Ich stecke im Leben fest....

    • (1) 16.04.13 - 14:18

      Hallo zusammen....
      Als erstes: Ja ich weiß, hier kann mir keiner sagen wie das Leben funktioniert!

      Ich muss mir einfach mal ein bisschen was von der Seele schreiben...

      Ich sollte erst einmal erwähnen, dass ich schon zwei mal an einer schweren Depression gelitten habe. Bin derzeit aber ohne Medis und die meisten Tage bin ich auch sehr gut drauf.

      Doch seid Wochen komme ich nicht weiter. Ich fühle mich unnütz, weiß nichts mit mir an zu fangen. Bin total antriebslos und faul. Ich habe zwei Kinder und seid 6 Monaten wieder in einer Beziehung. Ich bin sehr glücklich mit meinem Freund und so froh ihn zu haben. Er tut mir sehr gut! Doch nun ist er die 4. Woche krank geschrieben und ich lasse mich immer mehr hängen. Er ist, wie Männer so sind, nicht der fleißigste und ich lasse mich davon mit ziehen. Ich mache nur noch das nötigste :-(

      Ich würde gerne wieder arbeiten. Ich bin gelernte Bürokauffrau, doch sind die Jobs rar und ich mag den Beruf auch nicht sonderlich. Er macht mir einfach keinen Spaß mehr. Viel lieber würde ich in den Künstlerischen Bereich, da mir malen, zeichnen und entwerfen sehr viel Spaß macht. Doch bin ich mir auch bewusst, dass es kaum möglich ist in der Kunstbranche Fuß zu fassen. Kunst wird halt doch von vielen nur belächelt. Ich bin auch nicht sooo gut, dass ich jetzt einfach mal versuchen könnte ein paar Bilder zu verkaufen! Zeit für ein Studium finde ich nicht, außerdem kostet das viel Geld was ich natürlich nicht besitze... Ich habe morgends keine Lust mehr auf zu stehen, denn wenn die Kinder im Kindergarten sind werde ich nicht mehr gebraucht. Mir geht der ewige Kampf die Wohnung jeden Tag sauber zu machen auf die nerven. Ich würde gerne ein Paar Tage verreisen... Das hierfür das Geld fehlt ist klar. Mein Jobcenter Berater hat sie auch nicht alle auf dem Schirm. ich erwähne immer und immer wieder das ich arbeiten möchte, doch er aktiviert mich nicht, weil meine kleine erst im September zwei wird! Beide Kinder sind aber bis 15 Uhr im Kindergarten und ich kann in der Zeit arbeiten...

      Ich bin echt verzweifelt, dass kommt hier wahrscheinlich gar nicht so rüber.... Doch ich könnte nur noch weinen, ich habe kaum noch Spaß am Leben, ich fühle mich total unnütz auf dieser Welt, bis auf meine Kinder braucht mich keiner :-(
      (Keine Kommentare von Übermüttern die denken ich sollte lieber nur für meine Kinder da sein!!!)
      Ich habe Fachabi, eine Abgeschlossene Berufsausbildung, 3 Jahre Berufserfahrung und nun stellt mich keiner ein, bzw. ich habe keine Lust auf eine Stelle wo ich jeden Tag nur Formulare ausfüllen muss....

      Ich weiß einfach überhaupt nichts mehr aus meinem Leben zu machen, dabei will ich endlich meine Familie wieder mit ernähren können und nicht jeden Euro 2 mal umdrehen...
      Ich kann das nicht mehr :-( #schmoll

      Hallo,

      leider wird sich dein Leben beruflich wohl vorerst nicht ändern. Mit einem Kind, das 2 Jahre ist, stellt dich praktisch niemand ein. Du könntest am Vormittag Kurse belegen. Z. B. einen Malkurs bei der VHS oder Sprachkurse. Da triffst Du nette Menschen und kommst mal raus.

      Vielleicht findest du ja die Zeit, um herauszufinden, was Du gut kannst und in welchen Bereich Du gehen kannst. Du könntest auch eine Weiterbildung über das Jobcenter machen, es gibt auch Teilzeitangebote. Vielleicht hättest Du danach die Chance in einem anderen Bereich einzusteigen. Besonders im Gesundheitswesen oder im Sozialbereich werden immer Leute gesucht.

      Lg

      Carola

      • "leider wird sich dein Leben beruflich wohl vorerst nicht ändern. Mit einem Kind, das 2 Jahre ist, stellt dich praktisch niemand ein."

