Umfrage und Meinungen - Klassentreffen

    • (1) 02.09.13 - 08:12

      Hallo,

      ich hatte vor zwei Wochen ein Klassentreffen. Es war das zweite, das stattgefunden hat und das erste, an dem ich teilgenommen habe (nach 35 Jahren).

      Ich war ein extrem schüchternes Kind. Ich war ängstlich, introvertiert und habe nur geredet, wenn ich direkt angesprochen wurde. Ich habe mich nicht gemeldet und hatte nur eine Freundin in der Klasse. Ab und an habe ich mich später mal mit einzelnen Mitschülerinnen unterhalten, sowie mehrere zusammen waren, war ich wieder stumm. Aber, ich war immer eine gute Schülerin. Ich muss dazu sagen, ich bin in der DDR aufgewachsen. Große Probleme hatte ich auch mit den außerschulischen Pflichtaktivitäten, die vorgeschrieben waren. Oft habe ich mich durch meine Eltern entschuldigen lassen und wurde dann vor den Direktor zitiert und zur Schnecke gemacht.

      Ich war froh, als ich die Schule fertig hatte und eine Ausbildung angefangen habe. Da habe ich versucht, mich ein klein wenig zu ändern. In der alten Schule habe ich mich das nicht getraut, weil ich dachte, wenn ich plötzlich anfange, mich z.B. zu melden, dann werden Bemerkungen darüber gemacht, etc.

      Im Laufe der Jahre war ich dann nicht mehr so schüchtern, das wäre mit meinem Beruf auch gar nicht vereinbar gewesen. Ich habe geheiratet, Kinder bekommen. Trotzdem war und bin ich noch immer ein ruhiger Mensch (das Thema Introvertiertheit gab es ja gerade in den letzten Tagen hier im Forum).

      Nach meiner Scheidung gab es bei mir noch mal einen Schub zum Positiven. Ich bin offener und lockerer geworden, das bescheinigen mir z.B. viele Kollegen, die mich seit 20 Jahren kennen. Trotzdem kann ich aus meiner Haut nicht raus, wenn ich in einer größeren Runde sitze, bei Geburtstagen, bin ich eher still. Auch im Familienkreis. Wenn ich bei meinen Eltern, bei einer Freundin oder bei meinen Kindern bin, kann ich aber auch plaudern wie ein Wasserfall.

      Nun kam also das besagte Klassentreffen. Natürlich gleich die Frage: Bist Du immer noch so still? Ich verneinte. Schließlich hat sich irgendwie ein ehem. Klassenkamerad auf mich eingeschossen, mit dem ich im Grunde nie zu tun hatte. Immer wieder kam er auf mich zu und meinte feststellen zu müssen, dass ich ja immer noch so ruhig wäre. Irgendwann kam er an den Tisch, an dem ich mit verschiedenen Klassenkameradinnen saß und mich mit einigen auch gut unterhalten habe und meinte, "Mensch Cinderella, du bist ja immer noch so still. Du hast doch heute Abend noch keine drei Sätze gesagt." Was eindeutig nicht stimmte. Er platzierte sich dann neben mich und meinte, ich solle doch mal was erzählen, einen Schlag aus der Jugend ... ich habe mich auf ein Geplänkel eingelassen, aber tut mir leid, wenn mich jemand so bedrängt, werde ich sprachlos.

      Auch wurde ich von verschiedenen Seiten angesprochen, ob ich denn bereuen würde, dass ich mich früher so zurückgezogen habe oder es kam die Frage, ob ich mich denn geändert hätte.

      Ich war übrigens nicht das einzige Mauerblümchen in der Klasse. Wir hatten noch zwei andere Mädels, die ganz genau so still waren ... zumindest in meiner Erinnerung. Die beiden wurden in Ruhe gelassen.

      Insgesamt war das Treffen schön und ich habe mich mit einigen wirklich gut unterhalten. Die meisten haben mich genommen, wie ich bin. Trotzdem haben mir die wenigen Begegnungen, die für mich letztendlich etwas peinlich waren, den Abend in gewissem Sinne verdorben bzw. belasten mich.

      Trotzdem habe ich mich schlussendlich wegen der Bedrängungen irgendwie unwohl gefühlt und weiß jetzt auch noch nicht, ob ich an so einer Veranstaltung noch einmal teilnehme.

      Daher meine Frage, wie habt Ihr solche Treffen erlebt? Warum werden Menschen wie ich von anderen immer wieder "drangsaliert", auch wenn ich weiß, dass es nicht böse gemeint ist. Warum werden eher introvertierte Menschen nicht so genommen, wie sie sind, warum wird versucht, sie zu analysieren?

