Was ist das „ZuHAUSe“ wenn man kein Eigentum hat?(Lang und silo)

    • (1) 19.06.13 - 07:34

      Mich treibt seit einiger Zeit folgendes um: aus finanziellen Gründen ist es mir nicht möglich, Eigentum zu erwerben. Ich denke dass ich auch nicht unbedingt Eigentum „brauche“, wohne in einer super schönen Wohnung mit traumhaftem Blick in guter Lage, Terasse etc.
      Ich bin mir aber nicht sicher, wie es für meine Kinder ist. Wenn sie mal erwachsen sind, haben sie kein „Elternhaus“. Wohin kommen sie dann „heim“? Außer in ihre eigenen vier Wände? Meine Eltern zum Beispiel haben gebaut, dieses Haus werden wir Geschwister mal erben, auch als Erwachsene haben wir übergangsweise immer mal wieder da gewohnt und sind auch jetzt öfters noch da – ist ja auch kein Platzproblem. Ich merke auch dass ich Leute beneide, die z.B. ländlich wohnen und da zu ihren Eltern ins Elternhaus kommen können.

      Meine Kids werden das ja so nicht empfinden können. Vor einiger Zeit sind wir von einer Wohnung in eine andere gezogen. Unterm Strich denke ich haben wir uns verbessert, trotzdem hängen die Kinder noch an der alten Wohnung und sagen immer mal wieder, sie würden da gerne wohnen. Ich denke aber es geht weniger um die Wohnung, sondern um die vergangene Zeit als Kindergartenkinder. Durch den Umzug wurde quasi auch ein Kindheitsabschnitt beendet.

      Trotzdem fühle ich mich manchmal schlecht, dass ich ihnen keine Konstanz in Form einer Immobilie bieten kann… Ganz schlimm stelle ich es mir auch für (erwachsene) Kinder vor, wenn die Eltern sich trennen und dann bspw. in zwei verschiedenen Wohnungen leben oder aus der Familienwohnung/Haus in eine kleinere Wohnung ziehen. Fühlt man sich da nicht „verloren“? Weiß grad nicht warum mich das beschäftigt – was ist Heimat/Zuhause überhaupt? Für mich war lange Jahre „Heimat“ das Land aus dem meine Eltern kommen, was eigentlich Quatsch war, weil ich da nie gelebt habe. Ab dem Jugendlichenalter war dann die Stadt in der ich lebe meine „Heimat“ – ich finde es hier sehr schön und lebe gerne hier, auch wenn es tollere Regionen in Deutschland gibt. Trotzdem bin ich stolz darauf hier zu leben, obwohl stolz vielleicht nicht das richtige Wort ist, habe ja nichts dazu beigetragen, dass ich hier lebe – Verbundenheit trifft es also besser.

      Also, was denkt ihr: was ist das zuhause / Heimat von Leuten, die nichts eigenes besitzen bzw. oft umgezogen sind?

      • Hallo,

        mein "Zuhause" ist da, wo meine Familie ist bzw. meine aktuelle Wohnung. Ob das Eigentum ist oder nicht, hat mit "Zuhause" nichts zu tun.

        LG, Cinderella

        • Hallo Märchengestalt,

          die Einstellung finde ich gut, aber ich arbeite noch daran... Letzten Endes ist das ganze Leben ja eine "Durchgangsstation" - Orte, Menschen, Jobs - alles kommt und geht. Trotzdem glaube ich dass Heimat irgendwas mit einem fixen Punkt zu tun hat, weiß auch nicht warum.

          Als ich Kind war, hat mein Vater das Grundstück, auf dem sein Elternhaus stand, verkauft. Das Haus (eine Bruchbude, eher eine Hütte) wurde dann abgerissen. Obwohl wir Kinder gar keinen Bezug zu dem Haus hatten (waren nur 1 oder 2 mal da) fanden wir es irgendwie barbarisch dass das reinfach abgerissen wurde - konnten auch unseren Vater gar nicht verstehen, wie man sowas machen kann...

          • (4) 20.06.13 - 14:38

            Kenn ich! Unser Grundstück nahe Heilsberg in Ostpreußen gammelt vor sich hin. Auch der Hof meines Opas verfällt langsam. Leider ist die Besitzfrage seit 1945 ungeklärt und wir können nichts machen.

