Warum sind Häuser so teuer?

    • (1) 11.09.13 - 16:38

      Warum sind Häuser so teuer?

      Hallo

      ich konnte heute Nacht nicht schlafen da ich über etwas nachdenken mußte. Warum sind Häuser so unglaublich teuer? Das Grundstück lassen wir jetzt mal außer Acht.

      Unsere alten armen Vorfahren hatten mit ihrer mittelalterlichen Technik nahezu alle ihr Eigenheim. Teilweise so gut gebaut das sie selbst heute, viele hundert Jahre später, noch immer stehen. Mir leuchtet es nicht ein wie diese armen primitiven Leute das geschafft haben und es bei uns heute trotz high tech, wunder Materialien und tausenden elektrischer Helferlein nicht hinbekommen das ein Haus erschwinglich ist für Jedermann. Ganz im Gegenteil. Heute muß man schon als Akademiker zusehen wie man sowas stämmen soll und selbst dann und bei dem dauert es ein halbes Leben.

      Ist das nicht sehr paradox? Sowohl pilosophisch als auch handwerklich gesehen?

      Was ist ein Haus? 4 Mauern, ein paar Fenster und ein Dach obendrauf.

      Im Grunde benötigt man fast nichts weiter als ein paar Steine und Zement. Gibts beides verhältnissmäßig sehr "günstig".

      Wenn ihr jetzt (die vielleicht mehr Ahnung habt als ich) die Aufgabe hättet ein möglichst günstiges Haus für euch zu bauen, was würdet ihr dann veranschlagen für euer Haus?

      • Huhu!

        Naja günstig... Würde trotzdem 100.000 € veranschlagen. Warum, erstmal die Materialien kosten einiges, dann Dämmung, Heizung, etc... Klinker, Fenster (wenn man nicht das billigste vom billigsten nimmt)

        Unsere Heizung hat 3200,- gekostet, obwohl mein Mann sie selber eingebaut hat, (der ist Monteur). Und alles andere kostet ja auch

        Hallo!
        Ja, wenn´s vier Wände und ein Dach obendrauf wären...dannn wäre es billig.
        Aber eine gute Wärmedämmung ist notwendig, jede Menge Kabel, Rohre etc.

        Natürlich stehen alte Häuser noch, aber damit sie nach wie vor nutzbar sind, musste sehr viel Geld reingesteckt werden (neue Heizungsanlage, wahrscheinlich Wasser-/Abwasserrohre neu, wahrscheinlich auch neue Kabelschächte und noch vieles mehr). Die Fenster sind nicht mehr einfaches Glas, sondern haben eine Dreifach-Verglasung. Die Liste lässt sich unendlich weit fortsetzen. Aber diese Dinge haben nun Mal ihren Preis.
        Ich sehe doch, wie einfach die Wärmedämmung in unserem Haus (39 Jahre alt) im vergleich zum Niedrigenergiehaus meiner Eltern ist. Dass 4cm Styropor billiger sind als eine über 10cm dicke und an den Nähten versiegelte Dämmschicht, ist klar.
        LG Silvia

        Hallo,

        die Nachfrage bestimmt den Preis.
        Wenn du in einer schlechten Lage ein Haus verkaufen möchtest, könntest du auch Probleme haben, es los zu werden. Demzufolge kann man in wenig besiedelten Gegenden ein Häuschen zum guten Preis erwerben.

        So günstig ist es nicht, ein neues Haus zu bauen. Denn für viele Sachen braucht man teures Material und die Firmenkosten sind auch nicht ohne.

        Wenn du aber alles selbst bauen kannst, auch selbst das Dach decken, sämtliche Installationen herrichten, den Trockenbau und Türen einsetzen könntest, die Zimmer fliesen kannst, kannst du eine Menge sparen:)

        Lotta

      • Wenn Du persönlich Deine Ansprüche mit einem Haus, das nur aus ein paar Steinen und Zement gebaut ist, befriedigen kannst, dann solltest Du das auch sehr günstig verwirklichen können.

        Da ein Haus aber aus wesentlich mehr als nur "paar Steine und Zement" besteht, kommen eben andere Preise zustande.

