Arztfehler

    • (1) 29.11.12 - 10:18

      Guten morgen,

      Ich versuche es mal kurz zu fassen.

      Die Oma meiner besten Freundin klagt bei meiner Freundin am WE über Herzrythmusstörungen. Am Montag geht sie zum Arzt, dieser lässt sie zur Überwachung ins Krankenhaus einliefern. Oma ist generell gesund.

      Freundin ruft Montag Abend in der Klinik an, Schwester erzählt ihr, dass es Oma gut geht, sie halt überwacht werden soll. Freundin spricht mit Oma, ihr geht es gut. Auf Grund von ihren Arbeitszeiten wollte Freundin Mittwoch morgen zu ihrer Oma fahren.

      Dienstag Abend bekommt Freundin einen Anruf, sie soll in die Klinik kommen.

      Im Gespräch wird ihr erklärt, dass ihre Oma verstorben ist. Viel mehr Information erhält sie nicht, irgendwie hat sie das Gefühl, das drum rum geredet wird.

      Sie bekommt einen Termin für gestern mit dem Arzt, der ihre Oma behandelt hat.
      Der Arzt erklärt ihr, dass der Oma am Dienstag morgen einen Katheter gelegt wurde, er sich "verstochen" hat und es dadurch zu schweren Blutungen kam. Ihr Kreislauf sei daraufhin abgesackt, sie konnten sie noch mal stabilisieren und wurde darauf hin auf die Intensivstation verlegt. Dort ist sie dann verstorben. Der Arzt hat sich entschuldigt für seinen Fehler, er sagte, dass es ihm total leid tut, er die ganze Nacht nicht schlafen konnte und er auch nicht weiß, was er noch sagen soll, ihm sei sowas noch nie passiert

      Und jetzt? Was würdet ihr machen?

        • Wie gesagt- mein erster Weg, wäre der zum Anwalt. Der wird alles weitere raten und aufklären- Anzeige etc.

          (6) 29.11.12 - 10:43

          Und ihr habt nur mit dem einen Arzt gesprochen ?

          Was war das für einer

          Facharzt
          Assistenzarzt

          Wo ist sein Vorgesetzter bei dem Gespräch gewesen ?

          Ich würde nochmals das Gespräch mit der Klinikleitung suchen
          Und zeitgleich einen patientenfuehrsprecher einschalten

          Ob das nun ein vermeidbarer Fehler war

          Oder gar grobfahrlaessig muss ein Gutachten klaeren

          Lg

          • (7) 29.11.12 - 10:50

            Es war der Oberarzt, er hat auch den Eingriff vorgenommen.

            Er sagte, dass ihm das noch nie passiert ist, sie hat das ganze sogar auf Band aufgenommen, dass sie das aufgenommen hat, war aber eher Zufall

            • (8) 29.11.12 - 10:53

              Nun Fehler passieren

              Wie es dazu kam und ob der vermeidbar war sollte geklärt werden

              Das macht aber kein Anwalt

              Wendet euch an die Klinikleitung

              (9) 29.11.12 - 11:53

              Wie kommt man dazu "zufällig" ein Gespräch auf Band aufzuzeichnen? #gruebel

              Die Großmutter deiner Freundin wird vorher über die Risiken einer Katheruntersuchung des Herzens aufgeklärt worden sein und sie wird die Belehrung unterschrieben haben. Ich persönlich finde das Verhalten des Arztes bemerkenswert. Ich glaube, das macht so schnell kein Arzt, dass er zugibt, einen Fehler gemacht zu haben. Aber auch Ärzte sind nun mal "nur" Menschen und dieser "Fehler" ist, soweit ich weiß, einer der Risiken bei dieser Untersuchung.

              Die Frau eines Bekannten ist ebenfalls bei dieser Untersuchung gestorben. So leid mir sowas tut und so schlimm das auch sein mag - ich würde nichts unternehmen. Ich frage mich, was mit dem Gang zum Anwalt erreicht werden soll?

