Warum sagen wir nie was wir wirklich denken?

    • (1) 05.09.13 - 17:36

      Hallo,

      gestern Abend war mir langweilig und immer dann komme ich ins Grübeln.

      Diesmal habe ich darüber nachgedacht, warum wir nie das sagen, was wir wirklich denken.

      Man verschwendet so viel Zeit im Leben mit Personen, die man vielleicht noch nicht mal mag bzw vielleicht sogar hasst.

      Aber meist behält man es dann für sich. Vielleicht um die Harmonie zu wahren und unnötigen Stress zu vermeiden?

      Beispiel: Person A (völliger Idiot) spricht Person B an. Person B denkt sich schon "Och nee, sei doch einfach ruhig. Was interessiert mich Dein Geschwätz!" So sagen wird Person B das aber nicht, sondern hört sich den geistigen Müll von Person A an.

      Anderes Beispiel: Ich halte die Freundin von meinem Bruder für einen absoluten Hohlroller. Habe so auch zum Glück nicht viel mit ihr zu tun und wenn, dann gehe ich eher auf Abstand. Auf die Idee einfach zu ihr hinzugehen und zu sagen, dass ich sie kacke finde, käme ich gar nicht. Vielleicht findet sie mich genauso kacke und sagt es nicht.

      Jetzt werden vielleicht einige wieder sagen, dass sie immer sagen, was sie denken. Das jedoch glaube ich nicht. Niemand sagt immer was er WIRKLICH denkt. Vielleicht eine abgeschwächte Form davon.

      Ich nehme an, dass dieses Verhalten noch aus der Steinzeit her rührt, um die Harmonie in der Gruppe nicht zu gefährden.

      Wenn ich mir kleine Kinder anschaue und vor allem anhöre, dann denke ich, dass dieses Verhalten nicht angeboren, sondern anerzogen ist.

      Was wäre, wenn wir ab heute wirklich genau das sagen was wir denken? Und zwar komplett ungeschönt einfach raushauen. Wie lange würde es wohl dauern bis wir ganz alleine dastehen?

      Würde mich mal interessieren wie ihr das seht.

      LG Ruby

      • Es kommt darauf an.

        Grundsätzlich halte ich immer und überall ungeschönt zu sagen was man denkt, oder von jemandem denkt, für gefährlich. Für das soziale Umfeld, für einen selbst,....etc.

        Ich habe, vorwiegend aufgrund eigener Lebenserfahrung, den Weg gewählt, das ich schon jemand bin der sehr ehrlich ist.

        Das heißt nicht, das ich jedem den ich Kacke finde das auch aufs Brot schmiere. Es heißt viel mehr das ich die Personen mit denen ich mich tagtäglich und/ oder eng umgebe, sehr genau auswähle und mich gleichzeitig von Personen distanziere,deren Ansichten so gar nicht mit meiner konform gehen.

        Ich habe, unter anderem auch deshalb, mit meiner kompletten leiblichen Familie gebrochen, da ich mit deren Art und Weise zu leben nicht klarkomme.

        Pessimismus, Unehrlichkeit, Fahne in den Wind, intrigant. Davon distanziere ich mich und das zur Not laut,- und auch wortstark...

        Man kann heri nur Ausschnitte wiedergeben, aber eigentlich trifft es das Beispiel so ziemlich gut. Dieses Bild, nach dem ich lebe, vertrete ich eigentlich schon immer, aber erst seit wenigen Jahren auch nach außen und vehement. Ich habe für mich selbst die Erkenntnis gewonnen, leider sehr bitter erleben müssen, das mir unter anderem oben genannte unliebsame Dinge auf die Seele schlagen.

        Das Leben ist kurz, das brauche ich nicht...

        Jetzt zum alltäglichen Leben: Ich würde weder meinem Chef, noch engeren Bekannten ungeschönt in jeder Lage meine Meinung sagen. Warum auch? Welchen Zweck erhofft man sich damit?

        Ich kann und mache das auch, meinem Chef bis zu einem gewissen Grad meine Meinung mitteilen, muss aber weder ins Detail gehen, noch dermaßen ausführlich mitteilen wie Kacke ich ihn manchmal finde. Das kann man konstruktiv machen.

