Mein Vater!

    • (1) 30.06.13 - 19:40

      Hallo ihr lieben #winke

      mhhh wo fange ich an. Dies hier könnte etwas länger werden doch ich versuche mich kurz zu halten. Vielleicht erinnern sich manche an unsere Geschichte.

      Eben rief mich mein Vater an und weinte ganz bitterlich, er liegt derzeit wieder im Deutschen Herzzentrum in Berlin. Er sagte mir das er meine Mutter doch so sehr liebe und mich, das wir uns besonders sie sooo viel für ihn tun. Und er möchte ihr irgendwie danken. Für alles!

      Ich schreibe kurz in Stichpunkten auf was si geschah. Alles begann 2003:

      2003: -eines morgens, mein Vater wacht auf mit starken Schmerzen in der Brust (damals war er 42)

      - auf einmal brach er zusammen, wir riefen den RTW
      - ab ins Klinikum, von da mit dem Hubschrauber ins deutsche Herzzentrum nach Berlin
      - Diagnose: Aortendissektion Typ A, 1%ige Chance das er dies überlebt.
      - 14 Stunden Not OP, 3 Wochen Koma, wochenlanger Klinikaufenthalt und anschließende Reha später - wir haben ihn wieder.

      Dort wurde auch festgestellt das er an der polizystischen Nierenerkrankung leidet. eine Krankheit bei der die Nieren immer weiter und weiter wachsen und irgendwann aufhören zu arbeiten. Einzigste Überlebenschance, ein Spenderorgan.

      Juli 2012: - meine Eltern fuhren nach Norwegen in den Urlaub, wir blieben zuhause da wir am 14. Juli heirateten (dem Hochzeitstag meiner Eltern)
      - auf einmal ging es ihm garnicht gut, er bekam keine Luft, hatte Wasser in der Lunge, Wasser in den Beinen und Blutdruck bis unermessliche.
      - kurze Ferndiagnose vom Arzt: Es ist was mit dem Herzen, alles stehn und liegen lassen und ab mit dem Flieger von Norwegen nach Berlin ins Herzzentrum
      - dortige Diagnose: Herzinsuffizienz V Grades sofortige OP erforderlich
      - sie ließen ihn noch an unserer Hochzeit teilnehemen und am nächsten Tag musste er sofort in die Klinik
      - Neue Aortenklappe + Aortenbogen inkl. neuer Herzklappe, diese OP dauerte 9 Stunden und wieder mehrere Wochen KH inkl. Reha. auch das hatte er geschafft
      - die Nieren wuchsen und wuchsen und bereits dort wurde gesagt das er noch höchstens 3 Jahre hat mit seinen eigenen Nieren. Sie wuchsen ins unermessliche

      2013: - Im Februar stand fest: meine Mutter wird ihm eine Ihrer Nieren spenden
      - alle Untersuchungen fielen positiv aus, einer Transplantation steht nichts im Weg
      - bei einer weiteren Untersuchung kam heraus das eine Niere raus muss, er hatte große Schmerzen, die Zysten platzten und er blutete

      - im April wurde eine Niere entfernt, ihm ging es danach gut, aber es hieß nun jeden 2 Tag 4 Stunden an die Dialyse

      Juni 2013: - der Transplantationstermin steht fest, es soll der 24. Juli 2013 sein
      - wir alle sind froh, freuen uns auf ein neues Leben
      - sie beschließen nochmal ein Wochenende zur Ostsee zu fahren, niemand ahnte das dies ein Desaster werden sollte
      - am Nachmittag in der Einkaufspassage, mein Vater hat starke Schmerzen im Bauch, fällt um
      - RTW wurde gerufen und er wurde in die Klinik in Rostock gebracht
      - Diagnose: erneute Aortendissektion, sofort mit dem Hubschrauber nach Berlin ins Herzzentrum
      - eine erneute Not OP rettete ihm das Leben, diese dauerte 12 Stunden und seine 2. Niere musste leider mit entfernt werden. Um sich das einmal vorzustellen. Eine normale Niere wiegt um die 300g und ist so groß wie eine Faust. Jeweils eine Niere meines Vaters hatte 7kg und war 53cm groß.

      Es geht ihm recht gut, er kann schonwieder Scherze machen und kann wenn alles gut geht schon nächstes Wochenende wieder nach Hause. Die Transplantation wird sich nun verschieben, aber sie findet definitiv statt.

      Wie gesagt rief er mich vorhin an unter Tränen, das ich mir doch bitte was ganz tolles einfallen lassen soll für Mama. Doch was? Er ist nicht der Mann der großen Worte, eher Kalt in seinem Handeln. Definitiv kein Romantiker. Meine Mama mag dieses Kitsch gehabe auch nicht und auf Wellness oder so steht sie schon garnicht. Sie Essen und Kochen beide leidenschaftlich gerne. Er meinte auch er würde ihr eventuell nochmal einen 2. Heiratsantrag machen. Aber freut sie sich darüber? Nächstes Jahr sind beide 30 Jahre verheiratet. Habt ihr eine Idee? Bitte helft mir ein wenig.

