Bei Rot über die Ampel

    • (1) 23.08.13 - 19:02

      Hallo zusammen,

      mein Mann hat leider einen Bock geschossen. Er ist bei Rot über die Ampel gefahren, kurz nachdem diese umgeschaltet hat. Er dachte er schafft es noch, aber der vor ihm hat abgebremst und dann hat es doch nicht mehr gereicht, er wurde geblitzt.

      Heute kam dann eine Aufforderung zur Äußerung zum Sachverhalt an mich als Fahrzeughalterin.

      Vorgeworfen wird wie gesagt "Das Missachten des Rotlichts der Lichtzeichenanlage". Die gemessene Rotzeit betrug 0,47 Sek.

      Ein Foto ist auch mit dabei. Das ist allerdings so schlecht, dass mein Mann nicht erkennbar ist. Ich weiß natürlich das er es ist, aber die nicht.

      Nun steht da dabei, dass ich ein Aussageverweigerungsrecht habe, wenn ich mich selbst oder einen Familienangehörigen belasten müsste (steht da natürlich in zwei langen Absätzen ausführlicher).

      Was würde denn nun passieren, wenn ich die Aussage verweigere? Bekomme ich als Fahrzeughalterin dann die Strafe?

      Kann mir jemand ungefähr sagen, welche Strafe da auf meinen Mann zukommen würde, wenn ich aussage, dass er gefahren ist? Bzw. auf mich, wenn ich nicht aussage?

      Falls Führerscheinentzug droht, überlege ich, ob ich es auf mich nehmen soll. Ich brauche meinen Führerschein nämlich eigentlich weniger als mein Mann (wobei sein Job nicht davon abhängt, sein Arbeitsweg würde nur sehr viel umständlicher), auf der anderen Seite sehe ich es auch nicht ein meine blütenweiße Autofahrerweste mit seinen Schandtaten zu beschmutzen. Wenn es z.B. "nur" um einen Monat Fahrverbot ginge, wäre ich durchaus gewillt in das selbst ausbaden zu lassen, so als pädagogische Maßnahme! ;-)

      Danke im Voraus für eure Antworten.

      LG Brijuni#blume

      (4) 23.08.13 - 19:25

      Hi,
      guck doch mal in den Bußgeldkatalog. Da steht drin, was blüht.

      Ich bin Laie und werde nichts dazu vermuten, ob die von dir überlegte Falschaussage genau so zulässig wäre wie das Verweigern der Aussage.

      Ein Bekannter meiner Eltern hat mal die Aussage verweigert und musste danach lange ein Fahrtenbuch führen. Viel Aufwand, um eine eigentlich gerechte Strafe zu verhindern. Dass sein Sohn etwas daraus gelernt hätte würde ich eher bezweifeln. Es bekommt nur der die Strafe, der die Sache begangen hat. Wenn der nicht ermittelt werden kann, bleibt die Sache ungestraft. Leider ist es oft tatsächlich so einfach.

      Auf allzu viel Einsicht lässt deine Beschreibung leider noch nicht schließen, abgesehen vom ersten Satz. Schade. Wenn dein Mann seinen Führerschein braucht, sollte er mal darüber nachdenken, dass nicht sein Vordermann schuld ist, sondern er selbst.

      Viele Grüße
      Miau2

      • (5) 23.08.13 - 19:51

        Erstmal danke für deine Antwort!

        Moment mal, ich habe nichts von Falschaussage gesagt. Ich denke über 2 Varianten nach:

        1. Ich gebe meinen Mann als Fahrer an und er bekommt die Strafe
        2. Ich verweigere die Aussage

        Bei Variante 2 bin ich ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass die Strafe dann auf mich abgewälzt wird, weil davon ausgegangen wird, dass ich das Fahrzeug gefahren habe. Die Aussage zu verweigern ist aber bitte immer noch ein himmelweiter Unterschied dazu eine Falschaussage zu machen! Was die dann annehmen oder auch nicht, ist ihre Sache.

        Ein Fahrtenbuch will ich natürlich nicht führen, einer von uns nimmt die Strafe schon auf sich. Es ging mir nur darum: mein Mann fährt täglich mit dem Auto zur Arbeit. Ich fahre mit dem Fahrrad und benutze das Auto nur für den Wocheneinkauf. Wenn wirklich Fahrverbot gedroht hätte (was scheinbar nicht der Fall ist), hätte ich deshalb evtl. die Strafe auf mich genommen.

