KfZ Haftpflicht - Was darf ich sagen?

    • (1) 12.05.13 - 07:37

      Hallo,
      unsere Tochter (5) hat auf einem Parkplatz beim öffnen der Tür eine ordentliche Beule in das neben uns parkende Auto gehauen.
      Wir sind zum Auto zurück gegangen, unsere Tochter ging auf ihre Seite und mein Mann hat noch laut und deutlich "Mach bitte nicht die Tür auf!" gesagt. Sie: "Ja ja...." hat die Tür geöffnet und es hat gerummst."
      Nun meinte ein Bekannter wir dürften nicht erzählen, dass mein Mann das noch vorher gesagt hat, weil wir damit die Aufsichtspflicht verletzt hätten und die Versicherung dann nicht mehr zahlt (ich habs nicht ganz verstanden).
      Muss ich tatsächlich was beachten bei der Geschichte? Eigentlich möchte ich nur die Wahrheit sagen.
      Wir haben diese Versicherung seit sieben Jahren und das ist unser erster Schaden überhaupt.

      Kennt sich jemand fachkundig aus?
      Schonmal Danke!

      • Hallo,

        dein Bekannter erzählt quatsch. Passt ja auch gar nicht, wnen ihr eure tochter extra "ermahnt". Ist aber auch völlig egal für die Schadendarstellung. Sagt einfach, dass eure Tochter beim Aussteigen mit eurer Tür das nebenstehende Auto beschädigt hat. Was dein Mann noch vorher alles gesagt hat, interessiert die Versicherung dabei überhaupt nicht.

        vg, m. (bei einer Versicherung arbeitend)

        • Die Tochter ist unter 7...spielt das bei der Kfz-Haftpflicht bzgl. der Eintrittspflicht keine Rolle?

          • Ach, das hatte ich überlesen. Natürlich spielt das eine Rolle, zumindest dafür, ob die Versicherung abehnt oder nicht. Die Aussage des Bekannten ist trotzdem quatsch. Und für die Schadenschilderung reicht es, wenn man eben einfach schreibt, dass das 5 jährige Kind im Beisein der Elter die autotür mit schwung aufgemacht hat. Mn kann natürlichnoch hinschreiben, dass es trotz Ermahnung des Vater geschah. dann sollte es aber hieb- und stichfest ein.;-)

            • Ich bin keine Versicherungsexpertin, aber ich habe interessehalber mal gegoogelt und irgendwie scheint nicht mal Einigung dahingehend zu bestehen, ob die Kfz-Haftpflicht oder die private Haftpflicht in so einem Fall zuständig sind.

              Bei der privaten Haftpflicht kann die Ermahnung schon einen Unterschied machen. Das Kind ist nicht deliktfähig, das heisst die Eltern müssen die Aufsichtspflicht verletzt haben, damit die Privat-Haftpflicht zahlt (es sei denn natürlich, deliktunfähige Kinder sind in der Police eingeschlossen). Und die Ermahnung könnte genau den Unterschied machen. Wurde die Aufsichtspflicht nicht verletzt, würde der andere Autofahrer auf seinem Schaden sitzen bleiben. Ob die Kfz-Haftpflicht auch die Deliktfähigkeit von Kindern berücksichtigt: Keine Ahnung.

              Grüsse
              BiDi

              • Die Kfz-Haftpflicht, da es beim Gebrauch des Fzg passiert ist (ein-und aussteigen, be- und entladen gehören zum Gebrauch)

                und nein, die ermahnung macht eben keinen unterschied, da eine Ermahnung nicht zwingend erforderlich ist, um der eigenen Aufsichtspflicht nach zu kommen. Die Eltern haben hier auch ohne Ermahnung die Aufsichtspflicht NICHT verletzt.

    Hallo,
    sowas Ähnliches ist uns vor einigen Jahren auch passiert. Mein ältester Sohn war damals 12 Jahre alt. Wir parkten auf einem Parkplatz, draußen war es extrem windig. Er machte die Türe auf und ein Windstoß ließ diese gegen das neben uns parkende Auto krachen. Der Schaden betrug damals knapp 1500 Euro. Übernommen hat den Schaden dann allerdings nicht unsere KFZ-Haftpflicht, sondern die private Haftpflicht. Was ich natürlich super fand, denn dadurch wurde ich nicht hochgestuft.