        Wenn man das Kind als allererstes im Lebenslauf und Anschreiben nennt, vielleicht, aber ansonsten ist die Haltung schwachsinnig, und es hilft der TE bestimmt nicht,wenn man ihr versichert, dass der Zug fuer sie abgefahren ist, abe sie ja als Trostpflaster nen Malkurs machen kann.

        Ist ja schrecklich.

        • Welcher Arbeitgeber stellt bitteschön eine Mutter mit einem 2 jährigen Kind ein?

          LG

          Carola

          • Einer, der nicht in den 50ern kleben geblieben ist?

            Und wie gesagt, man muss das Muttersein ja gar nicht erst raushaengen lassen.

            Ich hab angefangen mich nach dem ersten Kind in der Elternzeit auf neue Stellen beworben - bin 9 Monate nach Geburt regulaer an meinen alten Arbeitsplatz zurueckgekehrt, hatte eine Woche nach meiner Rueckkehr ein Vorstellungsgespraech, und 2 Tage danach das Angebot - inklusive fetter Gehaltserhoehung.

            Waehrend meiner 2. Elternzeit wurde mein jetziger Arbeitsplatz umstrukturiert - ich hab mich intern auf ne Stelle in einer ganz anderen Abteilung beworben (wo weder ich die Chefs noch die Chefs mich kannten- Vorstellungsgespraech am letzten Tag der Elternzeit (wieder 9 Monate nach der Geburt,), Stelle, die fuer mich ne Befoerderung war bekommen.

            Allerdings trenne ich meine Berufsleben von meinem Familienleben, und bei Bewerbungen und Vorstellungsgespraechen betone ich was ich kann, und biete, und schnabbel nicht ueber meine Familie.

    Hey, kann ich nachfühlen. Ich bin seit meiner Jugend... Kindheit? an Depressionen erkrankt und hatte erst im November 2012 ein sehr schlimmes Tief.
    Also bin ich wieder zu Hause eingezogen, in meinem alten Umfeld und zu meiner Familie und habe da ein paar Wochen oder Monate gebraucht, um Schritte vorwärts zu machen und ganz ehrlich, der erste Antrieb war das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle - die wiederum auch Grund für die Depression sind... ein Teufelskreis, ich sage es dir.

    Du hast einen Teil dieses Umfeldes schon einmal, das ist gut. Hast du Freunde? Wie weit sind deine Eltern weg? Geschwister?

    Was für mich sehr wichtig war, war ein geregelter Tagesablauf. Ich musste ihn vorher aufschreiben, damit ich genau wusste, was kommt und habe jede Stunde verplant. In dem Plan stand, dass ich jeden Tag zweimal aus dem Haus gehe, je eine Stunde an die frische Luft, egal bei welchem Wetter. Das ist das erste, was ich dir empfehlen würde. Gerade jetzt, wo die Sonne rauskommt. Licht und Natur bewirken viel, auch wenn es auf den ersten Eindruck nicht so scheint.

    Das zweite war, ebenso wie bei dir, die Arbeitslosigkeit. Ich musste meine Arbeit aufgrund einer schweren Entzündung vorzeitig abbrechen, das ging dann ziemlich nahtlos in die Depression rüber und das Netzwerk, dass ich mir während dem Studium aufgebaut habe, war natürlich auch 1'000 Kilometer weit weg, was erst einmal einfach nur besch... eiden ist.
    Also auch von 0 anfangen und ich hatte auch viele Absagen, wenn überhaupt etwas zurück kam.

    Also habe ich nebenbei angefangen unserer Mutter in ihrem Geschäft (gemeinnützige Institution) zu helfen und sie zu entlasten - endet damit, dass ich im Mai eine grössere Rolle übernehme und angestellt werde, weil sie operiert werden muss.

    Ist es mein Traum für unsere Mutter zu arbeiten? Hölle, nein!

    Dasselbe für dich... das, was ich bei der Institution mache, ist Büroarbeit, Übersetzungen, Verwaltung und auch Service. Die Arbeit selber erfüllt mich nicht, sondern, dass da liebe Menschen sind, mit denen ich den benötigten sozialen Kontakt habe, ich bin von Tieren umgeben, ich verdiene Geld und lerne neue Arbeitsweisen und muss immer wieder ins kalte Wasser springen.

