Nochmal wegen Klischees/Vorurteilen usw.

    • (1) 10.08.13 - 00:06
      Inaktiv

      Ja, ich habe Vorurteile , nicht wenige , das gebe ich zu.

      Aber: ich lasse mir die nicht anmerken, sondern lerne prinzipiell jedem Menschen (auch

      Tschärämie-Tschaysen und seine dauerqualmende Teeniemutter aus dem Plattenbau ) erst mal kennen.
      Meine Tochter war z.B.lange Jahr in der Punkerszene, ich bin damals fast verzweifelt-schon alleine des Piercings wegen, das sie sich hat stechen lassen. Piercing ist für mich absolut asozial.
      Hab dann ihren schnorrende Punkkumpels, wenn wir einen davon irgendwo trafen mal nen Burger oder auch ein Bier ausgegeben und mit denen gesprochen und fand die irgendwie "cool". Trotz Faulenzertum und Schnorrerdasein, was ich gar nicht leiden kann.
      Meine Kinder haben alle drei viele ausländische Freunde (Türken, Kroaten, Russen, Polen, Afrikaner, Vietnamesen ......) , sind alle bei uns gern gesehen.

      Auch "hartzvierende" Teeniemütter gehören zu diesen Freundeskreisen.
      Kurz und gut: im Kopf kann ich so viele Vorurteile haben wie ich will, aber ich darf mir das im Umgang mit meinen Mitmenschen nicht anmerken lassen.

      • Aber der freundliche Umgang mit Menschen, bei denen bei dir eigentlich Vorurteile bestehen, räumt der dann nicht einige Vorurteile aus?

        #gruebel
        Also, wenn du denkst, Polen klauen immer Autos, und dann lernst du den polnischen Kumpel deines Sohnes kennen, auch dessen Familie und stellst fest, huch, die sind ja total nett, haben ihr Auto bezahlt, können super Suppen kochen und sind total hilfsbereit - besteht dann weiter dein Vorurteil, dass Polen Autos klauen?
        Das ist jetzt n klar nur ein Beispiel, ich hoffe, das kannst du gut auf dich selbst übertragen.

        L G

        White

        Irgendwie widerspricht sich das.

        Oder Du bist wirklich so, dann möchte ich Dich ehrlich gesagt nicht zum Freund haben. Denn scheinbar denkst Du schlecht über die Leute, aber im Umgang mit ihnen bist Du nett.
        So kann ich das bei fremden Menschen machen, aber nicht mit Menschen, mit denen ich immer wieder zu tun habe.

        Wenn ich Vorurteile habe,

        - dann stehe ich dazu und vertrete sie auch. D.h. ich verbringe mit diesen Menschen auch keine Zeit weil sie nicht in mein Schema passen.

        - revidiere ich dieses Vorurteil nachdem ich den Menschen näher kennenlernen durfte. Dann habe ich aber auch kein Vorurteil mehr. Dann bin ich aufgeschlossen und vorurteilslos allen Menschen gegenüber.

        Aber ich kann doch nicht heimlich Vorurteile haben. Quasi über meine Freundin/Bekannte/Nachbarin total schlecht denken weil sie Piercings hat oder ALGII bekommt und ihr ins Gesicht lachen als wenn nichts wäre. Das find ich nicht gut.

        LG Mona

        Hallo

        Das bedeutet also dass du dich im Umgang mit diesen Menschen verstellst und ihnen nur etwas vorspielst.
        Traurig eigentlich :-(

        LG Polly

      • HI.

        Naja man kann es auch positiv sehen, du gibst manchen wenigstens die Chance dich kennenzulernen bzw gibst dir die Mühe sie erstmal kennenzulernen. Manche Leute haben Vorurteile und halten sich strickt fern vor denen gegenüber sie Vorurteile haben, was auch nicht gerade so toll ist, gerade dann wenn Kinder da sind, man legt den Kindern die "Vorurteilung" schon in die Wiege und jedes Kind sollte die Chance haben sich selber ein Bild zu machen.

        Ich habe auch meine Vorurteile, vor meinen Kindern allerdings lasse ich mir nichts anmerken bzw würde es niemals zur Aussprache bringen, sie sollten sich selber ein Bild machen. Ich denke Menschen sind Grundsätzlich unterschiedlich, aber manche "Gruppen" sind halt doch zum größten Teil gleich(deswegen bleiben wohl die "Grundvorurteile", aber Ausnahmen gibt es ja überall.

        Lg

        (8) 10.08.13 - 12:24

        Ich sage immer "Ich lasse meine Vorurteilsschublade ein Stückchen offenstehen, damit ich leichter umsortieren kann.".

        Jeder hat Vorurteile, wenn er mal ehrlich zu sich selbst ist. Wobei es oft auch nicht mal Vorurteile sind, sondern Einschätzungen auf Grund vorher gemachter schlechter Erfahrungen. Ich habe z.B. im Job öfter schon erlebt, dass Gespräche mit Klienten aus einem Land in Nordafrika schwierig werden können. Deren Art, "Forderungen" auszusprechen und sich über (echtes oder vermeintliches) Unrecht zu beschweren, kommt oft fürchterlich aggressiv rüber, manches mal war es auch völlig aggressiv. Gerade diese Woche aber wieder erlebt: Ich übernehme einen Fall einer Kollegin, Ehepaar aus diesem Land, die Frau wollte zum Gespräch des Mannes mitkommen. Ich hatte schon den Horror, denn gerade die Frauen können sich wirklich unglaublich aufführen. Begrüße die beiden aber wie ich es immer mache: Freundlich und offen. Ergebnis, trotz eines leider abgelehnten Wunsches: Ein freundliches, entspanntes Gespräch, während dem es möglich war, eine Alternative zu dem Wunsch zu finden, den ich aus rechtlichen Gründen hatte ablehnen müssen.

