Mama und Papa lieben mich

    • (1) 29.06.13 - 01:57

      ich wusste nicht, wohin, in welches Forum ich mit meinem Gefühlsüberschuss hinsoll. Ich hoffe, hier passts rein.

      Gefühlsmässige Erinnerungen an die Kindheit kann ich nicht beschreiben. Teenagerzeit schon. Heftig, ich wollt mehr als einmal abhauen. War alles furchtbar damals. So als Teenager. Die Zeit ging rum, zwangsläufig erwachsen geworden. Leben gelebt.

      Und heute seh ich meine Eltern. Wie sie beide irgendwie schrumpfen, in sich zusammen sacken. Ja, ist normal mit dem Alter, ich weiss das doch.

      Und irgendwann sind da Gefühle gewachsen, von denen ich in meiner Teenagerzeit nie gedacht hätte, dass ich solche Gefühle entwickeln könnte..

      Diese Gefühle waren von Seiten meiner Eltern immer da, ich hab sie nur nie gesehen. Damals.

      Ich hoffe, dass ich meine Eltern ewig haben darf. (Ich weiss, dass es nicht so sein wird, wünschen darf man sichs doch)

      Ich hab keine Ahnung, warum ich jetzt nen Knoten im Hals hab und auch keine Ahnung, warum ich hier schreibe. VIelleicht gehts dem einen oder andern ja auch so. Zuerst die Eltern gehasst und dann festgestellt, dass es so gut ist, Eltern zu haben. Die einen lieben. Und gerade deshalb früher viele DInge getan haben, die ich nicht gut fand, die aber letzten Endes genau richtig waren

      es sind die Wechseljahre. Ganz sicher. Würd ich sonst so ne Affennummer hier von mir geben?

      • Moin.

        "Anfangs lieben Kinder ihre Eltern; wenn sie älter werden, halten sie Gericht über sie; manchmal verzeihen sie ihnen." Oscar Wilde

        Seitdem ich selber erwachsen und Mutter bin, verstehe ich diesen Spruch...

        Und würde meine Mutter am liebsten genauso beschützen und betüddeln wie meine Kinder (sie ist nicht mehr besonders gesund...).

        GlG, Locke

        Ach ja *seufz*

        Mir geht's genauso.

        Ich bin die ältere von zwei Mädchen, die das große Glück haben, die Kinder meiner Eltern sein zu dürfen. Meine Schwester ist ein Jahr jünger als ich und es gab immer viel Zoff in unserer Kindheit. Wahrscheinlich schlichter Konkurrenzkampf zwischen zwei Halbwüchsigen...

        Ich musste mir immer alles schwer erarbeiten: die Akzeptanz des ersten Freundes, Weggehen bis in die Puppen, Büroklammern in den Ohrlöchern (trug man so in den Achtzigern...), Haarfarben, die heute verboten wären, Verweigerung von Schulterpolstern, usw. Die Liste könnte ich endlos weiterführen.

        Meine Eltern waren junge Eltern, die mit mir in ihre Aufgabe hereinwachsen mussten. Sie haben sicherlich nicht alles richtig gemacht, aber sie waren sich zu dem jeweiligen Zeitpunkt immer sicher, das Beste für Ihre zwei Mädchen zu machen. Sie haben uns bedingungslos geliebt und uns mit viel Wärme und Freude erzogen.

        Ja, ich war rebellisch. Besonders meine Mutter hatte es nicht immer leicht mit mir. Als ich dann mein erstes Kind hatte, verstand ich die Sorgen und Nöte, die Eltern mit ihren Kindern haben und dass alles, was sie für uns wollen, nur zu unserem Besten ist.

        Jetzt, mit 40 Jahren, sind MEINE Kinder die Teenager und ich kämpfe so manches mal den aussichtslosen Kampf der pupertätsgeplagten Mutter. Und oft denke ich an meine Jugend zurück, wo meine Mutter mit mir zu kämpfen hatte. Manches ist heute anders aber die Grundsorgen sind dennoch immer die Gleichen.

        Ja, und auch meine Eltern werden alt. Die Jahre fangen an, ihre Spuren zu hinterlassen und ich muss manchmal schmerzlich feststellen, dass meine Eltern nicht ewig leben werden. Die unermüdliche Kraft, die beide immer ausgezeichnet hat, die schwindet merklich. Körperliche Gebrechen kommen hinzu und werden nicht mehr ganz so leicht weggesteckt. Das macht auch mich oft unendlich traurig.

        Ein guter Freund von mir sagte mal: "Hast Du die Sorgen der Kinder halbwegs hinter Dir gelassen, fangen die Sorgen um die Eltern erst an." Und genau so ist es auch.

        Ein Leben lang haben uns unsere Eltern geleitet und begleitet. Es wird aber die Zeit kommen, wo es anders herum gehen wird. ICH werde dann meine Eltern begleiten - begleiten beim Altwerden und schlussendlich auch beim Sterben. Ich bin unendlich traurig über diesen Gedanken.