    Ich weiss, dass es schwer ist einen Job zu finden, ich würde aber versuchen, in deinem oder einem anverwandten Beruf weiterzusuchen oder halt in einer ehrenamtlichen Position, dann hast du aber das Problem mit dem Geld weiterhin.
    Ein Job besteht nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus dem Umfeld und ich finde auch aus Erfahrung, gerade wenn man depressiv ist, ist die Umgebung sehr wichtig.
    Du hast dann alle Zeit der Welt aus deinem Job weiter zu suchen, was du eigentlich machen willst, aber die Arbeit hält dich dann auch im Rhythmus und wie gesagt, auch wenn du den langweiligen, sicheren Weg zuerst gehst, es gibt dir die Möglichkeit über deine Lebensplanung nachzudenken, nur nimmst du etwas Druck weg.

    Was die Kunst angeht, ja... du wirst vielleicht nicht davon leben können und wahrscheinlich nicht, bevor du von deinem Berater wieder als arbeitsfähig eingestuft wirst. Das heisst nicht, dass du nicht privat daran arbeiten kannst.
    Ich behandle meine privaten Projekte genauso, wie ein Projekt für einen Kunden - sorgfältig, mit Zeitplan und Budget. Auch das gibt mir eine Stabilität in meinem Tagesablauf.

    Ich suche mir auch gerne Zwecke für eine kleine Bastelarbeit, weil ich es nicht einfach so herumliegen haben mag. Und wenn ich einen Sonntagnachmittag ein paar Vögel entwerfe und ausschneide, dann, weil sie zur Einrichtung passen.
    Wenn ich Cupcakes backe, dann für eine Party meiner Schwester oder als Kuchenspende. Letzterer hat mir sogar eine Anfrage eingebracht, ob ich Cupcakes für eine externe Party machen kann und schon habe ich wieder den ersten Fisch in meinem Schweizer Netzwerk. Das ist nicht viel, aber ein Anfang.
    Deshalb auch hier, sei künstlerisch tätig, mit Sorgfalt und zeige deine Produkte! Mache einen Blog, verwalte ihn und schaue nach Möglichkeiten in deinem Rahmen, in dem du etwas ausstellen oder spenden kannst. Frage einen Freund, ob ihr zusammenarbeiten könnt, wenn du ein kreatives Umfeld hast.

    Bei deinem Stand musst du nicht für jede Tätigkeit das Beste erreichen - mach' einfach mal. Ich weiss, dass ist so einfach gesagt, aber wenn du den ersten Schritt hast, dann geht auch der zweite - ich weiss genau, wie anstrengend es ist.

    Aber du bist nicht überflüssig oder unnütz. Du hast einen Platz auf dieser Welt wie jeder andere auch.

    Vielleicht hilft es dir zu wissen, dass du sicher nicht alleine mit diesen Gefühlen bist. Trotzdem würde ich dir ans Herz legen, dich an einen Arzt zu wenden, der dich an einen Psychologen oder Psychiater verweisen kann.

    Vielleicht helfen dir Medikamente, ich persönlich nehme keine, aber bin derzeit wieder in Behandlung bei meinem Jugendpsychiater, der auch Erwachsene betreut.

    Als ich die Anfänge der Depression bemerkt habe, konnte ich meinen Tagesablauf auch bewältigen - das war im dritten und letzten Jahr meines Studiums - es hat etwa 10 Monate gebraucht, bis es einfach nicht mehr ging. Deshalb lieber früher als später Hilfe holen, gerade, wenn du zwei kleine Kinder hast. :-)

    • Vergessen: wenn du kein kreatives Umfeld hast, würde ich mich nach Möglichkeiten von Austausch oder einfach zusammen sitzen und künstlerisch tätig sein umsehen. Dann kommst du raus, hast soziale Kontakte, bekommst somit auch Bestätigung.

      Hoffe, du kriegst noch weitere Ratschläge und kannst für dich etwas daraus mitnehmen.

Hallo,

ich kann schon ein bisschen nachvollziehen, wie es dir geht, dass man einfach nach einer gewissen Zeit zuhause wieder Lust hat, arbeiten zu gehen. Schaust du regelmäßg Stellenangebote durch oder wartest du darauf, dass der ARGE-Berater das für dich tut?

Die Idee mit dem Ehrenamt finde ich auch sehr gut. Es gibt auch bei der Diakonie teilweise bezahlte Stellen, wo du einsame Menschen betreust usw., die freuen sich bestimmt auch über deine Kunst ;-) Ich denke, dass oft das Problem ist, dass man auf die große Veränderung wartet, statt mal mit kleinen Schritten anzufangen. Vielleicht kannst du mit einem Ehrenamt auch den Schritt in eine andere Richtung schaffen.

