Geklaut von Facebook

    • (1) 14.06.13 - 12:07

      Ein Taxifahrer aus New York schreibt:“Ich wurde zu einer Adresse bestellt, wo ich einen Fahrgast abholen sollte. Als ich ankam hupte ich laut. Nach ein paar Minuten Wartezeit hupte ich erneut. Da es die letzte Fahrt meiner Schicht war, wollte ich bereits weg fahren, es dauerte mir zu lange. Aber stattdessen parkte ich das Auto, ging zur Tür und klopfte.

      “Nur eine Minute”, antwortete eine gebrechliche, ältere Stimme. Ich konnte hören, wie etwas mühsam über den Boden gezogen wird.
      Nach einer langen Pause öffnete sich die Tür. Eine kleine Frau über 90 Jahre stand vor mir. Sie trug ein Kleid und einen Hut mit einem Schleier, wie jemand aus einem 40er-Jahre-Film.

      An ihrer Seite stand ein kleiner Koffer. Die Wohnung sah leer aus, als hätte dort seit Jahren niemand gelebt. Alle Möbel waren mit Tüchern bedeckt. Es gab keine Uhren an den Wänden, alle Schränke waren leer. Es gab nicht einmal Geschirr in der Küche. In die Ecke war ein Umzugskarton gefüllt mit Fotos und Glaswaren.

      “Würden Sie meinen Koffer zum Auto tragen?”, bat sie mich. Ich legte den Koffer in den Kofferraum und kehrte dann zurück um die Frau zu unterstützen. Sie nahm meinen Arm und wir gingen langsam zum Taxi.Sie dankte mir für meine Güte. “Kein Problem”, sagte ich ihr, ”Ich versuche Sie nur genauso zu behandeln, wie ich es wollen würde, dass meine Mutter auch so behandelt wird.”

      “Oh, du bist so ein guter Junge, sagte sie. Als wir im Taxi saßen, gab sie mir eine Adresse und fragte: “Können sie mich durch die Innenstadt fahren?”“Es ist nicht der kürzeste Weg”, antwortete ich schnell.“Oh, das macht nichts”, sagte sie. “Ich habe es nicht eilig. Ich bin auf dem Weg zu einer Sterbeklinik.“
      Ich schaute in den Rückspiegel. Ihre Augen waren glänzend. “Ich habe keine Familie” fuhr sie fort mit einer weicher Stimme. “Der Arzt sagt, ich habe nicht mehr sehr lange.” Als ich das gehört habe, da musste ich einfach das Taxameter abschalten: “Welche Route soll ich nehmen?”

      Für die nächsten zwei Stunden fuhren wir durch die Stadt. Sie zeigte mir das Gebäude, wo sie einmal als Aufzugswärterin gearbeitet hatte. Wir fuhren durch das Viertel, wo sie und ihr Ehemann als Ehepaar lebten, an einem Möbellager, der einst ein Ballsaal gewesen war, wo sie als junges Mädchen tanzen ging.Manchmal bat sie mich langsam an einem bestimmtem Gebäude oder einer Ecke zu fahren. Sie starrte in die Dunkelheit und sagte nichts.

      Als die ersten Sonnenstrahlen am Horizont erschien, sagte sie: “Ich bin müde. Es ist Zeit“ Wir fuhren stillschweigend zu der Adresse, die sie mir gegeben hatte. Es war ein niedriges Gebäude, wie ein kleines Erholungsheim mit einer Einfahrt.Zwei Pflegekräfte kamen zum Taxi. Sie waren besorgt und beobachteten jede Bewegung. Sie müssen sie erwartet haben.

      Ich öffnete den Kofferraum und nahm den kleinen Koffer und stellte ihn vor die Tür. Die Frau saß bereits im Rollstuhl.“Wie viel schulde ich Ihnen?” In dem Moment bat sie die Pflegekräfte ihr ihren Geldbeutel zu reichen.“Nichts,” sagte ich. „Aber Sie müssen doch ihren Lebensunterhalt verdienen“ antwortete sie.“Es gibt auch andere Passagiere”, antwortete ich.
      Ohne in dem Moment nachzudenken, beugte ich mich zu ihr und gab ihr eine herzliche Umarmung. Sie drückte mich fest an sich heran.“Sie haben einer alten Frau einen kleinen Moment der Freude geschenkt,” sagte sie. “Danke.”Ich drückte ihre Hand und ging dann in Richtung Sonnenaufgang zum Taxi… Hinter mir schloss sich eine Tür. Dieses Geräusch kam mir vor, wie das Abschließen eines Lebens.

      Ich holte keiner weitere Passagiere mehr und fuhr ziellos in Gedanken versunken durch die Gegend. Für den Rest des Tages konnte ich kaum sprechen. Was wäre passiert, wenn ich mich geweigert hätte, diese Fahrt zu machen oder nach dem ich gehupt habe, einfach weggefahren wäre?Rückblickend glaube ich nicht, dass ich je etwas Wichtigeres in meinem Leben getan habe.”

      Das hab ich vorhin bei Facebook gelesen, und es hat mich tatsächlich traurig gemacht.

      Mich nervt es manchmal auch das alte Menschen so langsam sind. Und dann fällt mir doch immer wieder ein aws diese Menschen in ihrem Leben gemeistert haben.