              LG
              Suse

            (11) 29.11.12 - 15:59

            Anwalt.
            Die Klinik ist für solche Fälle bestens versichert, schnurzegal ob es dem Arzt leid tut, es geht ja hier nicht um "Verzeih mir!"

            Alles Gute,

            c

    (12) 29.11.12 - 10:46

    #schock

    Ich würde alles einem Anwalt übergeben.

    LG

    (13) 29.11.12 - 10:47

    Tragischer Fall, wirklich traurig. Ich wünsche der Familie viel Kraft.

    Und nun kommt das große ABER

    Meiner Meinung nach sind Ärzte eben auch nur Menschen. Es sollte nie zu Fehlern kommen, aber es kann! Ich finde die Reaktion des Arztes spricht für sich, das es ihm sehr leid tut und er an sich doch ein sehr verantwortungsbewusster Mensch zu seien scheind.

    Seine Entschuldigung bringt Oma nicht wieder zurück aber ich kenne auch die andere Seite.
    Es muss z.B. nur der Harngang eine annomalie aufgezeigt haben, die vorher nicht zu erkennen war. Und schon ists passiert. Eine Verkettung unglücklicher Umstände, die HRS, die wahrscheinlich auch dazu beitrugen das der Kreislauf abfiel usw.

    Wie gesagt ich wüsste nicht was ICH persönlich machen würde. Aber in meinen Augen ist dies ein tragischer "Unfall" gewesen und keine Straftat oder eine grob Fahlässige Handlung.

    Die Familie muss für sich entscheiden was sie tut. Ob sie die Zeit, Kosten und die Kraft aufbringen möchte juristisch dagegen vorzugehen. Aber das bringt Oma auch nicht wieder zurück.

    Meine Meinung!

    • Sehe ich auch so! Es besteht einfach immer ein Restrisiko, auch wenn es ein scheinbar harmloser Routineeingriff ist!
      (wobei ich es noch nie mitbekommen habe, dass ein Patient nach einer Herzkatheteruntersuchung verstorben ist)

Hallo
Hat die Freundin eine Rechtschutzversicherung?
Falls ja, zum Anwalt und Fall schildern, es gibt spezielle Patientenanwälte.

Ein Verfahren ist langwierig, teuer und zermürbend, Erfolg nicht gesichert, da der Kläger die Beweislast hat. Bedeutet: Freundin muss beweisen können, dass Arzt einen Haftungsfehler begangen hat.

Freundin hat keinen Anwalt oder Versicherung:
Patientenakte einsehen.

Letztlich bleibt die Frage:
Wo liegt der Schaden für deine Freundin.
Bitte nicht steinigen, ich weiß, die Oma ist tot und das ist der emotionale Schaden, aber juristisch wird abgefragt, wie der Schaden zu regulieren ist und inwiefern der Tod der Oma einen Schaden auf deine Freundin wirft.
Sprich:
Hat die Oma außer der Enkelin noch andere Verwandte, war sie noch berufstätig, gibt es einen Ehemann, der eine Witwenrente bezieht, hatte Oma noch laufendes Einkommen über das man verhandeln könnte oder war sie Rentnerin und selbst verwitwet, so dass die Rente ohnehin mit dem natürlichen Tod geendet hätte.

Danach wird ein möglicher Schadenersatz berechnet zuzüglich der anfallenden Beerdigungskosten und das wäre dann das, was die Freundin sich per Anwalt erstreiten könnte.
Ist unter Umständen nicht viel...

Anders sieht es strafrechtlich aus. Soll der Arzt belangt werden? Seine Zulassung entzogen bekommen o.ä.?

Dann muss ein Strafprozess angestrebt werden und den eröffnet die Staatsanwaltschaft, falls genügend Beweise vorliegen.

Und diese Beweise muss dann alle deine Freundin mit Hilfe des Anwalts erbringen.

Für einen Laien zwar nicht unmöglich, aber sehr, sehr schwer. Man braucht Gutachter, Ausdauer, Geld.

