Warum gibt es immer wieder Verstöße gegen die Menschenrechte?

    • (1) 17.09.13 - 21:32

      ''die würde des Menschen ist unantastbar''.
      So steht es bei uns im Grundgesetz und viele andere Länder sind auf die Menschenrechte bedacht. Warum ist es nicht in allen Ländern möglich?
      Ich finde das furchtbar. Was müsste passieren, damit alle Länder gleichermaßen, die Menschen achten?

      • Die Menschen müßten ihre Prioritäten/ihr Denken dementsprechend ändern.

        LG
        Karna

        betrachtet man sich einmal folgende Beispiele:

        Besonders aus Staaten in Afrika und der arabischen Welt hört man immer wieder von Menschenrechtsverletzungen. Der Grund dafür liegt darin, dass diese Staaten nicht demokratisch geführt werden, sondern ein einzelner Mensch oder eine einzelne Partei die Geschicke des Landes beherrscht und durch die Einschränkung der Menschenrechte mehr Kontrolle über seine Bürger ausüben wollen. Aktuell werden beispielsweise im Irak und Iran den Bürgern das Recht auf freie Meinungsäußerung verwehrt, um Demonstrationen gegen die Regierung zu unterbinden.
        (http://xn--wrde-0ra.info/was-die-menschenrechte-bedeuten/)

        So ist ganz klar zu sehen, dass sich einiges, prinzipielles an der Regierung ändern muss, was sich leider nicht als leicht gestaltet. Betrachtet man nur Syrien, wo Aufständische und die Regierung gegen die Menschenrechte verstoßen (haben)
        http://www.sueddeutsche.de/politik/syrien-un-beklagen-menschenrechtsverletzungen-bei-regierung-und-aufstaendischen-1.1470241

        Die eine Seite bekämpft die andere und alle drehen sich im Kreis.
        Bis es hier zu einer Demokratie käme, vergehen noch Jahre.

        Ohne da irgendetwas "schön" reden zu wollen ... aber Menschenrechte sind eine klassische Errungenschaft der "westlichen" und "zivilisierten" Staaten (mit Ausnahme eines - ich glaube vergeblichen- antiken Versuches allgemeingültige Rechte für freie MEnschen zu installieren).
        Sie werden aber der gesamten Welt aufgedrückt ohne Berücksichtigung von kulturellen Hintergründen und Traditionen der verschiedenen Länder und Staaten.

        Und Achtung! Dies ist KEIN Freibrief zum Morden unter dem Deckmäntelchen der kulturellen Eigenständigkeit aber man muss sich auch vor Augen halten, dass die Aufklärung sich auf Kerneuropa beschränkt hat. Aus ihr ist der Wunsch nach Menschenrechten, dem Recht des Einzelnen sich gegen die Macht des Staates stellen zu können hervorgegangen.

        Die Staaten der Erde haben sich unterschiedlich zivilisatorisch entwickelt aber zu einem von außen festgelegten zeitpunkt sollten sich alle auf diese Rechte einigen bzw. sie anerkennen...das kann nur nach hinten losgehen...

        Menschenrechte sind ein Vernunftsrecht, das heißt sie sind nicht abzuleiten aus der Natur des Menschen. Gehässig könnte man sogar sagen sie seien gegen die Natur des Menschen und gegen dessen ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb...

      • Vor 20 Jahren bekannten sich auf der Weltkonferenz der Menschenrechte fast alle der 171 teilnehmenden Staaten zu ihren menschenrechtlichen Verpflichtungen.

        Spätestens seit dem mit Lügen begründeten Irakkrieg sollte jedem klar sein, dass es mit der Glaubwürdigkeit vieler "westlicher" und "zivilisierter" Staaten doch nicht so weit her ist.

        Unter dem Deckmantel, einen Kampf gegen Terrorismus zu führen, wird auf Menschenrechte gepfiffen, ja, mehr noch, der Kampf wird im Namen der Gerechtigkeit und Freiheit geführt. Und so sehe ich es so, dass die Menschenrechte als ideologisches Instrument missbraucht werden.

        „Was müsste passieren, damit alle Länder gleichermaßen, die Menschen achten?“

        Dezentralisierung von Finanzen und Macht.

        hallo,

        man braucht doch gar nicht so weit zu schauen. in deutschland sind menschenrechtsverletzungen tagtäglich zu beobachten.

        der staat gewährt also mnschenrechte, kann ihre durchsetzung aber nicht zwingen gewährleisten.

        ein anderer user schrieb, dass wir anderen zivilisationen unsere idee von menschenrechten aufdrücken und dass das nicht klappen kann.

        doch ich frage mich, wie soll es dann funktionieren? ist es nicht so, dass menschenrechte nur so lange gewährleistet sein können, solange jeder einzelne für ihre umsetzung eintritt?

        das ist tatsächlich ein sehr weites und interessantes thema. ich hab jetzt nicht die zeit auf diverse aspekte einzugehen.

        lg

      • 1.Zum einen: Was passieren müsste?
        Ich bin nicht einmal sicher, ob die Einhaltung der Menschenrechte und der Würde des Menschen global möglich ist. Zum einen sind es sicher die Systeme dahinter, Länder, bestimmte Einstellungen und/ oder Glaubensgrundsätze, zum anderen ist es aber jeder einzelne Mensch selbst, der die Rechte und Würde der anderen anerkennen und achten muss. Und hier haben wir schon das Problem!

        2. Wenn man von Menschenrechtsverletzungen spricht, haben die meisten Menschen auch sofort Bilder von Afrika oder dem Nahen Osten im Kopf, aber auch Deutschland und andere westliche Staaten sind davon nicht frei zu sprechen. " USA: Trotz großer internationaler und nationaler Proteste existiert das US-Gefangenenlager Guantanamo immer noch. Dort werden Menschen ohne Gerichtsurteil gefangen gehalten, es gibt Folterungen wie das “Water-Boarding und Zwangsernährung bei Hungerstreiks von Gefangene" http://xn--wrde-0ra.info/wer-geht-gegen-menschenrechtsverletzungen-vor/

        (Auf der Seite findest du übrigens noch weitere Beispiele und einige interessante Fakten zum Thema)

        Zurück zu der Frage, was sich ändern müsste: Wahrscheinlich der Mensch an sich, sein Selbsterhaltungstreib und sein Streben nach Macht, die ihn mitunter dazu veranlassen für sein Ziel o.ä. alle Grenzen zu überschreiten und die Würde mit Füßen zu treten.

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