Babyblaue Geschlechterklischees

    • (1) 04.09.13 - 22:47

      Hallo,

      letzte Woche hatten wir ein befreundetes Pärchen zu Besuch, denen wir einen Teil unserer zu klein gewordenen Babysachen vermachen wollten. Sie haben einen Sohn.

      Jetzt war die Situation so, dass sie der Meinung war, einem Jungen könne man unmöglich was in hellblau mit Spitze anziehen, das sei zu feminin - ihm wiederum war das alles herzlich egal. Auch kam dann raus, dass sie glaubt, Jungs sollten nicht mit Puppen spielen, sondern eher mit Autos etc pp.
      Bei Mädchen fand sie dann aber, dass die ruhig auch mit nem Fußball spielen "dürfen" und auch "mal" Sachen tragen können, die nicht nur rosa sind.
      Das fand ich ja schonmal sehr befremdlich - allerdings wenn ich so drüber nachdenke, hab ich hier auch schon öfter Dinge gelesen, die in ne ähnliche Richtung gehen.
      Übrigens, was mich persönlich daran besonders wundert, ist, dass sie als Frau ihren Sohn auf der einen Seite nichts vornehmlich "mädchenhaftes" machen lassen will (Puppen, Spielküche etc.), aber auf der an anderen Seite ganz laut Gleichberechtigung ruft.

      Wie handhabt ihr das? Haben eure Jungs blaue Zimmer, Kleidung, usw? Spielen eure Mädels im Matsch mit Autos oder flechten sie ihren Puppen die Haare?
      Mich würden auch gerade die Meinungen von Männern zu dem Thema interessieren.

      Danke schonmal!
      Schönen Abend,
      Emma

      • Unser jüngster (mittlerweile 17) hat irgendwann eine Puppe und den Puppenwagen seiner großen Schwester im Keller gefunden und hat von da an (ich glaube er war damals 3) nur noch damit gespielt. Bestimmt ein Jahr oder länger. Die Puppe war sein Lieblingsspielzeug.

        Er war aber auch so schon immer ein Schöngeist. Er liebte Blumen und Schmetterlinge und wollte auch immer meinen Schmuck tragen. Das änderte sich mit einem Schlag von heute auf morgen, als er in die Schule kam. Von da an wurden nur noch richtige Jungensachen gemacht.

        Mein Mann war damals auch etwas skeptisch! Sagte immer zu mir ich solle das nicht auch nocht förderen, wenn ich ihm mal eine Halskette von mir gegeben hab usw. Ich fand es nicht schlimm und wie man sieht ist er da rausgewachsen.

        GLG
        Shirley

        • Meine Großen sind im Mai 2 geworden. Wenn sie von anderen Spielzeug geschenkt bekommen, wird das meist sofort getauscht. Lewis malt gerne und spielt mit Puppen, Leah versucht im Garten Schnecken zu suchen und spielt mit Duplo.
          Ich fänds aber ehrlichgesagt auch nicht schlimm, sollten sie da nicht rauswachsen (außer das mit den Schnecken, davon hatte ich langsam genug im Haus. ;))

    Bei Spielzeug wäre es mir tatsächlich egal, aber ich muss zugeben, dass ich überhaupt kein Problem damit habe, meine Tochter in einen blauen Pullover mit einem Bagger darauf zu stecken, während ich niemals auf die Idee käme, einem Jungen ein rosa Shirt mit Schmetterlingen anzuziehen.

    Warum das so ist? Gute Frage... Ich weiss es nicht.

    Lg Lia

  • Meine Tochter hat in der Kindheit liebend gern mit Autos gespiel und in der Pause hat sie nicht wie die anderen Mädels Springseil gespielt,nee sie war bei den Jungs :-P
    Fußball spielt sie seit 13 Jahren
    Gekleidet war sie früher immer unterschiedlich,hatte viele neutrale aber auch viele "Jungsfarbene" Kleider
    Der typische Mädchen Kleidungs Typ ist war sie nie und auch mit 16 mag sie Röcken garnicht und Kleider nur wenn es sein muss
    Klar ist ihr "Style" weiblicher geworden aber am liebsten zieht sie sich an wie ihr "Style Vorbild" :http://instagram.com/ashlynharris24
    Macht mir alles nichts aus und hat es auch nie,es zählt mir nur das sie Glücklich ist

    Hallo,

    mir ist es egal mit was Lucas spielt. Da ich selbst zwei Schwestern habe gab es bei uns kein "Jungenspielzeug", er hat aber von selbst angefangen sich für Autos, Traktoren, Baustellenfahrzeuge etc. zu interessieren und inzwischen sind wir auch im Übermaß damit eingedeckt.

    Eine Puppe hat er mal im Keller gefunden und auch ein oder zwei Wochen damit gespielt, allerdings war das Interesse sehr schnell vorbei.
    Es hätte mich allerdings nicht gestört wenn er länger damit gespielt hätte und ich bin auch draußen mit ihm und der Puppe spazieren gegangen - warum nicht?

