Erbschaftsfragen - Schenkung vorm Dahinscheiden

    • (1) 28.09.13 - 09:45

      Hallo zusammen,

      ich habe ein etwas unangenehmes Thema und ich hoffe ich treffe den richtigen Ton und mir kann hier jemand helfen. Mein Opa ist leider an Demenz erkrankt. Er ist allerdings noch in einem Stadium, bei der ihm die Geschäftsfähigkeit noch nicht aberkannt ist. Es ist so, dass er sein Leben lang Briefmarken gesammelt hat. Er hat sie mit Hingabe akribisch in Alben einsortiert. Ich bewundere diese Sammelleidenschaft sehr. Ich selber sammle auch schon länger Münzen. Ich finde diese Sammlung toll und die hat für mich einen viel größeren ideellen als finanziellen Wert. Umso mehr hat es mich gefreut als mein Opa mir diese Sammlung geschenkt hat. Ich durfte sie mir schon mit nach Hause nehmen und sammle bereits fleißig weiter.

      Jetzt komm ich aber mal zum Punkt. Mein Opa hatte zwei Kinder. Mein Vater und meine Tante. Mein Vater ist leider schon verstorben. Meine Tante hat ebenfalls ein Kind. Meine Tante und dessen Tochter haben sich allerdings schon lange von meinem Opa abgewandt, weil es einmal großen Streit gab. Nun habe ich aber erfahren, dass meine Tante trotz allem sehr auf diese Sammlung besteht. Natürlich hat sie einen nicht unerheblichen Geldwert. Keine Frage. Aber ich habe nicht vor sie zu verkaufen. Ich möchte sie noch irgendwann meiner Tochter vermachen.

      Jetzt meine Frage. Ist die Sammlung, dadurch dass sie schon in meinem Besitz ist, auch wirklich jetzt meine?

      Oder könnte meine Tante immer noch nach dem Tod meines Opas auf ihren Erbanteil darauf bestehen?

      Wenn ja, wie kann ich das vorbeugen?

      Muss ich ein Schriftstück aufsetzen?

      Was muss da alles drauf stehen?

      Muss ich detailliert alles aufschreiben oder kann ich verallgemeinern?

      Kann es eine Schenkung sein oder muss ich somit sogar noch Steuern zahlen?

      Soll ich dann lieber einen "Kaufvertrag" mit meinem Opa abschließen über einen obligatorischen Euro?

      Oder kann es dann auch passieren, dass jemand sagt, der Kaufwert ist wesentlich höher und deshalb ist der Vertrag nichtig?

      Ihr seht ich habe viele Gedanken dazu. Und sicher kann ich alles im www raussuchen. Aber dazu bräuchte ich viele Tage. Ich wäre euch also sehr dankbar wenn hier irgendjemand mitliest der vielleicht vom Fach ist oder so etwas erlebt hat und mir weiterhelfen kann.

      PS. Bei der "Übergabe" der Sammlung war mein Freund dabei. Zählt er dann in irgendeiner Art als Zeuge für eine mündliche Schenkung?

      Vielen Dank fürs lesen.

      LG Minnie

      • Hallo,
        das mit dem Erben und Schenken ist immer so eine Sache....ist die Person dann Tod geht der Zoff erst richtig los.
        Am Besten du wendest dich an einen Anwalt für Erbrecht und läßt dich schnell beraten...wir sind doch alles nur Laien..... und ein Rat und ein evtl aufgesetztes Schriftstück kosten nicht die Welt.

        Besser als wenn du die Sammlung wieder rausrücken mußt und sie dann verscherbelt wird. Wäre schade drum.
        Ich habe schon geerbt und weiß daher, wie schnell die Emotionen hochkochen können und Traditionen auf einmal vergessen sind...da wird gekreist wie die Geier um ne Tote Kuh!!!!
        LG

        Wenn es Dir nicht ums Geld geht, kannst Du Deine Tante doch sicher auszahlen, dann bleiben die Marken in der Familie.
        Was Schenkungen angeht, gibt es eine Frist von 10 Jahren, verstirbt Dein Großvater eher, kann Deine Tante Ansprüche geltend machen und diese anfechten. Dass da ein gefaketer Kaufvertrag etwas dran ändert, glaube und hoffe ich nicht.

        Gruß,

        W

        • Da steckt wieder der skurrile Gedanke dahinter, man habe Anspruch auf andrerleuts Geld, wenn man mit ihnen verwandt ist.

          Wenn der Opa zu Lebzeiten etwas verschenken will, ist das seine Sache. Es wäre auch seine Sache, wenn er die Marken verbrennen oder verspeisen würde.

          Dieses "ich hoffe, das geht nicht", finde ich immer sehr bizarr.

          Wobei du rechtlich natürlich Recht haben magst, das bestreite ich nicht.

          LG

          • (5) 28.09.13 - 23:05

            Ich gebe Dir Recht. ich finde die Vorstellung bedrückend, dass ich dermaleinst z.b. meinem Enkelkind etwas Persönliches schenken möchte und kurz darauf versterbe und meine Tochter/Sohn/andere Enkel verlangen rückwirkend die Auszahlung dessen.

            Das würde irgendwie bedeuten, dass alle Geschenke von mir am Ende meines Lebens nicht mehr wie ganz normale Geschenke zu sehen sind, sondern jederzeit rückwirkend von anderen angefochten werden können.

            Auch, wenn ich rechtlich verstehe, was gemeint ist, finde ich das doch in der Vorstellung, es beträfe von mir gemachte Geschenke, sehr bedrückend.

            Gruß, liki

      Ich würde das notariell machen. Sooooo teuer ist das nicht und der Wert der Sammlung übersteigt vermutlich nicht den Steuerfreibetrag für Schenkungen an Enkelkinder. Es gibt Notare die kommen auch ins Haus.

      Es ist sicher nicht im Sinne deines Opas, wenn die Sammlung wegen raffgieriger Kinder verkauft und auseinandergerissen wird.

      Gruß

      Manavgat

      • Was soll denn hier konkret "notariell" gemacht werden?

        Ein Schenkunsgvertrag (der ja schon vollzogen wurde)?

        Geht es um den Nachweis der Geschäftsfähigkeit?

        Eine weitere Erläuterung die der TE erläuter warum sie jetzt dafür Geld ausgeben soll wird aber bestimmt nicht kommen.

        • #paket

          • Warum wundert es mich nicht, dass Du Deinen Rat nicht erläuterst?

            Weil Du es schlichtweg nicht weißt? Weil Du es spannend für die Te machen willst wenn sie zum Notar geht? Weil Dir Kosten immer egal sind und nachd em Motto handelts. Schaden kann es ja nicht?

            M.E. sollte man immer in der Lage sein einen Rat auch zu begründen.

            Du machst das nicht mal für die TE. Die soll Deinem Rat ruhig blind folgen richtig?

            Eins ist richtig. Schden kann es nicht. Und wenn Kosten für dich wie immer egal sind dann machen solche Ratschläge auch Sinn (genauso wie Du immer gleich zur Klage rätst, selbst wenn man die Kosten dann selbst tragen muss, weil der Gegner z.B. noch gar nicht in Verzug war).

            Versuch doch mal zur Abwechlung in Zukunft Deine Ratschläge gleich mit der zutreffenden Begründung zu versehen.

            Auch wenn Du es mir nicht glauben wirst: es hilft den Fragestellern weiter.

            Die meisten interessiert nämlich ein "weil...."

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