Ärger mit Werkstatt - werde vermutlich einen anwalt brauchen - welchen?

    • (1) 20.03.13 - 09:19

      Hallo!

      Ich habe ein Problem mit einer (und evtl. einer zweiten Werkstatt).

      Kurz zur Vorgeschichte:

      Im Oktober 2011 wurde an unserem Opel vorne links ein Unfallschaden in der OPEL-Werkstatt in unserem Wohnort behoben. Dabei wurde die komplette linke Achshälfte getauscht (incl Radlager und Achsschenkel).

      Seit zwei Wochen macht unser Auto Geräusche - hörte sich für mich erst nach Reifenablaufgeräuschen/zu wenig Luft an (die sind nicht mehr wirklich ok und wir hatten zu der Zeit auch einen Platten). Diese Geräusche wurden aber innerhalb weniger Tage so laut, dass klar war - Radlager defekt (hatten wir letzte Jahr hinten rechts auch). Also habe ich noch letzte Woche das Ersatzteil besorgt. Termin in der Werkstatt (nicht der OPEL-Händler sondern in Büronähe, weil wir nur ein Auto haben) war gestern.

      Wir gingen von vorne rechts aus, weil links ja beim Unfall in der OPEL-Werkstatt gemacht wurde.

      Dann rief die neue Werkstatt an und teilte mit, es ist vorne links. Da ich mein Auto brauche (wir haben nur eins!), habe ich den Auftrag zum Wechseln auch für links erteilt. Dann fiel mir ein, dass der Unfall noch keine zwei Jahre her ist und evtl. Gewährleistung mit Nachbesserungsrecht der OPEL-Werkstatt besteht.

      30min nach dem Anruf der Werkstatt hatte mein Mann die Unfallrechnung und die entsprechende Position gefunden. Sofort habe ich die Werkstatt angerufen, um den Ausbau zu stoppen - war aber zu langsam. Ausbau war schon erfolgt mit der hiobsbotschaft "der Achsschenkel wurde durch falschen Einbau des Radlagers beschädigt und muss auch getauscht werden - Zusatzkosten 265€ am Material". Naja, die Werkstatt hörte dann auf und ich informierte den OPEL-Händler über das, was ich wusste.

      Klar war er nicht begeistert, dass wir nicht zu ihm gekommen sind, aber wir gingen ja auch von rechts aus. Außerdem hat er nie einen Leihwagen und Termine dauern immer ewig bis man hinkommen kann. Und ohne Auto komme ich nicht zur Arbeit. Die andere Werkstatt ist max 15min zu Fuß von meiner Arbeitsstätte weg und die bieten sogar einen "Fahrservice".

      So, nun hat er sich den Schaden gestern angeschaut - er bezweifelt

      1. dass das Radlager wirklich kaputt ist (es ist nur noch an einer Seite beweglich, die andere ist fest - es konnte "heil" ausgebaut werden).
      2. ist der beschädigte Achsschenkel (Spanbildung innen) seiner Meinung nach ein Ausbaufehler und er steht dafür nicht gerade.

      Vorgehen von seiner Seite:
      1. er bekommt Bilder gemailt, die er seinem OPEL-Distriktleiter mailt - ok
      2. der Distriktleiter entscheidet, ob wirklich Ausbaufehler oder nicht - auch ok
      3. defektes Radlager wird eingeschickt und OPEL entscheidet dann, ob wirklich Materialfehler und entsprechende Kostenübernahme oder nicht (kenne ich aus meiner OPEL-Zeit noch genau so, also ok)
      4. er telefoniert noch mit einem DEKRA-Ingenieur und mailt auch diesem die Bilder zur Begutachtung wg. Ausbaufehler
      5. die Werkstatt hat der OPEL-Händler darüber informiert

      So, mein Problem nun:
      1. ich stehe als Laie hier dazwischen - habe zwar gewisse Erfahrungen, aber das kann ich definitiv weder für die eine noch die andere Seite beurteilen.
      2. bei meinem Glück behauptet die aktuelle Werkstatt - kein Ausbaufehler und ich darf mich streiten
      3. Ich muss nicht nur fürs Radlager + Einbau in Vorleistung treten (das ist ok - ist ja eine Drittwerkstatt) sondern dann auch noch den Achsschenkel bezahlen - kann ich aktuell nicht und sehe ich auch nicht wirklich ein

      Der Opel-Händler sagt "nicht meine Baustelle - machen sie das mit der anderen Werkstatt - Sie sind ja auch nicht zu mir gekommen" - das gleiche werden die anderen mir vermutlich sagen (so viel Glück kann ich gar nicht haben, dass die sagen "ja, unser fehler").

