Lance Armstrong's "Gestaendnis"

    • (1) 18.01.13 - 16:23

      http://www.spiegel.de/sport/sonst/fall-armstrong-nach-beichte-bei-oprah-radsport-auf-der-kippe-a-878354.html

      Nun gibt er es also doch zu. Bzw. so ein bischen. Aber so wirklich stellt er sich den Vorwuerfen nicht, und versucht seine Rolle herunterzuspielen.

      Wirklich neues hat man im Interview nicht erfahren. Und das einzige, was ihm offensichtlich leid tut, ist, dass er erwischt worden ist. Er hofft ja, dass sein lebenslanges Startverbot auf 8 Jahre vermindert wird. Hoffentlich wird es das nicht. Und selbst wenn - dann ist er 49, und kann eh nicht mehr wirklich mithalten. Und ob man so einem profilierten Luegner dann abnehmen wuerde das er sauber waere? Wohl eher nicht.

      Radsport ist ein toller Sport, und ich glaube wirklich, dass sich in Sachen Doping einiges getan hat, seit den grossen Skandalen. Kaum ein anderer Sport kontrolliert so engmaschig (oder glaubt hier jemand ernsthaft Fussball oder Tennis kommen ohne Doping aus? #rofl), und so Leute wie Armstrong machen da viel kaputt.

      Im Sommer 2014 wird Le Grand Depart, der Auftakt zur TdF so ziemlich genau vor meiner Haustuer vorbeifahren (na gut, knapp 10 Minuten laufen werden wir schon muessen), und wir freuen uns jetzt schon mit unseren Kindern dort hinzugehen und (hoffentlich) cleane Fahrer wie Wiggins anzufeuern.

      Verfolgt bei Euch in Deutschland ueberhaupt noch wer die Tour, oder hat sich das mit Team Telekom erledigt?

      Leider gibt's hier ja kein Sport Unterforum, deshalb hab ich's mal ins Allgemeine gesetzt.

      • es wusste doch jeder dass er dopt - schon deswegen, weil er wegen seinem Hodenkrebs Testosteron nehmen durfte, andere nicht ... gut, we hat noch mehr genommen - wen wunderts!?

        ich denke nicht, dass irgendwie Profisportler ohne "Hilfe" die heutigen Sportarten bestehen könnte ... Ausnahmen mag es bei sowas geben wie Snooker oder Schach .... wenn ich mir z.B. Abfahrtski anschaue, die müssen doch was angstlösendes nehmen - so verrückt solche Hänge freiwillig auf 2 Brettern unter den Füßen runterzurasen - das ist doch kein normaler Mensch!

        • Dazu kommt noch, dass die prinzipiell alle gleich schnell sind - das sind ja manchmal Hunderstel .... Mit kann keiner erzählen, dass sich die Piste nicht verändert, nachdem da 30 Leute darübergefahren sind = ungleiche Startbedingungen.

      Ich hatte einen Partner der Radrennprofi war, sein Kommentar zur Tour: "Was glaubst Du warum ich dort nie mitgefahren bin?! Das ist doch nur Bayer Leverkusen auf Rädern."
      Er kannte viele Fahrer und war sich sehr sicher dass dort jeder dopt. Er hat sich lieber eine andere Disziplin gesucht um erfolgreich fahren zu können.

      Für mich ist die Tour seit Jahren uninteressant, wegen der Dopinggeschichten aber auch weil mir das ganze zu industrialisiert wurde, hat für mich mit Sport nicht mehr viel zu tun.

      Und Herr Armstrong - einfach ein armseliger Charakter für den ich weiter keine Gedanken verschwende.

      LG, katzz

      • Ich glaube schon, dass sich in den letzten 10 Jahren gewaltig was getan hat in Sachen Doping, und die Tour (und der Giro etc) nicht mehr so Doping belastet ist wie es mal war. Wie gesagt, ich waere schon ueberrascht wenn z.B. der diesjaehrige Sieger positiv testen wuerde.

        Was ich am Radsport mag ist das Teamwork, die Strategie, etc.

        Natuerlich koennte man argumentieren das finanziell "gedopt" wird, wie z.B. durch Hoehentraining, extra Komfort fuer die Fahrer in Hotels, etc. aber das ist m.E. was Anderes.

        • Glaube mal, die 'sportliche' Pharmaindustrie hält gut Schritt mit den neuesten Tests, alles andere ist Augenwischerei. Für viele Mittel gibt es noch gar keine Tests da deren Entwicklung langwierig und teuer ist.

          Die Fortschritte der Zellwissenschaft etc. in den letzten Jahrzehnten hat so viel Wissen hervorgebracht - das nutzt man als Sportler wenn es um Millionen geht.

          Ich glaube nicht dass sich diese Entwicklung umkehren lässt.

    Hi,

    mich erschreckt gar nichts mehr. Der hat doch eh nur das gesagt, was schon verjährt ist....

    Wußtest Du, das Fußballprofis vor jedem Spiel starke Schmerztabletten nehmen, damit sie schneller wieder aufstehen können?
    Ist für mich auch Doping!

