Kindergeburtstag ... kurzfristige Absage der Kinderanimation . Wie ist das rechtlich ?

    • (1) 30.05.13 - 19:57

      Hallo zusammen,

      wir hatten heute Kindergeburtstag ...

      Vor 4 Wochen habe ich eine Dame gebucht, die rein prof. Kinderschminken anbietet, mit Geberbe, Rechnung ect. also ganz offiziel. Ich habe Ihr verbindlich einen Vertrag unterschrieben, und Sie hat mir eine verbindliche Zusage per Mail geschickt, indem Sie alles für den heutigen Termin bestätigt hat ! Rein rechtlich ist also ein Vertrag zustande gekommen.!
      Nun ist die gute Dame heute nicht aufgetaucht ... und hat nur eine kurze Mail an mich verfasst ( heute Vormittag), sie war für 15 h gebucht , daß Sie nicht kommen könne :

      "Guten Tag Frau xxx, es tut mir sehr leid, aber ich muss Ihnen für heute absagen. Leider habe ich keine Telefonnummer von Ihnen, sonst hätte ich Sie persönlich angerufen. Es ist ein dringender familiärer Notfall dazwischen gekommen. Ich hoffe sehr dass Ihre Tochter heute dennoch eine schöne Geburtstagsfeier haben wird. Ich bitte um Verständnis, ich bin halt auch eine Mama und die eigenen Kinder gehen halt vor. "

      In dem Vertrag stehen meine Adresse, sowie Festnetzt und Handynummer !!!

      Jetzt zu meiner Frage : kann ich die Frau in Regress nehmen ? Kennt sich da jemand aus ?

      Die Feier wäre natürlich fast den Bach runter gegangen, weil das Schminken als großer Act angekündigt war. Durch blöden zufall ist die große Schwester eines der geladenen Kinder eingesprungen und hat ein bißchen geschminkt ... und hat mir somit den Popo gerettet!

      Schön ist das ganze nicht ! Ich bin ja auch Mutter und muß meinen geschäflt. Verpflichtungen nachkommen und Verträge einhalten ! Und kann nicht 2 Std. vorher Absagen.
      Hab ich Schadenersatzansprüche an diese Frau ?

      Der Vertrag wurde nicht unter Vorbehalt geschlossen!
      LiebenDank an Alle die mir da helfen können !

      Gruß

      die Zicke

      • Wenn Du z.B. kurzfristig einen Ersatz zu einem höheren Preis hättest engagieren müssen sehe ich Schadensersatzansprüche für gegeben.

        Welchen finanziellen Schaden willst Du aber geltend machen? Es ist ja (glücklicherweise) keiner eingetreten.

        Bleiben nur Ansprüche immaterieller Art auf Schmerzensgeld (ähnlich entgangener Urlaubsfreude). Diese sind aber nur in den durch das Gesetz bestimmten Fällen ersatzfähig.

        Im Reiserecht gibt es das ausdrücklich. In Deinem Fall aber nicht.

        Ich sehe auch kein ungewöhnlich hartes Ergebnis, dass die Vertragsverletzung ohne rechtliche Sanktion bleibt. So unerfreulich das Ganze ist.

        Unterm Strich sehe ich daher keine Anspruchsgrundlage für einen Schadensersatz.

        Gegebenfalls könnte man zukünftig über eine im Vertrag zu regelnde Vertragsstrafe nachdenken.

        Der muss aber einvernehmlich geschlossen werden.

        Ich würde auch sagen, dir ist kein Schaden entstanden. Und das ist nun mal die Voraussetzung, um Schadenersatzansprüche geltend zu machen...

        Findest du das nicht ein bisschen kleinlich?

        Das Schminken auf dem Kindergeburtstag ist ausgefallen - es ist dir kein Millionengeschäft durch die Lappen gegangen.

        Wie ist es denn umgekehrt wenn dein Kind krank ist? Würdest du nicht auch versuchen, bei ihm zu bleiben? Ich würde in einem solchen Fall den Geburtstag eines fremden Kindes und die paar Kröten auch hintenanstellen.

        Hab doch ein bisschen Verständnis. Doof gelaufen und gut.

        • "Wie ist es denn umgekehrt wenn dein Kind krank ist? Würdest du nicht auch versuchen, bei ihm zu bleiben?"

          Es gilt aber nunmal der Grundsatz "Verträge sind einzuhalten".

          Wenn Du am Montag Dein Auto zur Reparatur bringst und drauf hinweist, dass Du am Donnerstag in Urlaub fährst und der Mechaniker dann am Mittwoch abend sagt "sein Kind war krank und er msste dort bleib3n" wird Dein Verständnis bestimmt weniger weit gehen wie jetzt oder?