Außerdem kann ich überhaupt nicht verstehen, warum man seine Kinder (vor allem, wenn eins davon unter 2 ist) den ganzen Tag in der Kita hat, um dann selbst zuhause zu sitzen. Ich habe meine Kinder immer so viel wie möglich zuhause, und du hättest dann auch etwas sinnvolles zu tun :-p Mir wäre auch langweilig den ganzen Tag ohne die Kids.

LG und alles Gute!

  • >>Außerdem kann ich überhaupt nicht verstehen, warum man seine Kinder (vor allem, wenn eins davon unter 2 ist) den ganzen Tag in der Kita hat, um dann selbst zuhause zu sitzen. Ich habe meine Kinder immer so viel wie möglich zuhause, und du hättest dann auch etwas sinnvolles zu tun :-p Mir wäre auch langweilig den ganzen Tag ohne die Kids.<<

    Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du mit dir selber gar nichts anfangen kannst und komplett fremdbestimmt lebst.

    Wenn du deinen ganzen Tag durch den Rhythmus der Kinder bestimmen lässt und ihre Bedürfnisse befriedigst, mag das im Sinne der Kinder vielleicht sinnvoll sein, aber damit hast du noch keinen Meter etwas für dich getan.

    Und was das bedeutet, kann auch nur jemand verstehen, der schon mal eine Depression hatte.

    Wenn dir voll bewusst ist, dass deine Kinder alles kriegen, aber du selber dabei auf der Strecke bleibst, dann tut das ganz, ganz doll weh. Für andere Mütter ist das ein befriedigendes, bereicherndes Gefühl, für Eltern mit Depressionen ist das eine Qual. Deswegen kommen die Dinge, die man für die Kinder tut, auch oft einfach nicht von Herzen, sondern aus dem reinen Pflichtgefühl heraus.

    Du musst dir das vorstellen, wie jemand, der gerade den Tod eines ihm nahestehenden Menschen zu betrauern hat. Vom dem würdest du auch nicht erwarten, dass er den ganzen Tag fröhlich mit seinen Kindern spielt. Und der Depressive ist auch in Tauer, er betrauert sich selbst (was nicht zu vergleichen ist mit Selbstmitleid!).

    Was du geschrieben hast, hört sich für mich in etwa so an:

    Jemand hat Liebeskummer und wurde gerade verlassen und du gibst ihm den Ratschlag "Such dir doch jemanden anderes!" Klar, in Theorie hört sich das sinnvoll an, in der Praxis ist das unmöglich.

Beschaeftige dich mal mit yoga und meditation. Google mal nach mindfullness, das kann dir zumindest helfen, mit deinen gedanken umzugehen.

Niemand, und erstrecht niemand hier, kann dir einen tip geben, wie du dein leben gestalten solltest. Aber - du traegst alle antworten auf deine fragen bereits in dir :-)

Hege

Irgendwie klingt das alles wie die selbsterfüllende Prophezeiung: " Ich würde gerne,aber das geht nicht, weil......und das geht auch nicht, weil,......"
Du willst ein paar Tage wegfahren? Man kann auch in Jugendherbergen günstig im Familienzimmer übernachten. Du würdest gerne arbeiten? Mach dich selber auf die Suche! Ich kann mir nicht vorstellen, daß es gar nichts für dich gibt. Oder mach ein Praktikum und erweitere deine Perspektiven für die Zeit, wenn du wieder voll einsteigen kannst oder willst.
Das alles nur vor dem Hintergrund, daß es dir gutgeht. Hast du hingegen das Gefühl, daß du langsam wieder in eine akute Phase rutscht, geh zum Arzt und laß dir helfen. Vielleicht wäre auch eine Mutter- Kind- Kur angebracht?
Ansonsten mußt du deinen Tag strukturieren. Statt dich den Vormittag im Schneckengang mit der Wohnung zu beschäftigen, solltest du dir ein Zeitlimit setzen und danach z.B. eine halbe Stunde joggen gehen. Weißt du, es gibt auch bei Gesunden einen ( neuroanatomisch begründeten)negativen Gedankenkreislauf: Etwas ärgert dich oder betrübt dich und je häufiger du daran denkst, umso schlimmer erscheint es dir. Versuch dir solche Grübeleien zu verbieten und denk stattdessen bewußt an das Positive: Du hast einen netten Partner, zwei sicher liebenswerte Kinder, es ist tolles Wetter, dieses oder jenes war wunderschön......
Das wird schon!

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