Alkoholverbot in der Innenstadt...

    • (1) 18.09.13 - 15:42

      Hallo zusammen,

      in der Stadt in der ich wohne, wurde jetzt beschlossen, dass es verboten ist, zwischen 22 und 6 Uhr auf den Straßen Alkohol zu trinken bzw. mit sich herumzutragen.

      Grund dafür waren immer wieder vorkommende Ausschreitungen, diverse Hinterlassenschaften aus verschiedenen Körperöffnungen auf den Straßen, die durch alkoholisierte Personen verursacht wurden etc..

      Das Thema wird hier jetzt natürlich stark diskutiert. Bringt ein solches Verbot etwas? Wird das Problem nicht nur verlagert? Wie soll die Kontrolle ablaufen? Steckt eine Lobby dahinter, z. B. die Gastronomen, die natürlich wollen, dass die Leute sich bei ihnen teuer volllaufen lassen, statt draußen sich billig mit Getränken aus dem Supermarkt die Lichter auszuschießen?

      Was meint ihr dazu? Gibt es in euren Städten auch solche Verbote? Wie waren die Auswirkungen - positiv und/oder negativ?

      Gruß
      aeffchen77

      • Hallo,

        ich finde ja, es gibt nichts Schöneres als im Park zu picknicken und ein, zwei, drei Gläser Wein oder Bier zu trinken, vor allem im Sommer. Oder eben auch als im Botellon Stil zu feiern, das ist einfach ein rebellisches Gefühl, das macht Spaß.

        Trotzdem ist es natürlich ekelfhaft, die Hinterlassenschaften wegmachen zu müssen und ich finde es äußerst unangenehm auf dem Supermarktparkplatz oder vom Spielplatz aus von rotzevollen Jugendlichen angepöbelt zu werden .

        Oft ist es ja auch diese Gruppe, Jung, ungebildet, keine Hobbys. kein Geld für Bars und auch nicht das erwünschte Klientel, dass auf unangenehme Weise draussen Alkohol konsumiert.

        Da müsste man aber früher ansetzten, in der Erziehung. Denn wenn die nicht auf der Strasse trinken und rauchen, dann eben im Wald oder im Keller oder sonstwo.

        #winke

        Ich glaube nicht, dass die Gastronomen auf dieses Klientel, was dort sein "Unwesen" treibt, Wert legen.
        In unserer Nachbarstadt gibt es in der Innenstadt so einen Treff von Punks mit ihren Hunden - den gab es schon als ich noch Kind war - und es gab nie nennenswerte Probleme.
        Trotzdem wurde ein Verbot für diesen Innenstadtbereich erlassen, vermutlich weil diese Personen das Stadtbild stören#kratz
        Die Gruppierung trifft sich jetzt an den markanten "Säuferpunkten" vor der Stadt, wo es seither immer wieder Randale, Prügeleien und Polizeieinsätze gibt und die Stadt deshalb ständig in den Schlagzeilen ist.
        Kein Wochenende ohne Krawall.
        Als die Grüppchen noch unter sich waren, gab es kaum Ärger. Jetzt aber treffen eben genau die aufeinander, die sich von Anfang an mit Vorurteilen begegnen - arbeitslose Vollalkoholiker ohne Perspektive, junge Deutsche - auch ohne Perspektive aber mit politisch sehr einseitigem Hintergrund, Rentner denen "die arbeitsscheuen mit den bunten Haaren" schon immer ein Dorn im Auge waren, etc., etc.
        Fazit - hier war das Alkoholverbot in der Innenstadt kontraproduktiv.

        Dieses "Verbot" gibt es bei uns in Karlsruhe schon seit 2008 !

        Es ist so "wirkungsvoll" dass wahrscheinlich 99,95% aller Karlsruher nicht mal wissen dass es existiert, und brachte ...... REIN GAR NICHTS !

        Die Problembereiche in KA waren/sind:

        * Bermudadreieck (gesperrtes Rotlichtviertel...in das sich die Bul......Herren und Damen von Trachtenverein eh kaum rein wagen)
        * öffentliche Spielplatze
        * die Strassen und Plätze vor den öffentlichen Diskotheken und Großraumkneippen (so viel also zu der Theorie, dass evtl. Kneipenbesitzer dahinter stecken könnten)
        * öffentlich stark frequentierte Plätze in der direkten Innenstadt.
        * verstärkte Kontrolle von Jugendlichen...speziell wenn diese in einer Gruppe zusammen gesessen sind.

        Am Anfang wird verstärkt Präsenz gezeigt....um dann schlagartig nachzulassen, weil es nach 1-2 Monaten keine Sau mehr interessiert....und Gelder (um Präsenz zu zeigen und "durchzugreifen") woanders auch gebraucht werden.

        Im allerbesten Fall verlagert sich das Problem ...... im Normalfall läuft nach ein paar Wochen alles wieder wie vorher....das ist meine Meinung !