            Obwohl ich ja dort nie gespielt habe oder etewas besonderes erlebt habe, emprinde ich es jedes mal als "heim kommen" wenn wir nach Heilsberg fahren...

            Das kann man nicht beeinflussen denke ich, wo man sich zuhause fühlt :)

        Hallo,

        sehe ich auch so.

        Aber ich habe auch mal so gedacht wie die TE und mich gefragt, wie es ist, wenn ich zuhause ausziehe und meine Mutter sich dann eine kleinere Wohnung nimmt. Und es war dann gar nicht so schrecklich wie ich mir das ausgemalt habe. Mein Zuhause ist quasi mit meiner Mutter gewandert. Und nun ist mein Zuhause unser Eigenheim.

        Es sind doch meistens die Erinnerungen an schöne Zeiten, die uns an einem Haus oder einer Wohnung festhalten lassen. Aber Fakt ist doch, die Erinnerungen bleiben uns auch ohne Haus oder Wohnung.

        Gruß
        Sassi

    +Ganz schlimm stelle ich es mir auch für (erwachsene) Kinder vor, wenn die Eltern sich trennen und dann bspw. in zwei verschiedenen Wohnungen leben oder aus der Familienwohnung/Haus in eine kleinere Wohnung ziehen. Fühlt man sich da nicht „verloren“? +

    Ähm, nein man fühlt sich nicht verloren. Ich bin schon groß, habe meine eigene Wohnung (kein Eigentum), wo ich daheim bin. Die Wohnungen meiner Eltern haben damit rein gar nix zu tun. Wenn ich sie besuche, besuche ich die Menschen, nicht die Immobilie. Ich hänge mein Herz nicht an tote Gegenstände.

    Gruß,
    B.

    • "Ich hänge mein Herz nicht an tote Gegenstände". Das meine ich auch nicht. Ich meine damit eher die Auflösung einer Vergangenheit - kann einen ja trotzdem berühren, egal wie alt man ist. Und ich verbinde das halt auch mit Orten oder einem "Eigenheim".

      "Ich hänge mein Herz nicht an tote Gegenstände."

      Als einen "toten Gegenstand" würde ich mein Elternhaus - mitsamt Garten und Umgebung - nicht bezeichnen. Wenig in meinem Leben ist mit mehr Leben und mit ähnlich lebendigen Erinnerungen erfüllt. Und ich schäme mich nicht dafür, dass mein Herz noch heute daran hängt und dass ich froh bin auch mit stolzen 38 Jahren dorthin zurückkehren zu können, wenn ich will.

      Glaube ich deswegen, dass man zum Glücklichsein für alle Zeiten das Zuhause seiner Kindheit braucht? Natürlich nicht.

Ich verstehe nicht so ganz was Du möchtest #schein !

Zuhause ist für mich immer da wo ich wohne ganz unerheblich ob nun Mietwohnung oder eigenes Haus !

Als Heimat bezeichne ich da wo ich geboren und aufgewachsen bin !
Wohne ich immer noch in der selben Gegend wo ich geboren und aufgewachsen bin ist mein Zuhause auch zugleich meine Heimat !

Ich denke für Kinder ist das völlig unerheblich ob die Eltern jetzt Eigentum haben oder nicht ,sie kommen wenn sie erwachsen sind trotzdem ins Elternhaus, auch wenn es eine Mietwohnung ist und auch wenn etliche Male schon der Umzugswagen in Anspruch genommen wurde ist die elterliche Wohnung umgangssprachlich auch das Elternhaus !

LG

Ps. Ich bin heilfroh das meine Eltern ihr Haus verkauft haben und in eine Wohnung gezogen sind und wir 3 Mädels uns nicht um das Haus kloppen müssen wenn sie nicht mehr da sind ! Erbschaft ist immer ein heikles Thema und hat schon so oft Familienmitglieder verfeindet !

#winke

da würde ich mir nicht so vieleGedanken drum machen. Deine Kinder werden wohl das als zu hause empfinden, wo ihr als Familie seid. Braucht man wirklich später dieses alte zu Hause in Form des Elternhauses um eine Heimat zu haben? Ich weiss nicht.

Ich hatte schon länger Eigentum. Ich habe 10 Jahre mit meinen Kindern dort gewohnt und das war definitiv "Ihr Zuhause". Sie kannten es ja auch garnicht anders. Alle Nachbarn waren eng vertraut, die besten Freunde waren da.

