Gibt es in Rumänien keine Geschäfte??

    • (1) 27.11.12 - 17:29

      Eben lese ich diesen Brief von der Schule:
      "Bitte packen Sie mit Ihrem Kind eine Tüte gefüllt mit....." und dann eine Liste was da alles rein soll.
      Weiter unten steht dann, "...um die Transportkosten in Höhe von 2000 € des LKW zu decken, wären Spenden auch noch nett auf folgendes Konto....."

      Äh.....warum bitten die nicht nur um Geldspenden und kaufen dann VOR ORT, also in Rumänien alles ein, packen das dort in Tüten und verteilen es an arme Kinder?

      Ich versteh das echt nicht, den Kindern die keine Tüten mitbringen wird schon fast ein schlechtes Gewissen gemacht damit.

      Man würde doch mit dem Kauf vor Ort auch noch die Wirtschaft dort ankurbeln.....

      Weiterhin frage ich mich beim alljährlichen Spendenwahn....spenden eigentlich die gut gestellten Menschen aus anderen Ländern auch für unsere armen Kinder und Familien?

      Ehrlich gesagt nervt mich diese Bettelei mittlerweile ganz schön....ich gebe das ganze Jahr über immer was weiter, wir spenden viel nach Ungarn an ein Kinderheim (bringt ein Nachbar von uns mit dem THW immer hin), Kleidung, Spielsachen usw. Dort freuen sich die Leute sehr darüber, auch über schon geliebte Stofftiere.

      Meine Kinder bringen auch dieses Jahr keine Tüte in die Schule und wie jedes Jahr muss man sich dafür rechtfertigen. Aber ich kann einfach nicht neue Sachen in Deutschland kaufen um sie dann mit dem LKW in ein Land fahren zu lassen, wo man die Sachen auch hätte besorgen können.

      Mal ehrlich, seh ich das alles vielleicht falsch?

      Mona

      • "Bitte packen Sie mit Ihrem Kind eine Tüte gefüllt mit....." und dann eine Liste was da alles rein soll.
        Weiter unten steht dann, "...um die Transportkosten in Höhe von 2000 € des LKW zu decken, wären Spenden auch noch nett auf folgendes Konto....."

        Also wenn das wirklich so da steht, dann würde es von mir nichts geben, denn ich seh das als keine Bitte mehr an, sondern schon ein MUSS und Nötigung.

        Jedes Jahr das selbe Schauspiel. Immer kurz vor Weihnachten wird auf die Tränendrüse gedrückt und die Leute sollen spenden spenden spenden.

        • Wortwörtlich steht es nicht so da, aber sinngemäß eben. 2000 € kostet der Transport und dafür wird noch um Geldspenden gebeten.
          Mir erschließt sich eben der Grund nicht, warum man sich die 2000 € nicht einfach spart und mit in die Summe der Spenden fließen läßt.

          Mona

      Hallo Mona,

      ich sehe das genau wie du, meine Kinder haben an den Schulaktionen auch nicht mitgemacht.
      Die Sachen sollten hier nach Afrika gehen und ich denke, die Ernährung dort ist eine ganz andere als wir es hier gewohnt sind. Ich glaube also nicht, dass damit wirklich geholfen ist.

      Statt dessen haben wir bei Rewe vorgepackte Tüten mit Grundnahrungsmitteln gekauft. Diese werden direkt an die Tafeln vor Ort verteilt, kommen also den bedürftigen Menschen hier zugute.

      Meine Kinder haben einfach gesagt, wir als Familie spenden schon woanders, deshalb geben sie in der Schule nichts ab.

      LG,

      leviana

      • Da hast Du grundsätzlich völlig recht - deswegen bin ich der Meinung, dass auch schon mit Grundschulkindern im Vorfeld über solche Dinge gesprochen werden sollten - in Vorbereitung auf eine derartige Spendenaktion (Beispiel: in Bangladesh gab es vor etwas mehr als 20 Jahren schwerste Überschwemmungen - als Hilfsgüter wurden Dinge gebracht, für die 1. etwas benötigt wurde, um es zu erwärmen. Dann gab es Dosenfutter (zum Teil mit Schweinefleisch - in einem muslimischen Land #augen) - und die Menschen dort hatten nichts, um die Dosen zu öffnen.
        Aber: ganz abschaffen sollte man die Aktionen auf keinen Fall, denn ich persönlich sehe etwas viel wichtigeres dabei: die Kinder lernen 1. das man anderen Menschen, denen es schlechter geht als einem selbst, helfen sollte. und - wenn man es richtig anpackt - kann man ihnen auch etwas über andere Länder vermitteln, wie z.B. "Ravioli sind z.B. nicht so gut für das Land, weil die Menschen dort andere Regeln haben und kein Schweinefleisch essen dürfen. Besonders gut wäre z.B. Wasser, Reis... " Halt in der Art.