          • Grundsätzlich hast du natürlich Recht aber ich finde, du vergleichst Äpfel mit Birnen.

            Fällt mein langersehnter Urlaub wg einer verpatzten Reparatur ins Wasser tut mir das auch finaziell sehr weh, da ich den dann schon gebucht und gezahlt oder angezahlt hab.

            Hier ist lediglich das Kinderschminken auf dem Geburtstag ausgefallen, einen finaziellen Schaden hatte da nur die Tante die schminken sollte.

            Von daher finde ich allein den Gedanken an einen "Schadenersatz" schon sehr überzogen.

            • Die Frage der TE ist juristisch vollkommen berechtigt.

              "finanziell sehr weh, da ich den dann schon gebucht und gezahlt oder angezahlt hab."

              Dann liegt auch ein materieller (finanzieller) Schaden vor. Materielle Schäden werden regelmäßig ohnehin ersetzt. Das Beispiel passt also nicht so richtig.

              Entgangene Urlaubsfreude ist eben kein materieller (finanzieller) Schaden, sondern ein imaterieller.

              Hier könnte man also auf die Idee kommen "entgangene Urlaubsfreude" wird "ersetzt" warum dann nicht "entgangene Geburtstagsfreude"?

              Da es für letzteres aber eben keine Anspruchsgrundlage gibt und immaterielle Schäden nur ersetzt werden, wenn ein Gesetz dies ausdrücklich vorsieht, gibt es eben kein Ersatz.

              Hier wird eben nur materieller Schaden ersetzt.

        Die Einstellung ist einfach nicht professionell, tut mir Leid.

        Ich kann sogar nachvollziehen, dass sie bei ihrem Kind bleiben wollte und bei einem richtigen Notfall wäre es sowieso eine andere Konstellation.

        Aber wenn man eine Dienstleistung anbietet, hat man sich auch anständig dem Kunden gegenüber zu verhalten.

        Das heisst entweder man organisiert eine Betreuung für das Kind oder man organisiert einen Ersatz für den Kunden.

        Und vor allem schreibt man in so einem Fall keine e-Mail, wenn es nur noch Stunden vor dem Einsatz sind, sondern man ruft an und kann nachträglich dies dann auch noch schriftlich bestätigen.

        Sie hat sich nicht korrekt verhalten und ich verstehe, dass die TE empört ist.

        Ich persönlich würde in dem Fall zwar nicht nach Schadensersatz fragen, aber die Kinderschminkerin auch nicht weiterempfehlen.

    Hallo,

    du willst Schadensersatz wegen einer ausgefallenen Animation auf einem Kindergeburtstag.
    Was ist bloß aus dem guten altem Topfschlagen geworden #schwitz

    Ganz im Ernst, du weißt nicht mal was passiert ist. Vielleicht gab es nen Unfall oder schlimmeres.

    Empfehle sie einfach nicht weiter und fertig.

    Schönen Abend wünsch ich dir!

    Meine Güte... stell Dir mal vor, vielleicht gab es einen Unfall oder sowas bei ihr....

    Regress?
    Welche Forderung weswegen schwebt Dir denn vor?
    Finanzielle Schäden gab es nicht, erwartest Du Schmerzensgeld?

    Mal ganz ehrlich, das kann nicht Dein Ernst sein, oder?

    (12) 31.05.13 - 10:10

    ..........Jetzt zu meiner Frage : kann ich die Frau in Regress nehmen ...

    Was schwebt Dir da vor?

    Ja das ist ärgerlich.

    Allerdings soll es Lebenssituationen geben in denen man Prioritäten setzen muss bzw. oft passieren auch Dinge auf die man selbst keinen Einfluss hat!

    Ich war neulich morgens auf dem Weg zur Arbeit. Wenige km von zu Hause entfernt fuhr mein Wagen plötzlich keinen Zentimeter mehr. Ich musste also bei der Arbeit anrufen und sagen dass ich mit meinem Wagen an der Landstraße stehe, dass ich da NULL wegkomme, noch ein Kind dabei habe und so lange der ADAC nicht da war auch nicht mein Auto verlassen kann.

    Ich war an diesem Morgen sehr froh dass mein Chef mir nicht sagte, dass ich einen Vertrag unterschrieben habe in dem steht dass ich am Montag morgen um 7.45 auf der Matte stehen muss. Sollte ich nicht da sein, würde er mich verklagen bzw. "in Regress nehmen".

    Das soll nichts anderes heißen als dass du auch mal in die Situation kommen kannst, in der du jemanden hängen lassen "musst" weil es einfach nicht anders möglich ist.

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