Letztes Jahr sind wir trotz Eigentum nochmal umgezogen. Den Großen hat das scheinbar denkbar wenig ausgemacht. Das alte Haus war zu klein....zu verstehen und abgehakt.

Leidglich einer der Kleinen, zum Zeitpunkt des Umzugs knapp 3 fragt heute ab und an noch nach dem alten zu Hause. Aber ich glaube auch der empfindet unser jetziges zu Hause, als wirkliche Heimat.

Mir geht es doch nicht anders. Ich fühle mich jetzt hier zu Hause, wo ich wohne. Ich bekomme auch kein komisches Heimatgefühl, wenn ich mal am alten Haus (gehört mir noch) oder bei den alten Nachbarn bin.
Mein Elternhaus...ja nun, da hat man auch gut 20 Jahre verbracht und ist sicherlich noch sehr vertraut. Meine Eltern wohnen auch dort und deswegen geht man auch noch hin. Dort wohnen würde ich nicht wollen!
Mein Bruder wird unser Elternhaus irgendwann mal erben (er wohnt auch dort).
Aber das ganze Umfeld hat sich doch in den Jahren eh verändert. Neue Häuser, alte nachbarn sind verstorben, andere hinzugezogen. Die früheren Freunde und Spielkameraden leben überall verstreut, aber nicht mehr dort vor Ort.

Ich empfinde es nicht mehr als mein zu Hausel.

Hallo, ich denke grade über deinen Text nach.

Einerseits binde einen eine Immobilie ja ziemlich. Wenn du Älter wirst kann die Immobilie ein hanz schöner Klotz am Bein sein. Oder wenn es in der Region keine Arbeit gibt . Die Häuser sind nichts Wert und können eigendlich nur noch von Alten Menschen bewohnt werden.

Andererseits erdet sie eine auch. Wenn wir kein Haus hätten, würden wir als Familie schon ganz woanderes wohnen.( Vielleicht in Frankfurt oder in der Schweiz). Weil wir aber ein Haus haben und dort schön und günstig wohnen, sind wir dort geblieben, wo wir sind. Die Kinder mußen nicht umziehen. Dafür ist mein Mann viel unterwegs.

Also ist das Haus schon heimat.

Meine Mutter wohnt schon lange nicht mehr da wo ich aufgewachsen bin und auch da haben wir oft den Standort gewechselt. Soll also heißen da wo meine Mutter wohnt ist mein ursprüngliches Zuhause obwohl ich da wo sie nun wohnt nie gewohnt habe.

Ansonsten bin ich in unserer Mietsache zuhause. Und wenn die Kinder aus dem Haus sind suchen sich mein Mann und ich was kleineres. Das war schon immer unser Plan. Ich mag nämlich kein eigenes Haus besitzen ist mir zuviel verantwortung. Mal abgesehen davon was mach ich mit der riesen Bude wenn die Kids weg sind. Leere Räume putzen bin ich bescheuert?

Mach dir doch nicht so nen Kopf. Der Mensch ist dort daheim wo seine liebsten sind.

Eine Immobilie, die vielleicht irgendwann mal von den Eltern vererbt wird, ist nicht selten eine arge Belastung. Ich wollte keine erben und werde ich auch nicht, da meine ELtern auch nie Eigentum haben wollten.

Heimat ist da, wo ich mit meiner Familie bin. Wo die Menschen sind, die ich liebe. Der Ort ist dafür echt zweitrangig. Und ich empfinde es als Luxus, nicht an eine Immobilie gebunden zu sein und frei Orte wechseln zu können, ohne auf ein Haus Rücksicht nehmen zu müssen.

Gruss
agostea

Hi,

meine Eltern haben mehrfach neu gebaut. Die alten Häuser wurden immer wieder verkauft. Das, mit dem ich die meisten Erinnerungen verbinde, wurde verkauft, als ich Anfang 20 war. Ich fand es schade, aber auch nicht wirklich schlimm.

Heimat ist für mich tatsächlich da, wo ich aufgewachen bin. Wo ich meine Wurzeln habe und mich auskenne. Wo alle Menschen, die gleichen kleinen Sprachfehler haben wie ich ;-)

Zuhause war lange Zeit einfach da, wo ich mich abends neben meinem Mann gelegen habe. Er, seine Anwesenheit, hat zuause definiert. Inzwischen sind wir geschieden und zuhause ist für mich meine Wohnung. Das ist mein Nest, mein Rückzugsort. Der Ort, der genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Verloren gefühlt hab ich mich im Übrigen nie. Warum auch #kratz

Die Kinder sind da im Moment eher wie ich vor der Scheidung. Zuhause ist, wo Mama ist.