        Dachkonstruktion
        Fenster
        Rolläden
        Haustür
        Fassade (Putz, Klinker,...)
        Elektrik
        sanitäre Anlagen

        Innenausbau (Estrich, Parkett, Fliesen, Türen, Beschläge, Innenputz)

        usw usf

        Primitiv ist übrigens das richtige Stichwort. Wer heute noch so leben möchte wie vor 1000 Jahren, sollte das mit primitiven Materialien auch für kleines Geld in die Tat umsetzen können - aber dann sche**t man eben auch noch hinter den nächsten Busch oder durch ein Brett mit Loch in der Mitte...

        #rofl

        ein paar Steine sind wirklich nicht teuer...

        dagegen Facharbeiter, Isolierung, gute Fenster, Elektro...bis hin zur Innenaussattung von Holzfußboden, Marmortreppe....achja und vielleicht Wasserdicht von unten....

        Lisa

        • (7) 11.09.13 - 21:25

          In meiner Wohngegend kosten normale Reihenhäuser im Rohbau bei 150qm Wohnfläche und einem 60qm Garten 340.000€.
          Das ist doch im Leben nicht gerechtfertigt #kratz

          • (8) 11.09.13 - 21:39

            Ja und? Du bezahlt die Infrastruktur mit.....
            und wenn es ein Einzugsgebiet ist, dannist halt alles teurer....Du willst mehr verdienen und die Handwerker auch, weil alles dort teurer ist- auch normale Mieten.

            Wenn ich daheim im Landkreis STD gebaut hätte hätte ich ein Luxushaus bauen können. Wir wohnen aber im Einzug von München....da bekommt man für den Preis nur was " normales". Hier gibt es Jobs, hier verdient man gut und ALLES ist teurer

            Logisch ...

            lisa

            • (9) 11.09.13 - 22:11

              Andere Rheinseite, gleiche Stadt, gleiche Erreichbarkeit der City, gleiche Infrastruktur, gleicher Bauherr und schon sparst du 100.000. Also bitte, 340.000 sind nicht gerechtfertigt sondern vollkommen überzogen, weil man Geld machen möchte und der Stadtteil attraktiver ist. Das hat nichts mit Baukosten, Infrastruktur oder ähnlichem zu tun.

              Grüße

              • (10) 11.09.13 - 22:38

                #rofl Angebot und Nachfrage....mußt es ja nicht annehmen, wenn das Angebot " unfair" ist.

                Mehr Fahrtkosten, mehr Aufwende, mehr Personalkosten......

                einmal quer durch die Stadt zu Rushhour kann gerne mal 1 Std. "mehr" bedeuten, wenn es entgegengesetzt des Bauunternehmens ist. 5 Arbeiter am Tag...= 10 Stunden am Tag Mehrkosten....für mehrer Wochen....Mehrkosten für Anfahrten Gerüst, Kran, Materialien....

                Hört sich lappisch an aber da kommt einiges zusammen und sicherlich noch einiges mehr, was ich nicht weiß#schein

                Lisa#winke

                • (11) 11.09.13 - 23:07

                  Ich behaupte, es hat nur was mit Angebot und Nachfrage zu tun. Nicht mit irgendwelchen Anfahrtskosten. Die Bauarbeiter, aus Polen, vom Balkan usw. schlafen hier die Woche über in Containern, fangen morgens um halb sieben an bis um 7 am Abend. DAs Bauunternehmen ist im Übrigen von der anderen Rheinseite ;)
                  Und ich bin nicht bereit in einer Großstadt so teuer zu kaufen, mit der Angst im Nacken, dass die Gegend vielleicht kippt.

                  Grüße
                  Sabrina

      (14) 11.09.13 - 17:19

      Na ja, unsere ganz frühen Vorfahren haben noch in Höhlen gehaust, das wäre die allergünstigste Variante! :-D
      Mit dem Mittelalter habe ich mich jetzt nicht besonders eigehend befasst, aber ich glaube mich zu erinnern, dass dort die hygienischen Verhältnisse katastrophal waren. Hausen mit Stalltieren, keine Fenster, offenes Feuer im Haus, kein fließendes Wasser, kein Abwassersystem, feuchte Häuser = wunderbarer Nährboden für sämtliche Erreger und Bakterien (Stichwort: Pest). Nein, ich habe keine Lust in einem Haus des Mittelalters zu wohnen. Ein bisschen komfortabler darf es dann schon sein! :-D

      Grüße
      Luka

      • (15) 11.09.13 - 17:26

        Naja, man muss gar nicht oooo weit zurückgehen....

        wenn ich das Haus meiner Eltern anschaue.....60/70 Jahre alt....es war viel kleiner, die Böden knarren, es ist zugig, bei Hochwasser drückt das Wasser durch den Keller rein.
        Keller ist ein Keller und kein Wohnkeller, die Rohrleitungen sind nicht sehr gesund#schock, und wenn man es nicht regelmäßig sanieren würde....würde es schon bald zerfallen.

        lisa

        • (16) 12.09.13 - 12:46

          Und billig war es damals trotzdem nicht. Klar hatten fast alle ein Haus, aber sie haben auch auf fast alles verzichtet, haben tagelang das gleiche gegessen.