      Wenn es wirkluch auf einen "Streit" hinausläuft, was mache ich dann am besten?

      Schiedsstelle der KFZ-Innung?
      Mitglied ist hier lt. Liste nur der OPEL-Händler (das andere ist eine Kette) - helfen die mir auch, wenn die andere Werkstatt nicht Mitglied ist? Ist der Schiedspruch dann auch für diese Werkstatt bindent?

      Anwalt?
      Aber welche Fachrichtung? Verkehr, Gewährleistungsrecht, anderes?

      Ich würde das gerne vermeiden, aber die Erfahrung hat leider gezeigt, dass bei uns solche Probleme nicht ohne Anwalt zu lösen sind. Sehe aber auch nicht ein, dass wir hier die Kosten tragen sollen - wir haben ja keinen Fehler gemacht.

      Dazu kommt, ich kann das auch nicht einfach aussitzen - eben weil wir nur das eine Auto haben und wirklich darauf angewiesen sind. Hätten wir ein zweites Auto, würden ich den Meriva einfach so lange in der Werkstatt stehen lassen, bis das geklärt ist...

      Manchmal frage ich mich, warum sowas immer uns passiert...:-(.

      Könnt ihr mir meine Fragen beantworten?

      Danke und Gruß
      Kim

      Ich denke, das wird schwierig bis gar nicht nachweißbar sein, ob der Fehler beim Einbau oder beim Ausbau passiert ist.

      Somit werden die Werkstätten sich gegenseitig den schwarzen Peter zu schieben. Der Dumme bist am Ende Du.

      Ich würde einen gebrauchten Achsschenkel besorgen

      http://www.ebay.de/sch/i.html?_from=R40&_sacat=0&_nkw=achsschenkel+meriva&_sop=15

      und den defekten so schnell es geht in meine eigene Verwahrung nehmen, nicht dass das Beweisstück auf einmal unauffindbar ist. Damit kannst Du ja dann selbst einen Gutachter bzw. Sachveständigen aufsuchen. Ich bezweife aber wirklich, dass das eindeutig feststellbar ist.

      • Hi,

        danke - ich hab sowas befürchtet bzw. ich befürchte sowas bereits seit gestern.

        Ich warte jetzt erstmal ab, was heute dabei herauskommt - und entscheide dann über das weitere Vorgehen. Gebrauchtteil ist auch eine gute Idee - hätte ich auch selbst drauf kommen können.

        Beweissicherung werde ich machen ;-) - daran hatte ich noch gar nicht gedacht - noch ist ja der Achsschenkel verbaut. Und die Fotos werde ich mir auch per Mail schicken lassen.

        Gruß
        Kim

        • Das ist halt im Ganzen dumm gelaufen, wärt Ihr in die Gleiche Werkstatt (welche den Unfall instandgesetzt hat) dann läge die Chance wesentlich höher, gut aus der Nummer rauszukommen.

          Ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass ein Anwalt hier viel rausreißen kann. Das kostet ja zudem auch wieder.

          • Hi,

            naja, wir sind da nicht hin, weil wir

            1. davon ausgingen, dass das rechte Radlager defekt ist (wäre ja dann keine Gewährleistung)

            2. der OPEL-Händler kurzfristig weder Termine vergibt noch einen Leihwagen hat (kleiner Dorfhändler - aber Vertragshändler/Werkstatt)

            3. wir nicht wirklich zufrieden waren (nach der Unfallreparatur wurde 14 Tage später schonmal etwas nachgebessert)

            Allerdings würde ich, wenn mir bekannt ist, dass es eine Gewährleistungssache nach einer Reparatur ist, immer in die entsprechende Werkstatt fahren. Das grundsätzliche Prozedere kenne ich aus meiner OPEL-Zeit ja noch (ist aber 15 Jahre her).

            Gruß
            Kim

    Anwalt für Vertragsrecht. Das ist Grundwissen und dürfte in jeder Kanzlei vorhanden sein.

    Evtl. mal Opel direkt anschreiben.

    • ""Evtl. mal Opel direkt anschreiben. ""

      Und was soll das bringen.

      Noch ist völlig unklar, bei wem und wobei der Schaden passiert ist.