        Nenn es Wechseljahre - ich nenne es Liebe. Die Liebe zu den zwei Menschen, denen ich verdanke, dass ich heute so bin, wie ich ich bin. Danke Mama und Papa, ich habe Euch lieb!

        #herzlich

        Guten Morgen!

        Meine Kindheit war mit Sicherheit nicht die schönste und meine Eltern nicht die besten Eltern der Welt, so bin ich mit sehr gemischten und widersprüchlichen Gefühlen groß geworden

        Du hast das Bild sehr gut beschrieben: wenn ich meine Mutter so schrumpfen sehe, bekomme ich ebenso einen Kloß im Hals. Jetzt habe ich ihn auch

        Darum ist es mir jetzt wichtig sie so gut wie möglich zu behandeln. Wenn sie weg ist, möchte ich nicht mit der Bitterheit weiter leben, sondern mit einem Lächeln an sie denken können. Oder zumindest mit Tränen der Trauer. Aber ohne Bitterkeit

        #klee

      • Hallo,

        auch ich bin froh wenigstens noch meine Mutter (80) zu haben. mein Vater starb vor 2,5 Jahren.

        Ich hatte ein ganz tolle Kindheit, meine Eltern waren zwar eine ganz andere Generation, aber ich durfte sehr viel, es gab Wenig was mir verboten wurde. Meine Eltern setzen eigentlich immer auf Vertrauen. Ich habe es bestimmt so manches Mal ausgenutzt aber immer zeigten meine Eltern Verständnis. Und genau dafür liebe ich sie.

        Ab dem Zeitpunkt wo ich selber Kinder hatte, habe ich/wir versucht, diese auch so zu erziehen, auf gegenseitiges Vertrauen.

        Ich glaube, es ist mir/uns sehr gut gelungen.
        Mein Standpunkt ist: Eltern sein ist eine Ausbildung, ob man die Meisterprüfung bestanden hat, sieht man daran, dass die Kinder als Erwachsene gerne nach Hause kommen.

        LG

        Also erstmal: Ich habe meine Eltern noch die gehasst. Manche Dinge in meiner Jugend habe ich nicht so ganz verstanden und war genervt, allerdings kann ich diese Dinge mittlerweile nachvollziehen.
        Ich wusste immer, dass meine Eltern mich lieben und alles für mich tun würden.

        Ich wüsste nicht was ich ohne meine Eltern machen würde, sie sind für mich eine große Stütze und ich bin froh, dass sie auch heute noch immer für mich da sind.

        In letzter Zeit sterben bei uns im Ort ganz viele Leute zwischen 50 und 60 Jahren, ganz unerwartet. Da bekomm ich es schon manchmal mit der Angst zu tun und haben Angst meine Eltern auch so plötzlich zu verlieren obwohl sie noch gar nicht alt sind.

      • Kenne ich so gut.
        Heftig pubertiert, abgenabelt und wieder angenähert in den Zwanzigern.
        Richtig versteht man seine Eltern erst wenn man selbst Kinder hat.
        Sie wurden wunderbare Großeltern.
        Ich bin froh so aufgewachsen zu sein, auch wenn mein Vater einige Jahre doch recht streng war.
        Meine Kinder und ich vermissen ihn sehr.Meine Mutter wird 80.........
        das schnürt mir jetzt den Hals zu.
        Das Leben ist endlich.
        Aus der Affennummer kann Achtsamkeit entstehen.Sie werden nicht ewig leben.

        #liebdrueck

      ja, kann ich nachvollziehen, wenn auch auf etwas andere Art.
      Und ich glaube auch, dass ich an der Schwelle zum Klimakterium stehe, so genau weiß ich das nicht, sind ja meine ersten Wechseljahre;-), wenn sie es denn schon sind.
      Mein Vater, an dem ich sehr hing, ist schon lange tot.
      Mit meiner Mutter war es nie leicht: Flüchtlingskind, Alkohol, Tablettensucht, immer nervös und überängstlich, nichts war erlaubt, hat fast nie gelacht , immer gereizt- kurzum ich hätte mir eine andere Mutter gewünscht, habe andere Kinder immer beneidet.
      Wie mein Bruder das empfand, weiß ich nicht so genau.
      Mein Vater hat das alles ausgeglichen, wer er nicht gewesen wäre..........
      Heute verstehe ich warum sie so ist, wie sie ist und ich bin ihr auch nicht mehr böse. Unser Verhältnis würde ich als freundlich distanziert bezeichnen, sie steht mir nicht näher als eine Arbeitskollegin oder Nachbarin.
      Klingt schlimm, ist aber so.
      Weiter will ich jetzt nicht denken (als sprich: wie werde ich empfinden, wenn sie mal nicht mehr ist).

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