Schublade auf, Kind rein, Schublade zu.

    • (1) 15.03.13 - 14:19

      Hallo liebe Urbiagemeinde,

      mein Sohn heißt Jeremy.

      Damals als mein Mann und ich uns für diesen Namen entschieden haben, fanden wir ihn aus vielen Gründen toll und perfekt für unseren Sohn.

      Aber ich bin ehrlich, hätte ich geahnt, das dieser Name irgendwann mal in eine Schublade gesteckt wird, hätte ich ihn nie vergeben. Sicherlich brauche ich niemandem zu erklären welche Schublade ich meine.

      Wir sind eine wohl situierte Familie. Mein Sohn gehört zu den Besten in seiner Klasse und trotzdem habe ich Angst das er irgendwann Nachteile haben wird aufgrund seines Namens, z. B. bei Bewerbungen usw.

      Und warum?

      Weil es Menschen gibt die der Meinung sind das ein Name etwas über den Bildungsstand oder die Persönlichkeit eines Kindes oder seiner Eltern aussagt. Das ist so unglaublich lächerlich und macht mich traurig.
      Es ist ein Name, einfach nur ein Name. Warum soll ein Maximilian automatisch besser gestellt sein als ein Kevin? Ich kann das nicht verstehen.

      Das Schlimme daran. Aus dem Umfeld meines Sohnes habe ich oft erlebt das Kinder völlig wertungsfrei mit Vornamen umgehen. Auch Lästereien kommen sehr viel seltener vor als noch zu meiner Schulzeit. Eigentlich eine schöne Entwicklung wenn da nicht die Erwachsenen mit ihrem sinnfreien Schubladendenken wären.

      Letzte Woche hatte ich ein Erlebnis das ich euch gern mitteilen möchte.

      Ich war ich in einem Café. Am Nachbarstisch saßen 2 Frauen und unterhielten sich.
      Die Eine: "In der Klasse meines Sohnes ist ein neuer Junge" sie sagt nun in einem geradezu angeekelten Ton weiter " Der heißt Jayden Lee!" Daraufhin die andere Frau mit gerümpfter Nase: "Jayden Lee? Oh nee, bestimmt wieder so´n Assi"

      LG Urbinika

      • Ob du' willst oder nicht kommen einige Namen in Bevölkerungsgruppen mit geringerem Bildungsstand weitaus häufiger vor als andere.

        Ich sage nicht dass das Vorurteilsdenken fair ist, ich sage nicht dass alle Kevins asoziale Deppen als Elter haben aber so tickt eben der Mensch. Mit dem Einzelfall überfordert zum Schubladendenken neigend.

        "Oh nee, bestimmt wieder so´n Assi""

        So ist das eben. Der Mensch stützt sich auf seine Erfahrungen oder eben auf Vorurteile. Das ist in vielen Dingen so. Opas mit Hut, die Auto fahren, junge Menschen mit Irokesenschnitt und ganz viel Metall im Gesicht, tätowierte Menschen, Frauen mit kurzen Röcken und highheels. Jeder wird von irgendwem irgendwann in eine Schublade gesteckt. Ich denke auch du hast in bestimmten Situationen ein bestimmtes Schubladendenken. Und ist man mal selbst betroffen, dann kann man sich darüber ärgern oder man hält es wie die Ärte in ihrem Song... lasse redn

        vg, m.

        Du weißt was dein Junge kann und was die anderen denken kann dir Wurscht sein. Dein Junge wird keinen Nachteil haben, wenn er durch Leistung überzeugen kann.

        Loli

      • "Jayden Lee? Oh nee, bestimmt wieder so´n Assi"

        So eine Meinung laut durch ein Café zu posaunen, finde ich allerdings auch ziemlich "assi". ;-)

        Jayden heisst, soviel ich weiss, ein Sohn von Britney Spears - ich würde also bei dem Namen auch vermuten, dass die Mama ihr Kind nach ihm benannt hat. Oder auch Steffi Graf... #kratz

        Also für mich ist der Name somit schon irgendwie behaftet, muss ich zugeben.

        Jeremy... da denke ich an ein Lied von Pearl Jam. Also schon ein bisschen cooler, als das Kind nach Britney Spears' Sohn zu taufen. ;-)

        Ich würde mir nicht so viele Gedanken machen. Wenn die Kinder im arbeitsfähigen Alter sind, wird es völlig normal sein, dass alle ganz außergewöhnliche Namen haben und wenn der Vorname englisch und der Nachname deutsch ist - ist glaube, auch das wird irgendwann keinen mehr stören.

        #winke

      Mich persönlich stört es gewaltig, dass Kinder und auch Erwachsene anhand ihrer Vornamen verurteilt werden und sich niemand die Mühe macht, auf den Menschen hinter dem Namen zu schauen. Denn nur der zählt. Namen sind Schall und Rauch.