LG

  • Hallo
    ich denke es geht hier nicht um die Freundin, sondern darum, dass ein Mensch wegen eines Fehlers gestorben ist.

    Klar, Ärzte sind auch nur Menschen (ich weiß das sicher, haben viele Mediziner ind er Familie) - Allerdings darf sowas einfach nicht passieren und normalerweise geben Ärzte die Fehler nie offen zu, sie sind angehalten zwar Beileid auszudrücken aber nicht, ihre Schuld einzugestehen. (hat wohl was mit der Versicherung zu tun)

    Daher ist meines Erachtens davon auszugehen, dass sich besagter Arzt evtl sogar selber "stellt"

    Auf jeden Fall würde ich mich bei einem Anwalt für medizinische Kunstfehler (gibts soweit ich weiß) beraten lassen.

    Alles Liebe für deine Freundin!

(17) 29.11.12 - 11:25

Moin zusammen,

erstmal mein Beileid an deine Freundin!

Leider können solche Blutungen bei einer Katheteruntersuchung passieren.

Die Oma wird vor dem Eingriff auch über das Risiko von Blutungen aufgeklärt worden sein und eine entsprechende Belehrung unterschrieben haben.

Um euch das mal zu verdeutlichen:
Bei einer Herzkatheteruntersuchung wird die Arterie in der Leiste punktiert, dann der sogenannte Katheter über die Vene bis ins Herz vorgeschoben, dann Kontrastmittel gespritzt und mittels Röntgen das Herz, Herzaktion und die Herzkranzgefäße dargestellt.
Die dazu benutzte Kanüle ist recht groß, da auch ein eventueller Eingriff, z.B. die Stent-Implantation bei Verengung der Herzkranzgefäße, meist mit "eingeplant" wird, um dem Patienten eine neuerliche Punktion zu ersparen.
Im Anschluss an die Untersuchung wird die punktierte Stelle zunächst durch den Arzt bzw. die assistierende Schwester per Hand abgedrückt, je nach Art des Eingriffs meist mind. 20 Minuten. Im Anschluss wird ein Druckverband für mind. 6 Stunden angelegt.

Nun haltet mal eure Hand vor Augen und legt Zeige- und Mittelfinger aneinander. Nun habt ihr sowohl die Größe von Arterie und Vene in der Leiste, wie auch den Abstand der beiden Gefäße zueinander.
Ihr seht, die Gefäße in der Leiste haben ein sehr ordentliches Kaliber, sowie sie auch sehr dicht beieinander liegen.

So leid es mir auch tut für die Oma deiner Freundin, aber Blutungen treten bei dieser Untersuchung verhältnismäßig häufig auf, sei es auch nur ein blauer Fleck in der Leiste, auch Todesfälle können leider passieren.
Ich glaube nicht, dass die "Schuld" dafür beim Arzt zu suchen ist, sondern es sich um einen tragischen Verlauf handelt.

Alles Gute,

Wibbi

Der Bericht hier ist recht interessant:

http://www.stern.de/gesundheit/mehr-behandlungsfehler-gemeldet-das-koennen-sie-bei-aerztepfusch-tun-1787778.html#

Eine direkte Anfrage kann u.a. an folgende Stelle gerichtet werden, dort sollte eine detaillierte Auskunft erfolgen können:

http://www.unabhaengige-patientenberatung.de/

LG
TJ

Hallo,

wichtig wäre jetzt erstmal zu wissen ob sie über diese recht häufige Komplikation aufgeklärt wurde?

  • Für eine Herzkatheteruntersuchung muss eine Aufklärung unterschrieben werden, ohne welche eine solche Untersuchung gar nicht durchgeführt werden darf! Das ist Standard, dass man dafür aufgeklärt wird, zumindest auf meiner Station!

    • Hallo,

      das sollte so sein aber wir wissen nicht was in der Aufklärung genau steht.