        Auch würde ich dem Freund meiner Freundin so erstmal nicht mitteilen das ich ihn scheisse finde, weil es schlicht nicht meine Aufgabe ist ihn gut zu finden. Greift sein verhalten jedoch in meine private Sphäre ein, würde ich sehr deutlich werden.

        Alle anderen hätte, wäre und wenn's halte ich für unnötig diese auch lautstark mitzuteilen.

        Die Kassiererin mit der Akne, dem Fleischer mit dem Schmierbauch, der Douglastante mit dem überschminkten Gesicht, dem Teenager mit der zu engen Hose...ich bin mir sicher, das andere Menschen mindestens genauso viel Potential sehen irgendwas an mir doof zu finden, bin aber dankbar darum, dass Erziehung, soziales miteinander und ein gewisser Respekt es ermöglichen nicht jedem ungeschönt die Makel aufs Brot zu Zimmern. Davon hätte nämlich niemand etwas.

      Hallo,

      ich sage schon, was ich denke.

      Manchmal formuliere ich es ein wenig netter, wenn ich jemand nicht verletzen möchte.

      Wobei es Menschen gibt, an denen das abprallt.

      GLG

      Ich glaub, Sozialisation ist hier das Zauberwort. ;)
      In einer Gesellschaft passt man sich halt an die vorgelebten und anerzogenen Normen an - alle, die anders handeln und beispielsweise der Freundin vom Bruder sagen, "Hey du bist n Hohlroller" (was auch immer das ist?), werden sanktioniert. Ob das jetzt durch Ausgrenzung ist oder nur durch n paar schiefe Blicke.

      Wenn mich jemand nach meiner Meinung fragt, versuch ich die ehrlich, aber möglichst nicht verletzend, zu äußern. Ansonsten denk ich mir halt meinen Teil - leben und leben lassen und all das. Und manchmal überraschen einen Menschen am Ende ja dann doch noch positiv, wenn man ihnen mal ne Chance gibt. :)

      Lieben Gruß,
      Emma

    • (7) 05.09.13 - 18:16

      Warum sollte man ständig sagen, was man denkt? Ich verstehe den Sinn dieses Wunsches nicht! In allen Bereichen wägt man doch zuerst seine Gedanken ab, bevor man sie der Welt mitteilt. UND DAS IST AUCH GUT SO! Du bist doch selber genervt von Personen, die dir einen Knopf an die Backe schwätzen.

      Wenn du wissen willst, wie so eine Welt aussähe, wo sich jeder dazu genötigt fühlt seinen geistigen Dünnschiss der Nachwelt zu hinterlassen, lade ich dich gerne morgen ein, zur ersten Lehrerkonferenz des Schuljahres. Ich möchte meine geliebten Kollegen (ich liebe sie wirklich!) nun nicht beleidigen. Dünnschiss klingt ein wenig abwertend, weshalb ich diese Vokabel nie und nimmer vor meinen Kollegen äußern würde. Dünschiss kann aber auch bedeuten, dass das Gesagte einfach unnötig ist - so unnötig wie Dünnschiss. Es leiden viele Menschen an Sprechdurchfall. Nicht umsonst heißt es: Reden ist silber und Schweigen ist gold und hat viele Gesichter.

      So. Eigentlich geht es doch darum zu unterscheiden, was gesagt werden MUSS und was gesagt werden KANN. Relativ wenige Dinge müssen unbedingt gesagt werden. Klar, wenn man Familie hat, muss man mit denen ein bisschen sprechen. Auch bei Ungerechtigkeiten sollte man sein Maul aufmachen. Leider ist zu beobachten, dass gerade die Menschen, die den Mund nur dann zumachen, wenn sie in einen Schwarm Mücken reinlaufen, denselbigen nicht aufmachen, wenn es um wirklich Wichtiges geht.

      Die Beispiele, die du genannt hast, fallen alle unter die Kategorie: "Der Genießer schweigt und genießt!" Ich bin auch sehr glücklich darüber, dass es mir niemand unter die Nase reibt, wenn ich Scheiße aussehe oder ich wieder mal 5kg zugenommen habe. Ich habe selber einen Spiegel, danke. Selbstverständlich habe ich nichts gegen ein besorgtes Nachfragen a la . "Du ist mit dir alles in Ordnung? Du siehst in letzter Zeit so müde aus!" Das finde ich sehr aufmerksam und nett, wenn es ehrlich gemeint ist. Es kann auch sein, dass ich meiner Freundin dann um den Hals falle und ihr von zahnenden Babys, schwierigen Kindern im Trotzalter und nervenden Ehemännern erzähle.Wenn es wiederum aus dem Mund einer Person kommt, die mich gar nicht leiden kann, dann ist es heuchlerisch und dann kann ich auf diese Frage wiederum verzichten und werde auch nicht ehrlich antworten. Ich würde dann sagen: "Du, weißt du, ich habe gleich ein Fotoshooting bei Mario Testino und soll als Zombie kommen!"

