Nie wieder...

    • (1) 18.08.13 - 21:50

      Waren wir eigentlich auch so als wir klein waren? So distanzlos, so frech, so fordernd…Urlaub an der Ostsee mit meinen Dreien und ich frage mich, warum eigentlich immer die Kinder der anderen Urlauber-Familien am Ende bei mir am Tisch sitzen, im Hotelzimmer toben oder Burgen bauen wollen…#schmoll

      Ich habe ein Familienhotel gebucht…NIE WIEDER :-[

      Heute morgen,viertel vor sieben, meine drei sind schon wach und raufen sich auf dem großen Bett in dem wir ALLE die Nacht verbracht haben (warum buche ich eigentlich den Familienraum mit extra-Kinderschlafzimmern#klatsch). Nach zig Runden Stiche ansagen und drei erzählten Geschichten beschließe ich zu duschen und lasse mich breitschlagen, den Laptop einzuschalten damit die drei Tom und Jerry schauen können.

      Nach dem Duschen öffne ich die Badezimmertür und will zum Schrank um mir Klamotten zu holen, blank wie Gott mich schuf #schein…zwei Schritte in den Raum und ich erstarre: zwei fremde Kinder sitzen auf dem Bett bei meinen und schauen wie gebannt auf den Bildschirm. Ein gewagter Sprung zurück in die Kachelabteilung rettet mich vor der Blamage und die Kinder vermutlich vor einem Trauma #zitter

      Ich nestel mir ein Handtuch um die jugendlichen Lenden (wo ist eigentlich der Bademantel…ach ja, daraus haben die beiden Großen eine Fahne gebastelt als sie Seeräuber gespielt haben) und gehe betont unauffällig durch den Raum auf meinen Schrank zu.

      Meine Tochter strahlt mich an: das sind Anton und Pünktchen, die waren gestern auch beim Bastelnachmittag :-)

      Anton und Pünktchen schauen nicht auf und meine Hoffnung, ungesehen zurück ins Bad zu gelangen wächst.
      Ich brummel „schön“ und ziehe mich mit einem kleinen Bekleidungspaket im Arm, mit der anderen Hand das Handtuch klammernd in das Badezimmer zurück. Ich habe die rettende Abgeschiedenheit fast erreicht da tönt eine fremde Stimme „man sieht deinen Popo!“ #schock

      *Tür zu knall* :-[

      Ich komme aus dem Badezimmer, gerade noch rechtzeitig um festzustellen dass Anton versucht, am Computer ins Internet zu kommen und dabei faselt er was von „geilen Videos bei youtube“… mein donnerndes „Finger weg von meinem Mac „ lässt ihn aufschauen.

      Ich formuliere einigermaßen höflich #schein dass außer mir niemand was an meinen Geräten zu suchen hat woraufhin er mir erklärt, dass er das könne, daheim sowieso und überhaupt und alles alleine. Ich schneide ihm leicht gereizt das Wort am mit einem „Finger weg und Ende der Diskussion“.

      Anton berichtig mich „das heißt >bitte lass das<“.

      DANKE ANTON!

      Dann beginne ich für die Kinder Klamotten rauszusuchen. Meiner Tochter lege ich eine Jeans und ein T-shirt hin was Pünktchen zu der Bemerkung verleitet (noch im Filly-Pferde-Schlafanzug) sie werden heute ihr Party-Kleid anziehen und dazu Ballerinas. Natürlich in rosa #augen. Es dauert keine zwei Sekunden und meine Tochter will keine Jeans mehr tragen. Sie will ein Party-Kleid. Auch der Hinweis darauf dass wir überhaupt kein „Party-Kleid“ dabei haben lässt sie nicht einlenken, ich könnte ja einfach eins kaufen findet sie. Auch mein Hinweis darauf, dass Irokesenschnitt und Party-Kleid sich beißen könnten wischt sie vom Tisch, sie will ein Kleid :-[.

      Ich verschiebe die Lösung des Problems denn der Kleine muss gewaschen werden. Er hat einen roten Filzstift gefunden und sich damit das gesamte Gesicht angemalt. Anton gibt mir Erziehungsratschläge „kleine Kinder dürfen nicht mit Filzern malen, die muss man weg legen so dass die nicht dran kommen“

      DANKE ANTON!

