Zusammenkommen

    • (1) 15.10.13 - 22:01

      Hallo,

      ich lese jetzt schon den ganzen Tag die entsprechenden Threads hier zum Thema "Flüchtlinge" und poste hier und da auch mal eine Frage oder meine Meinung dazu.

      Was ich mich aber am meisten frage, ist, ob es jemals bei Urbia eine Diskussion zu den ewigen Explosivthemen, wie Ausländer, arbeitende Mütter, Stillen etc, gab in der sich zwei entfernte Lager, Poster irgendwie angenähert haben.

      Konkret zum Thema "Flüchtlinge" wäre das zum Beispiel , dass jemand zugegeben hat gewissen Fehlinformationen aufgesessen zu sein, oder anders rum jemand vielleicht verstehen kann, warum sich mancher so gegen Fremde in seiner Umgebung sträubt und Angst vor Fremden hat.

      Denn es ist doch ganz offensichtlich, dass all diese Diskussionen mit viel Ideologie und nicht so viel Fachwissen geführt werden und es meist eine rein emotionale Entscheidung ist, welchem Lager man angehört.

      Habt ihr das schon einmal erlebt, dass es irgendwie zu einer Annäherung kam und wie sah das aus?

      #blume

      • Es gibt Studien darüber, dass die Einstellungen der Menschen fast nicht zu verändern sind.

        Jegliches Fachwissen, was du da mitteilst wird entsprechend der eigenen Haltung umgedeutet.

        Von daher glaube ich in keinem der Fälle an eine Annäherung.

        Bzgl. dieser Sache: <<warum sich mancher so gegen Fremde in seiner Umgebung sträubt und Angst vor Fremden hat.<<
        Das ist bestimmt jedem klar, ist für die, die sich darüber aufregen aber auch nicht der Punkt.

        Das ist ein weiteres Problem, man diskutiert über völlig verschiedene Dinge.

        Vermutlich reizt es einen dann aber doch so, dass man sich aufregt und das hier äußern muss :-)

        • Naja, dann frage ich mich aber doch, warum diskutieren wir uns hier die Köppe heiss?

          Für die, die noch keine Meinung haben, ähnlich wie Politiker kurz vor der Wahl auf Stimmenfang?

          Ich muss dazu sagen, dass ich im privaten Bereich es schon öfter erlebt habe, dass mich Menschen mit ihren Argumenten umstimmen konnten oder umgekehrt. gerade wenn meine Meinung nicht sehr gefestigt war und eigentlich nur darauf beruhte, dass halt alle in meinem Umfeld so dachten oder es schlichte Fehlinformiertheit war.

          Und zu dem Punkt, dass doch wohl allen klar ist, warum mancher Angst vor Fremden hat. DAS glaube ich so nicht, dass das doch jedem klar ist. Gerade weil das doch oft auf sehr persönlichen Erfahrungen beruht.

          Ich weiss nicht, wie es ist wenn einem irgendwelche Gangs Jacken abzocken oder mein Kind in eine Klasse mit 90% Ausländern geht.

          • Ich glaube wir diskutieren unter anderem, weil wir verärgert und erschüttert über die "Gegenmeinung" zum eigenen Standpunkt sind und uns außerdem vom Gegenstandpunkt abgrenzen wollen.

            Hier in der Gegend gibt es einen total abfälligen Begriff für Menschen mit Migrationshintergrund (also nicht mal nur für Ausländer). Wenn ich die Frau vom Kiosk nebenan darüber informiere, warum ich das nicht für angemessen halte, guckt die nur wie ein Auto. Ich habe es im weiteren Bekanntenkreis tatsächlich mal versucht, nachgefragt, warum man den Begriff überhaupt benutzt, was er eigentlich bedeuten soll usw. Das führte in eine Sackgasse.

            In meinem engeren Umfeld habe ich mich sicherlich schon von Sachen überzeugen lassen und umgekehrt. Die denken allerdings auch ähnlich wie ich. Das heißt nicht, dass sie politisch immer die gleiche Ansicht hätten, aber wir können auf einer bestimmten Ebene über die Dinge sprechen, mit einem ähnlichen Hintergrund. Wenn ich dann argumentiere, warum ich gendersensible Sprache in einem bestimmten Rahmen für unangemessen halte (oder nicht), macht das für diese Menschen auch Sinn.