      Ich bin gespannt auf Meinungen von beiden Seiten. Von denen, die dadurch auffallen, dass sie etwas anders - zurückgezogener - sind, als die anderen und von denen, die solche Menschen "bedrängen".

      LG, Cinderella

      Nehmt ihr an Klassentreffen teil

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      Hallo,

      ich gehe seit meinem Abitur jedes Jahr zu unserem Klassentreffen und es sind immer tolle Abende. Klar war in der Schulzeit nicht immer alles toll, aber überwiegend war es auf jeden Fall eine gute Zeit.

      Außerdem gab es bei uns einen guten Zusammenhalt in der Stufe, Außenseiter gab es höchstens mal wenn sich einer akut danebenbenommen hat.

      Es entstehen immer gute Gespräche und manchmal öffnen sich auch echt interessante Türen.

      <<Warum werden eher introvertierte Menschen nicht so genommen, wie sie sind, warum wird versucht, sie zu analysieren?>>

      Den Satz finde ich ein bisschen bockig und naiv #sorry

      Es werden nicht nur die Introvertierten analysiert, sonder einfach ALLE und zwar STÄNDIG.

      ("Der macht ja immer noch so blöde Witze" "Die ist immer noch so laut und präsent" "Mensch, der hat sich aber gemacht" "Wer hätte gedacht, dass aus dem Kasper mal ein erfolgreiches XY wird".....)

      Dass du dich davon drangsaliert fühlst ist glaube ich deine Sache und du solltest evtl. ein bisschen daran arbeiten. Villeicht haben deine Mitmenschen einfach Interesse daran, wie es dir geht?

      Natürlich musst du dich nicht in situationen begeben, in denen du dich unwohl fühlst, aber generell finde ich es wichtig und schön, soziale Kontakte zu pflegen.

      Warum gehst du nicht mit deiner alten Schulfreundin hin?

      Und beim nächsten Mal, wenn jemand fragt warum du immer noch so still bist sagst du einfach "Na, weil du damals auch schon soviel geredet hast."

      Liebe Grüße

      • +Warum gehst du nicht mit deiner alten Schulfreundin hin?+

        Wir sind 35 Jahre aus der Schule raus und haben seit 35 Jahren keinen Kontakt mehr. Meine alte Schulfreundin war auch da, wir haben uns auch nett unterhalten, aber im Grunde keine Berührungspunkte mehr.

        Es ist ja auch nicht so, dass ich nicht nette Gespräche gehabt hätte. Es waren nur einzelne Personen, die mich dermaßen und immer wieder genervt haben, dass ich im Grunde die Lust an solchen Veranstaltungen verloren habe.

        • Achso, das hatte ich nicht rausgelesen, entschuldige.

          Aber mit geht es zumindest so, dass ich überall wo viele Leute sind, ein paar nervig finden. Das ist doch normal. Und es zwingt dich ja keiner, dich mit den Nervigen zu unterhalten?

          Hast du so denn sonst einen großen Freundeskreis bzw. einen indem du dich wohl und sicher fühlst?

          • +Und es zwingt dich ja keiner, dich mit den Nervigen zu unterhalten?+

            Naja, was willst Du machen, wenn sich jemand ungefragt neben Dich setzt und dann penetrant nervt? Um eine verbale Abfuhr zu erteilen, bin ich wohl immer noch nicht taff genug bzw. bin ich ein Mensch, dem die passenden Sprüche leider immer erst einfallen, wenn die Situation vorbei ist.

            Ich habe im normalen Leben keinen großen Freundeskreis, nur eine beste Freundin und zwei eng befreundete Paare. Das reicht mir vollauf. Naja und dann habe ich noch guten Kontakt zu verschiedenen Kolleginnen und Kollegen und einige Bekannte, mit denen man sich hin wieder trifft.

            Ich lebe nicht zurückgezogen, bin aber eben immer noch nicht der Typ Mensch, der mit dem Mundwerk immer vorne dran ist oder bei Partys auf den Tischen tanzt. Ich hatte den Eindruck, manch einer hätte das von mir erwartet, als "Beweis" dafür, dass ich mich weiterentwickelt habe.

    Ich werde, obwohl ich auffalle und ich habe mir lange Mühe gegeben mich anzupassen, heute nicht mehr bedrängt.

    Auch bzw. vor allem nicht von ehemaligen Klassenkameraden.

    Das liegt einerseits daran, dass ich zu dem stehe, was ich bin und war - das heisst nicht, dass ich keine Fehler gemacht habe oder nicht an meinen Schwächen arbeite - aber ich habe die Umstände akzeptiert - manche mehr, manche weniger. Das liegt sicher auch daran, dass die Klassenkameraden reifer geworden sind und sich nicht mehr alles auf Kosmos "Schule" beschränkt und man sich weiter entwickelt hat.