      Ich wasche den Kurzen und ziehe ihn an, der Große ist glücklicherweise unproblematisch und modisch völlig desinteressiert. Die Mittlere will noch immer ein Party-Kleid. Ich erlaube ihr im Nachthemd zum Frühstück zu gehen, da klopft es an der Tür.

      Die Eltern von Anton und Pünktchen möchten ihre Kinder zum Frühstück abholen…Pünktchen hat gelogen, sie wird heute kein Party-Kleid tragen und auch meine Tochter lässt sich von Jeans und Adidas-Shirt überzeugen.
      Ich verabschiede die Eltern von P&A mit einem „bis irgendwann mal“ und bekomme als Antwort „wir sehen uns gleich beim Frühstück“ …SCHEISSE #heul

      Wir sitzen am Tisch da kommt Mareike an. Mareike ist ein Kind das meine kommunikationsbegabte Tochter bereits in den ersten zehn Minuten im hoteleigenen Hallenbad aufgetan und zu ihrer neuen besten Freundin erklärt hat. Das Problem daran: Mareike ist extrem distanzlos.

      Sie kommt an unseren Tisch, setzt sich und sagt zu mir „ich will Rührei“. Ich bin gerade dabei dem Kurzen das Lätzchen um zu binden und antworte „erstens heißt es nicht ich will, sondern ich möchte und zweitens hast du zwei gesunde Hände und kannst es dir selbst holen“.

      Ich lasse die Kinder sitzen, der Große passt auf den Kurzen auf und organisiere die üblichen Frühstücksutensilien vom Buffet…Conflakes, Orangensaft, Toast, Marmelade, Obst, Milch, Wurst, Käse…#schwitz ich komme mit voll beladenem Tablett zurück zum Tisch da ist mein Platz besetzt. Anton hockt da und schaut mich erwartungsvoll an. Mareike fragt wo ihr Rührei sei, ich schnaufe.

      Meine Tochter fragt „Bist du genervt, Papa?“ Der Große lacht, der Kleine greift in die Cornflakesschüssel, ich fluche, Anton belehrt mich „Scheiße darf man nicht sagen“.

      DANKE ANTON!

      Wir überleben das Frühstück und ich fange an für unseren Ausflug zu packen…schließlich kommen wir in der Hotelhalle an und ich suche in der riesigen Tasche voller Ersatzwindeln, Regenjacken, Trinkflaschen, Pflasterboxen, Lego-Star-Wars-Figuren *Kopf kratz* nach dem Autoschlüssel da kommt Mareike an und fragt „Wo wollt ihr hin“. Meine Tochter flötet „wir machen einen Ausflug und da gehen wir Pony reiten und hinterher mit einem Kutter auf das Meer und fangen Krabben…“

      Mareike sagt „ich komme mit“. Mir fällt der Autoschlüssel aus der Hand. Ich sage „nein“. Sie sagt „doch, ich sag nur schnell meinen Eltern Bescheid“ und rennt los. Ich scheuche die Kinder zum Wagen, werfe kopflos das Gepäck in den Kofferraum, schnalle den Kurzen an, werfe mich auf den Fahrersitz und lege einen filmreifen Kickstart hin. Im Rückspiegel sehe ich Mareike mit Regenjacke über dem Arm aus dem Hoteleingang kommen#zitter

      Nach unserem Ausflug kommen wir zurück ins Hotel und ich überlasse die drei dem hoteleigenen Babysitter den man für horrendes Geld buchen kann um mich ein bisschen lang zu machen und hinterher was zu arbeiten. Ich bin definitiv nicht seefest und die Sache mit dem Kutter war `ne blöde Idee #zitter.

      Ich hab‘ mich gerade auf dem Bett niedergelassen da klopft es an der Tür. Ich stehe schwankend auf, öffne und schaue in die Gesichter von Pünktchen und Anton. Noch bevor sie etwas sagen können sage ich „Tick, Trick und Track sind nicht da“ und will die Tür schließen.

      Püntchen lächelt mich an und sagt „das macht nichts, dann können wir ja hier mit dir auf sie warten und dabei Tom und Jerry schauen“ #augen
      „NEIN“
      Anton belehrt mich „das heißt nein danke“.