        "Auf allzu viel Einsicht lässt deine Beschreibung leider noch nicht schließen"

        Meine Güte, was meinst du denn mit Einsicht? Natürlich ist das blöd gelaufen und natürlich ist mein Mann selbst dafür verantwortlich, dass er über rot gefahren ist. Das mit dem Vordermann war zur Erklärung, da er ja wirklich ganz kurz nach der Rotschaltung drüber ist. Mein Mann ist kein Verkehrsrowdy, das wäre auch der erste gröbere Verstoß von ihm als Autofahrer. Lass mal bitte die Kirche im Dorf.

        LG Brijuni#blume

        • (6) 23.08.13 - 20:09

          Ich bin von einer dritten Überlegung bei dir ausgegangen: dass du es auf dich nehmen willst. Was nur mit einer Falschaussage möglich wäre.

          Als Fahrzeughalter wirst du nicht bestraft dafür. Nur der Fahrzeugführer.

          Ich lass die Kirche gerne im Dorf. Aber Ausreden finde ich bei so etwas einfach daneben. Ist nun mal meine Meinung, ich bin halt eher ehrlich. Erklärung finde ich halt den falschen Begriff dafür, Ausrede trifft es eher...wie gesagt, meine Meinung.

          Der Gesetzgeber erlaubt dir halt den Ausweg.

          Zum Bockmist wenigstens stehen finde ich einfach besser. Inzwischen hast du ja sicher gelesen, dass ohne Gefährdung kein Fahrverbot droht. Und Flensburg dürfte ja nicht das Problem sein, wenn er sich sonst noch nichts ernstes hat zuschulden kommen lassen..

        • Du füllst den Fragebogen aus. Gibst also deine Personaldaten an und schreibst dann in der Stellungnahme, dass du dich auf (ich glaube § §52, 55) Stgb berufst und keine Angaben machen möchtest.

          Die Polizei Vorort kann dann eventuell einen Lichtbildausweis von dir verlangen um ihn mit dem Foto abzugleichen. Da du es ja nicht gewesen bist, musst du dir da keine Sorgen machen.

          Die Strafe kann dir nicht auferlegt werden, aber man kann dir anordnen in Zukunft ein Fahrtenbuch zu führen. Das ist aber eher unwahrscheinlich.

          Innerhalb von einer bestimmten Frist (ich glaube 3 Monate) muss der Täter ermittelt worden sein. Danach verjährt die Ordnungswidrigkeit.

          Vorsicht. Die Polizei greift auf Facebook zurück um Fotos abzugleichen. Sucht dann gezielt in deiner Freundschaftsliste. Aber da dein Mann kaum zu erkennen ist, besteht ja keine Gefahr.

          Was ihm blüht, weiß ich nicht! Der Bußgeldkatalog ist vor Kurzem überarbeitet worden.

          VG
          Mateo

          • Danke auch für deine Antwort!

            Ist halt die Frage, ob wir uns den Heckmeck antun wollen. Habe mittlerweile über den Bußgeldkatalog (aktuell von 2013) herausgefunden, dass ihm wohl "nur" ein Bußgeld von 90 € und 3 Punkte blühen. Ich finde das ist eine Strafe, die man in dem Fall akzeptieren kann. Immerhin ist der Vorwurf ja berechtigt.

            LG Brijuni#blume

          Ich war mal Kunde in einem Familienunternehmen und habe mitbekommen wie die Polizei beim Vater (Halter) war wegen ner roten Ampel. Der Sohn (Fahrer) hat sich dann versteckt. Später hat man mir dort erzählt, dass es doch noch "rauskam", wie weiß ich nicht.

          Aber da ging es auch um > 1 Sekunde und damit um ein Fahrverbot.

Wenn da kein Betrag drin steht der zu zahlen ist, sondern man angaben machen soll wer gefahren ist, heißt das normal das man den Führerschein abgeben muss (meiner Meinung nach muss man das beim überfahren einer roten Ampel sowieso)

Ansonsten steht da ein Betrag, den du dann bezahlen kannst oder eben angeben kannst wenn jemand anderes gefahren ist.

Wenn du die Aussage verweigerst, ist es ja offensichtlich, dass es du oder dein Mann warst und es wird höchstwahrscheinlich die Polizei irgendwann vor der Türe stehen und mal persönlich nachschauen wer das auf dem Bild ist. Ich denke ihr könnt die Sache höchstens raus zögern aber mehr nicht.

In vielen Fällen kann man sich auch raus suchen zu welchem Zeitpunkt der Führerschein abgegeben wird.

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