Fragen an Frauen, die zum Islam konvertiert sind (oder auch als Muslime aufgewachsen sind)

    • (1) 26.08.13 - 17:46

      Hallo und Asalamu Alaikum :-)

      Vorweg (vorallem an die Nicht-Muslime, die trotz des Titels vorbei schauen, herzlich willkommen übrigens), ich bin glücklich mit meiner Entscheidung und habe nicht vor, das zu ändern oder zu revidieren. Ich suche nach Hilfe von muslimischen Frauen, die die "Umstellung" bereits "hinter sich" haben ;-)

      Ja, womit fang ich denn an?

      Was mich am meisten beschäftigt sind meine Kinder. Ich hab zwei davon ;-) Sie sind jetzt fast 10 und 3 Jahre alt und wurden katholisch getauft. Zum Islam konvertiert bin ich erst im März dieses Jahres bzw. beschäftige ich mich seit Dezember letzten Jahres mit dem Islam (und auch anderen Religionen).
      Das heißt, meine Kinder sind getauft, haben Taufpaten, meine Große hatte letztes Jahr ihre Erstkommunion und nimmt auch am katholischen Religionsunterricht teil.
      Dazu muss ich sagen, wir leben in einem ur-katholischen Dorf. Man wird hier selbst als o.B. "schief angesehen" (das heißt, wenn man gar keine Konfession hat). Als evangelischer ist man Außenseiter, aber grad noch akzeptiert.

      Alles, was nicht katholisch, evangelisch oder o.B. ist, ist quasi "der Feind" (ich glaub, selbst als Buddhist hätte man es hier extrem schwer...).

      Jetzt frage ich mich natürlich, wie es mit den Kindern weiter gehen soll.

      Einerseits denke ich ja, dass ich selbst noch sehr wenig über den Islam weiß (auch wenn ich mich intensiv damit auseinander setze, hab ich dennoch das Gefühl, noch seeeehr viel lernen zu müssen). Wie soll ich ihnen da etwas beibringen? Ich denke, sie im katholischen Glauben zu lassen und sie quasi mit mir mitlernen zu lassen, wäre sicher nicht schlecht. So lernen sie beides kennen und wenn sie groß sind, können sie ja selbst entscheiden, in welche Richtung sie gehen wollen.

      Meint ihr, kann das der richtige Weg sein?

      Meine zweite Frage bezieht sich auf das Kopftuch. Ich trage natürlich Hijab zum Beten. Aber rausgehen? Dazu fehlt mir noch das gewisse Etwas....

      Ich hab mir nun überlegt, einfach fürs Erste mal nur Hijab zu tragen, wenn ich in der nächst-größeren Stadt bin, wo mich niemand kennt. Einfach, um mich an das Gefühl zu gewöhnen.

      Ich bin davon überzeugt, dass Allah mir den Weg weisen wird. Irgendwann wird er mir, inshallah, den Mut geben :-)

      Wie war das bei euch? Wie haben Freunde und Familie reagiert?

      Und das bringt mich zur nächsten Frage. Die Familie.

      Ich bin verlobt mit einem Moslem. Wir werden Ende September heiraten. In sehr sehr kleinem Kreise. Denn meine Familie will ihn nicht mal kennen lernen. Sie sind der Meinung, er wird mich schlagen und vergewaltigen usw. Naja, ihr kennt vermutlich die Vorurteile und Geschichten :-(

      Ich hatte meiner Familie ja noch nicht mal davon erzählt, dass ich konvertiert bin. Bzw. ich glaub, so richtig gecheckt haben sie es gar nicht. Denn sie haben nur gemerkt, dass ich während Ramadan auch gefastet habe. Die erste Reaktion war "Wehe, wenn du den Kindern nichts zu essen gibst!". Dass es Kindern verboten ist, zu fasten, wollten sie gar nicht mehr hören.

      Als nächstes kam dann "DER kann ja glauben, was er will. Aber lass dir ja nicht seine Religion aufzwingen!". Darauf antwortete ich nur, dass ich angefangen hab, den Koran zu lesen, bevor ich ihn überhaupt kennen gelernt hab.

      Und dann kam noch "Warte nur, der zwingt dich bald zum Kopftuch-tragen. Aber glaub mir, wenn du hier mit Kopftuch auftauchst, dann glaub ja nicht, dass du unser Haus nochmal betreten darfst!"
      Ich reagiere nun darauf gar nicht mehr, denn ich merke, je mehr ich versuche zu erklären, umso mehr machen sie zu.