Liebe Grüße
die Landmaus

(16) 19.06.13 - 08:52

ICH glaube du machst dir zuviele gedanken!

bleib locker! ....bei weitem nicht alle kinder erben später mal das elternhaus.

viele erben auch ein elternhaus und verkaufen es dann, einfach weil es eigenständige Menschen sind die vielleicht mittlerweile am anderen ende deutschlands wohnen, die eine eigene familie haben, evtl schon ein eigenes haus oder oder oder.

im grunde ist es doch nur ein geringer teil der Kinder die später mal ihr elternhaus erben und dies als IHR ZUHAUSE ansehen.

meine eltern hatten auch nie eigentum, "zuhause" war für mich immer da wo meine eltern/ich wohnten. egal ob das eine gemietete wohnung ist oder ein gekauftes haus. das hat mich als kind/jugendliche garnicht interessieert. Dann wurde ich erwachsen und lebte mein eigenes leben/eigene Wohnung. ganz normal eben ;-)

Mittlerweile haben meine Eltern ein Haus gekauft.
Ich bin ganz ehrlich, auch wenn ich es später mal allein erbe (einzelkind) ich kann mir eher nicht vorstellen darin zu wohnen! es ist nicht das "richtige" für mich und meine Familie. Also bleibt nur vermieten (eher nicht!) oder verkaufen....!

Hallo,

ich bin vor knapp 20 Jahren nach Deutschland ausgewandert.

Meine Eltern leben auch hier, allerdings in Hessen.

Ich lebte zuerst in Niedersachsen und jetzt seit nun 13 Jahren in Ba-Wü.

Zwar habe ich eine Eigentumswohnung, in der ich selbst gewohnt habe, aber ich habe sie vermietet - und denke nicht mehr an sie als mein Zuhause.
Seit einiger Zeit lebe ich mit meinem Freund in seiner Eigentumswohnung und das ist mein / unser Zuhause.

Für mich ist Zuhause dort, wo ich mich wohl und frei fühle und auch aktuell lebe.

LG

Ich weiß seeehr gut was du meinst.

Ich wuchs zum Teil sehr behütet bei meinen Großeltern auf . Zum anderen Teil war ich bei meinen Eltern bei denen es nur Zoff gab.
Für mich war mein Zuhause als Kind bis ins Teenageralter bei meiner Oma.
Die haben ein sehr großes Haus ,eher zwei aneinandergebaut, einen riesen Garten der toll gepflegt und angelegt ist.
Für mich war das Heimat , Zufluchtsort und es war sehr schlimm als ich mit ungefähr 16 mitbekam dass dieses Haus mal keiner Erbt und Verkauft werden soll.
Alle meine Tanten und Onkel haben schon Häuser und die einzige die es übernehmen könnte will und benötigt mit ihrem Partner das große Haus nicht.
Ich fühlte mich damals mit diesem Wissen ganz komisch , alleine , Heimatlos .
Bis vor kurzem war es auch furchtbar über den Tod meiner Großeltern nur nachzudenken.
Im Februar starb dann unerwartet mein Opa und es war ganz anders als ich dachte.

Man wird Älter Nabelt sich ab und baut sich seine eigene Heimat .
Meine Heimat ist nun unser Haus ,dort wo meine Kinder aufwachsen.
Wenn ich meine Oma und meine Tante besuche, fahr ich dennoch mit gemischten Gefühlen hin , einerseits ist alles so wie es immer war.
Allein der Duft wenn man "Heim" kommt wenn Oma kocht .....#verliebt
da kann man noch soviele Probleme haben in dem Moment ist alles gut und beiseite geschoben.
Und doch ist es anders so ohne Opa .

Man kann nur das vermissen was man kennt .
Wohnte man nie im Eigenheim vermisst man dies auch nicht , man wuchs anders auf und es ist normal und wird Heimatlich empfunden wenn man in Miete wohnte.
Jeder Jeck ist anders, auch in den Gefühlen und Empfindungen.

