Wie kann man heute noch glauben...

    • (1) 15.03.13 - 22:10

      ...wenn die Welt und das Leben so grausam ist!

      Hallo,

      ich frage mich das oft in letzter Zeit. Meiner Mutter geht es nicht wirklich gut im Moment, ist gerade in Behandlung in einer Uniklinik. Mein Vater ist schon vor gut zehn Jahren jämmerlich schnell am Krebs gestorben. Der wurde damals zu spät entdeckt. Chemos haben nicht mehr angeschlagen. Ich hatte echt ne bescheidene Kindheit...

      Überall verhungern Menschen, Leiden an Krankheiten, wir zerstören uns selbst...

      Wie kann man da noch an seinem Glauben zu Gott festhalten?

      Ich glaube an die Liebe zu meinem Kind und meinem Bald-Mann. Ob ich religiös glaube?! Wenn meine Familie mal wieder stark vom Schicksal gebeutelt wird zweifle ich echt am Glauben!

      Wie geht ihr mit dem Glauben um?
      Zweifelt auch ihr manchmal oder glaubt ihr gar nicht?

      Ich finde die Frage passt auch gerade so wunderbar in die Zeit, jetzt so kurz nach der Papstwahl....natürlich können auch die Antworten die nicht christlich Glauben.

      Kasandra

      • Glaube ohne Zweifel wäre kein Glaube sondern Wissen.

        Und glauben in "guten Zeiten" zu einfach. Sich auf das Ungewisse und doch Erhoffte zu verlassen auch wenn die Fakten dagegen sprechen, das ist Glauben.

        >>natürlich können auch die Antworten die nicht christlich Glauben.<<

        ok, dann darf ich antworten;-)

        >>Überall verhungern Menschen, Leiden an Krankheiten, wir zerstören uns selbst...<<

        ho ho ho ho!

        Dass Menschen verhungern, sorry, das gabs schon immer. Überall auf der Welt.

        Dass Menschen an Krankheiten leiden, ja, auch das gabs schon immer.

        Auch das Selbstzerstören.

        Geändert haben sich lediglich (!) die Hintergründe, warum es so ist.

        Das einzige, woran es sich zu glauben lohnt, ist, an sich selbst zu glauben. Diese Eigenverantwortung darf man nicht abgeben! Weder an eine religiöse Institution, noch an Ärzte

        Absolut betrachtet leben wir im sichersten Zeitalter überhaupt, obwohl immer wieder der gegenteilige Eindruck entsteht.

        Ich glaube nicht an einen Gott, der schaut, ob ich sonntags in der Kirche bin oder dem Gebete etwas bedeuten. Für mich ist er die Antwort auf die Frage, woher alles kommt. Manche Menschen, die ich kenne, finden in schweren Zeiten Halt im Glauben, weil sie sich getragen fühlen. Ein wenig beneide ich sie, aber für mich ist das nichts.

      • Du lebst in einem Land und zu einer Zeit, die so viel Wohlstand, sicherheit, so eine gute medizinische versorgung so ein niedrige kindersterblichkeit und so eine lange lebenswerwartung, so wenig Krieg,...gibt wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

        die Chance, daß du hungern, frieren mußt, opfer von gewalt wirst, ist so gering wie nie zuvor.
        die möglichkeiten, dir bei krankheit zu helfen so groß wie nie zuvor.
        zu suggerieren, daß wir in eine zeit leben, in der das glauben ob der grausamkeit der Umstände nicht möglich sei ist absurd.

        warum menschen sich hier und heute selbst als weniger religöis oder gläubig sehen als zu Zeiten, in der "die welt" erheblich grausamer war, hat sicher vielfältige ursachen.
        Wissenschaft als glaubensersatz, die Aufklärung, die Individualisierung des Lebens, des eigenen glaubenssystems, aber sicher auch der wachsende wohlstand wirken da sicher mit.

        • du machst Witze
          >>so eine gute medizinische versorgung<<
          bei (auch im Akutfall) mehreren Wochen Wartezeit....... Ja ok, gegenüber früher, wo es keine FACHärzte gab, ist es ein Fortschritt. Natürlich.

          >>die möglichkeiten, dir bei krankheit zu helfen so groß wie nie zuvor.<<
          natürlich! Wenn Geld ruft, dann ist Hilfe sofort da. Ok, nicht sofort, aber doch. Irgendwann.

          Wie genau diese Hilfe aussieht und ob es eine wirkliche Hilfe ist, ach, das wissen die betroffenen Patienten erst hinterher

          • musst du auf nen.arzt oder rettungswagen.länger als 20 minuten warten wenn es um.leben.oder tod geht? bekommst du nicht sofort medikamente, eine op, linderung gegen schmerzen, wenn sie bedrohlich sind?

            • ach ja, der unbeirrbare Glaube an die Unfehlbarkeit und die Zuverlässigkeit der Ärzte, des Gesundheitssystems.

              Zeit ist relativ, wenns um Menschleben geht. Etwas gegen Schmerzen zu erhalten ist eine Sache, die andere ist, wie sich diese Medikamente auf den Organismus genau dieses einen Menschen auswirken und die Langzeitfolgen der Medikation #aha

              Eine OP? Ja toll, wenn sie ordentlich Kohle bringt und gezahlt wird, dann wird sie durchgeführt, wenn nicht, na ja, dann halt Pech für den Patienten. Vergiss deine gold-rosa-Jungmädchen-Träume. Die Welt jetzt und heute funktioniert anders. Da ist zu selten Platz für Idealismus, für Menschlichkeit. Und das nur aus einem Grund: Fehlendes Geld. Geld regiert die Welt. Auch die der "Gutmenschen". Traurig, aber wahr. Leider

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