neutrale Meinung gewünscht

    • (1) 08.11.13 - 10:31

      Hallo,

      mich beschäftigt seit letztem Wochenende folgende Situation.

      2 Kids, 12 Jahre fahren aus dem Internat nach Hause, Kinder setzen sich im Regionalexpress in die 1. Klasse, quatschen, sind in Gedanken.

      Kontrolleur kommt, die Kinder haben nur ein 2. Klasse Ticket, der Kontrolleur ruft die Polizei zur nächsten Haltestelle und setzt die Kinder weit vor eigentlicher Haltestelle vor die Tür- Polizei wartet schon und nimmt die Kinder mit zur Wache.

      Eltern warten am eigentlichen Ankunftsbahnhof, Kinder sind nicht da. Der Bahnhof ist recht groß, die Eltern werden nervös, lassen ihre Kinder ausrufen. Nichts passiert, 20 Min. später kommt ein Anruf der Schule, man hätte die Eltern nicht erreicht, Polizei hat nur die Festnetz Nr. der Familien von den Kindern erhalten und da sie uns dort nicht erreichen konnte, wurde die Schule informiert.

      Die Kinder hatten, wie bereits geschrieben, nur ein Ticket der 2. Klasse, fahren wöchentlich diese Strecke, es ist noch nie was passiert.

      Beide Kinder haben kein Handy, weil das im Internat erst ab 14 Jahren erlaubt bzw. gewünscht ist., so konnten die Kinder uns auch nicht anrufen.

      Ich hatte noch nie solche Angst um mein Kind, diese Ungewissheit war schrecklich. Beide Kinder haben dem Schaffner versichert, dass die Eltern sie am Ankunftsbahnhof abholen. Ich frage mich wirklich, ob das ganze verhältnismäßig ist.

      Wir Eltern hatten sehr Angst um unsere Kinder, wir hätten vor Ort die Zahlung übernehmen können. So saßen unsere Kinder auf der Polizeiwache, wir standen über 2,5 Std. am Bahnhof und hatten erst keine Info warum unsere Kinder nicht im eigentlichen Zug sind, keine Ahnung mit welchem Zug unsere Kinder ankommen. ( Bis die Kinder auf der Wache waren, wir erreicht wurden, der passende Zug abgepasst war hat es etwas gedauert.)

      Immer wenn ein Zug aus der Richtung ankam mussten wir zu dem Zug laufen und hoffen, dass unsere Kinder in diesem Zug sitzen

      Ich finde das ganze irgendwie so unverhältnismäßig. Klar, unsere Kinder haben einen Fehler gemacht, aber dieses ganze vorgehen finde ich einfach unbeschreiblich.

      Bin ich da einfach nur zu sehr betroffen und sehe es wirklich zu eng, oder ist es wirklich nicht verhältnismäßig? Ach so, das 40 € Knöllchen ist inzwischen auch bereits da, hätte diese Zahlung nicht ausgereicht?

      Ich würde gerne mal neutrale Meinungen hören..

      • hey,

        gab es in dem zug keine 2. klasse? meiner meinung nach wäre es die aufgabe des schaffners gewesen, die kinder darauf hinzuweisen, dass sie in der falschen klasse sitzen und sie in das richtige abteil zu gehen haben.

        warum man da die polizei holt und die kinder aus dem zug schmeisst ist mir nicht ganz begreiflich. haben die sich daneben verhalten? sind sie ausfällig geworden oder haben sie den schaffner bedroht?

        ich bin ohnehin der meinung, dass es ein absolutes no-go ist, jugendliche irgendwo in der pampa aus dem zug zu schmeissen...

        ich würde mich deswegen wahrscheinlich bei der bahn beschweren. ist aber nur meine sichtweise. auch polizeiaufgebot finde ich für dieses "vergehen" schon übertrieben.

        lg

        • Ein Freund von mir ist Kontrolleur in einem Regionalexpress. Ich habe ihn jetzt mal gefragt, wie er sich dann verhalten würde und wie er sich verhalten muss laut Vorschriften.

          Fakt ist, die Kinder haben in der falschen Klasse gesessen, die Kontrolleure müssen die Personalien aufnehmen und es werden 40 Euro fällig. Das ist Vorschrift und so durchzuziehen. Raussetzen und der Polizei übergeben gehört aber nicht dazu.

          Er selber drückt aber schon mal ein Auge zu, fragt die Kids, ob sie Zahlen unterscheiden können und schickt sie in die 2. Klasse zurück. Das geht aber nur, wenn keine weiteren Fahrgäste in der 1. Klasse sitzen, weil er dann entgegen seiner Arbeitsanweisungen handelt. Und auch Zugbegleiter werden kontrolliert. Da kann es gut sein, dass der nette weitere Gast in der 1. Klasse nur überprüft ob die Zugbegleiter sich korrekt verhalten.

