Zwangsverhalten und Panik..........ich bin am Ende!!!

    • (1) 21.04.13 - 15:06

      Hallo,

      ich habe mich vor einiger zeit hier neu angemeldet. Ich erhoffe mir Hilfe, Tipps oder vielleicht sogar Erfahrungen.
      Ich kann hier einfach von mir erzählen, es kennt mich keiner. ich denke so langsam gestehe ich mir ein, ein ernsthaftes Problem zu haben.
      Ich bin verheiratet und habe eine tochter,4 jahre.
      Ich bin Altenpflegerin, was mir mein Zwangsverhalten noch verschlimmert.

      Ich war vor der geburt lebensfroh, hab mir nie Gedanken um Krankheit, Ansteckungen gemacht.

      Nach der Geburt wurde uns schnell klar, dass unsere Tochter "anders" ist. Nach 3 jahren, vielen KH Aufenthalten und schlimmen Situatuionen wissen wir sie hat einen Gendefekt.

      Sie hat kein gutes Immunsystem und nimmt wirklich alles mit und ich seitdem auch. Ich bin ständig krank.

      Und irgendwie verrenne ich mich in was. ich desinfiziere alles. Ich wasche mir die Hände so oft, dass diese schon völlig kaputt sind. Ich sehe überall ansteckbare Krankheiten, bakterien, Viren. Zum teil stelle ich mir die Übertragungswege vor und dämme soziale kontakte ein. Essen, welches kontaminiert sein könnte, bereite ich mit Handschuhen zu.

      Ich wasche alles bei einmaligem Tragen, aus Angst es könnte was dran sein.

      Seit letzter Woche habe ich mir Läuse eingefangen, ich bin am Ende.
      Ich wasche mich kaputt. Mich juckt alles, ich geh am Krückstock. ich könnte nur heulen. ich ekel mich,
      Ich möchte am liebsten nichts anfassen. Wirklich so harmlos es sich anhört......ich kann nicht mehr.
      Ich kann nichts mehr genießen.

      Ich habe mich nach therapeuten hier erkundigt.....es sieht schlecht aus. ich weiß gar nicht wo ich mich hinwenden könnte. meinem mann ist nicht bewusst, wie ernst die lage ist. er sagt immer, ich soll mich nicht so verrückt machen.

      Kennt jemand so ein zwangsverhalten, hat sogar ähnliches durchgemacht??
      An wen kann ich mich wenden??
      Wie finde ich passende Therapeuten??
      Wer übernimmt die Kosten??

      ich danke für jede Hilfe!!!!!

      • Hallo,

        kann mir vorstellen, dass es eine wahnsinnige Belastung für dich ist. Kenne mich mit dem Thema Zwangsverhalten leider nicht gut aus, aber ich würde mich als erstes mal mit deinem Hausarzt in Verbindung setzen. Er kann dir sicherlich Anlaufstellen nennen und dir

        Unterstützung bieten.

        Wünsche dir viel Kraft weiterhin und das du bald Hilfe bekommst. #liebdrueck

        Hallo.

        Ruf bei deiner Krankenkasse an und lass dir eine Liste mit niedergelassenen psychologischen Psychotherapeuten zuschicken.

        Ruf dann alle von dieser Liste an, die Verhaltenstherapie anbieten und lass dich bei allen (!) auf die Warteliste setzen. Auf diese Weise solltest du innerhalb einiger Wochen einen Therapieplatz bekommen.

        Alles Gute, K.

              • Nun ja, dann muss man sich erneut mit seiner Krankenkasse in Verbindung setzen. Die versuchen dann zunächst, einen Therapieplatz zu besorgen. Schaffen sie das nicht, sind sie verpflichtet, die Kosten für eine Therapie in einer Privatpraxis zu übernehmen (also einer Praxis, die normalerweise nur Privatpatienten behandelt).

        Genau so #pro

        @TE
        Schreib dir auf, bei wem du angerufen hast und wie das Ergebnis war. Solltest du innerhalb weniger Wochen keinen Platz haben, schaust du, ob es Therapeuten ohne Krankenkassenzulassung in deiner Nähe gibt. Die (rechnen normalerweise privat ab) sind manchmal nicht ganz so sehr überlaufen wie Therapeuten mit Kassenzulassung.

