Selbstjustiz, Todesstrafe - ein Szenario

    • (1) 03.03.13 - 09:32

      Das geht jetzt vor allem an die Befürworter des oben genannten, die in dem Thread auf dieser Seite reichlich zu finden sind.

      Ihr möchtet Selbstjustiz? Dann stellt euch mal vor ihr lebt in diesem Staat, der euch das ab heute erlaubt. Ihr habt eine Knarre und das Recht, euch an dem zu wehren der euch oder euren Kindern etwas angetan hat. Die Knarre ist natürlich notwendig, ihr werdet dem Mörder doch nicht mit einer Nagelfeile an Eurer Haustür entgegentreten wollen, oder?

      In diesem Experiment bin ich jetzt mal der Verbrecher. Ich habe natürlich auch eine Waffe. Ich bin ja der Böse. Und in einer Gesellschaft, in der Selbstjustiz erlaubt ist muss doch jeder eine haben, oder?

      Dann stellt euch mal vor, in diesem Szenario. Jeder ist immer bereit, willens und vor allem berechtigt, einen anderen zu erschießen. Manche nutzen das nun aus, wenn jemand den eigenen Sohn verprügelt hat. Oder das Auto geklaut. Und, und und.

      Und nun ratet mal, wer darunter am meisten leiden würde, unter dieser Gewaltbereitschaft?

      Genau. Ihr, die Frauen. Die ihr zwar diese Gewaltphantasien und euch all das wünscht. Wenn es aber erst mal soweit ist, dass ein paar Typen mit einer Knarre in eurem Vorgarten stehen, werden ihr euch schnell wieder wünschen, ihr hättet das alte System wieder.

      • Hallo!

        Ich kann dir hier nur Recht geben. Mal davon abgesehen, dass es nicht lange dauern wird und es werden unschuldige Menschen leiden.

        Wir sehen das ganze Szenario doch schon an den USA... Beispiel Texas. Ich habe eine Freundin, die wegen der Liebe nach Texas zog, sie heiratete und als es dann an die Kinderplanung ging stellte sie ihren Mann vor die Wahl: Entweder er geht mit ihr in einen Staat, in dem es zivilisiert abläuft oder sie wird wieder zurück nach Deutschland kommen. Sie hatte furchtbare Angst, dass ihre Kinder eines Tages von einem wild gewordenen Ranchbesitzer erschossen würden, weil sie eventuell etwas Unsinn getrieben haben, was Kinder ja nun mal tun :-)
        Tja, Ende vom Lied war, dass er sie hat gehen lassen, weil er meinte es gäbe nichts besseres als die Regelung der "Selbstjustiz" in Texas...

        Hier hat sie mittlerweile zwei süße Kinder im Alter von 1,5 + 3 und ist hier mit ihren Kindern sicher!

        Wir deutschen sind einfach zu verwöhnt, geht mal in ein Land außerhalb der EU und ihr würdet euch sofort wieder die deutschen Gesetze und unseren Rechtstaat wünschen. Denn der ist gar nicht so schlimm!!!

        LG #winke

        (3) 03.03.13 - 09:59

        Hi,
        ich spinne ein anderes Szenario:

        Der Sohn von Euren Nachbarn steht im Verdacht, der Vergewaltiger Eurer Tochter zu sein. Der Verdacht scheint begründet zu sein, Indizien gibt es, er war schon immer hinter ihr her oder was auch immer.

        Ihr erschießt ihn, weil ihr ja das Recht dazu habt.

        Nur - er war es nicht. Der eigentliche Vergewaltiger läuft frei herum, und Eure Nachbarn erschießen EUCH, weil sie ja das Recht dazu haben. Gleiches Recht für alle, und schließlich habt ihr deren Sohn ermordet.

        Und die vergewaltigte Tochter ist danach auch noch Vollwaise.

        War es nicht letztes Jahr in Hamburg (?), wo jemand fälschlicherweise beschuldigt wurde ein Mädchen ermordet zu haben und wo ganz öffentlich zur Lynchjustiz aufgerufen wurde? Es hätte den falschen getroffen. Wenn nicht mal aus solchen Fällen gelernt wird, ist das schon traurig.