(19) 19.06.13 - 09:18

Dann müsste das bedeuten das Millionen von Menschen, Familien kein zuHAUSe haben....ich kenne zB mehr Menschen in Wohnungen als in Häusern.

(20) 19.06.13 - 09:30

Eigenheime sind nicht nur ein Segen.

Meine Eltern haben ein Haus, Schwiegereltern haben eins, Oma hatte ein das hat ein Enkelkind übernommen.
Mein Mann und meine Geschwister,haben alle Häuser, deren Schwiegereltern auch.
So nun geht es los.

Meine Eltern und Schwiegereltern ziehen zusammen da bleibt ein Haus leer, Die Großeltern wollten es einem Enkelkind überlassen, aber alle winken Dankbar ab, entweder haben sie eins, oder sind noch zu jung oder wollen sich nicht binden.

Verkaufen bringt das Geld nicht was es Wert ist.
Hätten alle eine Wohnung, hätten wir ein Problem weniger.

Als ich ausgezogen bin, bin ich nie wieder zurück zu meinen Eltern, mal zum Kaffeetrinken ja aber nie wieder ganz. ich vermisse mein altes Zuhause auch nicht.

VG 280869

(21) 19.06.13 - 09:39

Hallo,

also ich fühle mich weder verloren noch heimatlos.

Meine Eltern haben erst gebaut, als meine Schwester und ich bereits volljährig waren und ich schon ausgezogen war.

Sie leben nun seit 15 Jahren in einem Haus am See, dass sie aber definitiv verkaufen werden, wenn sie in Rente gehen.

Also ich fühle mich bei meinen Eltern Zuhause, zu ihrem HAUS habe ich gar keine emotionale Beziehung. Ich bin im Plattenbau groß geworden, war viel im Schrebergärtchen..... ich fühle mich meiner Heimatstadt, in der ich aufgewachsen bin verbunden und habe auch schon eine Tour mit meinen Kindern und Mann zu den Orten meiner Kindheit gemacht.
Sprich wir haben die Plattenbauten angeschaut, meinen ehemaligen Kindergarten usw. Da kommen schon Erinnerungen hoch.

Meine Grundschule existiert nicht mehr (abgerissen), die Wohnungen meiner Freunde auch nicht (ebenfalls wegen mangelnder Mieter abgerissen), mein gymnasium wurde in Eigentumswohnungen umgewandelt ... Das ist schon komisch, aber es hat sich eben vieles nach der Wende in ostdeutschen Städten verändert.

Deshalb fühle ich mich aber nicht verloren.

Und dann haben wir bei meinem Mann das andere Extrem. Sein "Elternhaus" wird von seiner Schwester bewohnt (ist also jederzeit verfügbar). Unsere Kinder besuchen SEINE Grundschule, seine Klassenkameraden sind teilweise Eltern ihrer Freunde oder arbeiten sogar als Hauswirtschafterin in der Schule ... Wir leben nur einen Ort von seinem "Heimatort" entfernt. Er trifft ständig ehemalige Freunde von damals.

Also für ihn sicher sehr schön,aber für mich eben nicht möglich, da ich aus einer anderen Ecke komme. Dafür habe ich neue Freundschaften geschlossen.

Wir bewohnen z.Zt. ein Mietobjekt (Doppelhaus) und klar, dass ist das Zuhause unserer Kinder, aktuell ist ein Umzug für sie unvorstellbar und ich nehme an, wir werde da auch noch 15-20 Jahre wohnen, dann aber wieder mehr Richtung Hamburg ziehen.

Sie werden wohl wie ich an den Orten ihrer Kindheit hängen, aber verloren oder heimatlos werden sie sich sicher nicht fühlen, denn Zuhause ist doch dort, wo man seine Liebsten um sich hat, ob nun Familie oder Freunde.

Ich sehe mich nicht animiert extra Eigentum zu schaffen, damit meine kinder im materiellen Sinne sagen können, das ist mein Elternhaus. Es reicht, wenn sie sagen können, hier bin ich aufgewachsen und es war eine schöne Zeit ;-)

VG
Ilka

Liebe snowwhite,

mein zuhause ist die "Autobahn". Naja, im ernst jetzt. Bei mir stellt sich tatsächlich das Heimatgefühl ein, sobald ich auf einer bestimmten Autobahn angekommen bin.
Die führt mich nicht nur zu meinem aktuellen Wohnort sondern zu der ganzen mir eben seit Kindheitstagen bekannten Region (echt groß, lange Autobahn). An vielen Abfahrten gibt es bekanntes, seien es Familie, Freunde, Sehenwürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und ja, mittlerweile auch Gräber.
Zusammenfassend würde ich sagen: zuhause ist da, wo ich mich gut auskenne. Eine Region (oder mehrere) in der man sich gut auskennt, wird es wohl für jeden geben.