        Wenn du so einen Platz bekommen würdest, schickst du deine Liste mit den angerufenen Therapeuten zu deiner Kasse, schreibst dazu, dass du einen Platz bei einem privaten Therapeuten kriegen könntest u. bittest um Kostenübernahme.

        Bei meiner Freundin hat das so geklappt.

        Alternativ würde ich mir das, mit der stationären Behandlung überlegen.

        Ich wünsche dir alles Liebe!!!

    Hallo erst einmal!

    Mmh, ist ja echt so einiges, was es da zu beantworten gäbe...

    Zum Einen: kenne mich nur wegen persönlicher Erfahrungen mit dem Thema aus- aber nur auf mich selbst bezogen, nicht in professioneller Hinsicht!

    Bin Zwangsneurotiker seit Kindheit an und habe gelernt, damit zu leben/ mich zu arrangieren... soweit das geht.

    Jeder Zwang ist anders und jeder muss anders und individuell damit umgehen.

    Die Forschung hat mittlerweile festgestellt, daß diese Erkrankung teils psychischer Natur ist, aber auch körperlicher. Im Gehirn ist ein chemischer Stoffwechsel fehlgeleitet. es wird das sogenannte Seratonin zuviel aufgenommen. Das bewirkt, daß das Gehirn nicht mehr "versteht", daß alles gut ist. (z.B. Tür abgeschlossen, alles sauber,etc...je nach Zwang). Das bewirkt dann diese Zwangshandlungen und Zwangsgedanken...
    (sehr unprofessionel erklärt...)

    Es gibt verschiedene Wege. Die Suche nach einem Therapeuten habe ich für mich nach langer,langer Zeit fast aufgegeben, weil es hier bei uns Wartelisten und -Zeiten gibt, die mindestens 2 Jahre lang sind...

    Du kannst nur herumtelefonieren und anfragen, ob der von Dir angerufene Therapeut (es gibt da Neurologen/Psychologen und Psychotherapeuten) Zeit für Dich hat.
    Oft hilft es auch schon, mit einem solchen erst einmal ein Gespräch zu führen. Auch wenn Du warten musst auf den Therapieplatz, ist dieser Arzt/Therapeut für Dich ein möglicher Ansprechparter in ganz kritischen Phasen/Schüben...

    Die meisten Neurologen schwören darauf, sogenannte "Seratoninantagonisten" zu verordnen, welche im Gehirn die zuviel Aufnahme des Botenstoffes unterdrücken... Das hilft Dir, alles ein wenig entspannter zu sehen und der Zwang wird medikamentös unterdrückt...(gehören zur Gruppe der Antidepressiva)
    Natürlich haben diese Medikamente Nebenwirkungen,heißt, man muss ein wenig "herumprobieren"...Bei mir haben sie leider die wenig nette Nebenwirkung, daß ich extrem zunehme...

    Aber da muss man abwägen. Denke, bei Dir dürfte das erst einmal nebnsächlich sein, oder???

    Ich habe mich jetzt entschieden, ohne Medikamente zu leben. bereits seit über 2 Jahren. Ich weiß für mich, daß es hilft, mir Ruhepausen zu gönnen und einen sehr gleichbleibenden Tagesablauf-nicht leicht mit Kind...Und möglichst stressfrei...

    Als Selbsttherapie wird geraten, sich etwas zu suchen, was einem Ruhe bringt:Sport,Lesen,Zeichen,etc...
    Und natürlich eine Therapie mit einem Arzt/Therapeuten.

    Zur Kostenübernahem: es gibt viele, die nur Privatpatienten nehmen, und einige werden von der Krankenkasse übernommen. Beim Telefonieren danach fragen hilft Zeit vergeuden!
    Mittlerweile ist es so, daß psychische Erkrankungen als Krankheit anerkannt sind und die Kassen die Kosten übernehmen müssen, Für eine bestimmte Anzahl an Therapiestunden... Weiß nicht wie viele es waren...?
    Wie der Antrag auf eine Therapie abläuft, kann Dir dann am besten der Therapeut erklären!

    Ich hoffe, ich habe nicht zuviel und zu wirr geschrieben...Ist eben ein seeehr komplexes Thema!

