Faire Kleidung

    • (1) 06.05.13 - 11:13

      Hallo,

      noch immer sind nicht alle Toten geborgen
      http://www.spiegel.de/panorama/fabrikeinsturz-in-bangladesch-zahl-der-toten-steigt-auf-ueber-600-a-898186.html
      und unser Kleiderschrank quillt über.
      Ich hab hier noch ein Paket von H&M stehen und wirklich ein schlechtes Gewissen.
      Zu unserem aktuellen Einkaufsverhalten: Bei KIK habe ich noch nie gekauft, bei NKD im Ausnahmefall. Einiges bei Tchibo, ernstings, S. Oliver, viel H&M und Esprit. Vermutlich aber total egal, was wo wieviel, weil alles aus den selben Fabriken kommt.
      Seit Tagen überlege ich, wie kann man es anstellen, sowas zu vermeiden ?
      Ist es möglich, eine fünfköpfige Familie fair einzukleiden, mit einem Alleinverdiener-Gehalt ? Wo finde ich solche Kleidung ? Wie wird man gegen Schnäppchen immun ?
      Ich bin wirklich dankbar für Tips, Strategien und Denkanstöße.

      Moni

      • (2) 06.05.13 - 11:29

        Hallo.

        <<Ist es möglich, eine fünfköpfige Familie fair einzukleiden, mit einem Alleinverdiener-Gehalt ? >>
        Ich denke schon, dass es möglich ist. Wenn man es wirklich will und konseqquent ist.
        Dann hat man keine 15-20 Shirts, 10 Hosen und was weiß ich noch im Schrank, sondern nur die Hälfte. Man nutzt diese Teile länger, um nicht so oft was kaufen zu müssen und pflickt vielleicht auch mal ein Loch, statt das Shirt/die Unterbuxe dann wegzuwerfen.

        <<Wo finde ich solche Kleidung ? >>
        Benutz mal die Urbia-Suche, da gab es schon einige Nachfragen zu, die mit reichlichen LInks beantwortet wurden.

        <<Wie wird man gegen Schnäppchen immun ?>>
        Wenn du aus wirklicher Überzeugung dein Kaufverhalten änderst, kommst du garnicht mehr in die Schnäppchenfalle. Denn diese "Billigware" verstößt dann gegen deine (neu gewonnenen) Prinzipien.

        LG,
        Enelya

        • Hallo,

          du könntest auch selbst nähen, oder nähen lassen.

          Ich nähe z.B.Kinderkleidung, und meine Tochter hat mittlerweile ca 70% (außer Jeans,Jacken und Basic-Tops) von mir genähtes im Schrank

          Und auch für mich nähe ich immer mehr selbst.

          Kannst dich auch gerne mal über pn melden.

          LG Kathi

          (4) 06.05.13 - 20:34

          Danke für Deine Antwort.
          Im Prinzip schreibst Du, was ja eigentlich klar ist. Wenn man überzeugt von etwas ist, gibt es keine Alternativen mehr.
          Mir gehts mit dem Fleischkonsum ähnlich. Das beste wäre ein kompletter Verzicht, aber ich kann mich nicht dazu durchringen. Ich kaufe nicht allzu viel Fleisch und Wurst, größtenteils beim Metzger, achte auf Regionalität, aber ganz verzichten will ich nicht. Da hat es einfach noch nicht klick gemacht.
          Aber vielleicht muß ich mich bei dem Klamotten-Gedanken von meinem Ganz-oder-gar-nicht-Anspruch verabschieden und stückchenweise angehen, immer zuerst fragen, brauchts das wirklich, und dann bleibts meistens eh liegen und das was dann wirklich gebraucht wird, erstmal bei fairen Anbietern suchen.

      Zum Bereich Kinderarbeit kenne ich diese Auflistung:

      http://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/firmen/firmenliste

      Mit Google findet man aber bestimmt noch mehr.