    Dann liegt es weiterhin daran, dass ich mich nicht verteidigen muss und auch die Grenzen ziehen kann, bevor ich mir einen Abend versauen lasse.

    Und schlussendlich liegt es daran, dass ich mich verbessert habe, diese "Andersartigkeit" anzunehmen und gleichzeitig in Situationen, in denen es angebracht ist, mit der breiten Masse zu schwimmen und mich anzupassen, OHNE dass mir ein Zacken aus der Krone bricht oder ich mich verbiege und dass ich weiter dazulerne.

    Klassentreffen machen wir Gott sei Dank nicht. Keiner bekommt es geregelt, dass zu organisieren.

    Ehrlich gesagt interessieren mich meine ehemaligen, schulischen Mitstreiter nicht. Das eine oder andere erfährt man ja auch so über die Leute. Und das reicht mir ehrlich gesagt *gg* Es sind immer noch die gleichen Birnen, wie vor 20 Jahren - nur faltiger.

    Dafür verschwende ich keine Zeit.

    Gruss
    agostea

    • Es sind immer noch die gleichen Birnen wie früher nur faltiger#rofl.

      Das selbe musste ich vor kurzen bei fb feststellen als mich 2 ehem. Klassenkameraden so verzweifelt gesucht haben#zitter.

      Gruselig die beiden.#schock

      • #rofl#schwitz
        Eine hab ich kürzlich zufällig nach über 20 Jahren wiedergetroffen - die wohnt tatsächlich im gleichen Ort wie ich. Seit 3 Jahren - und wir sind uns nie begegnet.

        Ich hab mich schon gefreut...aber war auch erschrocken, was aus ihr geworden ist. Optisch und auch so vom Leben an sich. Vielleicht denkt sie das gleiche über mich *gg*

        Ne, aber eigentlich hatte man nach 10 Minuten nix mehr zu reden. Und ich fürchte, so ginge es mir auf einem offiziellen Treffen erst recht. Mich verbindet da einfach auch nichts mit den alten Klassenkameraden. Unser Klassenverband war jetzt auch nicht soooooo prall, als dass es da auch nur einen gäbe, auf den ich mich wirklich, aufrichtig freuen würde.

        Und viele sind ja in den sozialen Netzwerken unterwegs - und was ich da mitbekomme, lese und sehe, reicht mir, um mir ein Bild zu machen. Live brauch ich die Leute nicht.

Ich gehe nicht zu sowas. Interessiert mich nicht.
Wer mich kontaktieren will, kann das tun und ich trink gerne nen Kaffee mit ihm. Ist durchaus schon vorgekommen. Aber keine Massentreffen.

Hallo,

au weh, das erinnert mich an mein letztes Abiturtreffen.
Wir trafen uns vor der Schule, der neue Schulleiter führte uns durch und lud uns zu einem Gläschen in sein Büro, als eine (die sich immer schon hervortun musste) laut gegen mich zu lästern anfing.
Das Ergebnis: Totenstille, die ich nach außen hin weglächelte, aber mir war's sehr unangenehm.
Der Abend war zwar alles in allem nett, die Sticheleien kamen aber immer wieder, und ich bin nicht sicher, ob ich nochmal hinfahren werde. Das werde ich je nach Tagesform (und Teilnehmer) entscheiden.

LG
Karin

  • Hallo Karin,

    da scheint es Dir ähnlich ergangen zu sein, wie mir.

    Ich habe auch versucht, zu überspielen, wie peinlich mir das war, aber letztendlich hat der Abend dadurch für mich einen sehr bitteren Nachgeschmack bekommen.

    LG, Cinderella

    • Ja, schade oder?

      Ich habe mich sehr gefreut auf den Abend und hatte den weitesten Weg von allen. #schmoll

      • Hallo

        Ich habe vor 12 Jahren mal ein Klassentreffen organisiert und wohnte 500 km weit weg.

        Alles von Einladung ,vorher die ganzen Adressen rausgesucht über lokal und Ablauf.

        Es kamen auch einige aber 2 von denen mussten direkt nach dem essen nach Hause da sie mit ihren Ehemännern einen DVD Abend machen mussten #klatsch.

        Ich werde keines mehr organisieren ob noch mal ein treffen gemacht wird weiß ich nicht.

        Lg

        • <<Es kamen auch einige aber 2 von denen mussten direkt nach dem essen nach Hause da sie mit ihren Ehemännern einen DVD Abend machen mussten #klatsch.>>

          Das kann aber auch eine Ausrede sein. ;-)

(18) 02.09.13 - 09:14

Eins habe ich bei solchen Treffen festgestellt......

Viele haben sich verändert, aber die Idioten und Arschlöcher von früher sind immer noch Idioten und Arschlöcher :-p

Mach Dir nichts daraus.

