Freunde planen ein weiteres Kind

    • (1) 18.10.13 - 12:39

      Ein sehr gut befreundetes Paar plant ein 5. Kind und ich weiß nicht ob ich meine ehrliche Meinung dazu sagen darf, ich finde es nämlich alles andere als gut.

      Ich muss vielleicht was zu den Hintergründen schreiben. Das älteste Kind ist im August 7 geworden und geht seit Sommer in die Schule, die beiden mittleren sind fast 6 und fast 4 und gehen in den Kindergarten, der jüngste wird im Dezember 1 Jahr. Seit der Geburt des 3. Kindes bekommt meine Freundin nichts mehr auf die Reihe, die Lage hat sich seit der letzten Schwangerschaft noch verschärft.
      Es fängt mit dem Haushalt schon an. Unordnung ist eine Sache, wo Kinder spielen darf auch das Spielzeug quer durchs Zimmer verteilt sein. Aber wenn man in der Küche am Boden festklebt, weil eines der Kinder vor 5 Tagen einen Saft verschüttet hat, wenn man es bis zum Abend nicht schafft den Frühstückstisch abzuräumen oder wenn man sich ekelt die Toilette dort zu benutzen, das sind Dinge die nicht gehen. Sie geht nicht einkaufen, das macht ihre Mutter, finde ich jetzt noch so dramatisch, aber bei drei Kindern die theoretisch den Vormittag unterwegs sind könnte man das auch alleine schaffen.
      Weiter geht es mit der Kindererziehung, obwohl, Erziehung kann man es nicht mehr wirklich nennen. Als nur die beiden Großen da waren, war sie wirklich konsequent, aber mittlerweile werden die Kinder mehr oder weniger in Ruhe gelassen. Sie brüllt zwar viel und droht mit Strafen, aber nach 5x androhen wird das Thema abgehakt, man möchte schließlich nicht noch mehr Gebrüll haben. Sie schafft es zum Glück den ältesten für die Schule fertig zu machen, aber aus Bequemlichkeit gehen die beiden Mittleren seit Schulstart nur noch 1-2x die Woche in den Kindergarten.

      Ihr sagt jetzt vielleicht ich soll ihr helfen, ja das tue ich schon, bin es aber ehrlich gesagt leid. Vor kurzem wurde ihr Mann 40, ihr Mutter, Schwester und ich haben Samstags und Sonntags geputzt, gewaschen, gebügelt etc. Ich habe mich geekelt in einem der Wäscheberge lag ein verschimmeltes Handtuch. Unter Tränen haben sich meine Freundin und ihr Mann bei uns bedank und sie würden sich ab jetzt mehr Mühe geben. Die beiden würden auch wieder regelmäßig in den Kindergarten gehen, in der Zeit würde sie den Haushalt erledigen. Der Geburtstag war Freitags danach und man hat sich fremdgeschämt wenn man das Bad gesehen hat, wieder die Toilette nicht geputzt, wieder Wäscheberge in der Ecke, wieder Haare im Waschbecken. Sie hat nicht geschafft die 5 Tage Ordnung zu halten.
      Am Tag darauf habe ich ihr was dazu gesagt und wieder wurde geheult, ihre Mutter hätte das auch schon gesagt, sie wandert sich ... bla bla bla.

      Letzten Mittwoch war ich wieder zu Besuch, wieder das selbe Schauspiel aus rummotzem, jammern etc. Sie war aber super drauf, der Grund. Sie erzählte mir freudestrahlend das sie ab Dezember nicht mehr verhüten und sie hofft das es Zwillinge werden, da ihr Mann definitiv nur noch ein Kind möchte. Ich war schockiert. Finanziell und von der Wohnsituation her spricht nichts gegen noch ein Kind, aber man kann doch nicht ernsthaft noch ein Baby wollen wenn man rein gar nichts auf die Reihe bekommt. Gesagt habe ich nur "aha", mehr wusste ich vor lauer Sprachlosigkeit nicht zusagen.

      Tja, ich habe jetzt zwei Nächte nicht geschlafen, weil mich das sehr beunruhigt. Ich mag sie und ihr Familie sehr gerne, aber ich befürchte sie irgendwann große Probleme (ja, da denke ich auch ans Jugendamt) bekommen.

