Sozial sein oder eigennützig?

    • (1) 25.04.13 - 19:35

      Guten Abend zusammen,

      folgende Situation:

      Wir sind drei Mädels, die zusammen im zweiten Semester den Master Soziologie studieren. Wir haben bisher (auch teils im Bachelor) alles zusammen gemacht, was zusammen gemacht werden durfte. Das heißt Gruppenarbeiten, Referate etc. Privat verstehen wir uns prima und treffen uns recht oft auch nur zum Schnattern.

      Nun ist es so, dass wieder Gruppenarbeiten anstehen in diesem Semester. Vor einer Woche sprach uns eine Kommilitonin an, ob sie nicht bei uns mitmachen könnte. Wir haben gesagt, wir melden uns:-p

      Nun ist es so:

      1. sie tritt nicht gerade positiv in Erscheinung. Ihre Fragen sind doof und zeugen von Desinteresse (Warum müssen wir denn jetzt hier diese Fragebögen analysieren? Und was mach ich dann damit? hmmmm...Master Soziologie!)

      2. Wir haben es zu dritt nicht immer leicht eine Arbeit zu schreiben. Klar, die Ideenfindung ist leichter aber die Umsetzung oft schwer zu vereinen. Wenn noch jemand dazu stößt, dürfte es nicht leichter werden.

      3. 2 von uns mögen sie einfach nicht. Naja, die Dritte im Bunde findet sie auch unsympathisch, sieht aber den sozialen Aspekt, dass sie einfach niemanden hat.
      ALLERDINGS gibt es noch einige in den Seminaren, die einzeln sitzen. Denen schließt sie sich nicht an.

      4.Wir kennen die Zeiten, zu denen wir verfügbar sein können. Wir müssten uns also wieder umstellen und ihre Möglichkeiten miteinbeziehen (bei mir mit Kleinkind kaum anders machbar.)

      Sollen wir einfach direkt und eigennützig sein?

      Gruppenarbeiten, in denen die Mitglieder auf unbekannter Basis zusammengewürfelt werden, haben sich immer so erwiesen, dass meist zwei die Arbeit aller gemacht haben.

      Soziale Komponente oder selbst mit dem Ar... an die Wand kommen? Wie seht ihr das?

      Danke und Gruß
      Jana

      • in der situation: freundlich absagen- ihr macht es zu dritt und fertig

        grundsätzlich: nicht nur im eingespielten team arbeiten sondern immer mal durchwechseln- bringt euch mehr als immer die selben ideen der selben leute in der selben konstellation.
        neue leute, sich neu einstellen müssen, neue fragen, neue ideen, neue arten der zusammenarbeit, auch mal mit menschen arbeiten, die man persönlich nicht so ab kann usw. sind viele wichtige erfahrungen, die ihr euch entgehen lasst mit eure eingeschworenen gruppe

        das nur nebenbei

        • Unterschreibe ich, ich arbeite sehr gerne und effektiv alleine, aber bei uns wurde auch bei Einzelarbeiten der Meinungs- und Ideenaustausch stark befürwortet bzw. auch erzwungen und man musste sicher am Anfang, aber auch später immer in einer Form von Gruppe arbeiten bzw. mit anderen Menschen arbeiten.

          Das ging nicht immer schön aus, ist aber definitiv Teil des Lernprozesses.

          • Das mit dem Lernprozess stimmt natürlich. Dennoch lernt man leider des Öfteren auch daraus, dass eine nicht frei gewählte Gruppenkonstellation deutlich schwieriger auf einen Nennen zu bringen ist. Da kommt eines der Mitglieder so gut wie nie und ergattert schlussendlich die Note, die andere für sie erarbeitet haben. Nur als Beispiel. Klar, im Berufsleben kann man sich das oft nicht aussuchen aber während des Studiums ist man ja Gott sei Dank noch in der Lage dazu.

            • Das Problem hatten wir nie.