    Für kurze Zeit hatte er den Spleen eine Handtasche haben zu wollen. Dummerweise fand er eine blaue Lacktasche mit goldener Kette zum Umhängen toll, die ich mal an Fasching dabei hatte. Als er mit dieser dann in der Krippe eingelaufen ist fand ich es schon ein wenig peinlich, aber nicht wegen der Tatsache, dass er eine Handtasche hat, sondern weil das Teil so schrecklich ist #schock

    An Kleidung trägt Lucas alle Farben, allerdings tatsächlich vermehrt blau weil es das halt für Jungs am meisten zu kaufen gibt. War als Baby schlimmer, inzwischen geht es. Da bin ich oft froh, dass ich kein Mädchen habe - ich habe den Eindruck, dass es für Mädchen nur rosa und lila Kleider zu kaufen gibt...schrecklich #zitter

    Ich finde die Ansichten deiner Bekannten etwas veraltet und sehe auch gar keinen Sinn darin Kinder so zu erziehen. Früher wurde das wohl als Vorbereitung auf die spätere Rolle gesehen und meist ist es dann ja auch so gekommen wie "vorgesehen", aber heute sind wir ja zum Glück nicht mehr auf eine bestimmte Rolle vorprogrammiert und haben die Möglichkeit viel freier zu entscheiden.

    Liebe Grüße

    Tatjana

    • Früüüher galt Rosa (so als kleines Schwester des aggressiven Rots) übrigens als Jungsfarbe.

      Genau dieses antiquierte Rollendenken finde ich ja gerade so widersprüchlich. Auf der einen Seite fordern alle Gleichberechtigung für Frauen und lassen Mädchen mit Baggern spielen, auf der anderen werden Jungs aber immernoch auf bestimmte Dinge beschränkt und schief angeschaut, wenn sie im rosa T-Shirt um die Ecke kommen.
      Neulich war mein Großer mit im Supermarkt und trug ich glaube ein lila (?) T-Shirt, schaut uns eine ältere Dame ganz entsetzt an und meint: So können Sie den Jungen doch nicht rumlaufen lassen. Der wird doch so schwul. #kratz

      • Es ist halt wie bei jedem Klischeedenken - so schnell stirbt es nicht aus, leider. Die ältere Dame ist eben noch so aufgewachsen wie ich es beschrieben habe und denkt das ist richtig so. Sie hat es sicher gut gemeint wie das halt bei älteren Damen öfters der Fall ist ;-)

        Ich denke mir bei sowas meinen Teil, lächle nett und verabschiede mich freundlich - fertig.

        Rosa/lila ist inzwischen ja wirklich keine reine Mädchen-/Frauenfarbe mehr. Viele meiner Kollegen tragen Hemden oder Poloshirts in diesen Farben und ich glaube nicht, dass alle schwul sind ;-)

        Liebe Grüße

        Tatjana, die zwei schwule Bekannte hat die nie rosa tragen #rofl

(13) 05.09.13 - 00:13

meinen Jungs hätte ich nur im absoluten Notfall rosafarbene oder lila Kleidung angezogen.
Tochter hatte schon ab und zu mal hellblaue Strampelhosen an (geerbt vom großen Cousin).
Womit sie gespielt haben war mir egal.

"Übrigens, was mich persönlich daran besonders wundert, ist, dass sie als Frau ihren Sohn auf der einen Seite nichts vornehmlich "mädchenhaftes" machen lassen will (Puppen, Spielküche etc.), aber auf der an anderen Seite ganz laut Gleichberechtigung ruft."

Ich glaube es geht darum dass Mädchen/Frauen heutzutage mehr Männersachen machen als Männer Frauensachen - und da hinkt es auch schon mit der Gleichberechtigung.

Auf dem Elternabend meines Kindes wurden zwei Lehrer mit Elternzeit entschuldigt. Wie die Lehrerin (!) süffisant bemerkte, liegt diese in der Zeit, in der auch die Mamas daheim sind, also eher "Urlaub mit Kind" - aber Elternzeit bei Männern ist natürlich ne tolle Sache, bei Frauen Standard.

Frauen machen:
Steuererklärungen
fahren Autos in die Werkstatt
renovieren Wohnungen
schleppen Bierkästen in den 5. Stock

aber Männer machen in der Regel nicht
- Ausrichtung von Geburstagsfeiern
- Schreiben von WEihnachtskarten
- Einkaufen für die Familienfeier
- Kleider für den Abiball der Tochetr/des Sohnes besorgen

Deswegen werden Mädchen schon beizeiten drauf vorbereitet, auch Jungssachen zu übernehmen (was offenbar notwendig ist), Jungs umgekehrt aber nicht auf Mädchensachen die in der Regel weniger prestigeträchtig und lukrativ sind (was schade, aber nachvollziehbar ist).

Andererseits sind Typen, die in der Waschküche Babystrampler aufhängen, keine richtigen Kerle - oder wie man kann man sich den Run auf Bücher wie Shades of Grey erklären.

Alles in allem - und ich meine es nicht sarkastisch - könnte es sein, dass Männer für die jetzige Mädchengeneration im wahrsten Sinne des Wortes entbehrlich werden, da die Mädels sowieso alles können und machen - die Jungs aber nicht, wozu sie sich zu Luxus degradieren...

  • Wenn wir aber jetzt mal davon ausgehen, dass hauptsächlich Frauen die Erziehung übernehmen (was ja momentan in unserer Gesellschaft der Fall ist), ist es dann nicht völlig unlogisch, als Frau seinem Sohn nicht beizubringen, die Waschmaschine zu bedienen oder fürs Abendessen einzukaufen?

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