      Mit meinem Vater konnte ich kürzlich ein bisschen über den Islam reden, aber er hat seine Ansichten und lässt sich da nicht wirklich von etwas anderem überzeugen :-(

      Jedenfalls würde mich interessieren, wie ihr eurer Familie beigebracht habt, dass ihr konvertiert seid?

      Ich meine, so viel ändert sich ja dadurch nicht für mich. Denn Schweinefleisch hab ich seit meiner Kindheit verweigert. Meine Kleidung war nie eng anliegend, immer eher locker und lang.

      Nur jetzt durch meinen Verlobten wird genau das halt hochgespielt. So in Richtung: "Jetzt kann man dir nicht mal mehr ein Würstel grillen, ohne dass man aufs Fleisch schauen muss" Äh, ja, ich hab vorher auch nur Putenwürstel gegessen #klatsch
      Oder "Jetzt ziehst dich schon wie eine Muslimin an" Okay, Leute, ich hab dasselbe an wie letzten Sommer auch. Hab mir dieses Jahr kaum neue Klamotten gekauft....

      Oder auch: "Nicht mal mehr ein Glaserl Sekt kann man dir geben" Ich hab seit 7 Jahren keinen Alkohol getrunken, von Sekt wird mir schlecht, zum Anstoßen hab ich immer nur Orangensaft getrunken. Auch das hat sich nicht durch die Religion geändert.

      Also es wird alles im Moment auf meinen Verlobten bzw. die Religion geschoben. Als wäre das alles was Neues.

      Ich würde gern wissen, wie ihr das seht und wie ihr mit solchen Dingen umgegangen seid. Mein Verlobter meint, ich muss nur Geduld haben. irgendwann wird sich alles auflösen. Aber manchmal sieht alles so hoffnungslos aus. Als würden sie es eh nie verstehen. Bzw. ich verlange gar kein Verständnis. Ich verlange doch nur Akzeptanz! Mehr will ich gar nicht. Ich will, dass sie meinen Verlobten akzeptieren. Mein Leben. Meine Entscheidungen. Und meine Religion :-(

      Welche Tipps könnt ihr mir geben?

      Vielen Dank schon mal im Voraus und entschuldigt den Roman (wenn ich nur aufhörn könnt ;-)).

      • Hallo Klara!

        Ich kann dir leider nicht so wirklich einen Tipp geben aber ich kann dir berichten wie es bei einer sehr guten Freundin ist. Wir lebten selbst in einem Dorf. Es ist dort zwar nicht so schlimm wie du deines beschreibst aber wir sind selbst sehr katholisch erzogen worden.

        Meine Freundin hat, nachdem sie lange mit einem Türken liiert war, zum Islam konvertiert. Auch ihre Eltern haben ihren damaligen Freund (inzwischen sind sie verheiratet) genau so abgelehnt wie deinen Mann in spe. Auch die Sprüche waren genau die selben. Dass sie konvertierte hat sie damals nur mir anvertraut. Ich hin selbst ein gläubiger Katholik aber habe keine Vorurteile gegenüber anders Gläubigen.

        Jedenfalls weiß ich bis heute nicht ob ihre Familie inzwischen davon weiß aber sie hat ihr " Ding" durchgezogen und im Endeffekt ist es genau so wie dein Verlobter sagte:
        Hab Geduld, rechtfertige dich nicht ständig dafür. Diese Sprüche werden vermutlich nie aufhören aber es wird besser und sie werden es akzeptieren. Die Zeit wird ihnen zeigen, dass dein Verlobter ein Mann ist, der dich liebt und gut behandelt. Mit oder ohne Kopftuch.
        Alles Gute!

        Ps.: die türkische Hochzeit meiner Freundin damals war wunderschön anders :-) (ich Schwärme heut noch davon) ich wünsche dir eine ebenso solche #winke

        LG
        Claudi

        Hallo,

        nun, ich kann deine Familie verstehen. Sie machen sich sicher sehr große Sorgen um dich.

        Was ich nicht in Ordnung finde, dass du deine Kinder auch im muslimischen Glauben erziehen willst. (so hab ich es rausgelesen) Es sind nicht die Kinder von deinem Partner? Erziehe deine Kinder "normal", also nicht streng katholisch bzw. streng muslimisch. Sie sollen selbst bestimmen, in welche Richtung sie gehen möchten. Zwinge ihnen nicht deine neu gewählte Religion auf.