    Es tut mir nur für die 1% Sportler leid, die evtl. nicht dopen....wenn es die noch gibt.

    Lisa

Ich war großer Radsportfan. Ich habe z.B. die Tour noch lange verfolgt als es Team Telekom nicht mehr gab.

Ich habe mich aber von Jahr zu Jahr mehr geärgert das der Sieger und auch oft der 2. später des Dopings überführt wurden und so ein Sieger "nachrückte".

Ich habe alle Etappen, gerade bei der Tour und auch Vuelta gesehen, mitgefiebert....

Irgendwann fühlt man sich einfach betrogen. Man fiebert mit den Fahrern mit und dann kommt ein Skandal nach dem anderen.

Ich schaue seit einiger Zeit nicht mehr. Verscheissern kann ich mich alleine.

Das in anderen Sportarten auch gedopt wird (siehe Leichtathletik und Co.) ist keine Frage.
Aber gerade im Radsport hat das Ausmaße angenommen.....Nee, das tu ich mir nicht mehr an.

Ich bin ein großer Sportfan, habe dem Radsport aber schon vor einigen Jahren den Rücken gekehrt. Aber nach dem heutigem Geständnis (wenn es auch zu erahnen war) ist der Radsport nicht mehr für voll zu nehmen, eigentlich gibt es jedes Jahr Doping-Skandale und das macht keinen Spaß mehr, der Radsport wird sich nie mehr davon erholen, davon bin ich überzeugt, da es sich hier nicht um Einzelfälle handelt....

LG Anita, anderen Sportarten eben mehr zugeneigt....

Hallo,

ich habe Ausschnitte aus dem Interview gesehen.

Er war eiskalt, Reue war nirgendwo zu spüren. Er sah und sieht es als Selbstverständlichkeit an, dass er gedopt hat.

Aber dafür fehlt mir jedes Verständnis.

Und die Tour de France habe ich zuletzt angeschaut, als Jan Ullrich gefahren ist, der leider auch gedopt war.

Und bereits da habe ich mir überlegt, ob es bei den Erfolgen von Lance Armstrong mit rechten Dingen zugeht. Aber er hatte wohl die besseren Ärzte zur Seite, dass es nicht früher aufgeflogen ist.

GLG

Auch ich bin sehr dicht dran am Radsport (allerdings nicht am Straßensport) und bin der Meinung, dass nicht nur dort gedopt wurde bzw. immer noch wird, sondern in vielen anderen Sportarten, insbesondere bei den Ausdauersportarten, auch gedopt wird.

Allerdings muss man bedenken, dass insbesondere bei den großen internationalen Etappenrennen (Tour de France, Vuelta, Giro d'Italia) jenseits des eigentlichen sportlichen Geschehens sehr viel Geld im Spiel ist und das ganze schon fast ein lukrativer Wirtschaftszweig ist. Dementsprechend war der "Zwang" zu dopen, hier höchstwahrscheinlich schon deutlich größer als in anderen, weniger beachteten und damit weniger kommerzialisierten Sportarten.

Würde zum Beispiel der Ski-Langlauf eine höhere mediale Wahrnehmung erfahren, so würde es hier (wie schon von vielen Sportwissenschaftler vermutet) eine deutlich höhere "Treffer-Quote" geben als bisher.

Was mich bei Armstrong in der Vergangenheit so geärgert hat, war die vollkommen unklare Rolle der UCI, dem Weltverband des Radsports. Leider haben es die obersten Funktionäre es nicht geschafft, sich deutlich gegenüber den unter Dopingverdacht stehenden Sportlern abzugrenzen. Vielmehr haben sie sich erdreistet, von dem damals schon unter Verdacht stehenden Armstrong mehrere Millionen Doller anzunehmen. Hierdurch wurden sämtliche Erklärungen des Verbandes ernsthaftes Anti-Doping zu betreiben ad absurdum geführt. Ein dicker Sargnagel für den Sport.

Ich befürchte, dass der Profi-Radsport in der Zukunft noch weiter abrutschen wird, was mir zwar leid tut, aber vielleicht auch zu dem notwendigen Selbstreinigungsprozess führt, den dieser Sport unbedingt braucht.

Bedauerlich finde ich in diesem Zusammenhang, dass die Dopingskandale dazu geführt haben, dass der Generalverdacht des Dopings bis in die untersten Leistungsklassen des Sports reicht. Dies macht es Vereinen jetzt und in der Zukunft schwerer, Nachwuchs für diesen eigentlich sehr schönen Sport zu gewinnen und diesen zu fördern.

  • Gerade der Straßenradsport ist aufgrund der Vielzahl der Veranstaltungen und der kurzen Regenerationszeiten fürs Doping prädestiniert. Als im Winter die MTB Veranstaltungen dazu kamen, wurde es nicht besser. Cross ist ja vorher kaum einer gefahren.

    Und ich habe auch viele A- und B- Amateure kennengelernt, die einiges ausprobierten.

    Daher ist das Dopen für mich weniger ein Zwang als vielmehr eine Gewohnheit, ein Selbstverständnis. Weil es ja alle anderen auch gemacht haben.

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