auch die Reduzierung in diesem Fall andere Werte bringen als bei einem 1 Personen-Status.

        Wie gesagt: Wenn ich mich jetzt gerade total geirrt habe, dann korrigiere mich bitte oder sag einfach mal, unter welchen Vorbdingungen Du die Rechnung gemacht hast.

        Danke!
        tricky

        • Du verstehst es nicht, oder? Es geht doch nicht um einen Wettbewerb, wer die wenigsten Sklaven "hat"! Auch elf sind noch zu viele.

          Natürlich haben Hauseigentümer mit Kindern eine höhere Anzahl - was glaubst du, wo recht viele der Spielzeuge herkommen? Windeln alleine sind auch nicht halb so sauber, wie man vermutet.

          Jeder soll doch den Test für sich machen und sehen, was bei ihm selber rauskommt. Ich halte es auch für geschickter, den Mann separat dazu zu nehmen, dafür bei z.B. Haus dann abzuziehen, sonst wäre es ja doppelt.

          Ich habe den Test mehrmals geändert, mal mit Mietwohnung, mal mit Kind und grosszügiger Garderobe - sicher mehr als ich für Wechselkleidung - und Spielzeugen, die ich noch von uns weiss. Das höchste war trotzdem immer noch um die 21 Sklaven - also liegt ein Grossteil wahrscheinlich woanders versteckt.

          Dabei muss man bedenken, dass einige Sachen, wie z.B. Haushaltsgeräte, Möbel u.ä. noch gar nicht richtig mitgezählt werden.

          Ich habe mein Eigentum natürlich auch angegeben - auch wenn ich meine DVDs nicht dabei habe, existieren sie schliesslich doch. Der Rest meines Besitzes sind Bücher und spezielles Handwerkszeug, bei dem das Material evtl. von Sklaven kommen könnte, die Herstellung allerdings regional vorgenommen wurde.

          Und da ich auch Besitztümer habe, die nachweislich nichts mit Sklaven zu tun haben, da Fairtrade oder selber gemacht, angebaut o.ä., zählen die auch nicht mit rein. Ich wünsche mir nämlich schonmal Schuhe, für die die Menschen in der gesamten Herstellung anständig behandelt und bezahlt werden für Weihnachten, wenn ich sie mir sonst nicht leisten kann.

          Im Endeffekt: Ja, natürlich, alleinstehend und kinderlos ist ein Unterschied, den man gar nicht diskutieren muss, jeder mit gesundem Menschenverstand sieht das. Das ALLEINE ist aber nicht der Grund für meine relativ niedrige Zahl - sondern weil ich schon vor Jahren angefangen habe Stück für Stück mich etwas mehr darum zu kümmern.

          Deshalb nochmals, es geht nicht darum, wer den niedrigsten Wert hat - es geht darum fünf Minuten ehrlich zu sich zu sein - nicht im Forum, zu sich selber - und zu sehen, ob man nicht selber etwas ändern kann.

          • Ich habe Dich sehr gut verstanden. Reg Dich nicht auf!

            Ich wollte nur darstellen, warum hier einige so hohe Werte haben und nicht verstehen, wie Du auf 11 kommst.
            Natürlich ist dies kein Wettbewerb. Aber um eine Relation zu allem zu bekommen, müssen die Voraussetzungen gleich sein. Dann muß sich jeder seine eigenen Gedanken machen, was er tun oder besser lassen kann, um dies zu ändern.

            Ich habe doch auch gesagt, daß ich hier überhaupt nicht die Problematik an sich irgendwie schmälern möchte. Darum geht es mir doch gar nicht.

            Jeder sollte diesen Test für sich selber machen und sich seine eigenen Gedanken darüber machen. Ohne Vergleiche zu anderen zu ziehen. Und natürlich sollte man ehrlich zu sich selber sein.

            Aber warum hast Du dann überhaupt Dein Ergebnis hingeschrieben? Du hast den Vergleich herausgefordert - und manche haben ihn angenommen.

            • Im Prinzip tust du es ja wieder, du möchtest einen Test, der auf vielen persönlichen Angaben basiert, in eine Reihe stellen. Es ist verständlich, dass man den Hintergrund wissen möchte, gerade, weil die Zahl auch einen gewissen moralischen Aspekt hat, aber letztendlich unnötig, den was u.a. auch gemacht wird ist sich dann mit Argumenten aus der Verantwortung zu ziehen.

              Ich habe keinen niedrigen Wert, weil ich keine Kinder habe oder kein Haus - gerade hier würde sind die Variablen nochmals extra so gross - ich habe diese Möglichkeit auch durchprobiert.

              Mein Wert ist deshalb so niedrig, weil ich schon viel ausklammern kann, da ich schon länger auf die Herkunft meiner Güter achte. Und seien wir ehrlich, hier bei Urbia - hätte ich es nicht hingeschrieben, hätte jemand mit dem Finger darauf gezeigt - so oder so, es wäre nicht korrekt gewesen. ;-)

              Das hilfreiche fand ich, dass sie unten Notizen haben, was man verbessern könnte und Hinweise.

              Was mich allerdings etwas nachdenklich gestimmt hat, ist, dass einige hier schon bei einem Test Probleme mit dem Englisch hatten und den geistigen Sprung nicht machen konnten, dass man Logik anwenden muss, um sein Ergebnis nicht aus Versehen zu verfälschen.

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