        Warum möchtest du Kopftuch tragen? Es ist meines Wissens nicht vorgeschrieben, dass Muslima eins tragen müssen. Um seinen Glauben unterstreichen zu müssen, ist eine schlechte Ausrede. Außerdem ist es in D, getragen von einer Deutschen, sehr ungewöhnlich und mMn völlig überflüssig. Ich würde, wenn du mit mir befreundet wärst, dich für bekloppt (sorry) halten.

        <<<Also es wird alles im Moment auf meinen Verlobten bzw. die Religion geschoben.<<<

        Warum nicht? Er ist doch Schuld daran, dass du dich in eine andere Richtung entwickelst. Hättest du einen Katholiken/Evangelen/Heiden oder sonstwen getroffen, wärst du doch bestimmt nicht zum Islam konvertiert, oder?

        • #kratz Wo liest Du in diesem Text raus, dass sie ihre Kinder im muslimischen Glauben erziehen möchte?

          "Ich denke, sie im katholischen Glauben zu lassen und sie quasi mit mir mitlernen zu lassen, wäre sicher nicht schlecht. So lernen sie beides kennen und wenn sie groß sind, können sie ja selbst entscheiden, in welche Richtung sie gehen wollen."

      (12) 26.08.13 - 20:10

      Sie hat sich schon vorher für den Islam interessiert.

      (15) 26.08.13 - 21:51

      Stimmt, genau 3 Monate vorher. #augen

Dein Beitrag bereitet mir Kopfschütteln. Noch schlimmer dass so viele deiner Meinung sind.
Was hat die Ausübung einer Religion mit der Nationalität zu tun?

  • <<< Was hat die Ausübung einer Religion mit der Nationalität zu tun? <<

    Gar nichts. Habe ich das etwa behauptet? #gruebel

    Ich finde es nur lächerlich, wenn sich eine Österreicherin in Österreich, die katholisch erzogen wurde und eines Mannes wegen zum Islam konvertiert, ein Kopftuch tragen will. Ein Kopftuch tragen ist keine Pflicht. Damit würde sich die TE doch wohl nur lächerlich machen.

    Ich finde die gesamte Story der TE eh vollkommen hirnrissig. Sie rennt sehenden Auges in ihr Verderben. Wenn sie Glück hat, schafft sie es, mit einem blauen Auge davon zu kommen.

    • Naja, du sagtest als Deutsche oder in Deutschland. Sorry wenn ich's gerade nicht wörtlich wiedergeben kann... Was hat das damit zu tun? Und mit Pflicht??
      Wie kannst du das behaupten? Rennt in ihr verderben... Wieso? Was hat die Religion damit zu tun? Ernsthaft mal. Kannst du mir das erklären? Ist nicht böse gemeint

      • Ja, ich hatte als 1. Deutsche in Deutschland geschrieben. Da wusste ich noch nicht, dass die TE aus Österreich kommt.

        Im Islam ist es nicht Pflicht, Kopftuch zu tragen. Es ist freiwillig. Es mutet mMn schon ein wenig merkwürdig an, wenn eine geborene Christin plötzlich ganz freiwillig ein Kopftuch tragen will.

        Ja, ich denke wirklich, die TE rennt in ihr Verderben. Sie kennt ihren Verlobten gerade mal ein halbes Jahr. Sie muss ihn heiraten, damit er in Österreich eingebürgert werden kann. Sie konvertierte vorschnell, ohne sich wirklich mit der Religion auseinander gesetzt zu haben.

        Lies dir mal ein paar Geschichten auf dieser Seite durch: http://www.1001geschichte.de/

        Es sind wahre Begebenheiten. Es handelt sich hier überwiegend um Frauen, die durch Männer aus musl. Ländern "kaputt" gemacht wurden. Den Männern ging es in erster Linie nur darum, nach Europa zu kommen. Anfangs sind sie die fleißigen Charmeure. Nach der Hochzeit mutieren sie zum Monster. Am Ende stehen die Frauen psychisch am Ende und Pleite da.

        • (20) 26.08.13 - 22:07

          Sie ist nicht die einzige die ein Kopftuch tragen will.Außerdem muß sie es doch selbst wissen und ja es ist keine Pflicht,trotzdem ist es jedem selbst überlassen.