      Mein Mann ist der Meinung ich darf ihr nichts dazu sagen, ich soll sie doch lieber unterstützten. Er hat natürlich recht mit der Aussage das es ihr Leben und ihre Entscheidung ist, aber darf man auch nichts sagen wenn man wirklich die Befürchtung hat das irgendwann alles den Bach runter geht.
      Im Moment bin ich wirklich sehr wüten und wüsste ehrlich gesagt nicht ob ich die Freundschaft noch aufrecht erhalten kann wenn sie wieder schwanger wird.
      Wenn sie sich um 180° drehen würde, dann könnte ich dahinter stehen, aber ich kenne sie und weiß das es wohl eher nicht passieren wird.

      Wie würdet ihr reagieren?

      • (2) 18.10.13 - 12:45

        Gar nicht. Geht dich nichts an.

        Würde mir auch nicht einfallen, meiner Freundin das Haus zu putzen, nur weil sie es nicht auf die Reihe kriegt. Hast du keine eigene Familie, um die du dich kümmern kannst?

    Da sie ja schon einige Denkanstöße bekommen hat, würde ich mich hier in Zukunft etwas rarer machen.

    Deine Freundin lebt halt ein anderes Leben wie ihr.

    Frei nach Udo Lindenberg: "Ein Kommen und Gehen".

Hallo,

"Wie würdet ihr reagieren?"

Überhaupt nicht.

Es ist deren Leben und wenn sie eine ganze Fußballmannschaft wollen, ist das immer noch ihre Sache.

GLG

Hi

Es ist nicht leicht bei sowas weg zusehen.#liebdrueck Aber es ist ihre Entscheidung und ihr Leben was sie tragen müssen.

Ich würde den Vorschlag bringen eine Putzfrau zu angagieren. Wenns offensichtlich finanziell gut klappt können sich die beiden sicherlich eine leisten. War das nie ein Thema?

Liebe Grüße

  • wenn es wirklich eine gute freundin ist, dann kann man sich nicht so einfach raushalten....
    bei weniger guten freunden ist es einfacher, man bricht dann irgendwann den kontakt ab und fertig.
    putzfrau wäre wirklich eine option....es gibt ja krankhafte "kindersammler", so wie es auch leute gibt, die ihr ganzes haus mit katzen und hunden vollstopfen. meinst du, es könnte was psychologisches dahinter stecken??

    lg

    • Das ist mein Problem. Ich kenne sie seit der Grundschule, wenn das jetzt sonst jemand bekanntes wäre, wäre es mir mehr oder weniger egal, aber mir geht es nicht gut dabei wenn ich mir vorstelle das sie vielleicht wirklich Probleme bekommen. Eine fremde Mutti findet die Zustände dort eventuell bedenklich und schon kommt der Stein ins rollen. Bei uns in der Region momentan keine Seltenheit.

      Mit der Putzfrau haben ihr alle schon vorgeschlagen, aber sie möchte niemand "fremdes" im Haus.

      • dann mache ich klar, dass der nächste "fremde im haus" dann ein mitarbeiter vom jugendamt ist....
        sie MUSS was ändern! sie ist ja selber mit der situation auch nicht glücklich.
        viel erfolg und schön, dass du dich kümmerst!! #pro

    Ich hatte eine Freundin die all deine aufgezählten Dinge hat. Im Sommer habe ich nach 10 Jahren intensiver Freundschaft (und ständiger Hilfe meinerseits, aber nur einseitig) die Freundschaft beendet.

    6 Kinder (mit Fehlgeburt wären es 11) zu Spitzenzeiten 39 Katzen (jetzt "nur" noch 25), 30 Hunde und anderes Getier. (Hühner, Schweine, Vögel, Kaninchen, Meeris)

    Alles von ALG 2 und dann immer schimpfen auf den Deutschen Staat, aber 25 Jahre vom Staat gelebt. Nie gearbeitet...Die Liste liesse sich endlos weiter führen.

    Das Problem ist: Die Sorte Menschen sind beratungsresistent.

    Irgendwann muss man die Reißleine ziehen. Mich hat es so dermaßen mit runter gezogen, dass es nicht mehr ging.

    Jetzt sind 3-4 Monate vergangen und ich vermisse ehrlich gesagt nichts!

(15) 18.10.13 - 12:58

Ich würde mich zurückziehen, wenn ich du wäre. Ändern kannst du nichts, aber die Situation schlägt dir auf's Gemüt - tu dir das nicht länger an. Ich hab es mal in einer ähnlichen Situation so gemacht, wobei das Jugendamt da bereits involviert war.
Wenn du findest, die Umstände dort sind kindeswohlgefährdend, informier das Jugendamt. Wenn die was feststellen, wird die Familie Hilfe bekommen und das scheint ja auch nötig zu sein.

VG

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