      Letztens im Jako-O-Katalog war auch ein Bericht drüber, dass sie in den nächsten X Jahren einen gewissen Prozentsatz der Kleidung zu besonders fairen und umweltbewussten Bedingungen produzieren wollen. Diese Artikel haben im Katalog ein bestimmtes Erkennungssymbol.

      Auch finde ich wichtig, dass man bewusst einkauft. Also weniger Spontankäufe, mehr überlegen, was und welche Menge man wirklich braucht. Lieber weniger, aber qualitativ hochwertige Kleidung, als Billigzeugs, das nach einem Sommer kaputt ist und ausgetauscht werden muss.

      Bei wachsenden Kindern ist das manchmal schon schwieriger. Mein Sohn hat einen vollen Kleiderschrank, braucht ihn aber auch - er matscht sich schneller voll, als ich gucken kann. Also kaufe ich Hosen, Pullover, Shirts auch gerne gebraucht.

      lg

      • Danke für Deine Antwort, besonders für die Liste.
        Vielleicht bist Du stärker, ich bin so anfällig für Schnäppchen. Wenn bei Aldi noch eine Leggin liegt, in der Größe eines meiner Kinder, und die kostet dann nur noch 2€, weil die muß ja weg, dann nehm ich die zu 90% mit, weil Leggins braucht man ja immer...
        Deswegen war ich letztes Jahr auch schonmal für Monate nicht mehr dort, weil ich gemerkt habe, dass mir es gerade da immer so geht.
        Thema Jako-o, die Sachen da sind preislich eher am oberen Ende meines Preisspektrums. Die Qualität stimmt meist, ich hätte schon beim ersten Kind mehr dort kaufen sollen, bei dreien hätte es sich dann bezahlt gemacht. Aber wo die Sachen hergestellt werden, weiß man ja auch nicht wirklich. Das was Du schreibst hatte ich nicht gelesen, ist aber schön zu hören.
        Auf Basaren kaufe ich für die Kinder auch regelmäßig, aber für meine große Tochter ( 8 ) wird es dann langsam schwierig, sie hat größtenteils neue Sachen im Schrank.

        Viele Grüße

    Du könntest auf Basaaren gebrauchte Kleidung kaufen, dort sind viele Markensachen aber auch billige Sachen vertreten.

    So haben die Kleider noch einen guten Zweck wenn sie noch einmal getragen werden und nicht weggeworfen werfen und andere kaufen sich aus dem Grund neue bei Kik und Co.

    Und dort bekommt man auch sehr viele Schnäppchen.

    Muss ja nicht immer neu sein. Ich habe auch viel von dort, eben weil sie noch so schnell wächst und manche sind sogar nie getragen geworden

    lg

    • Danke für Deine Antwort.
      Auf Basaren kaufe ich viel, aber für unsere große Tochter ( 8 ) wird es da langsam schwierig was zu finden.

      Und wir Eltern brauchen ja auch noch was zum Anziehen...

(9) 06.05.13 - 13:53

hi du,
ich bin gerade auf genau dem gleichen trip wie du und suche, suche, suche.. ich hab ein paar onlineshops gefunden, allerdings gefaellt mir zum einen die kleidung nicht, zum anderen muss ich kleidung anfassen und anprobieren koennen, bevor ich kaufe.

ich frage seit neuesten in den geschaeften, wo die kleidung produziert wird und bekomme da teilweise die krudesten geschichten, sowie wirklich verdutzte gesichter zu sehen. hier in norwegen steht nicht einmal immer auf dem kleidungsstueck wo es produziert wird, sondern oft nur "import". ich denke mir beim fragen nach dem produktionsstand oft, dass es vielleicht schon immerhin etwas ist, verkaeufer aufmerksam zu machen. kommen solch nachfragen gehaeuft, wird es irgendwann zum thema. schon dieser ansatz ist was wert, meiner meinung nach.

aber wie gesagt, ich suche immernoch nach huebscher fairtrade kleidung. hast du was gefunden, sag mir bitte bescheid :-)

lg
hege

  • (10) 06.05.13 - 20:53

    Hallo,

    ja, vielleicht ist das so ein Anfang, nachzufragen, bewußt zu kaufen.
    Ich habe oben schon geschrieben, vermutlich muß ich mich von meinem Alles-oder-nichts-Gedanken verabschieden und das ganze Stück für Stück angehen.