      Je älter ich werde, desto stärker entdecke ich das Schweigen für mich.

      Liebe Grüße
      Luka

    <<<Und zwar komplett ungeschönt einfach raushauen. Wie lange würde es wohl dauern bis wir ganz alleine dastehen?>>>

    Man steht nicht alleine da....ein paar wenige Menschen wissen so etwas durchaus zu schätzen. Ungeschönt bedeutet nicht unweigerlich unfreundlich, oder undurchdacht.....sondern einfach, dass man nicht mit Teilwahrheiten oder Höflichkeitslügen um den heissen Brei herum labert !

    <<<Jetzt werden vielleicht einige wieder sagen, dass sie immer sagen, was sie denken. Das jedoch glaube ich nicht. Niemand sagt immer was er WIRKLICH denkt. Vielleicht eine abgeschwächte Form davon>>>

    Dann hat sich das hier ja schon erledigt. Du glaubst es nicht.....und ich sehe keinen Grund darin, Dich überzeugen zu müssen...oder gar zu wollen.

    LG
    Tomm

    (11) 05.09.13 - 18:31

    Hi,

    Leute, mit denen ich nicht wirklich was zu tun habe möchte/brauche....sage ich schon die Wahrheit...auch Nachbarn.

    Verwandtschaft, Freundschaft, Kollegen....da muss man eher was Aushalten, sonst kann es ein Rattenschwanz werden.
    Bsp.
    Du bist ehrlich zur Freundin Deines Bruders.....Dein Bruder ist deswegen sauer....Deine Mutter ist sauer, weil der Bruder sauer ist....der Vater will keine Partei ergreifen und hält sich raus....

    Es gab doch vor einiger Zeit mal eine Reportage von einem Reporter der einige Wochen total ehrlich war....Fazit.....keine oder wenige Freunde mehr.

    lisa

    1) Es geht nicht alle Leute etwas an, was ich denke
    2) Habe ich nicht genug egoistischen Narzissmus in mir, dass alle Welt hören muss, was ich zu sagen habe und erst recht nicht, wenn die negativen Konsequenzen grösser sind, als der "Gewinn", wenn ich meine Meinung ohne Filter kund tue. Unter negative Konsequenzen fallen auch Gefühle/ Reaktionen/ Konsequenzen für Dritte.
    3) Der Zweck heiligt eben doch nicht alle Mittel
    4) Wir sind tagtäglich in sozialen Gefügen: Freundschaften, Kollegen, Mitarbeiter, Familie, Pendler... wir interagieren ständig und für die notwendige Harmonie und die Funktion hat man sich auch zu beherrschen. Allerdings darf man sich philosophisch über die notwendige "Beherrschung" in der Gesellschaft streiten, auch sexuell gesehen.

    5) In meinem persönlichen Fall ist es oft eher ein "Zuneigung" und "Akzeptanz" und als Gegensatz nicht "Abneigung", sondern "Desinteresse".

    (13) 05.09.13 - 19:02

    Ich nehme eigentlich selten mal ein Blatt vor den Mund. In Diskussionen sage ich klipp und klar was ich darüber denke.

    Doch hier geht es ja darum immer zu sagen was man denkt. Stell Dir das vor. Das würde in Beleidigungen ohne Ende enden...

    Man sieht einen dicken Menschen und denkt "man ist der fett!"... und würde es laut aussprechen. Keiner würde dann die Version durch die Blume wählen.

    Oder jemanden mit Ausschlag im Gesicht... Alle Menschen, über die man im Laufe des Tages mal abschätzig denkt... alles würde man sagen.

    Man wäre (sorry) das größte A.....loch auf der Erde. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie lange man gesund unter munter so durch die Welt laufen kann.

    Ich würde es verstehen wenn so ein Mensch schon am ersten Tag im Krankenhaus landet.

