Wie Nichte unterstützen ?

    • (1) 27.09.13 - 20:16

      Hallo
      Vor knapp 1,5 Wochen ist der Freund meiner Nichte (24) nach einer Weile im künstlichen Koma verstorben,er war erst 25 und hatte wohl ein sehr schweren Schlaganfall#heul
      Die ganze Familie ist sehr aufgelöst und kann es immer noch nicht glauben
      Meine Nichte war schon immer sehr ruhig und schüchtern und man hat richtig gemerkt das ihr Freund ihr sehr gut getan hat
      Er war ein so netter junger Mann und die ganze Familie (sogar ich als Tante ;-) ) kam super mit ihm & seiner Familie klar
      Jetzt ist die Frage,wie kann ich/wir meine Nichte unterstützen ?

      Sie gibt sich zwar nach außen sehr gefasst und vertraut kaum jemandem an was wirklich in ihr vorgeht aber wir alle können uns denken wie schwer es ihr fällt
      Dazu muss ich sagen das wir uns alle sehr sehr nah stehen und meine Nichte quasi wie eine kleine Schwester (da ich selbst nich sooo viel älter bin als sie ) ist
      Wir versuchen alle ihr zu helfen ihren Alltag so normal es geht zu gestalten aber mir kommt das ganze so vor als ob wir es einfach nur verdrängen
      Mein Bruder (also ihr Vater) und ich habe uns auch schon nach Psychologen umgesehen und wollen ihr das anbieten
      Habt ihr noch Rat?

      LG

      • Psychologe ist ein wenig arg über das Ziel hinaus, finde ich. Zunächst wäre vielleicht ein professioneller Trauerbegleiter gut? Das würde ich ihr aber auch nur anbieten und nicht einfach so aufdrängen.

        Dann könnte man ihr ein gutes Trauerbuch geben, allerdings würde ich es zuerst lesen und ihr dann ebenfalls nur anbieten. Zuerst lesen würde ich es schon deshalb, um vielleicht noch eher zu verstehen, was gerade in ihr vorgehen könnte.

        Ganz wichtig ist auf jeden Fall ein immenses Empathievermögen, man kann hier leicht zu wenig, aber noch schlimmer, zu viel tun. Letzteres würde dann dazu führen, dass sie behauptet, es ginge ihr gut, weil sie Angst hat, von den Menschen in ihrer Umgebung überfahren zu werden. Dasselbe kann passieren, wenn man ihr suggeriert, ihr Alltag wäre normal. Nichts ist normal. Ihr ist ein Trauma zugestoßen, eine Lebenskatastrophe.

        Mein Rat also: Feingefühl. Trauer zulassen. Gespräche über ihn. Weinen, auch gerne zusammen. Dabei muss man dann nicht unbedingt dauernd reden.
        Und wenn ihr merkt, sie verschliesst sich doch völlig, dann holt Euch schleunigst Hilfe.

        • Hallo
          Das habe ich mit Psychologe eigentlich gemeint,einfach jemand der ihr hilft die Trauer zu verarbeiten
          Das Problem ist das sie schon immer sehr ruhig war und wenn es was gab das sie belastet hat hat sie es quasi immer in sich behaltet doch bisjetzt waren des eben Dinge die sie auch selbst überstehen konnte und deshalb ist es jetzt schwer für uns den richtigen Weg zwischen "helfen" und "nicht überrumpeln" zu finden
          In der letzten Zeit haben wir geachtet das sie nicht alleine ist,das wollte sie nämlich nicht

          Es ist einfach so schlimm zu denken wie sie sich fühlen muss und das wir ihr nicht wirklich helfen können #heul
          Danke aufjedenfall für deine Tipps!

            • Hallo
              Das ist einfacher gesagt als getan weil sie hat uns gesagt das sie nicht allein sein will und es fällt uns allen schwer und richtig zu verhalten denn auf der einen Seite wollen wir es ihr nicht noch schwerer machen aber auf der anderen Seite wissen wir auch das es lächerlich ist "normal" zu sein weil eben nichts mehr normal is für sie

              Lg

      hallo,

      deine nichte muss nun in jungen jahren bereits ein solches trauertraume miterleben udn durchleben, eure aufgabe dabei ist eigemtlich ganz klar: begleiten, aber nicht überfordern.

      und überfordern kann man auf viele arten und weisen. indem man zu viel tut, zu viel anbietet in form von reden, 'gutes' tun etc.
      wie meine virschreiberein es schon ausgedrückt: ihr braucht eine menge empathievermögen um jeweils richtig reagieren zu können. wobei ich persönlich es wichtig finde einfach authentisch zu sein.
      der verlust ist tragisch und da hilft es manchmal mehr einfach auch mal keine antworten, keine guten sprüche etc. zu haben, sondern die sache mit der trauernden so zu sehen, wie sie ist: durchtbar tragisch und schlicht scheiße.

      es gibt so gut wie nichts, was sie jetzt trösten kann und auch das muss man anerkennen.

      aus persönlicher erfahrung kann ich dir sagen, dass in den ersten wochen die anteilnahme sehr groß ist. das nimmt mit der zeit allerdings mehr und mehr ab. der trauernde sieht sich dann einer gemeinschaft gegenüber, die erwartet, dass er zu bestimmten zeitpunkten an bestimmten punkten der trauerverabreitung ist.

      an diesen punkten lässt leider das empathievermögen nach. die anderen meinen, der trauernde müsse doch jetzt endlich mal nach vorn schauen, das lkeben geht doch weiter, jetzt ist doch schon so viel zeit vergangen...
      verstehst du, was ich meine?
      am anfang sijd alle da und hilfsbereit. aber das leben der anderen geht mehr oder wneiger den gewohnten gang und nur der trauernde bleibt irgendwo stehen bzw. bewegt sich langsamer. und genau das versteht irgendwann kaum einer noch.
      versucht verstöndnis zu zeigen, auch wenn ihr es nicht habt.

      ermuntern, aber nicht zwingen. gut gemeintes geht manchmal durchaus nach hinten los.

      der eine trauernde braucht jahre, um wieder einen anderen partner neben sich zu haben, andere gehen in die offensive. beides wird in der regel als nicht gut erachtet. auch hier gilt: das was sie will udn gut findet ist richtig. nicht ihr!

      so lange sie sich nicht selbst gefährdet 'cut her some slack' - du hast in den usa gelebt, oder? mir fällt gerade kein passenderer deutsche ausdruck ein.

      lg

      • Hallo
        Ja da hast du recht

        Es ist einfach nur schwer den Mittelweg zwischen ihr helfen und überfordern zu finden weil wir wir ihr auf der einen Seite Hilfen wollen beim "weiterleben" aber dieses einfach weiterleben natürlich einfacher gesagt als getan ist

        Ja das mit den Umfeld habe ich auch schon in Kopf, die hat zum Glück einen tollen Freundeskreis der in den letzten Wochen sehr für sie da war genauso wie unsere Familie von daher wird es im engsten Umkreis keine Probleme geben

        Ja ich habe in den USA gewohnt und kein Problem ich verstehe was du meinst

        Danke

        Lg

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