Erschreckend und beängstigend

    • (1) 04.12.12 - 09:29

      Hallo zusammen,

      folgende Meldung habe ich heute morgen im Radio gehört

      http://www.fr-online.de/panorama/niederlande-linienrichter-tot-gepruegelt,1472782,21029236,view,asFirstTeaser.html

      Mich erschrickt dieses Ausmaß an Agression. Es macht mir Angst vor der Zukunft.

      Ich habe zwei Mädchen im Alter von 15 und 6 Jahren.

      Die Große wurde schon Opfer von Mobbingattacken und hat deswegen die Schule gewechselt.

      Wie können wir dagegen arbeiten, dass so etwas weiter eskaliert und immer mehr wird?

      Ich empfinde eine gewisse Hilflosigkeit.

      Wie geht es euch?

      Gruß,

      ariane

      • Leider komme ich nicht umhin anzumerken, dass es sich verschiedenen (niederländischsprachigen) Quellen zufolge bei den Tätern um marokkanische Einwanderer handelt. Nein, ich bin nicht "rechts". Nein, ich bin nicht der Meinung, dass arabische Jugendliche alle gewalttätig sind.

        Aber derartige Dinge passieren auffallend oft im Zusammenhang mit arabischen Mannschaften. Vielleicht, weil dort eine andere Mentalität herrscht. Bestimmt auch, weil es diese Jugendlichen sehr schwer haben in unserer und auch in der niederländischen Gesellschaft.

        Aber wenn man die Herkunft der Täter totschweigt, wie es die deutsche Presse tut, dann gibt man den Verschwörungstheoretikern von ganz rechts mal wieder eine Steilvorlage.

        Ehrlich: Ich kenn Fußballplätze und ich weiß, wie es da manchmal zugeht. Es war eine Frage der Zeit, dass so etwas passiert.

        Mein Beileid gilt dem Verstorbenen, der sich wohl sein Leben lang dafür eingesetzt hat, dass Kinder und Jugendliche Fußball spielen können.

        • Die Herkunft der Täter ist wahrscheinlich auch ein sozial benachteiligtes Milieu.

          Wenn Du in eine Jugendmannschaft ausschließlich sozial benachteiligte Deutsche aus schwierigen Verhältnissen steckst, wirst Du auch gute Chancen haben, dass es zu Prügeleien kommt.

          Auf deutschen Fussballplätzen sieht man das auch oft genug. Mittlerweile leider ein übles Sammelbecken frustrierter Gewaltbereiter.

          • Richtig, ich denke auch, dass es dabei um Frust aus sozialer Benachteiligung geht und nicht um die Herkunft.

            Aber: Indem man die Herkunft (bewusst?) verschweigt, liefert man den Hasspredigern von rechts eine Steilvorlage. Die schmieden daraus eine Verschwörungstheorie, nach der die Täterschaft von Migranten gezielt vertuscht wird. Und ich möchte nicht, dass noch mehr Leuten diesen Rattenfängern hinterherlaufen.

            Es waren drei Jugendliche marokkanischer Herkunft. Punkt. Das sagt weder etwas über alle anderen Jugendlichen aus, noch darüber, dass es nicht genauso niederländischstämmige Jugendliche hätten sein können.

            Ich kenn die Atmosphäre auf Fußballplätzen. Ich kenn deutsche und ich kenn türkische und ich kenn arabische Fußballer und ich erkenne wenige bis gar keine Unterschiede. Bis auf einen: Die türkischen und arabischen Fußballer müssen Woche für Woche latenten bis manifesten Rassimus ertragen. Da bleibt eine gewisse Verbitterung nicht aus.

            Es wird nicht leicht sein, diese Gräben wieder zuzuschütten. Aber Wahrheiten müssen gesagt werden dürfen, auch wenn diese mitunter unbequem sind. Dem toten Linienrichter wird es egal sein, wer in da totgetreten hat.

            • "Aber: Indem man die Herkunft (bewusst?) verschweigt, liefert man den Hasspredigern von rechts eine Steilvorlage. "

              was ist denn das für eine argumentation?

              Ich kenen jetzt weder den fall, noch habe ich den link angeklickt nocht sonstirgendwas.

