Ich halte mich eigentlich für keine gute Mutter

    • (1) 12.12.12 - 19:06

      Guten Abend!

      Ich fühle mich so nieder geschlagen :(
      Ich bin 23 und hab einen 8 Monate alten Sohn. Er war ungeplant, aber trotzdem habe ich mich sehr auf ihn gefreut. Nach der Geburt dann die volle Ernüchterung. Die Geburt ging viel zu plötzlich und schnell. Ich litt schwer am Baby Blues. Stillen funktionierte nicht länger als 2 Wochen. Ich hatte enorme Schwierigkeiten meine neue Lebenssituation zu akzeptieren. Ich gab innerlich meinem Sohn die Schuld für mein Unglück. Ich war Monate lang viel alleine mit ihm, kannte niemanden, da ich in einen neuen Ort zog, als mein kleiner ca. 3 Monate alt war. Keine meiner Freundinnen hat Kinder. Mal abgesehen davon wohnen die ja alle weiter weg (aufgrund des Umzugs). Ich war oft schnell überreizt und verlor oft die Geduld. Ich war teilweise sehr überfordert, obwohl ich eh Unterstützung von meinen Schwiegereltern bekam. Der Wunsch nach meinem "alten leben" war einfach immer stärker. Einmal habe ich mein Baby sogar auf den Oberschenkel geschlagen. Es fällt mir schwer ihn zu beschäftigen und mir neue spiele aus zu denken. Letzte Woche war er krank. Heute beginnt er wieder mit Husten und niesen. Ich gebe mir dafür die schuld. Trotz allem liebe ich meinen Sohn über alles. Ich bin so dankbar ihn zu haben und habe Angst um ihn. Er gibt mir jeden Tag so viel und ich habe das Gefühl dem nicht gerecht zu werden. Ich fühl mich furchtbar :(

      • such dir Unterstützung auf verschiedenen ebenen
        1. Andere mütter in ähnlichen sitatuionen (pekip, krabbelgruppen, babyschwimmen und co sind da gute anlaufstellen)
        und
        2. etwas für dich. zum einen Zeiten in denen du eben nicht nur mutter bist, sondern teile deines alten lebens forführst und
        3. Eine beratung (ob nun erziehungsberatungsstelle, psychosoziale beratungsstelle, deine hebamme, ein psychotherapeut oder falls ein vertrauensverhältnis besteht dein hausarzt)
        Ich denke dir würde es helfen, deine situation zu refelktiren und wieder zu einem besseren gleichgewicht zu kommen.
        Andernfalls könnte sich das gefühl durchaus zuspitzen und eure situation schwieger mache nals bisher

        grundsätzlich kann ich dir sagen, daß ich der babyzeit wenig abgewinnen konnte- ich kenne niemanden, den sie nicht über die eigenen grenzen hinaus gebracht hat, aber: es wird besser:) wenn die kinder erst mal anfangen zu sprechen und die ersten rollenspiele kommen fällt denen schon imemr was ein, wie sie uns eltern beschäftigen können:)

        und: wie sieht es aus der betreuung? kannst du bald auch wieder beruflich einsteigen und so wieder teiles deines alten lebens reaktivieren?
        Für mich war das sehr wichtig, solche enklaven zu behalten (freunde/ freundinnen mit denen ich abends weggegangen bin, meine weiterbildung, die ich fortlaufend weitergemacht habe, den beruflichen wiedereinstieg, nächte in denne ich durch und wochenende an denne ich ausschlafen konnte, besuchswochenene der kinder bei den großeltern um auch die paarbeziehung immer wieder in die "alten zeiten" zurückzuführen

        Alles Liebe

        • Danke für deine Antwort!

          Ich war ein paar mal bei der babymassage. Mein Sohn hat danach aber immer den Rest des Tages geweint :-/ deshalb hab ich es nach dem 3. mal sein lassen. Außerdem fühlte ich mich von den anderen Müttern sehr aus gegrenzt. Leider bin ich sehr schüchtern wenn ich keine einzige Person im Raum kenne. Aber ab Jänner gibt es bei uns im Ort angeblich einen Mutter-kind Kurs. Da werd ich auf jeden fall hin gehen.
          Das mit der Arbeit ist geklärt. Ich werde mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ab März samstags arbeiten gehen, während mein Freund sich um den kleinen kümmert. Das ist nicht nur eine gute Möglichkeit Geld dazu zu verdienen, sondern ich würde endlich aus diesem eintönigen Alltag entfliehen. Ich liebe meine Arbeit und meine Kollegen und vermisse das sehr. Wenn mein Krümel 2 Jahre alt ist kommt er in den kiga und ich werde regelmäßig teilzeit arbeiten gehen.