      Ich habe auch den Kopf sehr voll im Moment. Meine Eltern haben 2 Firmen um die ich mich nun allein kümmere, ich habe beide Haushalte, weil Mama sehr sehr viel bei Papa im KH ist und dann ist da noch unser kleiner Sohn.

      Geld spielt dabei keine Rolle, er sagte es ist ihm egal. Auch wenn es ein paar tausend Euro kostet.

      Ich danke euch schonmal aus tiefstem Herzen für eure Hilfe.

      • hallo!
        das ist echt eine wahnsinns geschichte!
        ich denke, deiner mutter würde alles gefallen, was sich dein vater überlegt! gerade wenn er nciht so der typ dafür ist. dann sollte er auch nix aufgesetztes machen!

        lg julia

        Wahnsinn was für ein Kämpfer dein Vater ist! Ich wünsche ihm von Herzen noch viele Jahre, möglichst ohne solch dramatische Geschichten und mit mehr Gesundheit! #klee

        Wenn sie beide nicht auf Kitsch stehen, beide gerne kochen und essen... kann man sich nicht vielleicht bei einem tollen Koch, vielleicht mit eigenem Restaurant einen Abend einmieten (wenn Geld keine Rolle spielt) und mit ihm zusammen ein gemeinsames Menü kochen und dann nur zu zweit gemütlich essen?

        Ist jetzt so spontan das einzige was mir auf die Schnelle einfällt!

        Alles Liebe euch!

        Eine Wahnsinns Geschichte ... Man könnte sagen es ist ein Wunder das dein Papa lebt. Beide stehen nicht auf Kitsch und Romantisch sind sie auch nicht? Wie wäre es damit ... Wenn die Transplantation geschafft ist machen beide eine tolle Reise ... Eine Kreuzfahrt oder irgendwas tolles wo Deine Mutti schon immer hin wollte. Damit sagt er ihr Danke und signalisiert gleichzeitig das er vorhat diese Reise mit ihr gemeinsam zu machen. Quasi als Ziel dieser langen Krankheitsgeschichte. Buchen muss man ja noch nicht ... Ein Gutschein im Reisebüro über das Ziel und dem Umfang .... Reiseantritt noch offen.

      • Hallo,

        engagiere ihren Lieblings-TV-Koch und lasse ihn die beiden entweder zuhause bei Kerzenschein und mit gebuchtem Service-Personal von vorne bis hinten so richtig bekochen. Oder buche für die beiden einen außergewöhnlichen Abend bei ihrem Lieblingskoch in dessen Restaurant und ein tolles Hotel dazu.

        Für dieses besondere Dankeschön von einem Kämpfer an seine wunderbare Frau lassen sich die Herren Starköche bestimmt etwas ganz besonders Schönes einfallen.

        Alles Gute für Deinen unglaublich tapferen Papa und für Deine Mama, der ich für ihre Entscheidung allergrößten Respekt zolle.

        Herzliche Grüße,
        Liebelain

        Hm, also ich finde, Geld spielt dabei wirklich keine Rolle.
        Damit meine ich, es ist nichts teures gefragt, sondern etwas, das von Herzen kommt.

        Wie wäre es, wenn du/ihr alle Fotos als Fotobuch zusammenfasst und immer mal Platz dazwischen lasst, wo er seine Gedanken handschriftlich (!) dazu pinnt. Erinnerungen, liebe Worte, ein Danke, etc.

      • Hallo,

        Dein Vater scheint ein starker Mann zu sein - ich finde so etwas bewundernswert. Ich wünsche ihm viel Glück!

        Der Wunsch, Deiner Mutter eine Freude von Herzen zu machen, ist schwierig.

        - 2. Heiratsantrag? - Wenn sie beide nicht romantisch veranlagt sind und nicht auf Kitsch stehen - kommt nicht gut.
        - Essen / Kochen? - Er ist Dialysepatient und hat schwere Herzprobleme: Er darf nicht alles essen und trinken - das macht keinen Spaß! Für keinen! Wenn er nicht selber sich darüber Sorgen macht, macht sich zumindest Deine Mutter ständig Gedanken, ob das alles so gut für ihn ist.
        Auch nach der Transplantation muss er sich an bestimmte Regeln halten.
        - Reise? - Er sollte in seinem Zustand oder auch nach der Transplantation immer unter Kontrolle bleiben. Reisen sind extrem schwierig zu organisieren in diesem Fall (außer ihm ist alles andere egal).

        Den Vorschlag mit den gemeinsamen Erinnerungen finde ich eigentlich ganz gut. Da musst Du dann wahrscheinlich einiges mithelfen.
        Ist aber auch teilweise sehr kitschig - nicht, dass es falsch ankommt.

        Ansonsten:
        - Schmuck - eventl. personalisiert
        - etwas, was sich Deine Mutter schon immer gewünscht hat?...
        - an einen Ort fahren, an den die beiden schöne Erinnerungen haben und dort etwas Nettes organisieren

        Oder: Ein einfaches "Danke - ich liebe Dich" - ist unbezahlbar ;-)
        Ich spreche aus Erfahrung...

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