Bitte um Hilfe in Sache "Knigge"

    • (1) 18.09.13 - 14:45

      Hallo ihr Lieben,
      ich habe beruflich mit einem Prof. Dr. zu tun, mit dem ich mich schriftlich (also per Brief) hin und wieder austausche. Über die Jahre hinweg vermischte sich Berufliches und Privates etwas und wir erzählen einander auch das Ein oder Andere über die Kinder etc.
      Gefühlt besteht eine Nähe, die auch das Du nicht ausschließen würde, ich finde den Status quo (also per Sie) dennoch gut, da er auch eine Art Respektsperson für mich war und ist. Irgendwie komme ich mir dennoch etwas seltsam vor, ihn mündlich mit "Guten Tag, Herr Professor..." und schriftlich mit "Sehr geehrter Herr Professor oder Lieber Herr Professor..." anzureden, da man ja mittlerweile doch das ein oder andere miteinander teilt.
      Wäre es unverschämt, nur "(Lieber) Herr ... zu schreiben/sagen"? Sollte ich warten, bis er mir anbietet, das "Professor" wegzulassen (was wahrscheinlich am korrektesten wäre)?
      Vielleicht noch zur Info:
      Er könnte mein Vater sein.
      Er ist nicht mein Vorgesetzter.
      Wir arbeiten nicht in derselben Einrichtung.
      Ich habe keine Absichten #nanana.
      Ich kann schlecht fragen: Lieber Herr Professor, darf ich auch Herr ... zu Ihnen sagen, oder? #schwitz
      LG und danke,
      schwanog

      • Hallo,

        "Lieber Herr Professor" geht, alles andere wäre nicht korrekt.

        Und das Du müsste er Dir anbieten.

        GLG

        Da akademische Titel keine Namensbestandteile sind, muss man die auch nicht verwenden. Wenn ich mit jemandem auf der persönlichen Ebene kommuniziere, sage ich einfach Herr/Frau Sowieso, alles andere erscheint mir übertrieben förmlich. Leute, die auf so einem Titel bestehen, sind mir suspekt.

        • (4) 18.09.13 - 15:11

          "Leute, die auf so einem Titel bestehen, sind mir suspekt. " Mir auch.

          Aber in diesem Fall würde ich alles so weiter machen wie bisher, außer er bietet dir wirklich etwas anderes an.

      Ob Professor Doktor oder Erntehelfer...solange er vom Alter her Dein Vater sein könnte, ändere nichts an der bisherigen Anrede. Er sollte Dir Änderungen anbieten, alles andere wäre nur sehr plump aufdringlich und unangenehm.

      Allerdings habe ich das noch nicht erlebt, dass man im mündlichen Austausch mit dem Titel angesprochen wird. Höchsten vielleicht von solch alten Menschen, die zu der Generation gehören, die Pfarrer, Arzt und Lehrer zur "Dorfelite" zählten.

      Hi,

      wenn es ein netter privater Ton ist, kannst Du es locker weglassen.

      Ich habe auch viel Kontakt mit Vorständen mit Titel und teils geht es recht schnell mit

      " Hallo Herr...", " Guten Morgen Herr..." ohne das man den Respekt verliert.
      Natürlich gibt es Mitmenschen, denen dieser Titel unheimlich wichtig ist#augen....da ist das Namenschild schon größer als die Eingangtür ( siehe unser Nachbar #rofl)...

      lisa

    • Hallo!

      Wie es laut Knigge wirklich korrekt ist, kann ich dir nicht sagen.
      Aber an meiner Uni haben uns unsere Profs in der allerersten Stunde eingetrichtert:
      Wir haben lange und hart auf unseren Titel hingearbeitet, nun möchten wir auch so angesprochen werden.

      Solange er sich also nicht "beschwert", würde ich weiterhin bei "Herr Professor..." nennen.
      Würde er es übertrieben oder so finden, würde er es selber ansprechen.

      LG

      • Heutzutage stellt sich aber die Frage, wer seinen Titel überhaupt noch ehrlich verdient hat#rofl

        #winke

        lisa

        Echt? An meiner Uni gab es kaum einen, der auf die Anrede Wert gelegt hat. Mails an die Profs wurden mit "Lieber Herr/Liebe Frau XY" angefangen, das war so üblich und wurde uns auch direkt so beigebracht.
        Lustig, wie unterschiedlich das ist ;-)

        Im Fall der TE würde ich aber auch bei "Herr Prof." bleiben, da sie das seit Jahren so praktiziert.

    Hallo,

    ich würde es an Deiner Stelle bei der gewohnten Anrede belassen. Wenn er zu den Menschen gehört, die keinen Wert darauf legen (zumindest von bestimmten Personen) mit dem Titel angesprochen zu werden, wird er es Dich wissen lassen.

    Ich hatte mal einen Vorgesetzten (Dr.). Er wurde von den meisten Mitarbeitern mit Titel angeredet. Nur von einem engen Kreis nicht, denen hat er es persönlich mitgeteilt, dass sie ihn bitte ohne Titel ansprechen möchten.

    LG, Cinderella

    Hallo,

    in Schottland ist es in der Regel so, dass man im ersten Brief/der ersten Mail den kompletten Titel nutzt und dann abwartet, wie derjenige selbst seine Briefe/Mails unterzeichnet. Wenn also Dr. Peter XYZ sich mit "Grüße, Peter" verabschiedet, kann man ihn zukünftig auch beim Vornamen nennen.

    Gerade im Gespräch finde ich es aber albern, jemanden ständig mit Prof. anzureden, wenn ich ihm von meinen Kindern oder Ähnlichem erzählen würde. Lass es doch einfach mal weg und schau, ob er dich korrigiert oder nicht. Wenn ihr euch schon Jahre kennt, wird er da wohl keinen großen Aufstand drum machen.

    Lieben Gruß,
    Emma

    Ich würde das Professor nicht weglassen ausser (ausser bei Freunden & Familie aber die duzt man im normalfall ja eh)
    Eine Lehrin meiner Tochter hatte eine Doktortitel und stand jedesmal kurz vor einem Tobsuchtsanfall wenn jemand sie nur mit "Frau XY" ansprach

Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure tollen Gedanken und Sichtweisen. Das alles hat mich schon ein paar Schrittchen weiter gebracht.
Was mich eben irritiert:
Er redet mich in Briefen mit "Sehr verehrte, liebe Frau ..." oder "Liebe Frau..." an und unterschreibt mit "Ihr Vorname Zunahme" (also kein Dr. oder Prof.).
Mann oh Mann, sind Männer kompliziert! #zitter
LG, ich freue mich auf weitere Einschätzungen eurerseits!
schwanog

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