Joghurt mit der Ecke aus England

    • (1) 26.11.12 - 14:14

      Hallo,

      og. Joghurt ( Minis ) kaufe ich hin und wieder, die Kinder freuen sich immer sehr.
      Jetzt fiel mir ins Auge, dass in diesem kleinen Oval, ( in dem ein Kürzel für den Milchbetrieb zu finden ist, oben DE, unten dann das Bundesland BY, BW usw. und eine Zahl ) UK steht, meines Wissens Kürzel für Großbritannien.
      Im Netz war zwar zu finden, dass Müller eine Produktionsstätte in England hat, aber nicht, ob da auch für den deutschen Markt produziert wird.
      Müller angeschrieben, wie zu erwarten kam die Bestätigung, der Joghurt kommt aus England.
      Wir wohnen in einem kleinen Dorf in Süddeutschland, hier hats zwei Milchviehbetriebe und meine Kinder essen Joghurt, der 1200km auf dem Buckel hat ?

      Ich achte darauf, möglichst regional einzukaufen, Milch, Eier, Kartoffeln, Honig gibts sogar direkt in unserem Kaff; und dass Schokolade, Kaffee, Bananen und Co nicht aus Deutschland kommen können, klar.

      Aber Joghurt ? Ist das allgemein bekannt, dass auch Joghurt u.U. durch halb Europa gekarrt wird und nur ich habs nicht mitbekommen ?

      Wieder was gelernt.

      Gruß
      Moni

Nein, nicht nur an dir ist es vorbeigegangen, an mir anscheinend auch! #kratz

Ist ja ein ding! Warum transportieren die den Joghurt aus UK wenn sie ihn hier auch herstellen? #kratz

Die spinnen die Römer! ;-)

  • Vielleicht sind es nur die kleinen Joghurts mit der Ecke ( Viererpack ), bei denen hab ich es festgestellt. Vielleicht haben sie in England eine Maschine dafür und es ist günstiger, die Joghurts dann nach D zu bekommen als hier nochmal so eine Anlage zu bauen.
    Aber das langt schon, das gar nicht mehr zu kaufen.

Hallo,

na du bist ja süß. Regional zu kaufen ist zwar löblich, allerdings allein kaum machbar.

Hast du dir auch schon mal Gedanken gemacht, wo der Platikbecher herkommt, in dem der Jogurt ist? Was ist mit dem Aludeckel?

Wo sind die Indutrieteile hergestellt worden, aus welchen die Maschinen in der Fabrik besteht, die den Jogurt abfüllt?

Wie kann man nur annehmen, dass es "regionaler" Jogurt ist?
Finde dich irgendwie seltsam, das meine ich aber nicht böse, nicht falsch verstehen.

Wir leben ja nun mal nicht mehr im Wald von Beeren und Hasen. ;-)

vg

  • Hallo,

    klar, aber das ist ja genau der Punkt. Auf viele Dinge wie bspw. die Becher, der Deckel usw. hab ich als Konsument keinen Einfluß. Aber auf den Inhalt schon.
    Ich kam auf die Idee, dass Müller Joghurt für uns im weitesten Sinne regional ist, weil die Firma in Süddeutschland sitzt und wir auch.
    Ich schau schon hin und wieder auf dieses Emblem, und hatte bisher fast nur ( im weiteren Sinne ) regionale Produkte in der Hand.

    Ich finde es eben absurd, daher habe ich auch den Milchbetrieb in der Nachbarschaft erwähnt, dass ein paar Meter weiter zig Kühe stehen und mein Joghurt über 1000 km fahren muß.
    Und glücklicherweise habe ich darauf Einfluß, zumindest seit dem ich das jetzt weiß.
    Vielleicht bin ich seltsam, aber ich finde halt, irgendwo muß man ja anfangen.

    Gruß
    Moni

Na das ist wahrscheinlich genauso wie mit den Krabben die im Norden Deutschlands gefangen und nach Marokko weiterverfrachtet werden zum Pulen und im Anschluss daran wieder nach Deutschland verfrachtet werden:

Es ist billiger!!

Verstehen muss man das nicht wirklich!

Hi !

Na ja, über den Herr Müller gabs ja schon so einiges zu lesen.

"Eine wahre Geschichte über den Herrn Müller:

Das hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden. Der Herr Müller ist ein Unternehmer. Und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt ward. Der Herr Mller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Na ja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schn und sorgt dafr, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, dass sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten. Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut. Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld.

Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug. Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt. Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt. 70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, so ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller! Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Na ja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben. Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so.

Also was hat er gemacht, der Herr Müller?

In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, dass der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen (70.000.000) Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wisst ihr, daß der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen (4.000.000) Euro bekommen hat. Ein Hartz IV Empfänger, von denen es dank Herrn Müller bald mehr gibt, bekommt im Monat 345 Euro.

Da lacht er, der Herr Müller – natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht. Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, dass es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller …

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurde. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus. Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller.

Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle. Wenn ihr jetzt fragt, warum solche Leute wie der Herr Müller nicht eine Narrenkappe aufgesetzt bekommen, geteert und gefedert durch ganz Deutschland gejagt werden, dann muss ich euch sagen, dass man so etwas einfach nicht tut. Wenn ihr aber das nächste Mal im Supermarkt seid, dann lasst doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff “soziale Verantwortung” noch eine Bedeutung hat.

Ach übrigens, da fällt mir ja ein, der Herr Müller will auch Erbschaftsteuer sparen und hat daher beschlossen, seinen Wohnsitz nach Österreich zu verlegen."

Wer weiß schon wieviel Schotter er dafür bekommt dass er seine künstliche Pampe jetzt in England produzieren lässt...

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