          Ich muss zu geben mir geht es so gesehen nicht schlecht. Oma und Opa kümmern sich gern mal einen Nachmittag um den kleinen. 2 mal im Monat habe ich den Abend für meinen Freund allein. Da schläft zwergi dann bei den Schwiegereltern. Grundsätzlich ist mein Baby eher pflegeleicht, er weint weniger als andere und ist auch nicht der anspruchsvollste. Tätigkeiten wie fern sehen, ein Bad nehmen, lesen, ... versuche ich so gut als möglich nach zu gehen.
          Normalerweise hab ich gar kein recht mich zu beklagen. Ich denke, dass ich eventuell noch nicht reif genug war jetzt schon Mutter zu werden. DAS ist glaube ich der Hauptgrund für alles.

      Ich würde jetzt mal sagen, jeder hat so eine phase aber da du davon erzählst, dass du schwer am Babyblues gelitten hast würde ich dir empfehlen mal mit einem Arzt zu sprechen. sowas kann schnell in eine depression übergehen.

      Ich hatte auch einen richtigen Tiefpunkt als meine Tochter 7 Monate alt war.

      Meine Mutter hat sich öfter um die kleine gekümmert, so dass ich mal shoppen gehen konnte und mit Freunden weg gehen. Mein Mann ist morgens öfter aufgestanden am we und hat mich noch ein bisschen schlafen lassen. Dann kam irgendwann der Punkt an dem sich das Blatt gewendet hat. Ich gehe auch wieder arbeiten, zwar nur einen halben Tag in der Woche aber das tut sehr gut.

      Ich gehe auch in einen Spielkreiß und habe da auch Anschluss gefunden, treffe mich auch öfter ausserhalb des Spielkreißes mit einer deren Tochter genauso alt ist wie meine. Es ist keine super enge Freundin geworden aber es tut gut wenn man sich austauschen kann und man weiß, dass sie es einfach super gut versteht wenn man sagt dass die wohnung schrecklich aussieht weil die kleine wieder alles ausgeräumt hat. Denn niemand kann das so gut verstehen wie jemand der selbst kinder hat.

      Geh in eine Gruppe und sei einfach offen und versuch deine schüchternheit zu überwinden, es wird dir helfen.

    Hallo,

    das was du schreibst hätte von mir sein können . Meine Tochter kam da war ich 23 Jahre alt . Ich hatte eine Kaiserschnittgeburt aufgrund von BEL , und meine Tochter lag noch 3 Wochen auf der Neo wegen Tempschwäche und Trinkschwäche . Stillen klappte bei mir nur die erste Woche , danach hab ich mich zusehr von den Schwestern im Krankenhaus unter Druck gesetzt gefühlt .

    Das was aber der Knackpunkt ist , und teilweise heute noch ist , ich habe keine vernünftige Mutter-Kind Bindung zu meiner Tochter . Von ihr zu mir stimmt alles , aber von mir zu ihr nicht . Ich fühle mich beklemmend im Umgang mit ihr , weiss nie was ich mit ihr Spielen soll , und selbst jetzt so Rollenspiele gestalten sich für mich persönlich schwierig .

    Nach der Geburt hatte ich eine schwerste Depression , wollte mich 2 Wochen absolut garnicht um meine Tochter kümmern , habe mich halb tot geheult wenn sie geweint hat obwohl ich schon alles getan hatte .

    Krabbelgruppen hab ich 2 besucht , bzw. versucht zu besuchen , nach 2 Tagen war es das aber auch , denn ich habe mich absolut nicht wohlgefühlt , und hatte ständig das Gefühl beobachtet zu weren von den anderen meist viel älteren Müttern, die diese Unsicherheit absolut nicht ausstrahlen , eher dsas Gegenteil .

    Ich habe Anfang des Jahres , da war meine Tochter 2 eine Mutter-Kind Kur gemacht . Um den Alltag zu entfliehen , und für mich mal Ansprechpartner wie eine Psyschologin zu finden . Ich sag dir die Kur war das beste was ich machen konnte . Ich habe dort sehr viel Unterstützung bekommen , auch von den Müttern dort , speziell von einer , die war mit ihrem Sohn eine Etage über mir , und hat Nachts gehört das geweint habe und nicht weiter wusste weil meine Tochter wie am Speß schrie ohne wirklich erkennbarem Grund . Sie hat sich um meine Tochter gekümmert und mich für ein paar Minuten rausgeschickt . Das wirkte Wunder .