              Aber wie häufig liest du: "bei den tätern handelte es sich um drei deutsche"
              und warum sollte die herkunft (was ist das überhaupt? sind die jugendlichen aus marrokko eingewandert? deren eltern? deren großeltern?) DAS merkaml sein, welches geannt werden sollte?
              warum nicht schuhgröße (vielleicht hatten ja alle die gleiche?), warum nicht soziale schicht (vielleicht sagt das sogar mehr aus als die herkunft der eltern oder großelterngeneration), welche schule sie besuchen oder welcher Jugend-Subkultur sie sich zurechnen usw

              also warum sollte genau dieses merkmal das entscheidende sein?
              Müßte man es dann auch nenne wenn nur 2 vonj 3 tätern marrokanische wurzeln haben?
              ist ihre staatsbürgerschaft entscheidend oder die herkunft der eltern?
              wie lange muß man einen stammbaum verfolgen?
              ist es wichtig zu wisen, daß täter xy in 8. Generation hier ist und die wurzeln seiner familie in polen, ungarn, spanien, italien liegen?

              wie gesagt, ich kann hier gar nichts konkrees beisteuern- aberdas argument, man MÜSSE die nationalität (oder herkunft oder herkunmft der eltern/ großeterlngeneration) von irgendwem benennen, um "den rechten" keine verschwörungstheorien zu ermöglichen halte ich für absurd

              • Erfahrungswert von einer, die Woche für Woche am Fußballplatz steht: Auch wenn bei weitem nicht alle Fußballer türkischer oder arabischer Herkunft gewalttätig sind, so sind doch bei fast allen Gewaltexzessen Fußballer dieser Herkunft beteiligt.

                Es gibt in Deutschland, und auch in den Niederlanden, ein Gewaltproblem, das von Migrantenkindern ausgeht.

                In diesem Zusammenhang halte ich es für eine journalistische Selbstverständlichkeit, auf diesen Zusammenhang hinzuweisen. Die Schuhgröße hat nichts mit den Gewaltexzessen zu tun, die marokkanische Herkunft ALLER EMPIRIE NACH schon.

                Wie gesagt: Ich schreibe das nicht, weil ich etwas gegen Migranten und deren Kinder habe. Mein Sohn spielt selbst in einer Mannschaft, in der mehr als die Hälfte der Kinder türkischer Herkunft sind. Aber wie will man die offenkundigen Probleme dieser oft genug benachteiligten und an den Rand gedrängten Mitbürger lösen, wenn man sie noch nicht einmal benennen darf?

                Bin ich rechts, wenn ich schreibe, dass ich in dem Moment, wo ich von den Zwischenfällen gelesen habe, schon wusste, aus welchem Kulturkreis die Täter kommen? Keine einzige deutsche Zeitung erwähnt es.

                Was muss in 15- bis 16-Jährigen vorgehen, die mit Stollenschuhen einen Menschen tottreten? Meint ihr nicht, dass, um das herauszufinden, alle Aspekte der Tat beleuchtet werden müssen? Oder meint ihr, das es besser ist, politisch korrekte Scheuklappen aufzusetzen?

                • "Es gibt in Deutschland, und auch in den Niederlanden, ein Gewaltproblem, das von Migrantenkindern ausgeht."

                  Was ja, wie schon gesagt auch daran liegt dass Migrantenkinder häufiger aus sozial schwachem Milieu kommen als deutsche.

                  Die Presse könnte auch dies als Herkunft der Täter benennen. Wie man aber bei urbia immmer wieder sieht, würden viele dies als vorauseilende Entschuldigung der Täter interpretieren.

                  ich habe nur den einen verlinkten artikel gelesen, der ja sehr knapp ist.
                  es liest sich zwar heraus (und ist fast eine selbstverständlichkeit) aber wirklich konkret benannt wird das größte übereinstimmende merkaml von gewalttätern nicht:
                  Nämlich die Tatsache, daß es sich um Jungs handelt.

                  Das Geschlecht als wirklich absolute Größe wird ebenso wenig benannt.

                  Außerdem lese ich heraus, daß es wohl mehr als nur drei täter gab, daß es aber zu drei festnahmen kam (zumindeste interpretiere ich den text so)
                  Wie gesagt, ich kenn die fakten ÜBERHAUPT nicht, daher halte ich es für schwierig zu sagen, daß es wichtig oder verzerrend wäre, die "herkunft" der drei tatvedrdächtigen zu nennen.

                  Es könnte verzerrend wirken, wenn bei dem angriff 7 niederländer und 3 Marrokaner beteiligt waren, wenn die Jungs in der 3. Generation in den niederlanden leben und niederländische staatsbüger sind,oder oder oder
                  dazu müßte ich einen größeren einblick haben, um mir ein bild zu machen.

                  D.h. Fußball als gemeinsames Merkaml von Gewalttätern, das Geschlecht, ich würde vermuten die zugehörigkeit zu gewaltbereiten Gruppierungen, die "schichtzugehörigkeit", das bildungsniveau sind sicherlich in diesem rahmen größere Konstanten als die marrokanische herkunft.
                  Es werden aber in einem kurzartikel kaum welcher dieser konstanten benannt oder reflektiert, da es sich offensichtlich eher um eine kurmeldung handelt als um eine wirkliche beleuchtung eines Ereignisses.

