schriftlicher Ausdruck

    • (1) 11.06.13 - 18:54

      Hallo,

      ich weiß nicht, wie ich die Frage definieren soll. Die Frage interessiert mich einfach mehr, weil Deutsch definitiv nicht meine Muttersprache ist und ich z.B. heute im Nachhinein bei einem Schriftstück gesehen habe - Mensch, schäme dich, das war wirklich schlecht geschrieben. Als ich den Job gewählt habe, dachte ich immer - hey, da wird sowieso ,,erzählt´´ und das ,,Schreiben´´ brauchst du nicht mehr aber dem ist nicht so. Es sind einfache E-mails, dann Konzepte... Jetzt sind 2,5 Monate um und keiner beschwert sich. Ich habe mal schon meinen Chef gefragt und er sagte nur : dies ist keine Kritik aber Sie schreiben manchmal zu lang, wir wissen aber warum es so ist...

      Ja, o.k. aber dennoch. Wenn es z.B. um die neue Rechtschreibung geht, die ich definitiv nicht mehr gelernt habe, weil ich zu dem Zeitpunkt schon längst aus der Uni war. Die fehlenden Kenntnisse haben doch auch ältere Deutschen und wie sieht es sonst aus.

      Geht ihr nach euch jedes Schriftstück mehrfach durch und somit sind Fehler ausgeschlossen und was denkt man, wenn man beruflich liest, was mit Fehlern versehen ist?

      Ich habe extra die letzten Tage darauf geachtet. Um mich herum schreiben alle perfekt. Ja, es ist ein Extremfall, weil es Menschen aus der öffentlichen Verwaltung sind. Dennoch.

      Und noch eine Frage - benutzt ihr eigentlich die Programme, die am Ende den Text korrigieren sollten ? Ist es eher verlorene Zeit oder ist es euch eine große Hilfe?

      Ich hoffe, dass die Fragestellung einigermaßen verständlich ist, dieses Thema beschäftigt mich gerade. Ich wurde in der Verwaltung wirklich sehr herzlich aufgenommen und es ist wirklich egal, mit wem ich spreche. Ich habe aber z.B. eine Dame, die sagen wir mal für meine Position recht wichtig ist und ich sehe, dass sie sagen wir mal komisch reagiert. Man überlegt dann umso mehr - normale menschliche Reaktion, wenn unterschiedliche Charaktere aufeinander stoßen oder doch der Fakt, dass sie erstmal meine Emails gesehen hat.

      Danke

      • Hallo,

        ja, in der Regel lese und korrigiere ich alles, was ich schreibe.

        Ich habe in meiner Studentenzeit mal in einem Lektorat gearbeitet, da musste man viele Texte Korrektur lesen.

        Wobei ich gestehen muss, dass mit dem Alter auch die Schludrigkeit einzieht. Ich bin nicht mehr so genau wie früher.

        Korrekturprogramme habe ich benutzt, musste aber feststellen, dass die oft mehr Fehler machen, als ich.

        Und es gibt halt einfach Bereiche, wo auf Fehler genauestens geachtet wird.

        GLG

        Ich persönlich finde, wenn ich im Beruf Anschreiben zu verfassen habe, muss ich auch sehr gut bis perfekt schreiben können.
        Für die Rechtschreibung gibt es Programme, das ist so, und die würde ich dann auch nutzen. Auch grammatikalische Dinge werden so zu einem grossen Teil ausgemerzt, wenn man denn das richtige Programm hat.
        Bei uns ist es leider oft so, dass Anschreiben an Kunden einfach so hingeschludert werden. Da fehlen Satzzeichen, es werden keine Kommata gesetzt, da werden Buchstaben vergessen.
        Wenn das aber die Chefsekretärin erfährt (sie führt ernsthaft und zu recht Stichproben durch), gibt es einen ordentlichen Rüffel.

        Wie gesagt, ich finde das okay, da ein formelles Anschreiben eben ein formelles Anschreiben ist. Auch, wenn ich als Verwaltungsangestellte mit anderen Ämtern via Mail kommuniziere. Ich kann mein Gegenüber nicht wirklich ernst nehmen, wenn ich das Gefühl habe, da schreibt ein 14jähriger.

        Wenn du das Gefühl hast, dass du da einen "Mangel" aufweist, dann bilde dich weiter. Es kann dein Schaden nicht sein. Aber soooo schlimm finde ich nicht, was du schreibst. Rein von der Form her, meine ich. Ansonsten sind wir uns so gut wie nie einig, aber das ist ja eine andere Geschichte.:-)

        L G

        White

        <<<Geht ihr nach euch jedes Schriftstück mehrfach durch und somit sind Fehler ausgeschlossen und was denkt man, wenn man beruflich liest, was mit Fehlern versehen ist?>>>

        Hier geboren und aufgewachsen, Sprache gelernt: innerliches Augen rollen.