        Viele Grüße
        miau2

        (4) 03.03.13 - 10:24

        ich finds toll das du das nochmal aufgreifst. aber ich befürchte, dass die todesstrafenbefürworter dich als kinderschändersympatisant ansehen weil sie nicht intelligent genug sind weiter zu denken.als bis zu ihrer nasenspitze. tut mur leid wenn ich das so drastisch ausdrücke aber wer für die ts ist kann nicht intelligent sein. da sie ereisenermaßen.nur nachteile bringt. ebenso wie selbstjustiz.

      • (5) 03.03.13 - 10:27

        Ich bewundere deinen hartnäckigen Einsatz im Kampf gegen die Dummheit, nach 3 Jahren in diesem Forum bezweifle ich aber, dass du auch nur einen dazu bringst, seine Meinung zu überdenken.

        Antworten werden dir hier mehrheitlich die, die dir zustimmen, auf Argumente reagiert der gemeine "Schwanz ab! Hängt ihn höher!"-Anhänger nicht, da müsste man doch tatsächlich mal weiter denken als bis zum nächsten Laternenmast.

        • (6) 03.03.13 - 17:29

          Nun, in einem Forum ist es nicht viel Arbeit.

          Es ist klar, dass sich die Befürworter der Selbstjustiz in diesem Thread nicht/kaum zu Wort melden. Aber irgendwann wird es wieder losgehen, dann werde ich jeder dieser Bratzen den Link dazu reinpasten.

      (7) 03.03.13 - 10:34

      Ich wäre mir bei Frauen nicht so sicher.
      Sie neigen zwar weniger zu Gewalt als Männer aber unterschätze eine Mutter nicht

      http://de.wikipedia.org/wiki/Marianne_Bachmeier

      und viele Menschen sagten damals "richtig"

      • (8) 03.03.13 - 10:38

        nun, im.nachhinein.hat frau bachmeier ihre tat bereut. sie sagte mal.in einem.interview, dass sie nicht wieder so handeln würde.

        • (9) 03.03.13 - 11:05

          Verständlich wie ich denke. Ich könnte nicht damit Leben jemand auf dem Gewissen zu haben.. Ich kann einen gewissen "Hass" auf den Täter wie es auch bei der Dame in dem anderen Threat ist schon ein Stück weit nachvollziehen.Aber Mordgelüste oder Verstümmelungen finde ich schon "Krass"

      (10) 03.03.13 - 11:53

      Man sollte keinen Menschen unterschätzen aber es geht ja wirklich darum, wenn allgemein Selbstjustiz legal ist.

      Ich denke doch auch, dass wir Frauen wirklich den kürzeren ziehen würden. Ausnahmen bestätigen die Regel aber wie gesagt im Groß und Ganzen wären Frauen die Unterlegenen.

      Aber ich muss wirklich sagen, dass mich das Urteil für Frau Bachmeier wirklich super schockt... Urteil lautete Totschlag.

      Die Frau hatte geplant eine Waffe mit in die Verhandlung genommen und einen Mord geplant und auch durchgeführt.
      Wo bitteschön ist das Totschlag??? Wirklich, ich bin schockiert!

      • (11) 03.03.13 - 17:58

        Huhu,

        nicht jede vorsätzliche Tötung ist Mord. Mord ist nach deutschem Recht eine besonders verwerfliche Form der vorstzlichen Tötung.

        LG #winke

    dann schau dir doch mal alle gesellschaften an, in denen das gewaltmonopol nicht zentralisiert ist, sondern in denen "selbtjustiz" an der tagesordnung ist.
    und dann schau, wie es frauen dort geht!

    (13) 03.03.13 - 14:32

    Leider kann ich im Moment die Quelle(n) aus dem Gedächtnis nicht nennen, aber ich habe mal gelesen, dass Frauen tendenziell radikaler sind als Männer.