    Die Psyschologin dort war super , nur durch sie , weil sie mich Ernst nahm ist meine Tochter nun in einem Integrativem Kindergarten . Sie hat das alles in die Wege geleitet . Meine Tochter ist Entwicklungsverzögert , also Sprachlich hinkt sie sehr , und sie spürt wohl ihren Körper nicht richtig wodurch sie immer wieder neue Reize sucht , deshalb hörte sie auch nie auf mich .

    Und sie hat mit mir zum Teil erarbeiten können , Warum ich keine richtige Bindung zu meiner Tochter habe ! Klar ist es jetzt nicht weg , aber es wird besser .

    Vielleicht wäre so eine Kur etwas für dich ??

    Wenn du möchtest , ich kann noch soviel erzählen , das war nur ein Bruchteil , dann kannst du dich gerne per PN melden , denke das unsere Situationen sich etwas ähneln :-)

    Ich wünsch ich dir natürlich alles Gute !

    Hallo,

    Du brauchst Hilfe und das meine ich nicht böse. Du merkst ja selber schon, daß einiges schief läuft, je eher, desto besser #liebdrueck
    Wenn Du so garnicht weißt, was Du machen sollst, rede mit dem Kinderarzt, ich denke, der kann die die nötigen Beratungsstellen vermitteln.

    LG

    Danke für eure lieben Antworten! Hab auch ein paar als privat-Nachricht bekommen und hätte mir nicht gedacht dass soooo viele das selbe Problem hatten! Ich finds schön zu wissen dass es nicht nur mir so geht und ich finde es toll, dass ihr alle so einfühlsam geantwortet habt! Hätte eher mit Steinschlag gerechnet ;)

    Hallo,

    du hast etwas, was viele Mütter in ähnlichen Situationen nicht haben: Einsicht.
    Du weißt, dass einiges schief läuft und du hast verstanden, dass du überfordert bist.

    Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.
    In deinem Fall würde ich in jedem Fall Unterstützung suchen.

    Je nachdem, wie stark du dich überfordert fühlst, könntest du eines der folgenden Angebote nutzen (ich fange mit den niedrigschwelligsten an):
    - Kurse besuchen, um Kontakte und Austausch mit anderen Müttern zu finden (Musikgarten, Babyschwimmen, Krabbelgruppen, Pekip, Babymassage ...)
    - Erziehungsberatungsstelle
    - Jugendamt / Allgemeiner Sozialdienst

    Jugendamt klingt für viele erst einmal abschreckend. Ich kann dir aber aus meinem Berufsalltag berichten:

    Ich arbeite als Sozialpädagogin in der Familienhilfe. Die Aufträge erhalte ich vom Jugendamt. Häufig sind es Familien, bei denen der Kindergarten oder die Schule Meldungen ans Jugendamt machte. In sehr vielen Fällen haben sich die Familien aber freiwillig Hilfe beim Jugendamt gesucht. Du müsstest dich hierfür an den Allgemeinen Sozialdienst deiner Stadt wenden. Die können dich zunächst beraten und dir geeignete Hilfen anbieten. Ob du eine der Hilfe annimmst, ist dir dann freiwillig überlassen. Rein rechtlich kann das Jugendamt keine Hilfen aufzwingen. Selbst Familien, in denen die Kinder geschlagen wurden, mussten die Hilfe freiwillig beantragen.

    Ich weiß, dass das eine enorme Hemmschwelle bedeutet, weil viele Mütter das Bild vom bösen Jugendamt im Kopf haben, das ihnen das Kind wegnimmt. So ist es aber nicht! Kein Jugendamt der Welt möchte einer Mutter das Kind wegnehmen (u.a. auch aus Kostengründen, aber in erster Linie natürlich weil ein Kind seine Mutter braucht).

    Viele Familien die ich betreut habe waren wirklich traurig als die Hilfe beendet wurde und haben es als große Entlastung empfunden. Bei Familien mit Babys haben wir häufig auch mit PAT-Trainern gearbeitet (dabei geht es speziell um die Förderung und Unterstützung von Müttern mit Kindern unter 3 Jahren).

    Hast du denn einen Partner, der dich unterstützen kann?

    Falls du noch Fragen hast, kannst du dich gerne per Nachricht bei mir melden.

    Alles Gute!

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