      DANKE ANTON!

      Später treffe ich mich mit meinen Kindern im Schwimmbad und nach höchstens zehn Minuten werfe ich nicht nur meine Kinder in die Luft und ins Wasser sondern diene noch fünf weiteren Kids als lebender Spielplatz und Sprungturm während deren Eltern auf weißen Liegen liegen und in Zeitschriften und Büchern blättern.

      Zum Abendessen gehen wir in ein Restaurant in Ort und meine Mittlere bedauert „schade, da treffen wir ja die anderen gar nicht“…. oh Schnuppelchen…#verliebt

      Als wir vom Abendessen kommen ist in der Hotelhalle von „den anderen“ keiner zu sehen und ich verschwinde zügig aber zufrieden mit meinen im Fahrstuhl. Übermütig durch diesen Erfolg verspreche ich ihnen noch einige Runden „Stiche ansagen“ #klatsch und im Zimmer angekommen lassen wir uns auf dem Fußboden nieder.

      Ich habe gerade die erste Runde gewonnen, halte den Kurzen auf dem Schoß der seine Abendmilch trinkt da klopft es an der Tür. Ich öffne. Mareike steht da…im Schlafanzug, ihr Bettzeug unter dem Arm. Ich schaue und schweige. Mir fällt einfach nichts mehr ein#heul. Sie sagt „Trick hat versprochen ich darf heute bei euch übernachten“.

      Der Wunsch in den Teppich zu beißen wird übermächtig aber ich kann mich beherrschen und erkläre mit knirschenden Zähnen dass das außerhalb jeglicher Möglichkeit liegt. Sie handeln mich runter auf „wenigstens ein bisschen Kartenspielen“.

      Zwischendurch muss ich eine Pause einlegen um den Kleinen nebenan zum Schlafen zu bringen. Als ich wieder raus komme liegt der Große auf dem Sofa und liest und die beiden Mädchen spielen angeblich im Badezimmer „verstecken im Dunkeln“.

      Ich räume die Spielkarten weg und frage mich, wo meine Arbeitsunterlagen hingekommen sind die dort hinten auf dem Möchte-gern-Schreibtisch mit Blick auf den Strand lagen. #kratz
      Schließlich gebe ich auf und frage den Großen. Er sagt, damit haben die Mädel gespielt. Ich arbeite gerade an einem Projekt in dem es um Farbkonzepte geht…die Papiere waren bunt. Sehr bunt...#zitter
      Ich öffne die Tür zum Badezimmer und widerstehe dem Drang eine Bombe zu werfen. Die Badewanne ist randvoll mit Wasser und Schaum und auf dem Schaum schwimmen Boote. Viele, kleine bunte Faltboote aus Papier…

      So. Drei Aspirin und zwei Bier später sitze ich auf dem Balkon, der Kurze schnarcht, die Mittlere redet im Schlaf und der Große liest noch ein bisschen.

      Ich rauche eine Zigarette, schaue auf das Wasser und mache Pläne. Nächsten Sommer…Urlaub. Ich glaube wir fahren in die Taclamacan-Wüste. Oder machen eine Nordpol-Expedition. Irgendwas wo man wenig Menschen trifft. Und möglichst keine Kinder#schein.

      Danke Anton!

      #rofl#rofl#rofl

      so, jetzt kann ich schlafen gehen #schein

      Herrlich! #rofl Jetzt weiss ich wieder, warum ich nicht in den Urlaub fahre: das hab ih zu Hause auch, nur dass ich die Kids samt Eltern kenne!

    War doch nen Super-Urlaub ... #rofl

    LG

    • Ja...ganz super...#augen

      • Ich bekomme immer die Kataloge von einem ortsansässigen Anbieter, der sich auf sehr exklusive Familienreisen spezialisiert hat ... ganz tolle Orte & Locations mit tollem Programm ...

        ... ich weiß schon, warum ich im Leben nicht dort buchen würde ... Weingut in der Toscana klingt toll ... mit 12 anderen Familien eher weniger ... oder Bungalows auf Gomera in einer geheimen Bucht, die man nur per Boot oder zu Fuß erreichen kann ... mit 14 anderen Familien ... Hilfe!

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