    Viele Grüße

Hallo.

<<<Ich bin wirklich dankbar für Tips, Strategien und Denkanstöße.
<<<<

Nun ja, am Besten du ziehst in den Wald und lebst wie Öfföff. :-)

Das Problem ist, es ist nicht nur die Kleidung. Wenn du wirklich fairtrade handeln möchtest, dann darfst du dir auch kein Handy, TV, Auto usw. kaufen. Siehe damals der Skandal, als sich einige der Mitarbeiter in China (?) selbst umgebracht haben wegen der schlechten Arbeitsbedingungen. Diese Firma hat Teile für das Iphone hergestellt.

vg

  • (12) 06.05.13 - 15:44

    hi du,
    gibt es in deiner welt nur schwarz oder weiss? muss man denn wie øko leben, nur um fairtrade zu handeln? klein faengt es sich an, ich bin nicht der meinung, dass amn entweder ALLES perfekt tun sollte, oder es gleich bleiben lassen soll.
    in meiner welt gibts schattierungen und ich finde es besser, man steuert einen kleinen teil zum wohl aller bei, als dass man es gleich bleiben laesst.

    jeder faengt mal an, und die meisten tun es "klein"

    gruss
    hege

    • (13) 06.05.13 - 17:22

      <<<gibt es in deiner welt nur schwarz oder weiss?<<<<

      Öhm #kratz, nein!

      Wie kommst du darauf?

      Ich finde es toll, dass die TE sich Gedanken darum macht. Ich finde es gut, dass sie den Anfang macht, etwas zu ändern.

      Es ist halt heute leider so, dass so gut wie alles (nicht nur Textilien) in Billig-Lohn-Ländern produziert wird. Es ist quasi kaum möglich so "richtig" fairtrade zu leben. Da wird im Geschäft 50 Euro für ein Fairtrade-Shirt gezahlt, und danach wird im MediaMarkt der Billig-Mixer aus China gekauft.

      Mein Gewissen (gegenüber den Arbeitern) wäre nicht leichter, nur weil ich Fairtrade-Klamotten im Schrank habe.

      • (14) 06.05.13 - 18:33

        hi,

        na ich komme darauf weil du schreibst, dass man nur dann richtig fairtrade lebt, wenn man gleich alles nur erdenkliche umstellt. so wie du schreibst, klingt es, als mache es keinen sinn fairtrade-kleidung zu kaufen, weil man ja dennoch nixht-fairtrade-elektronik kauft. klingt einfach als gebe es fuer dich nur das alles-oder-nichts-prinzip, schwarz/weiss also.

        ich find es gut, irgendwo anzufangen, egal ob kleidung oder elektronik oder ob man sich einfach darueber gedanken macht, ob man im winter erdbeeren essen muess. jedem gedanke kann ein beitrag bedeuten, dass die welt ein wenig "sauberer" wird. das ist per se gut und richtig.
        gruss
        hege

(15) 06.05.13 - 17:08

Genau, dann macht man sich am besten gar keine Gedanken und konsumiert weiter wie bisher. Ist ja eh alles sinnlos.

Ironie off.

Etwas umsetzen ist besser als nichts.

(19) 06.05.13 - 17:33

<<<<Genau, dann macht man sich am besten gar keine Gedanken und konsumiert weiter wie bisher. Ist ja eh alles sinnlos.
<<<<

Wo habe ich das behauptet?#kratz

  • (20) 06.05.13 - 17:36

    Sorry, habe dich gerade mit derTE verwechselt.

    Aber dein Beitrag liest sich für mich so.. Habe ich offenbar falsch verstanden

    LG

    • (21) 06.05.13 - 17:47

      Macht nix.