        • Ich persönlich sehe auch nur eine Verlagerung. Wer saufen und Randale machen will, der macht das auch, egal wo.

          Aber ich verstehe ja auch die Intention der Stadt, dass Randale verhindert werden sollen.

          Wie könnte das denn sonst passieren? Mehr Aufklärung von Jugendlichen über Alkoholkonsum? Noch mehr Polizeipräsenz nachts?

          • Aufklärung über Alkohol.....was soll das bringen?

            Polizeipräsenz.....wäre eine Möglichkeit, aber wie soll das funktionieren, wenn bei der Polizei nur noch Stellen abgebaut werden, und die gar keine Leute haben um wirklich noch was zu machen?

            Jugendtreffs wäre evtl. eine Möglichkeit, wo Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, in denen es nicht nötig ist, eine dicke Brieftasche zu haben, und wo die Kids dennoch von der Strasse weg sind.

            Damit meine ich aber nicht diese meistens lahmen und verdreckten Treffs mit Küchentischen und Stühlen aus der Kaserne, die schon um 17 Uhr wieder dicht machen, sondern Treffs in denen man sein Zeug selbst mitbringen kann, und die auch optisch ein bisschen was her machen....mit guter Musik, und vielleicht ner Bistroecke mit Fressalien zum Selbstkostenpreis.....

            Aber Randale geht nicht nur von Jugendlichen aus. Ich bin oft auch spät Abends noch unterwegs, und klar....man bekommt mal nen dummen Spruch von den Kids reingedrückt, aber die tun niemandem weh.

            Pöbeleien gibt es hier eher mit Leuten die schon ein älteres Kaliber haben, wobei ich mich nicht wirklich beschweren kann / will...... ich habe SEHR selten Ärger...die meisten überlegen sich das zweimal.....und die anderen...sind selbst Schuld !

            Von Freundinnen habe ich aber schon ab und an gehört, dass es die meisten Probleme mit Ausländern gibt....aber auch hier nicht mit den Jugendlichen, sondern eher mit denen so um die 30

        Das wusste ich auch nicht... aber ich bin ja nicht oft in KA und wenn, dann stehe ich selten an öffentlichen Plätzen und besaufe mich ;-)
        Gehört die Südstadt eigentlich immer noch zum Problembereich? Ich weiß nur, dass es vor einigen Jahren mal so war...

        LG

        • Nein....das geht mittlerweile.

          Die Südstadt hat sich durchaus gewandelt.....viele Künstler und Studenten, viele kleine Kneipen und mehr Grünflächen, dazu ein mittlerweile gefestigtes Selbstbewusstsein der dort lebenden "Südstadtindianer".....das passt alles ganz gut. :-)

    Hallo zusammen,

    Zunächst muss ich sagen, das ein solches Verbot generell vernünftig ist, denn damit kann verhindert werden das eine gewisse Klientel sich an der ein oder anderen Örtlichkeit dauerhaft niederlässt .

    Das Problem ist nur ob dieses Verbot vor einem Verwaltungsgericht standhält .

    Ich beziehe mich dabei auf die Stadt Koblenz, in der mein Mann arbeitet. Hier hat man an verschiedenen öffentlichen Plätzen ein generelles Alkoholverbot per Satzung erlassen, um einer gewissen Klientel Einhalt zu gebieten.

    Diese Satzung wurde durch das Gericht einkassiert. In der Tageszeitung wurde als Begründung u.a. angegeben, das die Verwaltung zunächst einmal zu prüfen habe wie oft solche Verstöße festgestellt werden.

    Mit anderen Worten man holt sich das Klientel erst ins Haus um sie später wieder rauszuschmeißen.

    Lg,

    Hallo,

    auf der einen Seite finde ich das gut auf der anderen: wer bitte soll das kontrollierien?

    Ich wohne eher ländlich und wir haben hier ein paar Männer und Damen im Dorf wohnen, die ein Alkoholproblem haben. Sie sitzen jeden Tag von früh bis spät auf einer Bank gegenüber unseres Bäckers, der im Sommer auch Eis verkauft. (die einzige Möglichkeit OHNE Autofahren an ein Eis zu kommen)

    Diese Bank kann von Mamas nicht mehr genutzt werden, denn die sitzen ja da und trinken und pöbeln (man muss nur vorbei gehen) Achja es werden auch große Geschäfte in der Wiese erledigt.

    Es waren viele im Rathaus, der Bürgermeister hat mit ihnen gesprochen...NICHTS ist passiert. Es interessiert die im Rathaus nicht.

    Zum Thema Stadt: wenn es in der Innenstadt ein solches Verbot gibt, dann wird woanders getrunken! Dann gibt es neue Ecken wo man sich trifft.

    Ich glaub auch kaum, dass die Gastwirte dahinter stecken, wer sich da so abends die Kante gibt kann sich meistens keine Gaststätte oder Kneioe leisten.

    Susi

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