Geld Geld Geld und immer nur Geld

    • (1) 13.10.13 - 09:58

      Guten Tag liebe Urbia Gemeinde,

      seit Jahren kämpfe ich mich durch. Ich habe zwei fundierte Ausbildungen, davon eine akademische, die andere kaufmännischer Natur.

      Dennoch, mein Gehalt reicht gerade (und mein Job ist wirklich sehr schlecht bezahlt) um die Rechnungen und Schulden zu bezahlen.

      Ich bin seit 11 Jahren alleinerziehend, ich hatte Zeiten, dass ich kaum eine Tüte Milch kaufen konnte.

      Um meine wirtschaftliche Situation zu verbessern, entschied ich mich zu studieren und lebte fünf Jahre mit Kind mit vielen Entbehrungen in der Hoffnung, es wird besser.
      Letztendlich hat es mir nichts gebracht. Das Gehalt in meinem Zweig (sozial) ist so miserabel es reicht gerade mal die Rechnungen zu zahlen und die Schulden, die ich während des Studium angehäuft habe zu tilgen.
      Natürlich war mir klar, dass die Bezahlung nicht extrem gut sein würde, aber diese Gehälter für einen Akademiker habe ich nicht erwartet. (z.B. 1400€ / 40h)

      Ist das gerechtfertigt? Ich arbeite mehr als 40 h die Woche. Habe einen Zweitjob als Dozentin und dennoch...Schaue ich am 13.10. auf meinen Kontostand wird mir schlecht.

      Nichts bleibt übrig. Ich lebe mit meinem Kind in einer 65m², fahre einen alten 11 Jahre alten Kleinwagen und komme kaum über die Runden.

      Hinzu kommt, dass ich gerade wieder Stresssymptome entwickele und nachts nicht mehr schlafen kann. Dabei habe ich gedacht, nach dem Studium, werde ich nur noch 30h arbeiten, um meinem Kind und mir etwas Zeit zu gönnen.

      Ich habe alles dafür getan, um wirtschaftlich auf besserem Fuß zu stehen. Von wegen. Ich darf gar nicht darüber nachdenken, wenn mein Auto kaputt geht und ich glaube, es dauert nicht mehr lange.

      In zwei Monaten läuft mein Vertrag aus, da ich Projekt - gebunden arbeite und was dann? Ich arbeite im Rechtskreis SGB II und frage mich wirklich, wie es wird, wenn ich von diesen Leistungen leben muss. Meine Schulden kann ich dann wieder nicht bezahlen. Zurzeit habe ich keine Zukunftperspektive und auch wenn mein Vetrag verlängert wird, wird es wieder nur für ein Jahr sein.

      Umziehen für einen Job. Jedes Jahr wieder? Was ist mit meinem Sohn. Er kommt solangsam in die Pubertät, hatte keine stabile Heimat in seiner Kindheit...soll er wieder darunter leiden.

      Wie kann ich mir überhaupt eine Zukunft aufbauen? Was ich alles gerne hätte und vorallem um mich im Alter etwas abzusichern?

      Die materiellen Gedanken machen mich einfach fertig.

      Ich laufe durch die Strasse und denke, ich hätte gerne ein kleines Haus. Ich hätte gerne ein schönes, zuverlässiges Auto...tolle Kleider. Und ich weiss, es ist nicht alles. Aber wenigstens hätte ich gerne einen gefüllten Kühlschrank ohne darüber nachzudenken, ob mein Geld noch ausreicht oder ob es wieder Nudeln mit Tomatenmark werden.

      Wieder muss ich mein Kind vertrösten, dass wir kein Geld haben werden?

      Ich habe einfach Angst, wieder von der Hand in den Mund zu leben.

      Ich bin wirklich verzweifelt und zwar so, wie schon lange nicht mehr.

      • Wenn du ein Studium drauf gesetzt hast ausschließlich UM mehr Geld zu verdienen, dann wäre es nicht verkehrt gewesen, sich ein Fach auszusuchen von dem man weiß dass die Einstiegsgehälter über dem Sozialhilfesatz liegen. Aber das Kind ist ja nun in den Brunnen gefallen.

        Wenn dein Vertrag in absehbarer Zeit ausläuft macht es vermutlich Sinn, jetzt den Markt zu sondieren, zu schauen was machbar ist beruflich, auch welche Alternativen sich dir bieten. Ob du in einem deiner Ausblidungsberufe Chancen hast, jetzt mit hinreichender Berufserfahrung mehr Geld zu verdienen, ob eine Selbständigkeit Sinn machen würde, ob du zwei Jobs so miteinander kombinieren könntest dass du weniger Stunden arbeitst aber wenigstens beim gleichen Einkommen bleibst.

