Menschen gibts...

    • (1) 30.05.13 - 12:34

      Hallo,

      ich kam gerade nach hause gefahren und hätte um ein Haar, es war wirklich gaaanz knapp, zwei Radfahrer über den Haufen gefahren.

      Ich fuhr mit 30, da ich gerade erst um die Kurve kam, die Straße durch parkende Autos ziemlich blockiert ist und es in Strömen auf die Backsteinstraße regnete, geradeaus. Da kommen die zwei Radfahrer von rechts, also linksabbiegend aus der Straße geschossen und hätte ich nur eine sekunde später die vollbremsung samt aquaplaning vollzogen, hätte ich sie umgesäbelt. Aber sowas von.Ich kam buchstäblich mit meiner linken Vorderseite am Hinterrad der Einen zu stehen.
      Und statt erschrocken zu sein udn sich schuldig zu fühlen, zeigt mir doch die Dame vorneweg einen Vogel!
      Ich war sowas von erschrocken, aber das hat meine Lebensgeister wieder geweckt. Bin aus dem Auro raus und habe scharf gefragt, ob sie denn heute morgen mit dem Leben abgeschlossen hätten oder was der Mist solle.
      Da meinten die beiden doch kackfrech, dass ich ja hier angerast gekommen sei und überhaupt. In dem Moment bin ich dann lauter geworden. 30! bin ich gefahren, wo 50 erlaubt sind. Ich hatte eindeutig Vorfahrt, die sie mir genommen haben udn die haben die Dreistigkeit mit mir zu diskutieren.
      Dann waren sie kurz ruhig und der mann meinte: Wär was passiert hätte es Aussage gegen Aussage gestanden udn da keine Zeugen da waren, hätte ich sowieso die Schuld bekommen.

      Meine weiteren Worte kann ich hier nicht wiedergeben.

      Ich bin dann nach Hause gefahren und hab mir nen Glas Rotwein von gestern Abend eingegossen.

      jetzt bin ich nicht mehr erschrocken sondern mehr sals wütend über so viel Dreistigkeit und bin am überlegen, dass die beiden wohl gar nicht so unrecht hatten. Ohne Zeugen, bremsspuren durch regen nicht zu sehen, hätte ich, obwohl klar unschuldig, wohl ne Teilschuld bekommen.

      lg

      • Hi,

        ja als Autofahrer bekommt man IMMER eine Teilschuld bei so einem Unfall.
        Mir ist auch einmal ein Fahrradfahrer ins Auto gefahren. 2 Jungs auf einer Straße nebeneinander. Ich bin gaaaanz link am Rand vorbeigefahren und einer der Jungs hat den anderen in mein Auto geschubst. Dank Bremsspuren auf der linken Seite und sofort herbeigeholter Polizei konnte meine Unschuld zwar bewiesen werden aber eine Teilschuld bekam ich trotzdem....

        Ich kann dich absolut verstehen. Ich wäre wohl auch ausgerastet bei einem derart dreistdummen Verhalten.

        LG

        Auch wenn Du das "richtige" meinst ist Deine Formulierung juristisch nicht korrekt. Und auch das Ergebnis stimmt so nicht.

        Wer "so schnell haftet" wie Du meinst ist der Halter des Kfz. Nicht der Fahrer (bei diesem wird übrigens ein Verschulden vermutet was er aber widerlegen kann; wenn ihm dies gelingt ist eine Haftung des Fahrers nicht gegeben. Trotzdem kann der Halter haften).

        Ohne Verschulden gibt es also auch keine Teilschuld am Unfall. Es kann aber wie gesagt trotzdem eine Mithaftung des Halters geben.

        Fährt man z.B. einen 8 Jährigen um, der zwischen parkenden Autos über die Straße läuft, der für den Fahrer nicht sichtbar war und der Unfall für diesen auch nicht vermeidbar war, wird der Halter (nicht der Fahrer!) den kompletten Schaden des Kindes als auch den am Pkw tragen müssen.

        • Du so genau kann ich dir das nicht sagen.

          Mir wurde jedenfalls vor Gericht eine Teilschuld ausgesprochen, obwohl vorher eindeutig festgestellt wurde, dass dieser Unfall von mir nicht zu vermeiden gewesen wäre. Da ich Halter und Fahrer war, kann ich dir nicht sagen, WEM dieses Urteil genau galt.

          • Wurde wirklich von Teilschuld gesprochen? Dann müsste dir als Fahrer auch ein Verstoß gegen eine Vorschrift der StVO vorgeworfen worden sein.

            (Mit)Haften kann der Halter aber auch ohne Verschulden. Dort geht es um Mitverursachung.

            Mitverursachung und Mitschuld sind streng genommen zwei paar Schuhe.

            Wenn zwei auf einer mit Ampel geregelten Kreuzung zusammenstoßen und beide behaupten grün gehabt zu haben und keiner kann etwas beweisen hat juristisch keiner nachweisbar gegen eine Vorschrift vertstoßen. Keiner hat also "schuld". Trotzdem haften beide zu 50 % für den Schaden des Gegners.

            • Der Richter sprach von Teilschuld weil ich eben der "stärkere" Verkehrsteilnehmer war.

              Festgestellt wurde folgendes:

              - Die Radfahrer haben mich beide bemerkt. (Eigene Aussage der Radfahrer!) Das war auch mir als Fahrer klar, da sie sich vorher noch zu mir umgesehen haben.
              - Ich konnte nicht weiter links ausweichen, da ich sonst die Straße verlassen hätte. Das konnte anhand der Bremsspuren auch nachgewiesen werden
              - Ich war nicht zu schnell unterwegs und die Straße lief über einen Kilometer rein geradeaus.
              - Der Radfahrer hat schlußendlich zugegeben, das ER in mich reingefahren ist.

              Zu verhindern wäre dieser Unfall wohl nur gewesen, wenn ich direkt hinter den Radfahrern geblieben wäre mit entsprechenden Sicherheitsabstand.

              Trotz allem habe ich eine Teilschuld von 20% bekommen. Mein Anwalt damals meinte noch, das dies wohl völlig normal wäre.

              • Bezüglich der Haftungsquote ist das auch völlig normal.

                Die Größenordnung spricht auch nicht dafür, dass Dir eine Mitschuld unterstellt wurde, da 20% schon die "normale" Betriebsgefahr darstellen.

                Dogmatisch sauber hätte es aber dann heißen müssen dass dich eine Mithaftung/Teilhaftung trifft.

                • Ok. Unterm Strich ist es aber denke ich völlig egal.

                  Völlig ohne Beteiligung kommt man als Autofahrer jedenfalls nicht aus so einem Unfall raus.;-)

                  • Und nochmal: Als HALTER kommt man da jedenfalls nicht ohne Haftung heraus. Als Autofahrer kann man eine Haftung abwenden, wenn man nachweist das einen kein Verschulden trifft.

                    Das hängt letztlich vom Einzelfall ab.

                    Wenn der Radfahrer besonders grob verkehrswidrig fährt kann auch mal die Betriebsgefahr des Kfz zurückstehen.

                    Bei einem Unfall während eines "gefährlichen" Überholmanövers wird das aber kaum der Fall sein.

                    Bei einem "Kamikazeflug" des Radfahrers bei Rot über eine Ampel kann aber sogar auch der Halter mal ungeschoren davonkommen.

    (12) 30.05.13 - 12:54

    Dumme Frage - aber wieso hattest du Vorfahrt wenn die Radler von rechts kamen? Oder hab ich was überlesen?

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