                  Von daher - ja, in einem differnzierten Artikel, der die Situation der mutmaßlichen Täter beschreiben will, sollte dieses Merkmal nicht fehlen.
                  In einer kurzmeldung sollte ein Journalist sich fragen, ob die auswahl der genannten merkmale die situation eher verdeutlicht oder eher in der lage ist zu verzerren.

                  was in diesem konkreten fall daher der sinnvolle weg journalistischer arbeit ist kann ich nicht beurteilen

                  • Ich lese niederländische Presse.

                    Der Angriff ging von drei der elf Spieler aus, und zwar von den drei Marokkanern in der Mannschaft. Das sagen Verantwortliche beider Vereine übereinstimmend aus.

                    Dass es Jungs waren dürfte bei einem Fußballspiel der männlichen B-Jugend selbstverständlich sein.

                    Der Gastverein kam aus Amsterdam. Amsterdam ist uns in Sachen Ghettoisierung und Spaltung der Gesellschaft ein Stück "voraus", taugt vielleicht als Blick in die Zukunft. Wenn man nicht so langsam mal wach wird, der Wahrheit in die Augen schaut, und alle gesellschaftliche Kräfte bündelt, um wirkliche Integration möglich zu machen.

                    Wenn wir die Augen zukneifen, verschwinden die Probleme nicht.

                    Nebenbei: "Nieuw Sloten" hat schon öfter vorher Probleme gemacht auf den Plätzen, gegen die spielte keiner gerne. Die Reaktion? Anscheinend gab es - mir ist nicht zu Scherzen zumute - Kickboxtraining für die Jungs. Das scheint sich ja ausgezahlt zu haben.

                    • ja- all das sind merkmale, Besonderheiten, die wichtig sind ,wenn ich einen solchen vorfall differenziert betrachten will, da hast du vollkommen recht.

                      und natürlich sollten sich aus einer solchen Betrachtung fragen ergeben und Konsequenzen in ähnlichen fällen (was mache ich frühzeitig mit gewalt in Jugendmannschaften des amateurfußballs, wie gehe ich mit ghettoisierung um? wie kann Integration gelingen? wias ist spalentd und was verbindend?, wie gehe ich mit gewaltbereiten Jugendlichen um- dazu gibt es GAAANZ wenig Konzepte- Politik, Justiz und Pädagogik sind da dermaßen hilflos, daß es immer wieder zu solchen absurditäten kommt wie dem von dir genannten Kickboxtraining für gewalttäter (ich sprech das aus erfahrung, habe viele jahre lang mit gewaltbereiten und/ oder wegen gewalttaten auffällig gewordenen Jungs gearbeitet)
                      aber der hier verlinkte artikel macht dies alles nicht.

                      er gibt einen verkürztem Überblick, bei dem mir alle diese randbemerkungen fehlen.
                      Wenn ich also nur so viel infos habe oder nur so viel platz, muß ich als journalist durchaus auswählen, welche infos ist übernehme und welche ich ausspare.
                      welche sind hilfreich und welche eher dazu geeignet, daß sich menschen nicht mehr mit dem vorfall beschäftigen und an sinnvollen lösungen orientiert sind sondern es zu einer klaren, vereinfachten schuldzuweisung kommt - ohne die anderen aspekte des problems zu beleuchten (ich finde z.B. das ausmaß an gewalt im Umfeld des Fußballsports erschreckend)

                      ich weiß nicht, inwiefern der vorfall von anderen deutschen medien aufgenommen wurde (wobei wahrscheinlich alle von der gleichen presseagentur abgeschrieben haben werden), aber ich denke, im zuge einer ausführlicheren berichterstattung wird auch das diese merkmal dort auftauchen, da bin ich mir ganz sicher.

                      meine bedenken galten auch nicht dem aussparen eines faktes (da ja eben in einer kurzmeldung sehr viele dieser fakten ausgebledet werden) sondern deienr begründung, warum genau dieses merkmal keinesfalls ausgespart werden dürfe

                " Die Schuhgröße hat nichts mit den Gewaltexzessen zu tun, die marokkanische Herkunft ALLER EMPIRIE NACH schon."

                ach so- empirie:

                doch, es wird sich sicher zeigen, daß die gewalttäter in aller regel eine schuhgröße zwischen 42 und 44 haben (vermute ich mal- kenne aber keine Untersuchungen dazu).
                wenn ich also meinen fokus darauf lege, wird sich eine häufung bestimtmer schuhgrößen im Zusammenhang mit gewaltexzessen herausstellen.
                ABER: die schuhgöße ist nicht die URSACHE dafür.
                sondern sie ist ein merkmal, dsa mit anderen wesentlichen merkmalen zusammenhängt zum beispiel männliche heranwachsende)
                jetzt kann ich den fokus auf die schugröße legen oder auf das vereinende merkaml, das übergreifender ist als das merkmal der schuhgröße.