        Interessant wäre auch zu wissen, wie hoch die Rate ist mit der du monatlich deine Schulden abträgst ob da eine Ratenreduzierung Sinn macht, ob eine Privatinsolvenz eine Möglichkeit wäre langfristig wieder mehr auf der Kante zu haben...all sowas.

        Und letztendlich...bevor du dir täglich Sorgen machst und am Ende die Gesundheit leidet würde ich auf jeden Fall einen umzug in eine Region mit besser bezahlten Jobs in Erwägung ziehen.

        Ich kenne die Zeiten in denen die letzen Acht Tage des Monats Tütensuppe auf dem Speiseplan stand aber das war während des Studiums und zu Beginn meiner Berufstätigkeit. Irgendwann wird diese Belastung zu groß, da kannst du jetzt gegensteuern.

        • Hallo Süddeutscher,

          eine Unterstellung, dass ich ein Fach zum studieren einfach ins Blaue hinein heraussuche, ist eine nicht gerechtfertigte Unterstellung. Ein Durchschnittsgehalt würde mir in jedem Falle reichen, aber eine Bezahlung, wie ich sie vorher im kaufmännischen verdient habe, denke ich, rechtfertigt egal welch ein Studium in keiner Weise.

          Nun, das ist Sozialpolitik und ein anderes Thema.

          Das Studium habe ich mit 30 angestrebt um genau das zu Erreichen --> Gesundheit. Ich möchte einfach von dem was ich erwirtschafte auch leben können, aber das scheint in Deutschland einfach nicht mehr zu funktionieren.

          Nein, Bafög, KFW und Privatkredite lassen, bei den Einnahmen keine Reduzierung zu, ein PI kommt nicht in Frage.

          Bewerbungen in die Schweiz und Luxembourg sind draussen, allerdings äusserst schwierig.

          Dennoch für deine Antwort danke ich dir.

          MFG

          • Ich verstehe nur nicht, warum du dir ein Studium im sozialen ebreich ausgesucht hat wenn das Ziel ausschließlich war, den wirtschaftlichen Ertrag für deine Arbeit zu maximieren. Gerade bei einer kaufmännischen Vorausbildung wäre es doch geschickt gewesen, sich ein wirtschaftlich orientiertes Studium auszusuchen um einen Synnergieeffekt zu erreichen und eben diese Vorbildung maximal auszunutzen.

            Wie dem auch sei, ich würde an deiner Stelle vermutlich den Umzug in Erwägung ziehen, auch in Deutschland gibt es Stellen im sozialen Bereich von deren Einkommen man leben kann.

      also ich hab keine ahnung was du im bereich sozial studiert hat

      und in welcher region du lebst

      aber in muc bzw umland werden sozpäd, psychologen usw gesucht wie irre

      da kann man das gehalt selber verhandeln

      und mit den zulangen kommt man eigendlich sehr gut hin

      schau mal unter stadt münchen usw

      (6) 13.10.13 - 12:47

      "Ich arbeite im Rechtskreis SGB II"

      Ich nehme an, bei einem Maßnahmeträger? Schon mal überlegt, als pAp oder Fallmanager ins Jobcenter zu wechseln? Das wäre dann immerhin TVÖD 9 (= minimum ca. 2.400,- € zu Anfang für Vollzeit, 38,5 Std.). Mit den Jahren wird es zudem noch mal mehr an Gehalt.

      Vor einigen Jahren hatte ich (seit 2005 im JC) einen Rappel, habe mir etwas anderes gesucht und habe schnell gemerkt, dass ich in der Beratung besser aufgehoben bin und wechselte zunächst zu einem SGB III/SGB II-Maßnahmeträger. Dort bot man mir allen Ernstes 1.800,- € für Vollzeit und kam sich auch noch großzügig vor. Ich konnte dann auf knapp über 2.000,- € hoch handeln, war aber innerhalb weniger Monate wieder weg, wieder ins JC, wo ich bis heute bin.

      Ich habe es neulich mal durchgerechnet, wie es wäre, wenn ich mit meinem Sohn wieder alleine wäre (Rhein-Main-Gebiet, Mieten also huijuijui...) - es würde gehen, Nicht gülden, aber immerhin Geld für Rücklagen und "Luxus" wie Fitnessstudio übrig.

      Vielleicht schaust du also mal, ob du ins JC wechseln kannst.

      LG
      Ch.

    • (7) 13.10.13 - 13:09

      Was verdienst du denn als Dozentin? Das ist doch in der Regel nicht sooo wenig. Kannst du das nicht ausweiten?