    LG Mona

    Hallo

    Kennst du den Film "Lügen macht erfinderisch"? Es wird nicht nur nicht gelogen, die Leute sagen darin auch alle ihre Gedanken frei raus.
    Es hat schon was alles zu sagen was man so denkt.

    http://www.youtube.com/watch?v=LYtLRs0P8Q4

    Liebe Grüße

    (15) 05.09.13 - 20:24

    "Was wäre, wenn wir ab heute wirklich genau das sagen was wir denken? Und zwar komplett ungeschönt einfach raushauen."

    Wenn jeder immer das sagen würde, was er gerade denkt, hätten sich irgendwann alle in der Wolle.

    "Wie lange würde es wohl dauern bis wir ganz alleine dastehen?"

    Eben. Fändest du das erstrebenswert?

    Weil das was ich denke meine subjektive Meinung ist und ich weiß dass ich damit weit daneben liegen kann. Was unfair dem anderen gegenüber wäre.

    Deswegen sag ich meist nicht, was ich denke.

    (17) 05.09.13 - 21:40

    Hallo

    Es gab und gibt Situationen wo ich sage was ich denke.Aber sicherlich nicht in den von dir angesprochenen und schon gar nicht immer.

    L.G.

    Hallo,

    also mittlerweile sage ich schon was ich denke und was habe ich davon?! Einige Kontakte weniger ;-) .Ich habe die " Erleuchtung" bekommen als unser Sohn operiert worden ist und ich gemerkt habe das mein Umfeld aus vielen Egoisten besteht.
    Ich bin für die meisten so eine Art Seelenmülleimer gewesen............ wollten sie sich mal Verbal-AUSKOTZEN, dann waren sie bei mir #augen und ich Idiot habs mir angehört.
    Würd ich nie mehr machen.
    Am Anfang ist es mir schwer gefallen etwas zu sagen, mittlerweile nicht.
    Ich mache aber Abstriche, denn alles muss nicht ausgesprochen werden und dann ist es ja immer- der Ton macht die Musik.
    Ist mir jemand sehr wichtig, dann kann ich es in Tücher packen oder eben auch mal nichts sagen ;-) .
    Ich hab dann mal richtig aufgeräumt in der Verwandschaft, Nachbarschaft und bei den " Freunden" und die, die ich jetzt habe reichen mir .
    Die schätzen auch meine Ehrlichkeit ( zumindest denke ich das ) #zitter

    Ich finde es kommt drauf an bei wem/was/warum.
    Man muss nicht immer ehrlich zu seinem Chef sagen was man denkt - ich wäre sonst chronisch Arbeitslos ........oder zur Lehrerin ect.pp .

    Liebe Grüße

    Bianca

    Ich sehe da einen Unterschid zwischen "sagen was ich denke" und "beleidigend sein".

    So von mir aus kommentiere ich selten mal was (von gelegentlichen Ausrastern im Job mal abgesehen) aber wenn mich jemand um meine Meinung fragt bekommt er sie. Ungeschönt. Und das beudetet nicht unhöflich sondern einfach ehrlich.

    Wenn mich jemand fragt ob ihm etwas steht, ob ich seine neue Flamme gut finde oder ob mir die Party gefallen hat sage ich die Wahrheit.

    Aber von mir aus, am besten noch bei Menschen die ich nicht kenne irgendwelche Urteile raushauen...das muss nicht sein und hat auch nichts mit Ehrlichkeit sondern eher mit Respektlosigkeit zu tun.

    P.S. Außer bei der Arbeit stellt sich mal wieder jemand so dämlich an dass er/sie einfach ein unerbetenes Feedback haben muss damit ich nicht platze vor Wut...das hilft dann am Ende auch wieder allen ;)

    Ich mag Menschen nicht, die immer sagen was sie denken! Sie verbreiten in der Regel schlechte Stimmung, sind verletztend und Unruhestifter!

    Ich kenne eine Frau, von der ich mich leider nur bedingt distanzieren kann, sie sagt wirklich immer was sie denkt und das nervt! Permanent wird man angegriffen und muss sich für Dinge rechtfertigen die sie einfach auch nichts angehen.

    Ich finde es gibt einen guten Mittelweg zwischen ehrlich sein und immer sagen was man denkst, manchmal braucht man ein bißchen Fingerspitzengefühl und ein Gefühl für den anderen.

