Enteignet

    • (1) 24.05.13 - 12:25

      wenn der Körper zum Objekt wird.

      Sonia Mikich hat über das, was sie erlebt hat, ein Buch geschrieben. Und recherchiert. Sie kann das!
      http://www.zeit.de/2013/18/sonja-mikich-enteignet

      in Kürze
      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/gesundheitssystem-wie-die-klinik-krank-macht-11760065.html

      in Wort und Bild
      http://www.mdr.de/mediathek/fernsehen/video125382_zc-7931f8bf_zs-2d7967f4.html

      Ich warte sehnsüchtig darauf, dass das Buch bei mir ankommt. Vielleicht interessiert dieses Buch ja noch jemanden. Sollte es eigentlich

      • Hallo,

        ich kenne im ARD Programm exakt eine einzige Arztserie....welch Drama...

        Da ich nicht zu den Serienguckern gehöre, kann es auch sein das ich da nicht informiert bin.

        Das was ich bisher so an Arztserien mal gesehen habe ist defintiv unglaublich seicht, aber meine Erfahrungen belaufen sich da auf die Schwarzwaldklinik ( da war ich noch jung und hab das mit meiner Oma gerne geguckt) oder Emergency Room...das ich damals geguckt habe um mitreden zu können *lol*.

        Ich denke nicht das ein halbwegs gescheiter Mensch davon ausgehen kann das diese Serien die Realität darstellen und bei allen die nicht so gescheit sind das sie das wissen müßte man das komplette Fernsehprogramm verbieten, zumindest alles das nicht die Realität darstellt.

        Alles in Allem...kann man sich auch sehr in eine Art Paranoia hineinsteigern und natürlich immer erstmal davon ausgehen das alle anderen mit denen man so zu tun hat entweder dumm bzw. grenzdebil sind und nicht selber bemerken können was um sie herum passiert oder aber sobald sie eine Beratende oder schlimmer noch ärztliche Position innehaben einfach nur noch geldgeil, korrupt, bösartig und hinterhältig sind.

        Das scheint mir sehr, sehr bedenklich zu sein. Eine gesunde Portion Misstrauen in allen Ehren, aber sich von soetwas hineinzusteigern scheint, mir persönlich, nicht so gesund.

        Obwohl schön öfter gesagt, möchte ich nochmals betonen das dies lediglich meine eigene Meinung darstellt und das natürlich für andere überhaupt nicht zutreffen muß.

        liebe Grße

        Andrea

        • >>Ich denke nicht das ein halbwegs gescheiter Mensch davon ausgehen kann das diese Serien die Realität darstellen <<

          Darauf antworten möchte ich mit einem Text, den jemand anderer geschrieben hat der aber sehr gut ausdrückt, was ich denke

          >>Alle, die Frau Mikich kritisieren, übersehen, dass es in der Tat so ist, dass die Leute etwas glauben, wenn man es nur oft genug eingeredet bekommt. TV-Serien eignen sich dazu sehr gut. Rechtsanwalt Udo Vetter beschrieb mehrmals auf seinem "lawblog", dass viele Menschen heute nicht mehr ihre Rechte gegenüber Ermittlungsbeamte kennen. Schon mit Schimanski hat uns in den 80er Jahren das Fernsehn eingelullt, dass Polizisten Recht brechen dürfen, wenn es um die "gerechte Sache" geht.<<

          und dann denke mal an die Reaktionen "des Volkes" im Entführungsfall Jacob von Metzler und dem dann folgenden Daschner-Prozess

          ich möchte dir noch einmal antworten. Ich bin ehrlich genug, auch diesen Text nicht als den meinigen auszugeben. Ich zitiere weil es dem entspricht, was auch ich sagen möchte. Ich hoffe, das geht für dich in Ordnung, dass ich die Texte direkt übernehme und nicht hier und da ein klein wenig verändere. Es sagt ja genau das aus, was ich sagen will

          >>Kritische Menschen wie die, die in diesem Forum schreiben, können natürlich stets scharf zwischen Realität und Fiktion trennen, klar. Es gibt jedoch auch weniger kritische Menschen, die ohnehin dazu neigen, zu glauben, dass Profis a) sich wirklich auskennen und b) auch zum Wohle ihres Patienten oder Kunden handeln und nicht etwa wegen finanzieller Vorteile zu dessen Nachteil. Deren optimistische Grundhaltung wird durch die üblichen TV-Serien mit durchwegs extrem fähigen und engagierten Helden immer weiter verstärkt, so dass sie gar nicht auf die Idee kommen, mal nachzuhaken. Ältere Menschen neigen besonders zur Gutgläubigkeit, stellen die meisten Krankenhauspatienten und sind die treuesten Zuschauer der Arztserien der öffentlich-rechtlichen, sie sind also besonders gefährdet, Fehlbehandlungen ergeben hinzunehmen. Insofern hat Frau Mikich sicherlich Recht mit ihrer Kritik.<<

          >>In erster Linie kritisiert Frau Mikich das Krankenhaussystem, wo offenbar einerseits überflüssige OPs ausgeführt werden, weil diese von den Krankenkassen gut vergütet werden und andererseits keine Zeit bleibt, sich sorgfältig mit den Patienten zu befassen, bzw. diese Zeit eben nicht vergütet wird. In zweiter Linie kritisiert sie die Abbildung der Realität im öffentlichen Rundfunk, der einen Informations- und Bildungsauftrag hat (und dafür von der Gesellschaft bezahlt wird) und nicht den Auftrag, den Bürger einzulullen.<<

          Ich habe jetzt angefangen, das Buch zu lesen

    Hi,

    schön, dass das mal thematisiert wird. Ich bin jetzt sehr sehr froh über die Möglichkeiten, welche die moderne Medizin bietet. Wirklich. Jedesmal wenn ich beim Zahnarzt bin, freu ich mich riesig, in diesem Jahrtausend zu leben.

