warum fehlen einem in so einer situation die worte?

    • (1) 08.06.13 - 16:59

      ich grübel schon den ganzen tag ...

      habe heute morgen meine mädels zum training gebracht und war danach noch ein paar kleinigkeiten einkaufen. eine frau mit zwei kleinen jungs, vielleicht 3 1/2 der große und 20 monate (maximal) der kleine waren so in etwa auf der gleichen strecke im laden unterwegs wie ich.

      trotz der sehr frühen uhrzeit war die mutter schon mehr als genervt von den beiden und reagierte auf fragen des großen immer nur unwirsch. der kleine, der bis dahin im einkaufswagen saß, wollte irgendwann raus, durfte aber nicht, was seinerseits in geschrei in dem erneuten versuch, aus dem wagen zu klettern, endete. ich bekam dann mit, wie die mutter ihn anraunzte "es reicht jetzt" und ihn nach einem klaps auf dem po recht unsanft wieder in den wagen beförderte und sein anschließendes weinen ignorierte.

      boah, mir tat der lütte so leid! ich weiß, wie schwierig zwei kleine kinder in dem alter sein können - die waren in etwa so weit auseinander altersmäßig wie meine beiden und ja, das ist manchmal anstrengend. aber ein klaps auf den po - das geht ja garnicht und ich möchte nicht wissen, wie es in solchen familien zu hause zugeht, wenn es keine zeugen gibt. und nein, es war keine assi-mama, sondern eine junge "brave" mittelstandsmutti.

      ich wär so gern zu ihr hin und hätte ihr gesagt, dass das nicht geht, so ein kleines kind zu schlagen, hätte irgendwas getan - aber mir fehlten die worte. auch jetzt, ein paar stunden später, weiß ich immer noch nicht, wie man in so einer situation am besten reagiert, welche worte man wählen sollte, die auch ankommen. und irgendwie schäme ich mich auch, weil ich sonst selten um worte verlegen bin.

      wie reagiert ihr/hättet ihr reagiert, wenn ihr an meiner stelle gewesen wärt?

      • Meinst du denn wirklich irgendwelche Worte bringen etwas bei jemanden, der schon in der Öffentlichkeit sein Kind schlägt?

        Vielleicht solltes du Fragen, ob sie bereits Hilfe bei einer Erziehungsberatung gesucht hat, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen.

        Wenn sie Ja sagt: gut.

        Wenn sie nein sagt oder garnicht antwortet o,ä, rufst du die Polizei.

        Den Kindern ist ja nicht geholfen, wenn du mit ihr schimpfst oder darauf hinweist, dass das dem Kind nicht gut tut.

        • "Wenn sie nein sagt oder garnicht antwortet o,ä, rufst du die Polizei."

          Na dann viel Spaß beim warten, dass kann unter Umständen dauern, vermute mal bis dahin ist die Mutter samt Kind schon lange wieder zuhause und hat die Einkäufe bereits verstaut, wenn nicht sogar schon gegessen.
          Von der Tatsache mal ganz abgesehen, dass da nichts dabei rauskommt, außer einer Gegenanzeige.

          • Das ist eine Straftat. Wenn die Dame nicht selbst wartet oder ihre Personalien rausgibt, hat jeder das Recht sie solange festzuhalten bis die Polizei da ist, wenn sie Anstalten macht zu gehen.
            Ja vorteilhaft wäre es, wenn noch jemand anderes die Situation gesehen hat oder der Laden videoüberwacht ist.

            Trotzdem bin ich absolut nicht der Meinung, dass man keine Anzeige stellen soll, nur weil der Täter eventuell etwas nicht zugibt oder einen selbst beschuldigt o.ä. Was macht das denn für einen Eindruck auf sämtliche Täter? Abgesehen davon, kann es sein, dass die Frau es zugibt. Oder das Jugendamt bereits weiß, dass es dort Probleme gibt und weiter hilft oder anders hilft.

            • Wenn ich meinem Kind einen Klapps auf die Windel gebe, denn mit 20 Monaten wird das Kind wohl kaum schon trocken sein, ist das also eine Straftat, danke für die Aufklärung, aber eine nachweisbare KV sieht anders aus.

              Deswegen wird sich auch kein Staatsanwalt hinreißen lassen und einen Beschluss erwirken zur Rausgabe, bzw. Einsicht der Überwachungsbänder, sofern sie bis zum Beschluss nicht sogar schon wieder überspielt sind.

              Was Deinen "Jedermans" Paragraphen angeht, daraus werden auch ganz schnell eine Freiheitsberaubung und eine Körperverletzung und somit Straftaten, nämlich wenn sich am Ende rausstellt das ein Klapps auf die Windel keine Straftat ist und somit Dein "Jedermans Recht" garnicht greift.

              Wenn man Deinen "Jedermans" Paragraphen nun weiterspinnt, könnte Dein Gegenüber sich jetzt ebenfalls beflügelt fühlen davon Gebrauch zu machen, weil es in Deinem Tun einen Eingriff in seine Rechte sieht und entsprechend reagieren.

              Je nachdem wer nun kräftiger ist, oder entsprechende Vorkenntnisse hat, könnte es ziemlich schmerzhaft für Dich werden.

              Übrigens auch nicht wundern, wenn Du beim Notruf gesagt bekommst, dass es etwas dauern könnte, weil derzeit alle Fahrzeuge im Einsatz sind und man Dir das nächste freie Fahrzeug schicken wird.
              Und ebenfalls nicht wundern, wenn dieses dann nicht mit Martinshorn und Blaulicht und die Ecke geschossen kommt, sondern mit normaler Fahrt schleicht und sich auch noch ordnungsgemäß einen Parkplatz sucht.