Auch wenn ich aktuell Eigentum habe, plane ich nicht, dieses bis ins hohe Alter zu behalten. Tatsächlich halte ich das für völlig unrealistisch und sogar unvernünftig. Haus/Wohnung müssen später schlicht zu den körperlichen Fähigkeiten passen. Oder wie bei euch jetzt einfach zur Familie.
Die Erinnerungen an die alte Wohnung können die Kinder behalten, das ist auch gut so. Aber die alte Wohnung eben nicht, und auch das ist gut so.

Grüße vom katzenfutter

(23) 19.06.13 - 10:36

Ich bin 34 und habe noch nie in einem Eigenheim gelebt...

Meine Eltern hatten gemietet, wir leben zur Miete.

Mein Elternhaus habe ich mit 21 Jahren verlassen, da haben wir dort allerdings schon 18 Jahre gelebt. Vor 5 Jahren haben sich meine Eltern getrennt und auch das Heim wurde verlassen. Ich gebe zu, es tat mir mehr weh als die Trennung meiner Eltern an sich (die war erwartet).

Mein "zu Hause" ist da, wo ich lebe (zZ: Hamburg, EG, 3ZKB, Mietwohnung), und dabei ziehen wir irgendwie alle 3 Jahre um....
Meine "alte Heimat" ist das Gebiet, wo ich aufgewachsen bin (Oldenburg und Umgebung) und unsere Familien wohnen.

Selbst ein Eigenheim ist kein Garant für Kontinuität. Durch berufliche oder private Veränderungen kann sich auch ein Eigenheim ändern.

Deine Kinder werden sich an das neue Heim gewöhnen. Natürlich schwelgt man immer gerne in Erinnerungen an alte Zeiten - wer tut das nicht...? So lange das Heim aber nicht halbjährlich gewechselt wird, wird es für deine Kinder ok sein.

Hi,

wir haben Eigentum und wohnen ländlich aber auch meine Kinder werden mit 30 sicher nicht mehr in dieses Haus kommen! Warum??

Was will ich in einem bestimmten Alter mit einem Haus voller Treppen, welches viel zu groß ist?

Wenn wir dieses Haus hier abbezahlt haben, wird es verkauft und wir ziehen in einen kleinen Bungalow oder eine Eigentumswohnung. Weder mein Mann noch ich können in unser Elternhaus, da beide Häuser verkauft wurden aus Geld- und Platzgründen.

Wir beide vermissen allerdings nicht das geringste. Es sind ja nur die Häuser weg und nicht die Familie.

LG

(25) 19.06.13 - 12:14

Ich kann deine Gedanken verstehen. Ich bin bisher 9 Mal umgezogen (bin 31), davon 6x mit meiner Mutter (bis zu meinem 18. Lj), dann in eine eigene Wohnung, und dann zweimal mit meinem Freund bzw. jetzt Mann. Meine Mutter ist auch danach noch sehr oft umgezogen, sodass mir ein "Zuhause" tatsächlich gefehlt hat. Also in dem Sinne, dass meine Kommilitonen am Wochenende oft sagten "Ich fahre jetzt nach Hause" und ich so etwas in dem Sinn nicht hatte.
Etwas anderes wäre es sicher gewesen, wenn meine Mutter sesshaft gewesen wäre, also da geblieben wäre, wo ich aufgewachsen bin, dann spielt es m.M.n. keine Rolle ob Eigentum oder Mietimmobilie.
Jetzt haben wir ein eigenes Häuschen (geerbt von meinen Schwiegereltern) und ich bin total glücklich, jetzt endlich "mein" Zuhause zu haben.
Ich denke, für Kinder ist es wichtig, irgendwo sesshaft zu sein (du meinst ja auch, es lag nicht an der Wohnung, sondern am Umzug an sich), nicht so wichtig, wem das Häuschen/die Wohnung gehört.

Viele Grüße

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