      Hallo,

      ich finde den Namen "Jeremy" super (war auch auf meiner Vornamen-Auswahlliste), aber bei "Jayden Lee" denke ich auch an Unterschichten-Eltern, was aber nicht heißt, dass diese deswegen asozial sein müssen.

      Nur "Jayden" (ohne "Lee") fände ich auch sehr schön, aber Doppelnamen, wo beide Namen "exotisch" sind finde ich schon sehr affig und kommt nun mal eher bei einfach gestrickten Eltern vor.

      Zum Schubladendenken allgemein stimme ich meinen Vorrednern zu:
      Vorurteile und Schubladendenken haben wir doch alle hin und wieder.

      Solange die Frau am Nachbarstisch trotzdem freundlich reagiert, wenn ihr Kind mal einen "Jayden Lee" mit nach Hause bringt und nicht sagt "der Assi kommt mir nicht ins Haus" und das Kind dann auch freundlich behandelt, geht es doch noch.

      LG,
      J.

      • ich finde immer, wenn das gesamtpaket passt, also "jayden lee" einen englischsprachigen nachnamen wie "miller", "smith" oder "donson" hat und die familie aus großbritannien o.ä. kommt, dass dann alles harmonisch ist...! heißt "jayden lee" aber "meyer" und die familie ist noch nie aus bad honnef rausgekommen - nun ja, dann darf man sich nicht wundern, wenn bei der namenswahl komisch geguckt wird. völlig unabhängig, wie das kind wirklich ist.

        bei "oh je, was für ein name" denke ich auch eher an die eltern, nicht an die leistungen oder das sozialverhalten oder sonstwas des kindes.
        oft bestätigt sich das vorurteil (leider), dass sehr junge, ungebildete eltern ihren kindern solche namen wie brandon-dustin, "schackeline" oder "tyler-melvin" geben.
        naja, wie dem auch sei, man sollte jedem kevin, justin und jeder schantalllllll ;-) unvoreingenommen begegnen und nicht im vorwege über das kind urteilen, was ja nichts kann für seinen namen - wie jeder von uns.
        lg

    huhu,

    ein freund von meinem mittleren heißt justin. normaler junge, normale familie--der junge wurde in den usa geboren und die wussten nichts von der "problematik" hier in deutschland ;-)
    dann gibt es einen jungen, auch in mittelsohns klasse, der heißt christoph und ich habe selten so eine asi-familie gesehen und der junge ist der oberproll.
    so wie ich es beschrieben habe, ist es aber nur in seltenen fällen--meist ist eher "nomen est omen" angesagt. aber man sollte sich schon bemühen dem kind eine chance zu geben und die schubladen zulassen.

    aber ist schwierig....geb ich auch zu #hicks

    lg

    • "aber man sollte sich schon bemühen dem kind eine chance zu geben "

      Eben, genau darauf kommt es doch an!

      Ich konnte mich wirklich nicht gegen meine Reaktion "Jeyden Lee - o Gott, was für ein furchtbarer Name, die Eltern MÜSSEN aus der Unterschicht stammen" wehren, obwohl die Eltern vielleicht ja nur ganz normale Amerikaner sind ;-)

      Aber niemals würde ich das Kind oder seine Eltern deswegen von vornherein ablehnen, ohne sie überhaupt kennengelernt zu haben.

      • >>Aber niemals würde ich das Kind oder seine Eltern deswegen von vornherein ablehnen, ohne sie überhaupt kennengelernt zu haben. <<

        #pro
        da würde ich auch im traum nicht drauf kommen! ich habe dem justin auch die türe geöffnet ohne vorher das familiensilber zu verstecken ;-)

        lg

Das schlimmste was ich gesehen habe, war mal irgendeine Trash-Doku (ich weiß nicht mehr welche).

Da hatte eine 19 Jährige gerade ihr drittes Kind entbunden.#klatsch
Das Kind war total hell und blond und wie nannte sie es?

Sharuk Khan! #schock

Ich wusste im selben Augenblick was dem Kind bevorsteht und das es keine Chance haben wird, nicht gemobbt oder gleich als Unterschichten-Kind abgestempelt zu werden.

Jeremy, jayden usw. finde ich jetzt nicht schlimm!

Aber es gibt einfach Mütter, die verbauen ihren Kindern mit den Namen selbst die Zukunft.

ich lehne niemanden ab aufgrund seines Namens. Es fällt mir aber unheimlich schwer, mir ein Grinsen zu verkneifen. Und bei manchen Namenskreationen lach ich auch schon mal laut los. Natürlich nur innerlich #cool

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