      Ich hätte bei meinem 1. Posting dazu schreiben sollen, dass ich es gut finde, was die TE macht.

      Wir versuchen auch einiges, um die Umwelt zu schonen. Auch kaufe ich gern Second-Hand. Nur, wir können die Welt nicht retten.

      Solange die großen Unternehmen ihre Profitgier ausleben und (geschätzte) 95 % der Leute sich keinen Kopf machen, wird sich kaum an der Situation etwas ändern.

Danke für Deine Antwort,
Iphone hab ich keins und bei uns im Wohnzimmer steht ein Röhrenfernseher von vor der Jahrtausendwende.
Was ich sagen möchte, ich konsumiere auch in anderen Bereichen bewußt und der Wald als Alternative - gut, ich habe kurz drüber nachgedacht und mich dann spontan dagegen entschieden.
Ich werde nicht die Welt retten, wenn ich nicht mehr bei H&M kaufe, aber Stück für Stück lassen sich Veränderungen herbeiführen. Und irgendjemand muß ja anfangen.

Viele Grüße

(23) 06.05.13 - 15:04

Hallo,

da wirst Du Dir schwer tun.

Auch viele große Firmen wie Esprit lassen in Billiglohnländern produzieren.

Es gibt noch einige wenige Firmen, die in Deutschland produzieren (z.B., die mit dem Affen in der Werbung), aber die hat eigentlich nicht das, was ich möchte.

Und wenn Du mit Kleidung anfängst, darfst Du bei anderen Dingen, wie Elektrogeräten etc. nicht aufhören.

GLG

(24) 06.05.13 - 17:06

Hi,

das gleiche Problem habe ich auch. Faire Kleidung zu finden, die mir gefällt, passt und dann noch bezahlbar ist, finde ich sehr schwer.

Und von einem normalen Gehalt ALLES, da gehört ja nicht nur Kleidung zu, zu bezahlen, ist sehr schwer. Wir kaufen Lebensmittel möglichst Fairtrade und das ist logischerweise deutlich teurer. Wir verzichten dafür auf anderes.

Ein erster Schritt ist auch schon, nicht soviel zu konsumieren. Nicht jede Saison neu einkleiden,.. Wir lassen auch öfter Sachen nähen. Oder Second-Hand zu kaufen. Für unsere Kleine haben wir viel gebraucht gekauft. Das spart Geld, das man woanders sinnvoller einsetzen kann. Und schont die Umwelt.

Wir sind schon sehr bewusste Konsumenten, aber Kleidung ist, zumindest zur Zeit, schwierig meiner Meinung nach. Allerdings riecht man Kleidungsstücken auch oft schon die Produktionsbedingungen an. Standardmäßig Produziertes ist oft die reinste Schadstoffschleuder.

Weil wir soviel anderes aber umsetzen kühlt das etwas mein schlechtes Gewissen. Finanziell übler wird es übrigens noch, wenn man anfängt, sich über Möbel Gedanken zu machen.

LG

  • (25) 06.05.13 - 21:10

    Danke für Deine Antwort.
    Wir machen das ähnlich wie Ihr, außer dass ich beim Thema Kleidung erst am Anfang stehe. Basare habe ich schon genutzt, aber das Thema Nähen in den letzten Jahren nicht mehr weiterverfolgt. Früher habe ich ein bißchen selbst genäht, das sollte ich wieder aktivieren.
    Lebensmittel wenn möglich regional, saisonal, fairtrade, die Wegwerferei habe ich auch minimiert.
    Beim Thema Möbel sind wir als gelernte Schreiner fein raus, 90% unserer Möbel sind selbstgebaut. Aber ich weiß was Du meinst. Vor Wochen waren wir mal aus Versehen bei Roller, ich hätte ja das Heulen kriegen können, was da für ein Schund zu kaufen steht.

    Viele Grüße

Top Diskussionen anzeigen