  • (19) 02.09.13 - 09:45

    Hallo

    ich habe auf einem Klassentreffen genau das festgestellt.

    Aber ein Triumpf für mich gab es doch und der wirkt sozusagen lebenslänglich:

    eine meiner dämlichsten Klassenkameradinnen Marke arrogante Zicke und Lästerschwester in der Hypeclique, und für die ich immer Luft war, musste feststellen, dass ihr Sohn, der 9 Jahre nach meinem geboren wurde, genauso heißt wie meiner!!!

    Der fiel die Kinnlade bis auf den Bauch, als sie stolz verkündete dass sie einen Sohn hat und ich meinte ganz höflich:
    Ach, dass ist ja witzig, unser Sohn heißt genauso, ist nur 9 Jahr älter....

    LG

Ich gehe immer ( wenn es möglich ist ) zu den Klassentreffen. Aus reiner Neugierde schon, weil bei uns so einige Spezies dabei waren.

Es ist immer wieder lustig, was aus den Leuten geworden ist. Zu einigen hat man noch Kontakt, andere sieht man in der Stadt beim einkaufen und man macht einen kurzen Schwatz.
Und dann gab es natürlich noch die, die sich für etwas besseres hielten, die Nase nach oben getragen haben und sich auch aufregten, wenn man mit 15 den ersten " Freund " hatte.

Tja, heute haben genau einige dieser Klassenkameraden 3 Kinder von 3 verschiedenen Vätern oder arbeiten in einer Pommesbude oder leben von Harz IV.

Oder noch besser, diese Sprüche bei Klassentreffen, wenn man protzen will ( wie in der Werbung ) : " mein Haus, mein Auto, mein Boot ... "

Und dann weiß man aus ganz sicherer Quelle, das nichts von den dreien vorhanden ist, außer einer Mietwohnung.

Genau das sind die Gründe, warum ich so gern zu den Klassentreffen gehe. Und ich freu mich schon auf das nächste :-p

Hallo,

naja ich sags mal so ich bin nicht gerade auf den Mund gefallen aber ich habe mir schon immer ausgesucht mit wem ich spreche! Und ich mags bis heute nicht eine größere Runde zu Unterhalten...

Aber ich muss auch dazu sagen das ich aus meiner Weiterführenden Schule aus meiner Klasse jeden hasse. Ich will einfach nichts mehr mit denen zutun haben. Nur eine einzige Person ist aus dieser Zeit geblieben und das ist meine beste Freundin die auch Traurzeugin und Patentante ist. Sie war allerdings in meiner Paralelklasse...

Zum Schultreffen dieses Jahr sind wir gemeinsam nur wegen den Lehrern gefahren. Wir wollten ein denen Beweisen das wir es doch geschaft haben wie wir uns das gewünscht haben damals. Ich muss sagen die Gesichter der gesamten Truppe wahren herlich. Vorallem hatte ich ja auch meinen Ehering an...

Bei meiner Grundschulklasse sieht das anders aus. Wir treffen uns seit ein paar Jahren einmal im Jahr... Ich muss ehrlich sagen wir verstehen uns wunderbar. Kein Neid, keine Missgunst einfach keine Probleme untereinander. Liegt vielleicht auch daran das wir uns alle irgendwo ähnlich waren vom verhalten her. Da hat nie jeder mit jedem gespielt oder gesprochen. Es gab Grüppchen die immer mal wechselten von der Konstelation her, teils so gar von Pause zu Pause... Bei Lernschwirigkeiten hat man sich immer den jenigen gesucht der es kapiert hat und es einem gut erklären konnte.

Ich war schon immer nicht wirklich gut in Mathe und hab ernsthaft unsere zwei Matheasse aus der Grundschulzeit zusammen getrommelt als es an meine Abschlussprüfungen ging. Und habe mit 2 abgeschlossen. Mit der Klasse treffe ich mich total gerne muss ich sagen.

Ich kann bis heute nicht verstehen wie ich von Klasse 5-10 überstanden habe...

  • Hallo,

    tut mir leid, für Dich, dass Du Dich in der weiterführenden Schule nicht wohl gefühlt hast. Das war sicherlich keine schöne Zeit.

    Dass Du beruflich so viel erreicht hast, daß Deine ehemaligen Mitschüler lange Gesichter gezogen haben, freut mich für Dich. Scheinbar hast Du Dich in den vergangenen Jahren toll weiterentwickelt. Ich gehe davon aus, da es sonst für die anderen nichts Besonderes gewesen wäre.

    Was ich mich jedoch frage: Was hast Du denn Deinen SchulkameradInnen damit bewiesen, daß Du einen Ehering trägst?
    Gruß,

    B.

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