    Ich bin ein ehrlicher Mensch, mein näheres Umfeld weiß das und hat gelernt damit umzugehen. War für viele nicht einfach und manche sind wieder gegangen weil sie damit nicht klar gekommen sind. Die, die geblieben sind, wissen es mittlerweile zu schätzen und können sich bei mir sicher sein, dass ich alles was ich sage ehrlich meine, aber auch so formuliere, dass ich niemanden damit verletzte.

    Aber immer raushauen was ich denke, ne das wäre zu hart und auch nicht besonders sozial! Ist ja auch nicht jeder Mensch gleich, es gibt verschiedene Geschmäcker, andere Ansichten, unterschiedliche Lebensarten.

    Geht mir jemand auf den Keks, dann kann ich ihm das auch anders verständlich machen und in der Regel versteht es jeder, irgendwann mal. Und dann gibt es noch die wenigen, denen man jedes Mal sagen kann: Och nö, nicht du schon wieder und er freut sich drüber... Aber dem ist dann einfach nicht mehr zu helfen.

    Ich finde es könnte generell mehr Ehrlichkeit geben, aber in wohldosierten Mengen und etwas taktvoll, aber noch mehr von der Sorte die immer sagen was sie denken, brauche ich persönlich nicht!

    Morgen,

    ich denke es ist meist Angst und Höflichkeit. Also Angst davor das Gegenüber zu verletzen. Ich habe lange genug gesagt was andere wollten und meinen Mund nicht aufgemacht, aber irgendwann ist man an einem Punkt da reicht es einfach.

    Beispiel Nachbarin: Sie nervt mich immer wieder wegen Therapie usw. Meint sie weiß alles besser, da sie ja älter ist und überhaupt hat sie mit ihren 35 Jahren ja sooooooooooo wahnsinnig viel Lebenserfahrung.

    Irgendwann reichte es mir, denn sie ist selbst psychisch krank (Panikattacken, kann das Grundstück nicht zu Fuß verlassen ect.) und sagt immer nur sie will eine Therapie machen, aber tut nichts. Nachdem sie immer auf meinen Problemen rumhacken musste, hat es mir gereicht und ich habe ihr deutlich gesagt was ich davon halte und das sie selber erstmal sehen sollte das sie gesund wird, bevor sie mich weiter runtermacht.

    Ihre Lästereien gegenüber anderen Nachbarn und Lügen haben mir schon lange gereicht. Wir ziehen sowieso jetzt um, daher ist es mir egal was die anderen denken.

    Mir fällt das auch stark hier bei Urbia auf. Kaum äußert jemand seine Meinung zu etwas, folgen die meisten Antworten im selben Stil. Genauso aggressiv, nett oder bemitleidend. Besonders wenn jemand sehr unfreeundlich antwortet, schließen sich die meisten hier an. Ich lese nie die vorherigen Antworten, sondern gebe erst meine Meinung kund und wem es nicht passt, der hat halt Pech. Ich muss mich hier mit keinem anfreunden.Und ich werde nicht die Meinung von 50 anderen Usern teilen, aus Angst das ich auch eins drüber krieg.

    Ich sage auch nicht jedem was ich über ihn denke, muss ich auch gar nicht. Wen ich nicht mag, der merkt das und mit solchen Leuten habe ich dann auch nichts zu tun. Ich mache nicht einen auf scheinheilig, wie man es oft bei anderen Frauen sieht. Erst: " Aach Heyyy, wie geeeeehts dir denn süße?" Und kaum ist sie weg: " Die dumme sch... weißt du was DIE gesagt,/getan hat?"

    Furchtbar, echt. Warum redet man dann mit denen ? Ich verstehe nicht warum man so tut als würde man jemand mögen. Lieber keine Freunde als Leute die ich nicht leiden kann. Meinen Freunden sage ich aber auch die Meinung wenn mir was nicht passt, aber natürlich immer auf eine nette Art, es sei denn eine Freundin würde ihr Kind schlagen, dann wäre das was ganz anderes.

    lG germany

    Ich denke, dieses Verhalten ist nicht anerzogen. Wir sind nun mal soziale Wesen, die miteinander auskommen müssen. Hinzu kommt, dass wir ganau wissen, wie es sich anfühlt, wenn jemand zu uns sagt, dass er uns nicht mag. Wobei der eine mehr und der andere weniger empathiefähig ist. Was dann vielleicht doch mit der Erziehung, oder vielmehr mit dem Umfeld zutun hat, in dem man aufwächst.