          Meine Oma hat auch als Witwe ein Haus mit 3 Kinder gebaut, dafür konnten die Kinder halt nur zur Volksschule, der Bus für 3 Kinder fürs Gymnasium wäre nicht bezahlbar gewesen., Urlaub war nicht möglich, sie hatten kein Auto und es wurde nichts an Lebensmitteln weggeworfen, Telefonkosten für 50 € und mehr hatte sie auch nicht

    Man muß es ja nicht teuer werden lassen. Es hält dich doch niemand davon ab, Dir ein paar Steine und Zement zu kaufen und dich selbst zu verwirklichen, wenn Du das so hinbekommst, dass das ganze dann nachher auch noch irgendwie abgenommen wird.

    Schön wäre es, wenn ein Haus nur das wäre, was du aufgezählt hast :-) Da hängt noch einiges mehr mit drinnen!

    zB ist das Eisen sehr teuer, die Ziegel kosten auch ihr Geld... Arbeiter, Heizung, Elektriker, Sanitär, Fenster, Dach, Putz, Innenausstattung, usw. muss natürlich auch alles berücksichtigt werden!

    Und warum ein Haus so teuer ist?! Die Nachfrage bestimmt den Preis!

    Wir haben für unser Haus ca. 300.000 Euro veranschlagt. Und wir bauen eigentlich schon sehr "günstig", da wir viele helfende Hände haben. Aber das Material und die Firmen, die für uns arbeiten, sind schon ziemlich teuer!

    GLG

    Auf die Problematik, was in einem Haus alles drinsteckt, wurdest du ja schon hingewiesen.
    Dazu kommt: Die Häuser, die heutzutage noch erhalten sind aus dem Mittelalter, waren für damalige Verhältnisse auch nicht billig. Sie wurden z.B. aus Stein gebaut, zumindest in den Fundamenten. Stein hält sich, richtig verarbeitet, über Jahrtausende. Ist aber auch teuer. Die Leute, die sich das leisten konnten, waren weder arm noch primitiv; sie hatten das Geld für teure Materialien und oft auch für Fachkräfte, Baumeister und Steinmetze. Die Hütten, die damals aus Lehm und Stroh gebaut wurden, also die kostengünstigen Alternativen für Bauern und kleine Handwerker, sind schon lange vom Zahn der Zeit zernagt. Außerdem hatte nicht jeder eine Hütte. Manche Familien hatten einfach nur ein Zimmer in einer Hütte mit anderen Familien(-zweigen) zusammen.

    Ich bezweifle, dass im Mittelalter jeder arme Schlucker ein Eigenheim besaß.
    Was DU für ein Haus ausgeben willst, ist eine Frage der Ansprüche. Es hindert Dich niemand, Dir ein schlichtes Haus selbst zusammenzuschustern.

    Gruß,

    W

    Hi,
    ganz ehrlich, wie viele Häuser unserer wörtlich "armen" Vorfahren stehen denn noch?

    In den Städten wohl eher die der oberen Mittel- oder Oberschicht. Und bei Höfen sind wohl auch eher nicht die Hütten der armen Leibeigenen erhalten, sondern die von denen, die schon damals "reich" waren. Verhältnismäßig natürlich. Wobei auch bei diesen "gut erhaltenen" Häusern man gerade in vielen Städten (und auf dem Land) der ehemaligen DDR noch viele Beispiele hat, wie diese Häuser aussehen, wenn nicht heute (oder gestern, aber eben nicht nur vor 300 Jahren) viel, viel Geld und Arbeit hineingesteckt wird.