          • hey,

            und ich würde auch keinen aufstand machen wenn meinem 12 jährigen kind ein knöllchen deswegen gegeben würde inkl. freundlichen hinweis sich in die richtige klasse zu setzen und das nächste mal darauf zu achten. (natürlich wäre mir das ganze ohne knöllchen lieber, aber bitte, sei es wie es ist).

            aber polizei rufen und die kinder irgendwo aus dem zug schmeißen ist meiner meinung nach einfach eine frechheit. (wenn man es positiv sehen will: wenigstens wurden sie der polizei übergeben, gab ja auch schon vorfälle wo die kinder alleine irgendwo in der pampa aus dem zug verwiesen wurden).

            ich versetze mich nur einfach auch in die lage, wie sich ein normaler, nicht verhaltensauffälliger 12 jähriger ungefähr fühlt, wenn er aufgrund des sitzens in der falschen klasse (was für mich jetzt nicht ein dermaßen schlimmes vergehen ist) vom schaffner angepflaumt (davon gehe ich jetzt einfach mal aus, denn ein lieb-freundlicher schaffner wird kinder auch nicht einfach aus dem zug schmeißen), aus dem zug geschmissen und von der polizei gefühlt "in gewahrsam" genommen wird. ich war eine sehr brave und angepasste 12 jährige damals und das wäre für mich wirklich eine dramatische situation gewesen.

            insofern finde ich eine beschwerde gegenüber dem schaffner wegen des zugverweises angebracht (sofern das kind sich nicht ungebührlich verhalten hat: den schaffner beleidigt, beschimpft hat oder sonstwie ausfällig geworden ist).

            lg

            • Ich persönlich bin ebenfalls der Ansicht, es wäre ausreichend gewesen, die Kids in die 2. Klasse zu schicken. Dennoch sollte man bzgl. der 40 Euro bedenken, dass die Kids sich falsch verhalten haben. Das lässt sich nun auch nicht schön reden. Und wenn 12-Jährige alleine Zug fahren, sollten sie auch die Unterschiede zwischen 1. und 2. Klasse kennen.

              Der Rauswurf und das Einschalten der Polizei geht gar nicht. Völlig überzogen und das würde ich den Verantwortlichen auch mitteilen. Da bin ich ganz bei dir.

              Gruß
              Sassi

      Also aus meinem rein subjektiven Empfinden heraus, finde ich die Reaktion des Kontrolleurs auch sehr überzogen.

      Er hätte die Kinder doch darauf hinweisen können, sich in die 2. Klasse zu setzen und gut.

      Aus der Sicht des Kontrolleurs steht ihm vielleicht rechtlich diese Vorgehensweise zu, aber in dem Sinne der Verhältnismäßigkeit hätte man mit Wohlwollen auch andere Möglichkeiten gefunden. Vielleicht hätte ich an eurer Stelle beim Service der Bahn mal nachgefragt.

      lg polar

      • genau das hab ich auch gedacht... hätte ich nicht besser schreiben können.

        meine meinung der bahn kunddtun würde ich auf jeden fall. nicht in form einer offiziellen beschwerde, aber eine wenig begeisterte höfliche email wäre mir das schon wert.

        also#pro

    Unverhältnismäßig !

    Es hätte gereicht wenn er sie darauf hingewiesen hätte das sie sich in der 1.Klasse befinden und nur ein Ticket für die 2.Klasse haben !

    Ob das Knöllchen nun auch noch gerechtfertigt ist ,weiß ich nicht ,aber eigentlich sind die Kinder ja im Sinne von Schwarzfahren gar nicht Schwarz gefahren !

    LG

    da war ja mal wieder jemand übereifrig. Und mal wieder an falscher Stelle. Die Kinder in die 2. Klasse verfrachten und ein Knöllchen fürs "Falschsitzen" wäre doch ok gewesen!
    Immerhin handelt es sich um Kinder. Im Umgang mit Kindern hatte die Bahn ja Besserung versprochen.

    An deiner Stelle würde ich einen netten Beschwerdebrief schreiben. Für eine Strafe hat man als Eltern ja durchaus Verständnis, aber für den gezahlten Fahrpreis hätten die Kinder von einem Erwachsenen, in diesem Falle dem Kontrolleur, an den entsprechenden Platz gebracht werden müssen. Jetzt habt ihr ja für den gezahlten Fahrpreis nur eine teilweise Leistung erhalten und noch dazu die Strafe.

    Hallo noch mal,

    Danke für Eure Antworten.

    Ich war mir echt unsicher, ob ich es nur als so unverhältnismäßig empfinde, weil mein Kind davon betroffen ist.

    Ich werde mich noch mal schriftlich an die Bahn wenden.

    Viele Grüße

Das tolle an Vorschriften ist, dass sie den Ausführenden erlauben Ihre Arbeit zu verrichten, ohne sich in irgendeiner Form emotional oder persönlich einzubringen.

Die Bahn ist leider in dieser Hinsicht ein absoluter Drecksverein, der sich einen Scheixx um Ermmessensfragen und Verhältnismässigkeiten schert!
Kein Wunder, dass die Leute lieber ihre Kinder im Auto überall umherkutschieren.

So ein Verhalten seitens der Bahn ist meines Erachtens untragbar.

Allerdings muss ich auch sagen, dass die Kinder in der heutzigen Zeit die Handynummer Ihrer Eltern angeben können sollten, um ggfs schneller reagieren zu können...
Das entbindet aber natürlich nicht die Bahn von ihrem, in meinen Augen, unverhältnismäßigem Fehlverhalten.

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