            Ich kenne Klassen mit 90% Ausländern z.B. nicht und ich glaube nicht, dass es sie gibt. Ausländer sind für mich nämlich Ausländer im Sinne der offiziellen Definition. Warum das für mich Sinn macht, kann ich vielen Baby-Mausis nicht erklären und sehe auch kaum Sinn darin.
            Naja. Klassen in denen es keine Kinder ohne Migrationshintergrund mehr gibt kenne ich beruflich. Das muss nichts Schlimmes sein, da es sehr darauf ankommt, in welcher Stadt, in welchem Bezirk man sich befindet und wie die individuellen Hintergründe der Kinder sind.

            Und warum kann man sich nicht in jemanden hineinversetzen, dem die Jacke gestohlen wird? Das ist doch klar dass man zornig und mit Angst reagiert.

            So ich hab noch zu tun, aber wie gesagt, es reißt einen immer wieder hin. :-)

      Hallo

      Selten bis nie. Ist im internet auch wirklich schwierig. Selbst offensichtliche Fehler/Irrtümer werden nicht zugegeben. Hier kann man einfach zu gut ausblenden.

      Das ist im echten Leben aber leider nicht großartig anders. Seine innere Einstellung zu überdenken findet wie das Wort inner schon sagt eher im inneren des Einzelnen statt. Das nach außen zu tragen traut sich nicht jeder zu. Es ist zum einem schon menschlich, wer gibt schon gerne zu sich geirrt zu haben oder dass der andere tatsächlich nicht ganz so falsch liegt. Aber es ist eben auch ein Prozess der nicht fix und fertig abgeschlossen wird wenn ein Diskussionsverlauf 3h andauert. Hier wirst du meistens nur Momentaufnahmen erhalten.

      Liebe Grüße

      Hallo,

      ich glaub das ist sehr schwierig.

      Diese Themen sind alle emotional und ich würde mal sagen, 99% antworten nicht objektiv sondern immer etwas vorwurfsvoll, manchmal sogar beleidigend.(das gilt für beide Seiten).

      Aber evt hat es hier schon mal jemand erlebt....ich auf jeden Fall nicht (zumindest nicht so,daß einer dann komplett sine Meinung geändert hat).

      lg

    • Ich denke, das Problem z.B. bei der Flüchtlingsdiskussin ist, dass beide "Lager" auf verschiedenen Ebenen diskutieren.

      Es gibt durchaus Zahlen die Belegen, dass eine "Überfremdung" in Deutschland mehr als unwahrscheinlich, wenn nciht gar unmöglich ist in den nächsten Jahrzenten, dass die finanziellen Belastungen marginal sind und dass der Einzelne in seinem Komfport nicht gestört wird durch die Menge Asylsuchender die bei uns eine Bleibe finden. Damit wird von der einen Seite argumentiert.

      Aber diese Argumente fallen auf einen Boden der (meine Meinung!) eher von einer motional geführten Diskussion beherrscht wird und kommen eben da nicht an.
      Wenn jemand selbst am Monatsende knappsen muss und seinen Kindern "Blinkeschuhe" oder den Ausflug zum Spaßbad verwehren muss, dann fällt es diesem Jemand sicher schwerer, zu sagen: ja, lasst diese armen Menschen die sich mit nichts als dem was sie am Leibe haben auf diese gefährliche Reise machen doch zu uns "rein" und gebt ihnen Hilfe.

      Nein, diese Menschen fühlen sich dann übervorteilt und benachteiligt. Frei nach dem Motto: mir gehts auch nicht golden, warum soll's dann anderen "leicht" gemacht werden.

      Dass unser "Elend" und die Bedrohungen denen solche Flüchtlinge ausgesetzt sind miteinander nicht zu vergleichen sind bleibt dabei leider oft unbemerkt.

      Und ein anderer Teil von "Diskutanden" kommt mit der Totschlagkeule, man solle doch bitte erst die Probleme im eigenen Land lösen bevor man sich um die Probleme anderer Staaten kümmert.
      Solche Argumentationen sind ausgesprochen traurig, beweisen sie doch, dass der Urheber die simpelsten Zusammenhänge von Globalisierung,Politik und Weltwirtschaft nicht verstanden haben. Am besten greift man da auf verständliche Beispiele aus dem täglichen Leben zurück um klarzumachen, dass man durchaus mehrer Probleme gleichzeitig angehen kann. Frei nach dem Motto: ich kann gleichzeitig meine Stube fegen und während dessen ein paar Dinge aufräumen und an ihren Platz bringen...#schein

      Egal wer wie diskutiert, schlimm finde ich die Härte mit der so oft argumentiert wird "nicht unser Problem, ich kann nichts dafür, nicht meine Schuld, also auch von mir nichts zu erwarten".