    Ich versuche ehrlich zu sein, ohne respektlos zu werden. Will heißen, ich sage nicht die Wahrheit, wenn sie nur dazu dient jemanden zu verletzten. Kritik versuche ich eher konstruktiv rüberzubringen und diplomatisch vorzugehen. Was mir jedoch nicht immer gelingt.

    Vorallem im Hinblick auf meine Mitarbeiter ist das ein ganz sensibles Thema. Es geht darum eine Situation zu verbessern oder ein gewisses Verhalten abzustellen ohne den jenigen vor den Kopf zu stoßen, denn unausgesprochene Konflikte führen zwangsläufig zur Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Auch das ist nicht immer leicht, wenn man dieses Gespräch schon zum x.-mal führt.

    Hinzu kommt noch das Verhältnis, welches man zu einer Person hat. Wenn ich meinem langjährigen Mitarbeiter, mit dem ich "dicke" bin, sage: " Wie bescheuert bist du eigentlich, so einen Bockmist zu bauen" dann verträgt der das! So könnte ich nicht mit meinen Lehrlingen oder meiner Kassierin sprechen. Es ist nicht so einfach, die Sache mit der Wahrheit, aber wenn sie gesagt werden muss, dann muss es halt sein!

    VG
    Mateo

    Harmoniebedürftig sind die meisten, aber sich deswegen verstellen und alles schlucken, ist auch nicht der richtige Weg.
    Ich denke, dass man einfach den schmalen Grat erkennen muss, wenn man ehrlich sein
    will. Und dass es diesbezüglich auch mal zu einer Retourkutsche kommen kann.

    Ich selber bin jemand, der sich nicht verbiegen kann.
    Ich bin auch mal direkt.

    Das passt leider nicht jedem und deswegen kann es auch passieren, dass ich mal anecke.

    Aber: ich bin einfach keine von denen, die vorne jemandem nach dem Mund reden und hintenrum dann ablästern.
    Sowas nervt mich eher.

    Wenn ich direkt bin, bin ich aber trotzdem höflich - ich denke, das macht den Unterschied aus.
    Ich gehe nicht zu jemandem hin, den ich nicht leiden kann oder der in meinen Augen primitiv oder dumm, faul was auch immer ist ist und sage "Du bist dumm!" oder "Du bist scheiße!". Das wäre genauso primitiv.

    Auch versuche ich mich dabei von diesen Satzanfängen wie "Du bist!", Du hast!, Du, Du, Du.... zu distanzieren.
    Wenn mir ein Kollege blöd kommt, dann rede ich mit ihm - aber höre mir auch mal seine Meinung dazu an und denke mal darüber nach.

    Das muss man lernen, aber es hilft, dass man seinem Gegenüber ehrlich begegnet und somit das Leben leichter macht.

    Beispiel Job:

    Ich hatte eine Assistentin, die immer von einer Stelle als Chefdesignerin oder Illustratorin geträumt hat. Leider sprachen ihre Werke eine andere Sprache - ich bin oft mit ihr die Entwürfe durch, habe ihr Hilfestellung gegeben, ihr Tipps gegeben - aber die Entwürfe und Illustrationen waren einfach nicht sehr ausgefeilt und überzeugend.

    Aber ich erkannte in ihr ein ungeheures Potential, was Passform und Schnitte anging.

    Dies habe ich ihr dann mal erklärt.
    Und ihr geraten, sich nicht am Wunschtraum Design so krampfhaft festzukrallen, wenn ihre Stärken wirklich woanders liegen. Schnitt ist auch eine Form von Design.

    Sie war erst auch etwas niedergeschlagen weil sie gerne zeichnet, aber als ich sie auf ihre Genauigkeit in puncto Schnitte aufmerksam machte, und ihr die Feedbacks von zufriedenen Kunden auflistete, sah sie dort plötzlich andere Chancen.

    Überlege Dir z.B., was genau Dir an der Freundin Deines Bruders nicht gefällt.

    - ist sie einfach gestrickt und etwas naiv?
    - oder verhält sie sich prollig und primitiv?
    - oder ist sie einfach nur albern?
    - usw...

    LG

    (24) 06.09.13 - 13:36

    Hallo,

    das ist ein interessantes, von mir in der Vergangenheit häufig durchdachtes Thema.