    Viele von ihnen sollen auch im dritten Reich schneller zu glühenden Verehrerinnen der Nazi-Ideologie geworden sein. (Das ist wohl diese besondere Liebesfähigkeit, die Mütter von anderen Menschen unterscheiden soll - warf doch unten jemand in den Raum...)

    (16) 04.03.13 - 10:05

    "Viele von ihnen sollen auch im dritten Reich schneller zu glühenden Verehrerinnen der Nazi-Ideologie geworden sein."

    Das wurde so lange kolportiert, ist aber nicht haltbar,wie die Genderforschung aufgezeigt hat. Dieses Vorurteil basiert auf wenigen Quellen und den immer gleichen Filmaufnahmen, in denen hysterisch jubelnde Frauen gezeigt wurden. Dieses Filmmaterial basiert jedoch auch sog. Täterquellen, d.h. Aufnahmen, die im Nationalsozialismus auch zu Propagandazwecken gemacht wurde und dann nach dem Krieg in verschiedenen Dokumentationen immer wieder unreflektiert gezeigt wurden.

    Die These, dass vor allem Frauen regelrecht hypnotisiert waren durch Hitler und ihm in Scharen nachgefolgt sind, ist eine These, die dazu dient, das deutsche Volk zu entlasten. Der Sieg der Nationalsozialisten wird so weniger zum Ergebnis einer demokratischen Wahl vernünftiger, rationaler Wähler (männlich konnotiert) sondern es ist (auch) die Wahl unvernünftiger, geradezu von Sinnen erscheinender Frauen, durch Charisma etc. verblendet. Das Wahlergebnisse bzw. die Tatsache, dass die Deutschen den Nationalsozialismus in überwältigender Menge gefolgt sind, ist also kein rationales Ergebnis, sondern basiert auf irrationalen Entscheidungen. Die Deutsch waren im Fieber, das entschuldigt ihr Verhalten.

    Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass es mehr Männer waren, die Hitler gewählt haben. Frauen haben dagegen öfter das gewählt, was sie schon immer wählten.

    Klar ist aber, dass Frauen gleichermaßen Täterinnen waren und dabei nicht fanatischer als Männer. Aber wird eine Frau gewalttätig, so wird sie von der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen. Sie wird zur unmenschlichen Bestie gemacht, gewalttätige Männer scheinen dagegen eher als "normal" betrachtet zu werden. Die gewalttätige, gar mordende Frau erregt unser Interesse viel stärker als der gewalttätige Mann, und daher scheint sie noch brutaler, noch skrupelloser zu sein.

(18) 03.03.13 - 15:30

Ich habe den Fall bachmeier damals als Mutter zweier kleiner Kinder mitverfolgt und ganz ehrlich, ich hätte vermutlich ähnlich gehandelt. Heißt aber nicht, dass ich sowas gerne legalisiert sehen würde. Ich sehe da durchaus einen Riesenunterschied.

  • (19) 03.03.13 - 20:37

    mit einem kind ja - mit zweien nein. auch wenn alles in mir nach rache schreien würde (und das heißt nicht dass ich es legalisieren wollen würde), so ist doch der gedanke ans zweite kind da das seine mutter verliert. denn abgesehen von den strafrechtlichen konsequenzen kann ich mir nicht vorstellen dass man nach so einer tat noch die selbe ist ...

(20) 03.03.13 - 10:35

Ganz ehrlich. .ich möchte nicht auf offener Straße abgeknallt werden, weil Frau xy denkt ich hätte ihr den Mann ausgespannt oder Frau xz der Meinung ist ich hätte es aus irgendwelchen Gründen nicht verdient weiter zu leben..so eine Vorstellung ist gruselig für mich.

Wo bleibt denn da die Sicherheit eines jeden einzelnen Menschen?

  • (21) 03.03.13 - 10:38

    Und für jeden der jetzt hier schreibt ja es geht hier um Kinder die misbraucht werden etc.. (so schlimm das ist) aber wo fängt das Recht auf Selbstjustiz an und wo hört es auf)...

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