      • Das ist schon klar. Opel hat - wie jeder andere Automobilhersteller - eine Rechtsabteilung. Dort kann man den Fall vorbringen und um Rat bzgl. der weiteren Vorgehensweise fragen. Eingesteuert wird das normalerweise von der Opel-Werkstatt. Aber auch der Kunde hat das Recht, sich dort eine Auskunft einzuholen.

        Das ist üblich. Ich arbeite in einem großen Automobilkonzern (nicht Opel). Wir haben "normal" keinen direkten Kontakt zum Endkunden - aber auch uns erreichen Anrufe, wenn der Kunde bei der Werkstatt oder beim Vertragshändler einfach nicht weiter kommt.

    Was soll Opel denn jetzt machen?

(12) 20.03.13 - 12:24

Hallo,

ich habe (erstmal) Glück :-) - zum ersten Mal in einer solchen Sache!

Schlecht ist, dass OPEL auf Radlager nur 30TKM Gewährleistung gibt - und ich bin 37TKM gefahren. Dabei ist es egal, ob Neuwagen oder Reparatur.
Versuchen werde ich es trotzdem direkt bei OPEL.

Schlecht ist auch, dass der OPEL-Händler die Kostenübernahme für den Achsschenkel ablehnt.

ABER:

Die Werkstatt, die den Fehler festgestellt hat, übernimmt die Kosten für den Achsschenkel und den dafür vorgesehenen Arbeitslohn. #pro#danke Und das, obwohl sie sicher sind, dass hier ein Einbaufehler von OPEL vorliegt. Ich bekomme heute sogar kostenlos einen Ersatzwagen.

Warum?

Der OPEL-Werkstattmeister (und Firmeninhaber) war gestern da und hat wohl ziemlichen "Murks" geredet und versucht sich rauszuwinden. Deshalb wird ein Gutachter beauftragt und ein "Rechtsstreit" zwischen den Werkstätten von der neuen Werkstatt angestoßen. Diese ist nämlich der Meinung, dass ich als Laie und Kunde hier nicht der sein darf, der den schwarzen Peter zugeschoben bekommt, weil ich hier definitiv nichts falsch gemacht habe/gemacht haben kann.#freu

Das war die Kurzversion - mein Telefonat dauerte ca 30min bis dies alles geklärt war.

Ich bin immer noch platt... sowas habe ich selbst in meiner "aktiven" Autohauszeit nur ein Mal erlebt - und da war es wirklich eindeutig. Niemals hätte ich das erwartet.

Vielen Dank auch für eure Antworten - ich freue mich jetzt einfach, dass ich selbst hier keinen Anwalt brauche!

Viele Grüße
Kim

  • Ich bin beeindruckt, dass der Werkstattinhaber hier versucht, gegen die Pfuscher vorzugehen.

    #pro

    Vor dem zieh ich den Hut, denn das kostet ja erstmal Geld (Teile und Lohn, den er ja vorstreckt), Zeit und Nerven.

    • Hi, ich auch. Ich habe echt keine Ahnung, was da gerade wirklich läuft. Aber ich freue mich.

      Unsere Vermutung ist, dass der Werkstattleiter nicht zum ersten Mal mit dem Herrn aus unserem Ort zu tun hat - anders kann ich mir das nicht erklären.

      Und er muss sich natürlich absolut sicher sein, dass seine Mitarbeiter keinen Fehler gemacht haben.

      Der OPEL-Mensch meint halt, das Radlager wäre mit einer zu großen Presshülse von innen (also getriebeseitig) nach außen (radseitig) gedrückt worden - man würde das ganz klar an der Spanbildugn sehen. Die Werkstatt hat ihm aber das Spezialgerät gezeigt, welches das Radlager von außen (radseitig) rauszieht. Da wird wohl nichts gedrückt/gepresst wie es der Opel:Mensch meinte und von Getriebeseite kommt da gar nichts ran an den Achsschenkel...

      Ich werde mir das Gerät mal zeigen lassen - ich kenne es nämlich auch nur mit Presshülsen.

      Werde mich heute Abend auch nochmal dafür bedanken, dass sie mir so entgegen kommen und wenn ich mein Auto abhole, dann gibts selbstverständlich auch Trinkgeld.

      Gruß
      Kim

Tolle Sache. Da können sich die großen Vertragswerkstätten echt mal eine Scheibe von abschneiden. Das nenne ich Kundenservice. Hätte ich nicht gedacht. Glückwunsch!

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