    Mich erstaunt in den Antworten der meisten, dass "sagen was man denkt" häufig mit Negativität assoziiert wird, das halte ich für einen Trugschluss.

    In jüngeren Jahren hat mich meine Art und Weise und/oder die Reaktion anderer darauf zur Überlegung geführt mit mir würde etwas nicht stimmen.

    Während meine Freundinnen sich im Disco/Ausgehalter stetig mit hübschen Kerlen unterhielten, fragte ich ich warum ich mich denn auf höchst liebliche Art und Weise mit einem mir Fremden austauschen soll, Floskeln und Small Talk fielen mir mehr als schwer und mit meiner eigenen Art eckte ich an und wurde als arrogant und abweisend bezeichnet.

    Noch immer ist es so, dass mir dieses typische "über´s Wetter" sprechen schwer fällt, im Gegensatz dazu habe ich aber kein Problem mit Schweigen und genau da liegt in meinen Augen der erste große Unterschied zwischen den Menschen.

    Beispiel: Der Aufzug im Büro. Man kennt sich nicht, sieht sich aber immer mal.

    Für mich stellt es keinerlei Unannehmlichkeit dar, mit Person xy schweigend (ausgenommen Hallo/Tschüß) im Aufzug zu fahren. Person xy fühlt sich dabei aber sichtlich unwohl und bricht das Schweigen mit einem: na, auch so müde heute? Für mich völlig unverständlich. Genauso wie es mir egal ist, ob Person xy müde, hungrig, durstig was auch immer ist, so ist es auch Person xy egal wie es um mein Wohlbefinden steht, somit reagiere ich in solchen Situation meist irritiert.

    Geschieht ähnliches in einer zeitlich ausgedehnteren Situation, etwa bei einer Raucherpause, entgegne ich auch schon mal auf ein: Puuuh,kalt heute was? Mit einem freundlichen: wir müssen jetzt nicht miteinander reden, nur weil wir zufällig hier stehen!

    Vergleichbar mit der Freundin des Bruders, ist für mich die Freundin meins Cousins. Ich habe ein paar Fetzen von ihr vernommen, die dazu ausgereicht haben sie als FÜR MICH uninteressant zu erachten. Also spreche ich nicht mit ihr. Ich wüsste auch gar nicht was. Ich will nichts von ihr wissen. Fragt sie mich etwas, antworte ich ihr natürlich, das macht mir nichts, aber ich stelle keine Gegenfragen- und alleine das erscheint den meisten bereits "komisch". Zu keinem Zeitpunkt erlaube ich mir aber ein Urteil über sie, schließlich kenne ich sie gar nicht und möchte sie ja auch nicht kennen lernen, sie ist mir schlichtweg egal- aber auf eine neutrale Art und Weise.

    Der aktuelle Supergau besteht darin, dass wir eine neue Matratze erwerben möchten/müssen. Die Beratung dessen in meiner Begleitung ist für meinen Partner peinlich bis amüsant. Matratzenverkäufer wollen verkaufen. Dazu gehört, wie heute erlebt, dass Matratzenverkäufer sagen, dass ihre Nichte nach massiven Rückenschmerzen exakt diese (teuerste) Matratze gewählt hat und seitdem schläft wie ein Baby und dass auch die Verkäuferin selbst, auf nichts anderem mehr schlafen möchte blablabla. Ich KANN einfach nicht anders, als zu entgegnen das ich es für unglaubhaft befinde, dass die halbe Familie ausgerechnet auf dieser Matratze nächtigt, ich aber durchaus verstehe, wenn sie in einer Verkaufsschulung beispielsweise solche Kommunikationsmittel als Verkaufshilfen erlernt hat, ich diese allerdings nicht schätze.

    Ein anderer Verkäufer suchte erstmal im ganzen Laden seine Matratzenstücke zusammen, um uns in die Welt der Matratzen einzuführen, auch da musste ich höflich unterbrechen, betonen das ich das Verkaufsgespräch nicht aus dem Konzept bringen möchte, aber das mich persönlich nur ganz wenig interessiert wie Kaltschaum und Federkern im Querschnitt aussehen, ich bin eher daran interessiert wie sich diese unter meinem Rücken anfühlen.