        • Ich denke jedoch, dass Kinder sowas wunderbar direkt vor der Haustür lernen könnten.
          Und es werden in die Tüten ja keine Lebensmittel gepackt, sondern Zahnpasta, Zahnbürste, Schulhefte, Buntstifte usw. Bin mir da aber sehr sicher, dass man dieses auch vor Ort kaufen könnte.

          Und vor allem, was ist dann im Frühling, Sommer, Herbst....? Brauchen die Kinder da nicht auch Zahnbürsten?
          Ich weiß ich häng mich jetzt an den Fahrtkosten auf, aber für 2000€ könnte man soviele Zahnbürsten und Zahnpasta kaufen, dass die Kinder die an die Tüten kommen für ein Jahr versorgt wären......

          Mona

          • Das ist selbstredend absoluter Schwachsinn, da gebe ich Dir recht.

            Nunja, es gibt ja in Deutschland (leider, muss man ja dazu sagen, ist das ja nötig!) die Tafeln und ja, damit kann man das den Kindern ebenfalls hervorragend beibringen.

      Hallo

      Bei uns im Rewe ist ein Tannenbaum, wo Kinder aus armen Familien einen Stern aufhängen können, wo ein Wunsch draufsteht. Man kann sich den Stern dann nehmen, an der Kasse wird dann der Name aufgeschrieben, wer den Stern genommen hat. Diejenigen geben den Wunsch dann bei Rewe ab und Rewe leitet es weiter. Es bleibt alles annonym.
      Da machen wir mit

      Bianca

      Was mich an der Sache stört ist, die Tüten kosten 5€, warenwert ist aber definitiv weit unter 5€ also hat den größten gewinn wiedermal das geschäft gemacht.

    "Die Sachen sollten hier nach Afrika gehen und ich denke, die Ernährung dort ist eine ganz andere als wir es hier gewohnt sind."

    Was soll denn da so ausergwöhnliches rein in solche Tüten, dass du glaubst die menschen dort könnten es eh nicht essen bzw. vertragen? Meistens sind es doch Nudeln, Reis, Zucker, Mehl und was süßes um das gebeten wird.

    Nur weil man sich dort hauptsächlich von Hirse, Getreide und co ernährt, und das auch hauptächlich aus Kostengründen, dürfen die Kinder nicht auch mal Schokolade haben?

    Meine Freundin hat in ihrem Urlaub ein Waisenhaus in Tansania für 1 Woche besucht um zu helfen. In dieser Woche starb 1 Kind an Unterernährung und ein weiters nach ihrer abreise. Ich denke schon, dass mit Lebensmitteln geholfen werden kann. Ersten sind in solchen Ländern nicht immer alle Lebensmittel verfügbar und dann sind sie auch noch teuer, da viel importiert werden muss.

    • Hallo,

      ich habe erlebt, wie Asylanten aus afrikanischen Ländern mit den Lebensmitteln umgegangen sind, die sie hier zur Verfügung gestellt bekamen - sie wurden auf einen großen Haufen aus dem Fenster geworfen, weil es nicht dem Geschmack entsprach. Und ich meine damit nicht etwa Schweinefleisch oder ähnliches, sondern ganz normales Brot.

      Ich habe kein Problem damit, dass Kinder Schokolade bekommen, wobei das weniger der Hungerbekämpfung dient.

      Meine Kinder (und wir) spenden hier vor Ort, weil wir einfach der Meinung sind, dass es auch hier genug Bedürftige gibt.

      LG, leviana

      • Es waren Asylanten, also waren sie nicht in Afrika.

        Ich habe noch keine Bilder von notleidenden Afrikanern in Afrika gesehen, die Hilfslieferungen aus ihrem nicht vorhandenen Fenster geworfen haben.

        Einmal gebe ich Daddy69 recht und dann bekommt keiner mehr was weil du 1 Negativbeispiel kennst? Nur weil es 1 schwarzes Schaf gibt sind ALLE schlecht?

        Weil 1 Ausländer klaut sind gleich alle verbrecher?

        • Nein, so sehr verallgemeinere ich das sicher nicht. Außerdem hat das von mir erlebte ja nun überhaupt nichts mit Kriminalität zu tun.

          Ich möchte meine Spenden einfach hier vor Ort vernünftig verwendet wissen.

          Wer es anders hält, kann es ja gerne machen.

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