      Und bevor mal den ARzt verklagen oder anzeigen will sollte man sich den Bogen durchlesen

      • Die Aufklärungen sind immer die gleichen, das sind so Vordrucke.

        Ich frage mich halt, was soll es denn bringen, wenn man den Arzt jetzt verklagt?? Dadurch wird die Oma auch nicht mehr lebendig, so hart es klingt! Für einen Arzt ist es auch immer schlimm, wenn er einen Patienten verliert.

        Also ICH würde deswegen nicht zum Anwalt gehen! Er hat es schließlich nicht vorsätzlich gemacht! Auch wenn die Ärzte Routine haben, ein geringes Restrisiko besteht immer.

(23) 29.11.12 - 14:36

Hallo,

erstmal mein herzlichstes Beileid zum Verlust deiner Oma!

Zu der Sache: Allein die Tatsache, dass sie bei der Untersuchung verstorben ist, dürfte kein Grund sein den Arzt zu verklagen. Es war eine Komplikation die nicht selten auftritt. Der Arzt hat sich entschuldigt, was ich sehr ehrenwert finde und ich gehe davon aus dass der Arzt weiß wofür er sich entschuldigen kann und was er lieber vertuschen müsste.

Was natürlich die Trauerarbeit sehr schwer für deine Freundin macht, ist die Tatsache dass die Oma eben noch gesund zu sein schien und dann plötzlich ist sie tot.

Was ist dazwischen passiert? Warum hat man diese Untersuchung gemacht? war es eine Not-"OP", denn Montag abend wusste sie ja offensichtlich noch nichts davon (oder hat sie es der Enkelin verschwiegen, weil sie sie nicht beunruhigen wollte?).
Solche großen Routine-Eingriffe werden doch zumindestens einen Tag vorher schon geplant, also liegt doch nahe, dass sich der Zustand deiner Oma in der Nacht irgendwie verschlechtert hat, sodass man sich kurzfristig dazu entschieden hat?

Gab es sonst noch Verwandte, die sich um die Oma gekümmert haben und mehr über die Vorgänge zwischen Montag abend und Dienstag berichten können?

Ich würde mir den ganzen Hergang mal genau erklären lassen und wenn da dann tatsächlich Ungereimtheiten auftauchen, DANN vielleicht einen Anwalt einschalten. Aber nicht allein wegen dem Katheter.

LG
S.

  • Auch muss ich mich einer meiner Vorrednerin anschließen....

    Sich da jetzt an einem evtl Ärztepfusch festzuhalten hilft deiner Freundin vermutlich nichts sondern behindert eher noch eine gesunde Trauerverarbeitung.

(25) 29.11.12 - 14:46

Die Frage ist doch, was deine Freundin sich verspricht bzw. erwartet.

Meine Mutter ist 2011 nach einer Lungenembolie und einem unerkannten Herzinfarkt, den sie schon Monate vor der Embolie hatte, plötzlich im Krankenhaus verstorben. Sie sollte ansich nach Hause, durfte schon wieder aufstehen und hat auch keine Infusionen mehr bekommen. Die HRS waren angeblich weg (sie hat aber was anderes gesagt) und sie sollte sich nur noch ein paar Tage dort "ausruhen". Im Arztbrief stand später, das Herz wäre so schwer geschädigt gewesen, dass es nur noch 10% Blut durchgepumpt hat. Für mich passt das alles nicht so recht zusammen. Wieso stellt man die Medikamentengabe ein und will jemanden nach Hause schicken, der ganz eindeutig nicht fit ist?

Sinn macht das für mich alles nicht. Aber egal was bei einer weiteren Untersuchung nach dem Tod rausgekommen wäre, meine Mutter hätte es nicht zurück gebracht und kein Geld der Welt kann sie ersetzen.

Übrigens hatte meine Mutter ebenfalls eine Herzkatheter-Untersuchung und in den Papieren stand drin, dass es auch zu Blutungen kommen kann. Das war eines der Risiken.

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