      Hast du mal überlegt generell nur in die Lehre oder auch Forschung zu gehen?

      • Hallo.

        >>> Was verdienst du denn als Dozentin? Das ist doch in der Regel nicht sooo wenig. <<<

        Die TE arbeitet sicher nicht als Uni-Professorin, sondern als nebenberuflich freischaffende Dozentin, vermutlich in der Erwachsenenbildung, bzw. gibt Maßnahmen.
        Und die Bildungsträger bezahlen wirklich nicht gut - was auch daran liegt, dass diese Bildungsträger alle was vom "Hartz IV"-Kuchen abhaben wollen und sich möglichst günstig bei der regionalen Einkaufsdirektion anbieten.

        >>> Hast du mal überlegt generell nur in die Lehre oder auch Forschung zu gehen? <<<

        Wo siehst Du bei der TE die Voraussetzungen dafür, damit sich dadurch die finanzielle Situation ändert?

        LG

        • Aha und hier bekommen die Fachhochschuldozenten 32-38€/ 45min (je nach Hochschule und Verhandlungsgeschick...) oder als Gastdozent ein Festgehalt (auch in der vorlesungsfreien Zeit) das ihres übersteigt bei weniger Wochenstunden . Und eine akademische Ausbildung + Berufserfahrung reicht dazu vollkommen aus und das hat sie ja. Da muss man weder Prof noch Doktor sein. Das wäre zumindest ein Versuch wert.

          • (10) 13.10.13 - 19:00

            Sie sprach vom "Rechtskreis SGB II" - und diese Dozenten sind in der Regel KEINE Fachhochschuldozenten, Teuerste. Ich hätte dir die gleichen Fragen gestellt.

      "Unsere" Honorardozenten bekommen 12,50 die Stunde ;)
      Das reicht weder zum Leben noch zum Sterben.

      Ich gehe auch mal von nem Maßnahmeträger aus - ich kenne das Problem der TE.

      Ich würde auch vorschlagen, sich mal bei der Agentur zu bewerben, aber die Jobs sind zumindest hier so begehrt, dass man da schon echt Glück, Beziehungen und einen 1-A- Lebenslauf haben muss, um überhaupt zum ersten Gespräch eingeladen zu werden.

      Nix mit Stellen aussuchen oder so...

(12) 13.10.13 - 16:40

Liebe inrosa,

was für eine schwere Situation.

Da Dein Beruf für Dich nicht DIE mentale Erfüllung zu sein scheint, rate ich auch eher dazu, Dich anderweitig, unstressiger, sicherer zu orientieren.

Wie our_darkness weiter unten hatte ich einen ähnlichen Gedanken und musste bei Deiner Qualifikation sofort an E9 TVÖD denken. Bei uns an der Uni z.b. werden viele Stellen im Verwaltungsbereich so vergeben : kaufmännische Ausbildung plus abgeschlossenes Studium.

Davon kann man leben - wird zwar nicht reich, hat aber erstmal seine kleinen Schäfchen im Trockenen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Liki

(13) 13.10.13 - 18:14

Hi,

ich habe genau den selben Gedanken wie Our Darkness gehabt.

Im Jobcenter bekommen meine ehemaligen Mitstudenten alle wenigsten die A9, wenn nicht die A10 (Beamte). Das entspricht bei Angestellten etwa der E9. Da kommen aber auf alle Fälle mehr als 2000,- EUR netto bei raus.

Klar ist die Arbeit im Job.Center bestimmt kein Zuckerschlecken, aber bevor man selbst Sozialleistungen bezieht, dann lieber so.

VG lachris

  • (14) 13.10.13 - 19:02

    "Da kommen aber auf alle Fälle mehr als 2000,- EUR netto bei raus."

    #rofl

    Ähm, nein.

    LG
    Ch.

    TVÖD 9, Stufe 3 (erst die drei, weil nicht durchgehend bei Kommune angestellt, sondern teils auch über ZA-Firma - und zu den 2000,- € netto fehlen mir noch einige Jahre)

    • Okay,

      ich bin offesichtlich zu alt und schon zu lange dabei. ;-)

      Den Gehaltsrechner kenne ich, allerdings gebe ich da normalerweise meine Daten als Beamtin ein.

      Dennoch auch als Angestellte käme ich bei Lohnsteuerklasse I und halben Kinderfreibetrag drüber. Aber ich bin ja auch schon seit 20 Jahren dabei.

      Die TE müsste ja eigentlich als Alleinerziehende bessere Steuerkonditionen haben.

      Egal wie, es ist davon auszugehen, dass sie mehr bekäme als aktuell.

      VG lachris

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