              Ich hatte aber auch kein "normales" Studium und bei uns hing wesentlich mehr davon ab, als eine Note und wir standen unter strenger Beobachtung - das heisst, wenn einer aus der Gruppe tanzte, musste zwar die Gruppe die Sozialkompetenzen entwickeln und damit umgehen, aber in den meisten Fällen hatten die Tutoren das Hintergrundwissen. Denn ob einer Person die Note kriegt oder nicht, war nicht unsere Sache - nur, ob ein Beitrag zur Gruppenarbeit geleistet wurde und wenn nicht - wie man dies auffängt.

              Das Problem hatten wir nie.

              Ich hatte aber auch kein "normales" Studium und bei uns hing wesentlich mehr davon ab, als eine Note und wir standen unter strenger Beobachtung - das heisst, wenn einer aus der Gruppe tanzte, musste zwar die Gruppe die Sozialkompetenzen entwickeln und damit umgehen, aber in den meisten Fällen hatten die Tutoren das Hintergrundwissen. Denn ob einer Person die Note kriegt oder nicht, war nicht unsere Sache - nur, ob ein Beitrag zur Gruppenarbeit geleistet wurde und wenn nicht - wie man dies auffängt.

            • das ist wirklich das fatale an der verschulung des studiums.
              dieses lediglich beschränken auf die nächste note.

              so viele lernerfahrungen gehen dabei den bach runter- komeptenzen, die erheblich wichtiger wären als das gute zusammenstellen von faktenwissen

              • Naja, ganz so schlimm ist es nicht (mehr). Im Bachelor war das wirklich so, wie du es beschrieben hast. Aber der Master ist auf Forschung (Lehrforschungsprojekte) ausgelegt. Da wir aber so viele sind (und das ist für mich eines der größeren Probleme), müssen wir jede Menge Gruppenarbeiten machen für die Modulvorleistungen.

        Da hast du natürlich recht! Wir haben allerdings noch nie negative Erfahrungen mit dem gemacht, was wir da abgeliefert haben, daher bestand nie die Notwendigkeit andere Meinungen einzuholen.

        • es geht nicht um negative erfahrungen-
          na klar arbeitet es sich leicht im eingespielten team.
          aber es schult eben neue fähigkeiten auch mal mit menschen zu arbeiten, die man nicht kennt, nicht mag, mit denen man noch nie gearbeitet hat, die andere ansichten haben, die anders interpretieren, die eine andere art der aufgbenverteilung haben usw..

    Ich war bzw. bin im Studium, bei Arbeitserfahrungen, bezahlten Arbeiten und Aufträgen immer dann sozial, wenn ich es mir leisten konnte/ kann. Das heisst, wenn ich ein schlechteres mögliches Resultat dieser Uneigennützigkeit riskieren kann, weil ich es entweder selber abfangen und revidieren kann oder es schlichtweg keine grössere Rolle spielt.

    Ansonsten sehe ich die Fakten, bin pragmatisch und wahrscheinlich auch berechnend und treffe die Entscheidung, ohne mir in einem Forum Absolution zu holen.

    ...denn das tust du hier - seien wir einmal ehrlich, ihr drei habt doch schon alles auch gute Gründe gefunden, wieso hier lieber in eurer gewohnten Konstellation arbeitet. Das ist auch euer Recht, es ist völlig unnötig hier zu fragen, denn ich bezweifle, dass die zwei Mitstudenten, die sie sowieso nicht mögen und eine sie unsympathisch findet, aufgrund von Meinungen in einem Forum ihre Einstellung ändern, Soziologie hin oder her.

Das habe ich gern, bei uns wurde immer von den Dozenten an unser Gewissen appelliert. Ihr macht das nun schon ganz allein... #schock
Nein, ernsthaft: Ihr seid ein eingespieltes Team, das würde ich nicht aufs Spiel setzen an eurer Stelle.

Ich finde, nur weil man Soziologie studiert (oder wie in meinem Fall Sozialpädagogik), muss man nicht alle Menschen dieser Welt retten wollen. Sie würde euch ausbremsen, das würde bei euch eine grosse Unzufriedenheit auslösen, oder?

So böse das klingt, sie muss sehen, wo sie bleibt. Aber ihr habt alles Recht dieser Welt, ihr freundlich eine Absage zu erteilen.

L G

White

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