      Ich bin selber Altenpflegerin, und es gibt sooo viele alte Menschen die die ersten Wochen noch Besuch von den Angehörigen bekommen, und dann wird es immer weniger. Es kommt keiner mehr, es ruft keiner an oder fragt nach wie es Mutter/ Tante/ Vater... geht.

      Meiner Oma wurde mit 89 Jahren im Winter ihre Handtasche geklaut. Sie wurde zur Seite gestossen, und fiel hin. Alleine kam sie nicht mehr hoch, und da es schon dämmerig war, wurde sie zu spät gefunden.
      Sie kam mit Erfrierungen ins Krankenhaus und ist eine Woche später gestorben.

      Die Tasche fand man in einem Mülleimer nicht weit entfernt.

      Geld hatte sie keins in der Tasche, das lag bei Ihr zu Hause.

      Ich wünsche mir gerade für ältere und hilfebedürftige Menschen mehr Rücksichtnahme.

      • Mein Opa ist auch dement. Wenn ich meine Großeltern besuche, ertappe ich mich manchmal dabei das er mich nervt. 10 mal dieselbe Frage, wieder aus der Garage holen um ihm die Toilette zu zeigen, ständiges nachfragen...

        Ich versuche Geduldig zu bleiben, aber manchmal kommt doch ein "Mensch Opa hab ich doch grade gesagt" über meine Lippen.

        Wenn ich wieder zuhause bin, kriege ich oft das große heulen.

        Ich hätte mich freuen sollen das er mich wieder erkannt hat, statt so ungeduldig zu sein.
        Er hat mir Fahhradfahren gelernt, so oft in Mathe geholfen, hat sich so doll auf sein erstes Urenkelchen gefreut.

        Jetzt sitzt er selber da, und brauch überall Hilfe. Wir sind so oft da wie es geht. Meine Oma kümmert sich auch aufopfernd um ihn.

        Aber ich habe oft gesehen das es auch anders geht. Und das hat niemand verdient.

        • Ich kann dich verstehen, mein Opa war auch dement. Zum Schluss hat er mich nicht wahrgenommen, meine Mutter schon. Meinen Sohn hat er nicht mehr erkannt, er hatte Angst vor allem Möglichen.

          Es tat mir so weh, ihn so zu sehen, meinen Opa, der mit mir viel unternommen hat. Ich liebte ihn so sehr, aber manchmal wusste ich einfach nicht damit umzugehen.

          Meine Mutter pflegte ihn bis zum Schluss, meine Oma lebte da schon nicht mehr, manchmal stieß auch sie an ihre Grenzen, es ist nicht einfach mit dieser Krankheit umzugehen, vor allem hat man immer vor Augen, was für ein Mensch er früher war.

          Bei meinem letzten Besuch, ich darf garnicht dran denken, da kommen mir wieder die Tränen, es war wie immer, mich und meinen Kleinen nahm er nicht wahr, bis meinem Sohn der Deckel einer Malzbierflasche runterfiel. Mein Opa schaute ihn an, dann mich und auf einmal sagte er:"Da ist ja mein Ümmelchen mit ihrem kleinen Ümmelchen." Ümmelchen war der Spitzname, den er mir gab, als ich noch sehr klein war, er muss sich wohl erinnert haben dass ich auch immer mit den Deckeln gespielt habe. Er drückte mich, so fest, dass ich wusste, es dauert nicht mehr lange, bis er geht und so war es dann auch, ein paar Tage später schlief er friedlich ein.

          Er war ein toller, starker und auch lustiger Mann, ihn so zu sehen, wie in seinen letzten Monaten, brach mir das Herz, er baute so schnell ab, dass es am Ende eine Erlösung für ihn war. Er fehlt mir sehr.

          Ich drücke dich ganz lieb und wünsche euch alles Liebe, gute Nerven und sehr viel Geduld, es ist nicht einfach, weder für ihn, noch für euch.

          Alles, alles Liebe

          Alina

      Ach Moni!

      Ich denke, dass du dir über deine Zukunft und das Alter keine Gedanken machen musst... Du hast zwei liebe Kinder und eine wundervolle Enkeltochter, die dich sicher lieb umsorgen werden....

Ich habe mich heute beim Discounter Netto beschwert, weil man an der Kasse richtig gescheucht wird, wenn man seinen Korb einpacken will. Ich bin ja noch jung und bei mir geht das schnell, obwohl mich das regelrecht ankotzt, WIE schnell ich meine Sachen einpacken muss, weil die keinen Auslauf mehr haben.
Ich habe dann auch geschrieben, wie das die ältere Bevölkerung so schnell bewältigen soll. Ich mache den Kassiererinnen keinen Vorwurf. Sie machen ihr Bestes. Aber dieses System "schnell kaufen, schnell Ware über den Scanner und dann wieder schnell weg aus dem Laden" ist nicht kundenfreundlich und bei Weitem nicht seniorenfreundlich.

Solche Beispiele, dein Beispiel und viele andere Beispiele machen mir Angst. Ja, ich will nicht auf andere angewiesen sein. Ich will fit bleiben bis ich sterbe. Aber was soll man machen, wenn man körperlich aus irgendwelchen Gründen nicht mehr kann, wenn man Demenz oder andere Krankheiten hat? Deswegen habe ich gelernt, gegenüber älteren Menschen mehr Geduld zu zeigen und Rücksicht zu nehmen. Früher haben mich ältere Menschen auch genervt. Aber wir alle kommen irgendwann dahin und wir wollen dann ja auch nicht schlecht behandelt werden.

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