    Mein Tip: Konzentriere Dich auf das, was Du tust! Mache alles mit Ruhe! Versuche Dir bewußt zu sagen, was Du tust, es Dir zu merken!!! Und wasche bewußt mal nicht Deine Sachen nach jedem Tragen! Ja, ganz bewußt! Es wird Dir fast körperlich weh tun, aber das kann ein Weg sein, Deinem Zwang entgegen zu steuern und ihn zu mildern!

    ist aber keine Garantie, denn wie gesagt, jeder tickt da anders...

    Alles Gute!

    Kastanie

    Such Dir noch heute neurologische Praxen in Deinem Wohnort heraus und vereinbare morgen einen Termin.

    Die checken Dich durch und ggf. gibt es die Option, dass Du schneller einen Therapieplatz bekommst, wenn der Neurologe sich an die Therapeuten wendet. Netzwerkarbeit und so.

    Ich weiß, mit Kind ist es schwierig, aber denk auch über einen stationären Aufenthalt nach.

    Alles Gute.

    Julese

    • Was soll sie denn beim Neurologen? Eine Zwangsstörung wird doch beim Psychotherapeuten oder Psychiater behandelt.

      • Beim Neurologen gibt es schneller einen Termin und der kann sie dann vermitteln an Therapeuten, mit denen er eng zusammenarbeitet und die zwar behaupten, ihre Warteliste sei voll, aber gleichzeitig Plätze für Notfälle ihrer neurologischen Kollegen freihalten.

        Hausieren geht mit der Methode natürlich niemand.

        • Ach so... Wieder was gelernt :-)
          Aber ist schon schlimm, dass es so schwer ist, einen Therapeuten zu bekommen. Woran liegt das? Praxen sehe ich jedenfalls hierzulande überall.
          Wahrscheinlich nehmen die Krankheiten in diesem Bereich tatsächlich stark zu.

Hallo!

Meine Schwester hat - neben anderen Sachen - auch eine panische Angst vor Krankheiten und einen Wasch- und Kontrollzwang. Sie isst z. B. nur zuhause und geht auch dort nur aufs Klo.

Sie hat sich jetzt einweisen lassen. Sie war drei Tage in einer psychosomatischen Klinik stationär, hat sich dann aber für eine Tagesklinik entschieden. Auch hierfür brauchte sie eine Einweisung vom Hausarzt wie bei einem normalen Krankenhausaufenthalt. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse, aber ich glaube, sie muss 10 Euro am Tag dazubezahlen, maximal 280,- Euro. Genaue Auskunft kann Dir Dein Hausarzt geben. Wie es in der Zeit mit der Kinderbetreuung aussieht weiß ich nicht, aber dazu bekommst Du bestimmt auch Infos. Es gibt ja auch Mutter-Kind-Kuren, vielleicht gibt es in dieser Sparte etwas ähnliches.

Bei einem stationären Aufenthalt sind die Therapien meist intensiver da Du da ja mehr Zeit verbringst. Außerdem kann es auch sinnvoll sein, mal was andere zu sehen, aus dem Alltag rauszukommen. Am Wochenende darf man normalerweise auch nach hause. Bei einer Tagesklinik bist Du von Mo bis Fr. und kannst abends und am Wochenende nach hause. Viele Tageskliniken bieten auch Angebote für Leute, die auf der Warteliste stehen und solche, die nach einer Therapie wieder zu hause sind. Ergotherapie, Selbsthilfegruppen, Gesprächsrunden. Manchmal kann man auch nahtlos bei der gleichen Therapeutin ambulant weitermachen.

Der "Vorteil" bei Dir ist, dass Du weißt woher das Problem kommt. Vielleicht helfen Dir auch weitere Informationen zur Krankheit Deiner Tochter, inwieweit man jetzt WIRKLICH aufpassen muss, auf welchem Wege Infektionen am häufigsten sind usw.

Ich glaube, einen anderen Weg gibt es nicht, zumal die Wartelisten bei den ambulanten Therapeuten meist sehr lang sind. Bei den Kliniken hat man den Vorteil, sich im Notfall auch eben als solcher einweisen zu lassen. Wie in einem normalen Krankenhaus.

Eine Bekannte hat sich für längere Zeit stationär einweisen lassen.
Das wäre doch eine Alternative, wenn du keinen Arzt in der Nähe findest. Da wird dir sicher dein Hausarzt schnell helfen können.

Alles Gute und lass dich nicht abwimmeln/entmutigen!

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