    Du lässt das Grundstück außer Acht. Gerade da, wo Häuser teuer sind (im Prinzip kostet der Bau vom Haus in München genau so viel wie in einem Dorf in Mecklenburg Vorpommern) - ist aber der große Unterschied der, ob du 50 Euro pro qm Grundstück zahlst (oder noch weniger) oder 800 (oder noch mehr). Schon bei 250qm Grundstück für ein halbes Doppelhaus macht das einen Unterschied von bald 190.000. Dafür hätte auch meine Oma ganz schön viel stricken müssen.

    Ein Haus zu bauen ist heute auch nicht mehr so einfach wie früher, zumindest nicht in Deutschland. Was den Vorteil hat, dass hier nicht regelmäßig ganze billigst-Wohnsiedlungen (Armensiedlungen, wie es sie in vielen Ländern gibt - dort baut tatsächlich jeder mit dem, was er irgendwo findet noch sein eigenes "Haus") niederbrennen und schlagartig 1000 Menschen bestenfalls nur ihr komplettes Hab und Gut verlieren. Oder ganze Hochhäuser einstürzen.

    Und wenn meine armen Vorfahren eine bescheidene Hütte ihr eigen nennen konnten, dann lag das wohl weniger daran, dass sie Maurer, Dachdecker, Zimmermann, heute: Elekrtiker, Installateur... dafür engagiert haben (engagieren mussten), sondern dass sie es selbst gebaut haben. Und in den meisten Fällen hielt das der Armen natürlich nicht eine halbe Ewigkeit.

    Es gibt mehr als genug billig-Angebote an (Fertig- oder System-)Häusern. 100.000 oder noch weniger - ohne Grundstück natürlich, ohne Schnickschnack, und ggfs. mit viel Eigenleistung. Manch einer baut auch heute noch weitestgehend selbst (das sind dann mehr als oft die Häuser, die jahrzehntelang irgendwie unfertig sind, weil irgendwie die Leute heute weniger Zeit zu haben scheinen als zu den Zeiten, die dir vorschweben).

    Und z.B. in der Gegend, wo meine Eltern wohnen (da sind Grundstücke sehr billig) wohnen relativ wenig Menschen in Mehrfamilienhäusern. Viele wohnen in Einfamilienhäusern, ob gemietet oder gekauft (für eine billige miete darf das Haus ja auch nicht zu teuer sein) - aber nicht in Wohnungen. Auch die mit niedrigeren Einkommen, auch nicht alle Akademiker haben hohe - ich denke mal so an den Theologen unter den Eltern meiner Klassenkameraden...die haben ein Haus gebaut, von einem nicht üppigen Einkommen.

    Es gibt unter Häusern genau so billig-Angebote wie unter Autos, Urlaubsreisen und Fahrrädern. Ob die dann das richtige sind ist eine andere Frage, genau so wie bei Autos, Urlaubsreisen und Fahrrädern halt....In Immobilien-Portalen findest Du Werbung für Ausbauhäuser ab ca. 70.000. DAS ist nun wirklich alles andere als teuer (wie gesagt, Qualität ist eine andere Frage).

    Was du außer acht lässt - das Grundstück - ist aber eben der Faktor, der bauen besonders in Ballungszentren zwangsweise extrem teuer macht.

    Viele Grüße
    Miau2

    Hallo,

    weil die Leute es bezahlen?!

    Ich habe z.B. eine Wohnung kaufen müssen, weil es zu mieten keine gab. Und da muss man natürlich noch ein happiges Sümmchen hinlegen, besonders in München.

    GLG

    also die leibeigenen hatten so hütten wie in den townships usw noch überlich sind !!

    und naja zumindest hier sind die steine auch nicht treuer wie im norden

    nur der baugrund um ein vielfaches

    dazu kommt das der nomale einrichtung von Boden, elektro, usw dazu kommt

    und dann extra sachen wie bodenheizung , kücheninseln, regenwaldduschen usw auch geld fressen

    • (24) 11.09.13 - 20:00

      "also die leibeigenen hatten so hütten wie in den townships usw noch überlich sind !!"

      Vielleicht dachte die userin eher an ein Leben als Burgfräulein? :-D

      Grüße
      Luka

Ein wenig logisch ist es für mich schon. Damals haben viele die Arbeit selbst gemacht, selbst Bäume geschlagen, gehackt, gebaut und gesägt und und und....
Heute lassen wir vieles machen, nehmen anderes Material. Und andere arbeiten eben nicht umsonst.

Ela
PS: Trotzdem gebe ich dir recht Häuser sind nicht immer billig.

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