        Ich bin auf Grund entsprechender Erfahrungen im Job auf bestimmte Strömungen des Islam nicht gut zu sprechen, habe allerdings seit einigen Jahren etliche Kollegen aus z.B. der Türkei. Erster Gedanke: "Super, wollen sie jetzt über die Schiene ihren Scheiß bei uns etablieren oder wie?!" Ergebnis: Meine Kollegen sind eher wie die Menschen, die in Istanbul auf die Straße gingen: Gemäßigt religiös, eher Gedanken der Aufklärung und des Humanismus im Herzen, offen, freundlich und lieb und sie versuchen ihren doch teils noch rückständigen "Landsleuten" (der Begriff passt nicht so ganz) die Rückständigkeit auszutreiben.

        Fazit: (Vor)urteile liegen IMHO in der Natur des Menschen, ich denke, das ist seit Urzeiten so, als es noch ums nackte Überleben ging bei der Einschätzung von fremden Menschen/Situationen. Mit etwas Grips sollte man aber wissen, dass man bereit sein sollte, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen.

        LG
        Ch.

        Ich verstehe ehrlichgesagt das Drama um Klischees nicht #zitter
        Nur weil sich ein Klischee bestätigt muss es doch nichts schlimmes heißen ?
        zB. kam ein Mädchen von der Waldorfschule neu in die Klasse meiner Tochter für das 10te Schuljahr.
        Laut meiner Tochter & ihren Freunden treffen wohl viele der "Walddorfschüler Klischees" auf sie zu aber was ist denn jetzt daran so schlimm ?
        Sie ist ein sehr freundliches Mädchen das sich auch schnell mit meiner Tochter (&der Klasse) angefreundet hat

        Hallo,

        jetzt komme ich auch mit einem Klischee:

        Du bist richtig asiatisch. Immer lächeln und vordergründig nett sein zu den Leuten, aber sich seinen eigenen Teil denken.

        Und das finde ich viel schlimmer, als zu seinen Abneigungen zu stehen.

        GLG

        • (11) 10.08.13 - 15:04

          Ich verstehe nicht, was am Verhalten der TE so schlimm ist?!

          Sie ist ja nicht jahrelang mit Menschen befreundet, die sie ablehnt und über die sie hintenherum lästert oder dergleichen...

          Sondern sie gibt vielmehr Menschen aus dem Freundeskreis ihrer Kinder, mit denen sie sich normalerweise nicht unbedingt umgeben würde (und jeder von uns hat irgendeine Art von Vorurteilen oder zumindest Präferenzen, ob es uns nun gefällt oder nicht) eine Chance, indem sie sie kennenlernt.

          Wo ist da der Fehler?

          Als ich alleinerziehend war, habe ich eine Frau aus unserem Ort kennengerlernt, die hat mir klipp und klar gesagt, sie möchte mit mir nichts zu tun haben, weil in ihren Kreisen Alleinerziehende nicht vorkommen und sie das auf gewisse Art asozial findet.

          Gleichzeitig hatte ich in einer Gruppierung, in der ich ehrenamtlich mitgewirkt habe, Kontakt zu einer älteren Dame, die immer ausgesucht höflich zu mir war. Nach einigen Monaten sagte sie zu mir, sie würde mir gerne etwas sagen, nämlich dass sie sich das mit dem alleinerziehend sein nicht vorstellen könne, dass sie niemanden kenne und ob ich ihr erzählen möchte, wie das kam, sie hätte da früher oft Vorbehalte gehabt aber nun kenne sie ja mich.

          Nun rate, welchen Kontakt ich angenehmer und welchen ich verletzender fand?

          liki

          • (12) 10.08.13 - 15:08

            Hallo,

            ich finde beide Arten nicht verletzend.

            Die beiden Frauen haben auf ihre Art klar gemacht, wie sie zum Alleinerziehend sein stehen.

            Schlimm würde ich es finden, wenn ich einer Frau begegne, die so tut, als würde sie nur das Beste für mich wollen, aber ganz anders denkt.

            GLG

            • (13) 10.08.13 - 15:13

              Wenn sie zu mir freundlich ist und denkt "naja, eigentlich finde ich ihr Lebenskonzept nicht so toll", finde ich das in Ordnung, solange derjenige nicht Freundschaft vorspiegelt, um an irgendwelche Ziele zu kommen - warum nicht zu allen Menschen freundlich sein?!

              ich versuche zu allen Menschen freundlich zu sein, egal, was ich von ihnen halte.

              Das Verhalten der ersten Frau finde ich verletzend, also, so habe ich es erlebt.

              LG, liki

      "Also, der Afrikaner an sich der schnackselt ja viel..." (Gloria von Thurn und Taxis)

      Das ist mein Lieblingszitat zum Thema Vorurteile, weil es so schön auf den Punkt bringt, was an Vorurteilen so absurd ist.

      Liebe deinen Nächsten wie dich selbst und behandle jeden so, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest.

      Eine klare Zurückweisung ist besser als ein falsches Versprechen.

      (15) 11.08.13 - 08:56

      Ich persönlich habe ja ein Vorurteil gegenüber Menschen, die so einfache Namen wie Jeremy und Jason nicht richtig schreiben können.

Top Diskussionen anzeigen