      Gerne auch von denen die in ihrem Sommer-Pauschal-Urlaub in eben dem Mittelmeer baden in dem die Menschen jetzt in der Hoffnung auf eine Zukunft bei uns ihr Leben alssen.

      • Du argumentierst jetzt aber auch nur aus deiner Sichtweise heraus und würdigst das Empfinden anderer ab.

        Irgendwie wird hier Menschen, die sich gegen die weitere Aufnahme von Flüchtlinge aussprechen der Weitblick und eine nötige Urteilsfähigkeit abgesprochen.

        Da verstehe ich schon, dass dieses Lager da echt dicht macht.

        Auch ich sehe es so, dass diese fast ausschließlich aufgrund einzelner persönlicher Erfahrungen urteilen.
        Aber was bringt es diese klein zu reden?

        Wenn hier zum Beispiel die Frage gestellt wird, ob man begeistert wäre, wenn direkt nebenan ein Asylantenheim eröffnet werden würde, kommt wie aus der Pistole geschossen, die Antwort, dass man selbstverständlich damit kein Problem hätte.

        Sorry, ich kannte einige Asylbewerberheime und ich wäre nicht begeistert.

        Das heisst aber nicht, dass ich etwas dagegen unternehmen würde, da ich das Recht der Flüchtlinge auf eine sichere Unterkunft höher einschätze als mein ästhetisches Empfinden und meine Furcht vor Unannehmlichkeiten.

        • "Du argumentierst jetzt aber auch nur aus deiner Sichtweise heraus und würdigst das Empfinden anderer ab."

          Ja, das stimmt.

          Das mache ich sonst (bilde ich mir ein) eher nicht sondern ich halte mich für relativ tolerant aber in diesem Fall...ja. Wenn mit so wenig Mitgefühl über sterbende Menschen geurteilt wird...ja, dann bin ich von Herzen einseitig.

          Und ich habe durchaus Erfahrung in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kriegsflüchtlingen und bin der Meinung...nicht schlechter und nicht besser als wir.
          Oft überfordert mit Kulturschock und dem Erlebten, sicher auch oft für uns wenig anchvollziehbare Reaktionen und dennoch...ohne Frage unserer Hilfe bedürftig.

          Und Erfahrungen klein reden geht nicht, das stimmt. Aber man darf trotzdem nicht müde werden, gegen diese einseitig-emotionale Argumentation mit Fakten gegenan zu gehen.

          • Hallo,

            man sollte sich niemals höher stellen als die, die man beurteilen will. Steht man höher dann verurteilt man sie so oder so!

            Nichts für Ungut. Wir sind alle Menschen mit Empfindungen egal ob Akademiker oder Stammtischler.

            marada

            • Grundsätzlich geb' ich dir völlig recht, ehrlich!

              Aber in einigen, wenigen, ganz speziellen Fällen...nein, da bin ich dann doch enttäsucht und entsetzt über das fehlende Mitgefühl. Sorry.

              • Fehlendes Mitgefühl oder Angst - man weiß es nicht!

                • Ist Angst eine Rechtfertigung für fehlendes Mitgefühl?

                  • Es ist ja die Frage ob Mitgefühl fehlt oder ob es da ist und "man" sich nur als coole Sau darstellt um seine Angst nicht zu zeigen.
                    Wenn Mitgefühl fehlt ist dieser Mensch wohl einer der allerärmsten Seelen und eigentlich nicht menschlich. Wenn das so ist, hm, was soll man dann tun mit diesem Menschen? Ich weiß es nicht.

                    • Aber auch sich selbst als "coole Sau" darzustellen in diesem Zusammenhang ist mehr als erbärmlich, oder
                      Ich halte mich für recht tolerant in vielen Dingen aber mich seit so wahnsinnig auf, wenn Menschen einen Status mit Händen und Füßen verteidigen wollen, für den sie nichts getan haben. Immer so tun als wäre es ihre persönliche Leistung in Freiheit und Demokratie aufgewachsen zu sein und als hätten sie ein Recht darauf im Gegensatz zu anderen.

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