    Immer folgt: Stille. Verunsicherung. Alle Beteiligten, ausser mir, fühlen sich unwohl. Dauert dieser Zustand (zu) lange an, setze ich mit einem: ok, ist das jetzt irgendwie jemandem unangenehm oder so?! noch einen drauf und so ziehen sich solche Situationen ewig weiter, ich verlasse Geschäfte und Lokalitäten von Blicken behaftet, ich glaube die meisten halten mich für Irre, mein Freund wird manchmal mitleidig angesehen.

    Auch wenn ich immer höflich und sachlich bin, eine Aussage nie böse oder gar verletzend meine, kommt es beim Gegenüber oftmals "falsch" an, was überüberhaupt nicht meine Absicht ist, in solch kurzen Begegnugen ist jedoch nicht genug Zeit um dies heraus zu finden.

    Menschen die mich kennen, wissen um diese Eigenschaft und die Menschen die mir nahe stehen, wissen sie inzwischen zu schätzen.

    Natürlich ist mein soziales Umfeld kleiner als das anderer, das ist aber von mir bewusst so gewählt. Ich habe schlichtweg keine Lust mich Floskeln hinzugeben und meine Zeit ist mir zu kostbar als das ich mich mit Small Talk aufhalten wollte.

    Ich habe gelernt mich damit zu arrangieren, die Reaktionen anderer sind nicht immer einfach und das sich anpassen und "zusammen reissen" (sprich: Mund halten :-) ) um andere nicht in Unannehmlichkeiten zu bringen sind ein Kampf, aber ich kann einfach nicht anders, als so wie ich bin ;-)

    Viele Grüsse an alle, ob laut oder leise denkend!

    (25) 07.09.13 - 17:57

    Hallo,

    ich bekenne, dass ich zu diesen Heuchlern gehöre, die ganz oft mit der wahren Meinung hinterm Berg halten. Ich will Harmonie und ich möchte auch gemocht werden. Vielleicht nicht von jedem, aber von vielen. Es fühlt sich einfach besser an zu hören: "Die Tomama ist aber eine liebenswürdige und nette Person", als wenn jemand sagt: "Die Tomama ist eine unhöfliche Giftspritze". Das ist so. Ich bekenne keine dieser coolen Frauen zu sein, die immer selbstbewußt genug sind ihre Meinung zu vertreten und gegen Ablehnung immun sind. Natürlich habe ich trotzdem auch Streit und natürlich gibt es auch trotzdem Leute, die mich doof finden. Bei manchen spielt es für mich eine tragende Rolle, bei manchen nicht.

    Manchmal ärgere ich mich über mich, dass ich nicht rausposaune, wenn ich mich über etwas ärgere, manchmal finde ich es im Nachhinein klug, die Klappe gehalten zu haben. Im Privaten bin ich offener was meine Meinung betrifft. Und je näher man mir kommt, desto mehr bekommt man davon ab. Weil "nett" sein und "Ärger nicht zeigen" eben auch anstrengend ist und im privaten Alltag rutscht da schon mal eher etwas raus.

    Auf der Arbeit versuche ich immer höflich den richtigen Ton zu treffen. Weil ich einfach denke. dass ein schlechtes Betriebsklima nicht hilfreich ist und zu viel Emotionen dort auch fehl am Platz. Im Privaten passiert es mir eher, dass ich "entgleise".

    Bei Freunden sage ich erst etwas, wenn ich es wirklich für untragbar halte. "Kleine Verstöße" übergehe ich. Oftmals verliert sich soetwas auch wieder mit der Zeit. Wenn mich jemand nach der Meinung fragt (im Privaten), dann sage ich schon meine Meinung, aber ich möchte niemanden verletzen. Ich mag auch nicht beleidigt werden und versuche es dann eben so rüber zu bringen, wie ich es auch gut fände.

    Alles in allem, lüge und heuchle ich nach dieser Definition häufig. Das Kuriose ist, dass meine Freunde mich eher als vorlaut und gerade heraus beschreiben würden, aber da kann man mal sehen, dass die Selbstwahrnehmung und die der Anderen nicht immer überein stimmen. Interessant wäre es jetzt nur zu wissen, ob dass anders herum auch so ist. Ich kenne einige Leute, die immer von ihrer eigenen Ehrlichkeit und Geradlinigkeit geradezu ekstatisch schwärmen. Was soll ich sagen? Ich habe selten so hinterfotzige Leute erlebt.

    In diesem Sinne

    Tomama

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