    Ich würde dir raten, auf jeden Fall bei der Wahrheit zu bleiben. Denn entweder zahlt das eure Versicherung oder eben nicht. Wenn deine Versicherung das nicht übernimmt, weil das Kind nicht deliktfähig ist, dann musst du das auch nicht zahlen, wenn du die Aufsichtspflicht nicht verletzt hast. In diesem Fall würde der Geschädigte auf seinem Schaden sitzen bleiben.

Bleibn doch einfach bei der Wahrheit und erzähl es der Versicherung so, wie es war!

Zahlt die Versicherung nicht, dann zahl doch den Schaden. Wir hatten das schon zweimal und einmal haben wir selber in die Geldbörse gegriffen, beim zweiten Mal war es das Auto von einem anscheinend reichen Herrn, der auch noch neben dem Auto stand. Er hat gemeint, dass das schon so ok ist und das ja keine Absicht vom Kind war.

Warum ich den Schaden zahlen würde, auch wenn ihr es evtl. nicht braucht:

Mir fuhr im Parkhaus mal ein Mann an, ich hab es gar nicht gemerkt und den Schaden erst entdeckt, nachdem mich abends die Polizei anrief und fragte, ob das NUmmerschild XL mir gehöre und ich einen Schaden am Auto hätte.
Na, jedenfalls hat der Mann wohl lange auf mich am Auto gewartet und ich kam nicht (war shoppen). Nach einer Weile fuhr er dann zur nächsten Polizeiwache und hat sich selbst angezeigt.

Hätte er das nicht gemacht, dann wäre ich auf dem Schaden sitzen geblieben (etwas über 1000€).

Ich denke mal, auch wenn das Gesetz es so vorsieht, dass Kinder bis zu einem bestimmten Alter nicht deliktfähig sind, sollte man sich überlegen, wie man sich selber ärgern würde wenn man auf einem solchen Schaden sitzen bleibt.

Übrigens kam es uns billiger, den Schaden beim ersten Mal selber zu zahlen ohne Versicherung. Denn man wird hochgestuft und das wird dann auf Dauer evtl. doch teurer.

Mona

  • Vielen Dank für deine Antwort.

    Einen Schaden in der Höhe selber zu zahlen ist uns derzeit leider nicht möglich.
    Von mir aus werden wir dann hochgestuft, es soll niemand auf dem Schaden sitzen bleiben, das wäre wirklich ärgerlich.

    Ich werde einfach sagen wie es war und abwarten was passiert.

Zunächst mal hätte Dein Mann mit dem Satz gerade seine Aufsichtspflicht erfüllt. Weshalb soll er sie damit verletzt haben?

Dann muss man trennen zwischen der Kfz-Haftpflicht und der Privathaftpflicht.

Bei der Kfz-Haftpflicht spielt das Ganze keine Rolle. Die haftet ohnehin für diesen Fall. Egal ob mit oder ohne Aufsichtspflichtverletzung.

Du solltest aber trotzdem versuchen die Sache zunächst über die private Haftpflicht zu regulieren (dort also anmelden).

Die reguliert in manchen Fällen solche Schäden. Viele denken dies wäre aufgrund der Bezinklausel ausgeschlossen. Es kommt aber auf den Einzelfall insbesondere auf den Verursacher an.

Der Versuch schadet jedenfalls nicht (wobei hier gerade wegen dem Warnsatz argumentiert werden könnte, dass eben keine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt und somit keine Haftung der PRIVATHAFTPFLICHT).

Die Kfz-Haftpflicht haftet wie gesagt sowieso. Da brauchst Du keine Bedenken zu haben.

P.S:

Warum hat eure Tochter sich eigentlich über so eine klare Ansage hinweggesetzt? Dafür gäbe es bei mir deutliche Worte.

In anderen Situationen kann so ein Nichthören zu sehr dramartischen Folgen führen.

Im Straßenverkehr ist das Wort der Eltern unabdingbares "Gesetz". Da darf es keine Spielraum für eigne "Interpretationen" geben.

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