        Andererseits haben wir viele viele Kollegen aus China, Russland, Spanien, Amerika. Die können teilweise so gut deutsch, das man es nicht merkt, das deren Muttersprache eigentlich eine andere ist.

        Dann wiederum haben wir Kollegen die tatsächlich mit Standortwechsel aus anderen Nationen erst lernen. Da schaut man über komische Satzbauten hinweg. Die meisten Kollegen lernen aber definitiv schnell und sind bestrebt sich gut auszudrücken.

        Da ich viel mit Personalabteilung, Betriebsrat, Bewerbern, Lieferanten, Leihfirmen zu tun habe, lege ich viel Wert auf gute Korrespondenz. Rechtschreibprogramme sind da Pflicht.

        Die meiste Kommunikation geschieht bei uns über Outlook und da ist die Prüfung automatisiert.

      • 1. Ich habe 1970 Steno- und Phonotypistin gelernt. Ich beherrsche das Zehnfingersystem vollkommen blind und war schon in der Schulzeit in Deutsch einfach gut (meine Schwächen liegen bei Mathe,Physik.Chemie #schwitz da bin ich dafür eine komplette Null)
        2. Von Anfang an hatte ich überpenible Chefs, was Rechtschreibung und Grammatik betraf, also musste ich es von der Pike auf lernen. Jobs in Vorzimmern hochrangiger Männer taten ihr übriges. Es MUSSTE einfach stimmen, sonst hätte ich meinen Job nicht lange gehabt. Unter anderem habe ich auch Reden in deutsch und englisch verfasst, die vor breitem Publikum gehalten wurden. Meine Chefs haben sich immer darauf verlassen, dass ihr handschriftliches Entwurfs-"Krikel-Krakel" von mir so umgesetzt wurde, dass man es als Pressemappe weitergeben konnte. Das war auch mein persönlicher Ehrgeiz, lange, bevor es PC samt Rechtschreibprogrammen gab.

        3. Rechtschreibprogramme: Ich HASSE sie - samt der dämlichen Auto-Vervollständigen-Funktion und ich schalte sie immer ab. Was da manchmal für ein Käse dabei herauskommt, weil das Programm das Wort nicht kennt (bei uns gibt es viele Fachbegriffe) - nein danke !
        Wenn ich danach etwas Wichtiges verfasse, wird es gespeichert - und eben ein paarmal gelesen. Darauf verlasse ich mich viel lieber. Da kann man dann auch noch mal Weitschweifigkeiten kürzen, Sätze gefälliger umbauen usw. Das macht mir kein Programm.
        Die neue Rechtschreibung ist zwar recht und schön, aber bis auf ein paar Kleinigkeiten (dass daß o.ä.) ignoriere ich sie - wie fast alle in der Verwaltung bei uns.

        Ist euch schon aufgefallen, dass auch die Presse sie oft einfach nicht verwendet ?
        Vor allen Dingen ist ärgerlich, dass es bei vielen Dingen mehrere Möglichkeiten gibt - was soll das ? Also schreibe ich wie bisher, guter Stil, guter Satzbau - fertig.

        Im übrigen schreiben wir auch die Mails wie Briefe = ordentlich. Was wir manchmal hereinbekommen, ist eine Zumutung. Stichwortartig, miserable Rechtschreibung bzw. alles klein geschrieben und flapsige Wortwahl, vom Deppen-Apostroph ganz zu schweigen #zitter.

        Ob diese Leute auch solche Antworten bekommen möchten ? Keine Ahnung. :-)
        Wenn die Dame bei euch seltsam reagiert, dann frage sie doch einfach, was sie zu beanstanden hat ?
        Ich finde weder Deine Rechtschreibung noch Deinen Schreibstil irgendwie "auffällig" :-D
        LG Moni

    Hallo,

    ich lege sehr viel Wert auf fehlerfrei verfasste Texte, außerdem auf eine angemessene Formulierung.

    Vor einigen Wochen habe ich Post von der Krankenkasse bekommen - Rechtschreibfehler, falsche Interpunktion, schlechte Ausdrucksweise.
    Ich musste schmunzeln, weil ich während des Lesens so sehr mit dem Korrigieren beschäftigt war, dass der Inhalt des Schreibens gar nicht wahrgenommen wurde. Ja, es hat mich ehrlich gesagt gestört, dass ich einen solchen Text lesen musste.
    Rechtschreibprogramme nutze ich nicht, finde sie aber sinnvoll für Menschen, die Probleme mit der Rechtschreibung haben. Ansonsten kann man sich bezüglich der neuen Rechtschreibung aber auch mit Hilfe von guter Literatur weiterbilden - die Rechtschreibregeln sind eigentlich sehr einfach zu verstehen, lediglich die Gewohnheit hindert einen daran, diese auch anzuwenden.