    Aber ich denke, die Herausforderung ist, selber zu sortieren, was man sich als Patient antun möchte und was man einem hilft. Und wann einem die Medizin zu weit geht/mehr schadet als nutzt. Dafür muss man sich aber gut informieren können und die Nerven haben, Behandlungen, die einem nahegelgt werden auch gegebenenfalls abzulehnen.

    Besonders gemerkt habe ich das aktuell während meiner Schwangerschaft. Die moderne Geburtsmedizin ist ein besonders abschreckendes Beispiel.

    LG

    Meine Mutter hat sich einen MRSA-Keim im Krankenhaus eingefangen und fast ihren Fuß verloren - trotz Isolierzimmer trugen die Schwestern nur sporadisch Masken und sterile Kittel, die Putzfrauen feudelten einfach mal ohne alles durch.
    Erst nach drei Tagen und mehrmaligen Hinweisen änderte sich das - der Keim hat sich derweil wahrscheinlich fröhlich weiter verbreitet...

    Eine verpfuschte weil eilig "dazwischengeschobene" Rückenmarkspunktion hat mir eine bis heute taube Stelle und die übelsten Schmerzen meines Lebens beschert.

    Ohne meinen Vater (Heilpraktiker, Chemiker) der bei jedem meiner Krankenhausaufenthalte vollständige Akteneinsicht verlangte hätte ich bereits drei sinnlose Operationen erlebt.

    Auch eine teure und fragwürdige stationäre Therapie meiner MS haben wir nach kurzer Zeit mangels Erfolg abgebrochen und die Medikation selbst zusammengestellt.
    Ich war nur Tage später nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen und symptomfrei - inzwischen seit 13 (!) Jahren.

    Seitdem hat mich keine Klinik mehr von innen gesehen und das bleibt auch so, allenfalls würde ich mir dort noch einen Gips abholen falls ich mir etwas breche.

    Es ist dringend an der Zeit dieses System zu hinterfragen.

    LG, katzz

    • Da hast du wirklich viel mitgemacht. Es geht vielen so wie dir, ich spreche aus, nicht ganz so schlimmer, Erfahrung.

      LG

      >>Es ist dringend an der Zeit dieses System zu hinterfragen.<<

      ja. Aber wie so oft werden Dinge, z. B. das, was du erlebt hast. von andern heruntergespielt, verharmlost, weil sie selbst noch nie negative Erfahrungen gemacht haben. Und, Leute die kritisch eingestellt sind, Kritik üben werden als paranoid hingestellt.

      Schön, dass es dir gut geht und du das alles gut überstanden hast#winke

      • Zumindest den Menschen in meinem Umfeld kann ich Dank meiner Erfahrungen helfen weniger naiv zu sein - und inzwischen habe ich auch viel von meinem Vater gelernt und gebe das weiter.

        Ich werde zu gegebener Zeit auch meine Erfahrungen mit der MS in Buchform herausgeben - nur als Erfahrungsbericht - weil in diesem Bereich wirklich unglaublich viel Humbug von Ärzten betrieben wird.

        LG, katzz

        • gerade mit MS wird Schindluder betrieben. Ohne Ende. Weils Kohle bringt. Weil die Menschen, die davon betroffen sind, hilflos sind, jeden Strohhalm ergreifen.

          Wenn mit Krankheit Geld verdient wird, wenn Aktiengesellschaften die Verwaltung, die Administration von Krankenhäusern inne haben, wenn es um Gewinnoptimierung geht, dann ists schlecht um die Menschlichkeit bestellt, dann zählt der Mensch in seinem Wunsch nach Gesundheit nur noch als Geldeinnahmequelle.

          Ein Krankenhaus sollte am Jahresende eine schwarze Null schreiben. Das wär ok, oder?

Hi !

Und jetzt ?
Was machst du jetzt wenn es dir schlecht geht und du ärztliche Hilfe benötigst ?
Lässt du dich dann nicht behandeln aus Angst du könntest "enteignet" werden ?
Würdest du deinem Kind ärztliche Hilfe verweigern ?
Klar ist das sch**** was dieser Frau passiert ist.

Aber es gibt doch auch sehr, sehr viele Patienten die absolut zufrieden weiterleben können weil ihnen ein Arzt, gemeinsam mit den Menschen die in der Pflege tätig sind, geholfen hat wieder gesund zu werden.

Gruß,

vam-pir-ella

Ps.: Wer die Arztserien im TV für Realität hält, der glaubt auch dass Richter Andreas Hold live aus dem Gerichtssaal gesendet wird. Allein die Aussage "Ich verüble meiner ARD tatsächlich sehr, dass sie diesen süß parfümierten Hirnschiss mitmacht" zeigt wieviel Intelligenz Sonia Mikich ihren fernsehschauenden Mitmenschen zutraut.

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