                und ebenso wird mit anderen merkamlen wie "migrationshintergrund"
                ja, wenn ich meinen fokus darauf lege, werde ich immer wieder auf "migration" stoßen. ob das aber als merkmal hilfrei ist, oder ob es nicht hilfreicher ist, größere zusammenhänge, die sehr viel deutlicehr zeigen, welche merkmale häufig vertreten sind, dann wird das Bildung und soziale absicherung, Integration/ anerkennung von der mehrheitsgesellschaft sein.
                Darunter fallen dann sowohl Deutsche/ niederländer sowohl mit als auch ohne migrationshintergrund, Menschen ohne deutsche/ niederländsiche staatsbürgerschaft

                insofern ist die Schuhgröße ein merkmal- das nicht weiterhilft, wenn ich mir fragen stlle wie:
                warum immer die mit schuhgröße 43?
                was kann ich tun, um das in zukuft zu verhindern?
                was braucht es als prävention?
                wie muß nach einem solchen vorfall mit den tätern umgegangen werden etc

                da hilft mir die schuhgröße oftmals nicht viel weiter, sondern erst dann, wenn ich diese in ihrem größeren zusammenhang sehe

                • Ich seh schon, du beherrschst die Klaviatur der Political Correctness virtuos. Aber mach dir doch nichts vor: An dein im Wortsinne zusammengeschustertes Argument glaubst du doch noch nicht einmal selbst.

                  Ich bin es mittlerweile gewohnt, dass diejenigen, die mit den entsprechenden Jugendlichen am wenigsten zu tun haben, am besten Bescheid wissen. Erfahrungen, die ich seit Jahren sammle: "Einzelfälle!" Erfahrungen, die andere seit Jahren sammeln: "Nicht zu verallgemeinern!"

                  Weißt du, erst letzte Woche durfte ich erleben, wie bei einem Spiel von knapp 10-
                  Jährigen Jungen die blutjunge Schiedsrichterin von 5 dunkelhaarigen Fußballern mit entsprechenden Namen in den Spielerpässen als Schlampe und Schlimmeres bezeichnet wurde. Wenn sie das nicht alles schluckt, sondern vielleicht das Spiel abbricht, dann kann sie sich, wenn sie Pech hat, neben den Linienrichter legen lassen. Und wenn man sich weigert, das alles für normal zu halten, dann ist man Rassist.

                  • "Ich bin es mittlerweile gewohnt, dass diejenigen, die mit den entsprechenden Jugendlichen am wenigsten zu tun haben, am besten Bescheid wissen. "

                    Ja, stimmt- was machen da schon 10 Jahre Arbeit mit gewalttätigen Jugendlichen aus gegen deine fußballerfahrung.....

                    "Weißt du, erst letzte Woche durfte ich erleben, wie bei einem Spiel von knapp 10-
                    Jährigen Jungen die blutjunge Schiedsrichterin von 5 dunkelhaarigen Fußballern mit entsprechenden Namen"

                    und: sind nun die dunkeln haare die usrache? oder die namen der spieler?
                    Was trägt es zum verständis eines sachverhaltes bei, wenn ich weiß, daß die Jungs dunkelhaarig waren?
                    bleibst du also in der analyse bei "dunkelhaarig" stehen?
                    odre schaust du nach anderen, diese einfassende aber in ihrer beschreibung aussagekräftigeren merkmalen?

                    • Also einmal in klaren Worten: Es sind IMMER Kinder aus muslimischen Familien, die gegenüber weiblichen Schiedsrichtern jeden Respekt vermissen lassen und die konträr gegen das sind, was wir unseren Kindern vermitteln wollen.

                      Normalerweise müssten wir diese Kinder aus dem Verein werfen. Kannst du dir das Medienecho vorstellen?

                      • Wer pöbelt bekommt einen platzverweis.

                        Wer als trainer seien mannschaft nicht im griff hat ist entweder ungeeignet oder muß sich von den spieler trennen, die er nicht lenken kann, denn das ist seine aufgabe.

                        Hier wäre der verein gefragt, die eltern mit ins boot zu holen.
                        meiner erfahrung nach sind die eltern der pöbelnden Jungs nicht hellauf begeistert können zusammen mti dem Trainer, den anderen zuschauern und den mannschaftskammeraden durchaus etwas bewirken.

                        wenn aber alle wegsehen und das stillschweigend akzeptieren, dann würde ich zu solchen spielen sicher nicht mehr gehen und mich von diesem verein distanzieren

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