    Dein Text lässt sich gut lesen und wenn dein Chef zufrieden ist, dann solltest du dir keine Sorgen machen.

    Ich freue mich immer, wenn ich nett formulierte Texte lese, die zusätzlich auch frei von Fehlern sind. Kleine Fehler sind aber kein Beinbruch (die schleichen sich ja ganz schnell ein), den Verfasser nehme ich trotzdem ernst. Genervt bin ich, wenn ich merke, dass mein Gegenüber sich keine Mühe gibt und mir unleserliche Texte zumutet - das ist bei dir aber nicht der Fall.

    LG

    Ich benutze sowhol Rechtschreib-und Grammatik-Pruefung, als auch simples Korrekturlesen des Ausdrucks der jeweiligen Dokumente- am besten mit etwas zeitlichem Abstand, weil man schnell eine Art Blindheit ggue eigenen Fehlern entwickelt.

    Mir ist ein guter schriftlicher Ausdruck, korrekte Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auch sehr wichtig.

    Und ich finde es eine Zumutung, wenn man von offizieller Stelle solche "hingeklierten" Schreiben erhält.

    Ich selber sitze auch in der Verwaltung und für mich ist es selbstverständlich, dass sowohl die Mails als auch die Schreiben, die ich fertige, fehlerfrei sind. Natürlich lese ich Korrektur. Bei wichtigen (und vor allem bei längeren Texten) gern auch mehrfach. Oft geben mir auch Kollegen ihre Texte zum Korrekturlesen. Je nachdem, an wen das Schreiben geht, wären Flüchtigkeits- oder inhaltliche Fehler einfach nur peinlich.

    Rechtschreibprogramme nutze ich selten bis gar nicht. Bin ich mir wirklich unsicher, frage ich Kollegen oder schau im Internet nach (gerade bei Wörtern, die man nicht so häufig gebraucht). Die neue Rechtschreibung ignoriere ich weitestgehend #hicks

    Ähnlich wie bei den anderen ist es mir wichtig, dass mein Gegenüber sich Mühe gibt. Merke ich, dass jemand einfach unbedacht und "ohne Mühe" schreibt und sich die Fehler in Texten nur so häufen, dann fühle ich mich veräppelt.

    Allerdings bin ich da wohl auch Korinthenkacker. Mir fällt es auch außerordentlich schwer, mich längere Zeit mit einem Menschen zu unterhalten, der sprachlich nicht fit ist. Ich verspüre dann irgendwann das dringende Bedürfnis, demjenigen ins Wort zu fallen und ihn zu korrigieren.. #schein

    LG
    Nina

    Hallo,

    ich schreibe berufsbedingt Notarverträge (zB Kaufverträge usw.) Wir haben in unserem Programm zwar für alles Muster, aber die sind zum Teil noch nicht überarbeitet (Umstellung auf neues Programm, neue Rechtschreibung) und bisher ist noch nie einer dazu gekommen die ganzen Texte komplett zu korrigieren. Wie dem auch sei, ich lasse am Ende immer ein Rechtschreibprogramm drüber laufen, da ich auch viel per Hand einfügen muss und sich auch bei mir einige Tippfehler einschleichen, vorallem wenn man den ganzen Tag nichts anderes macht #schwitz Die Leute erwarten natürlich auch einen anständigen Vertrag. Meine Chefin ist da leider ne absolute Null #schein. Ihr ist es egal, ob nun einmal daß oder dass drin steht und auch ob die äußere Form (zB Formatierungen) gleichbleibend ist.

    Bei normalen Briefen oder Mails lass ich das Programm nicht drüber laufen, da ich diese nochmal selber Korrektur lese. Bei den Verträgen von 20 Seiten fehlt mir einfach die Lust #schein Hier im Büro werde ich auch immer für meine gut verfassten Texte beneidet und werde auch oft nach Formulierungsvorschlägen gefragt.

    Ich finde die korrekte Formulierung und ohne Rechtschreibfehler grade bei Behördenpost sehr wichtig. Reden tu ick da janz anders und die Leuts verstehn ma hier och weil se selba nich anders quatschen :-p

    LG

    Ich will mich bei euch herzlich bedanken. Ich versuche mehr darauf zu achten.

    LG

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