(21) 26.08.13 - 19:31

Hallo, ich überlege, ob ich dir überhaupt antworten kann. Ach, ich tu es einfach....mehr als böse auf mich kannst du ja nicht werden.
Also, ich selber glaube nicht an Gott, Allah oder sonst irgendwen, deswegen ist es für mich immer sehr befremdlich, wenn ich höre "ich konvertiere zum Islam" (wahlweise Buddhismus, Christentum usw usw). Für mich persönlich ist die Kirche (egal welche) mit unsagbar viel leid verbunden (Glaubenskriege, Missionare; Kreuzzüge; Christenverfolgung), alle wollen nur das eine: Geld und Macht.
In einer Religion ist man, meiner Meinung nach, tief verwurzelt. Das Wissen um die jeweilige Religion wird über Generationen weitergegeben. Für mich macht ein Kopftuch und in die richtige Richtung beten noch lange keinen Moslem. Auch wenn man sich noch so sehr mit einer Religion auseinandersetzt, sebst mit Erklärungen durch einem nahe stehende Menschen.
Wie lange braucht ein Buddhist, bevor er sich Buddhist nennen darf? Das bedeutet jahrelanges Studium der Religion, ein harter langer Weg!!!!
Ich denke mal im Islam wird es nicht anders sein. Da mir, wie gesagt, jede Religion egal ist, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, das man innerhalb einer sehr strengen Glaubensrichtung als "Quereinsteiger" anerkannt wird, egal ob von den Gläubigen selber oder den anders Gläubigen. So wären wir beim Thema Familie, zumal man kaum etwas über den richtigen Islam weiß, sind die Reaktionen, zwar dumm aber sehr verständlich. Da mußt du einfach drüber stehen können. Ansonsten bist du für mich nicht bereit, wirklich deine Religion zu wechseln. Dir wären die Reaktionen doch völlig egal, wenn du hinter der Sache stehen würdest. Alleine das du "probehalber" das Kopftuch (Hijab?) in einer anderen Stadt tragen willst, paßt für mich nicht zu einem tiefen Glaube.
Ist dein Verlobter der Vater der Kinder?

Auf Vorurteile wirst du immer und überall treffen, unabhängig von Religion usw..
Trotz allem, viel Glück auf deinem Weg.

  • (22) 26.08.13 - 20:58

    hallo,

    der islam ist eine religion, die darauf ausgerichtet ist zu bekehren. und das meine ich durchaus nicht negativ, sondern rein faktisch.

    dementsprechend sind quereinsteiger per se wohl durchaus willkommen. wie es im alltag ausseiht kann ich natürlich nicht beurteilen.

    lg

    • (23) 26.08.13 - 22:32

      Hm, will nicht jede Religion bekehren? Frei nach dem Motto: Komm in unseren Verein, dann kommst du in den Himmel....

      Hach, nun widerspreche ich mir selber....hast schon recht.

      Willkommen schon, aber wird man auch richtig anerkannt.....oder gilt man da so mehr als "Mitläufer".....keine Ahnung.#winke

(24) 27.08.13 - 09:37

quereinsteiger sind da immer willkommen, deswegen stehen sie auch in größeren städten immer und wollen die leute bekehren.

ähnlich wie Zeugen Jehovas. Widerlich.

(25) 26.08.13 - 19:37

Hallo!

Hat sich dein Verlobter genauso intensiv mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt?
Wärt ihr verlobt, wenn du nicht konvertiert wärst?

Warum willst du ein Kopftuch tragen? Es schränkt dich ein und dient meiner Meinung nach nur als öffentliche Zurschaustellung des Glaubens.

Ich weiß, du willst das nicht hören, aber ich nehme dir die Erleuchtung durch den Islam nicht ab. Hättest du dich länger, unabhängig von einem Mann damit beschäftigt und dich dazu entschieden - ok. Aber warum sind konvertierte Frauen IMMER durch ihren "Verlobten" zum wahren Glauben gekommen und nie durch eigenes echtes, nicht von außen gelenkte Interesse? Warum muss es immer von Null auf Hundert gehen? Ich kenne so gut wie keine strenggläubigen Muslime, die meisten leben einen Mittelweg, ohne Kopftuch, ohne "Fachvokabular", ohne durchgehendes Fasten und striktes Alkoholverbot. Trotzdem sind sie Muslime.

Tu dir und vor allem deinen Kindern das nicht an, für sie muss sich das anfühlen, als würdest du einer Sekte beitreten.

Ich bin Türkin, zwangsläufig mit dem Islam aufgewachsen und kann sagen, dass ich keine freudlosere Religion kennengelernt habe. Ich muss bis heute, mit fast 40 Jahren, gegen traditionell-religiöse Dogmen ankämpfen und dass, obwohl mein muslimisches Umfeld und meine Familie sehr lax in der Ausübung der Relgion ist.

Liebe Grüße und alles Gute!

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