              Dies alles könnten Indizien dafür sein, dass man Dein Handeln für übertrieben hält und selbst die Mittagspause am Imbiss 2 Orte weiter noch als wichtiger eingestuft wurde.

              Die Dienstaufsichtsbeschwerde, die Du dann bestimmt gerne schreiben würdest, kannst Du Dir ebenfalls sparen, den immer die 3 F`s im Hinterkopf behalten: formlos, fristlos, fruchtlos....

        (6) 08.06.13 - 19:35

        Polizei rufen? Warum?

        Meinst du dann ist den Kindern geholfen?

        • (7) 09.06.13 - 10:14

          Ja natürlich, denn spätestens dann wird das Jugendamt darauf aufmerksam und bietet Hilfe an.

          • (8) 09.06.13 - 16:02

            Bis die kommt, ist die Frau weg. und es NIEMAND das Recht, jemanden festzuhalten.

            • § 127 StPO

              (1) Wird jemand auf frischer Tat betroffen oder verfolgt, so ist, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Identität nicht sofort festgestellt werden kann, jedermann befugt, ihn auch ohne richterliche Anordnung vorläufig festzunehmen. Die Feststellung der Identität einer Person durch die Staatsanwaltschaft oder die Beamten des Polizeidienstes bestimmt sich nach § 163b Abs. 1.

              Vorher bitte informieren.

              • Ich glaube kaum, das das, was der Te passiert ist, dazu berechtigt

                • Ich glaube kaum, dass wir darüber befinden können.

                  Zudem waren wir alle nicht dabei. Ein "Klapps", bei dem sich das Kind eher erschreckt, als dass es weh tut, sollte nicht ein Grund für das Erscheinen der Polizei sein. Wenn die Mutter jedoch richtig ausholt und das Kind sichtbar Schmerzen erlitten hat, dann wäre ich mir nicht so sicher. Andererseits kann ich auch gar nicht sagen, was ich denn in so einer Situation täte. Ich wäre wahrscheinlich ebenso sprachlos wie die TE.

    (12) 08.06.13 - 20:10

    Vor Jahren habe ich eine ähnliche Situation erlebt: Das ältere Kind saß im Wagen, das kleinere Kind war bei der Mutter auf dem Arm und brüllte wie wild. Die Mutter war offensichtlich mit den Nerven runter und schrie nur noch rum, der ganze Laden drehte sich schon nach ihr um.

    Ich dachte auch, ist die total bescheuert, mit einem schreienden, sich windenden Kind so rumzuschreien.
    Dann bin ich aber zu ihr hin und habe sie gefragt, ob ich ihr helfen kann, im ersten Moment hat sie mich angegiftet, dann war sie plötzlich stumm. Wir haben uns kurz unterhalten, das kleinere Kind beruhigte sich und ich habe für den Rest des Einkaufs ihren Wagen geschoben.

    Die Frau wusste vermutlich selber, dass sie sich falsch verhalten hat, aber da wieder rauskommen ist auch nicht einfach. Wenn dann noch alle gucken oder jemand einen anmault, wirds auch nicht leichter.

    • das ist wohl so und hilfe anzubieten, wäre wahrscheinlich die beste lösung, zumal ich glaube, dass die frau wohl nicht nur eine baustelle hat.

      wer morgens um halb neun schon so genervt ist, hatte wahrscheinlich nicht die beste nacht mit zwei kleinen kindern, eventuell einen kerl, der sich null einbringt (oder warum erledigt frau samstags morgens mit zwei kleinkindern den familieneinkauf allein?) und jede menge frust mit und über sich selbst und ihre situation.

      • Hallo!

        Also, dass "Klapsen", oder wie man es nennen mag natürlich überhaupt nicht geht, steht für mich ausser Frage. Natürlich darf das nicht passieren. Aber daraus zu schlussfolgern, dass diese Frau mehrere Baustellen hat, halte ich auch für übertrieben, zumindest laut Deiner Schilderung, ich habe die Situation ja nicht erlebt.
        Sicherlich wäre es nett gewesen, Hilfe anzubieten, aber dass Du in diesem Moment nicht darauf gekommen bist, ist ja auch nur menschlich.

        Wenn ich samstags mit zwei Kindern den Großeinkauf zu Fuß mache, denkte sicher auch so mancher "Ach, die arme Alleinerziehende" - dabei arbeitet mein Mann einfach jedes zweite WE und ich fahre nicht (gerne) Auto.

        LG!

        Bisher konnte ich Dir folgen und finde auch, dass Gewalt gegenüber Kindern überhaupt nicht zu tolerieren ist.

        Aber was Du für Mutmaßungen über diese Frau anstellst, das lässt mich wirklich zweifeln.

        Wie kommst Du darauf, dass diese Mutter nicht nur eine Baustelle hat? Vielleicht hat sie einfach nur schlecht geschlafen? Vielleicht haben die Kinder die Nacht zum Tag gemacht? Und ja, dann darf Mutter auch mal unentspannt sein.

        Es gibt Arbeitnehmer, die auch am Samstag arbeiten. Vielleicht Ihr Mann auch? Woraus schließt Du, dass er sich null einbringt?

        Und warum nicht am Samstagmorgen mit zwei kleinen Kindern einkaufen? Wenn alle wach sind, dann kann man doch los. Besser als Stunden später seine Zeit in übervollen Läden zu verbringen.

        Sorry, aber Du gehst mit Deinen ganzen Annahmen eindeutig zu weit.

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