.., aber wenn wir in der Türkei...,

    • (1) 17.11.13 - 00:47

      Viele, nicht alle aber einige, vielleicht auch eher mehr als Wenige, oder doch eher weniger als die Meisten, haben Ängste oder Groll, vielleicht sogar Hass oder fühlen sich sonst benachteiligt. Aber jeder einzelne dieser, beschäftigt das Thema Ausländer, Religion, Integration, Diskrimierung. Engagierte sowie Populisten versuchen Unschlüssige auf ihre Seiten zu ziehen, ihnen ihre Meinung aufzudrängen, ja, regelrechte Gehirnwäschen werden vollzogen. Die eher gescheiteren, nicht unbedingt intelligenteren, versuchen sich ihre eigene Meinung inmitten Medienhetzen und Demonstrationen, egal welchem Zwecke diese dienen sollen, zu bilden. Ich muss gestehen, dies ist nicht ganz einfach, denn jede Geschichte, jede Sichtweise auf ein Geschehnis ist wahr - jedenfalls objektiv betrachtet. Und genau da liegt meines Erachtens der Schlüssel zur Problemlösung. Es geht NUR darum einen Lösungsweg zu finden, trotz der verschiedenen Meinungen über diverse Themen. Was am wenigsten dazu beiträgt ist das Aufdrängen der eigenen Meinung, denn das löst nur eine Welle aus, wobei diese höchstens das Gefühl der Zusammengehörigkeit der einzelnen "Lager" stärkt und eine noch grössere Hetze ihren Lauf nimmt. Denn "meine Leute" verstehen mich und alle anderen liegen falsch. Alle anderen wollen Schlechtes. Nicht verstanden zu werden ist das grösste Problem.
      Dies sollte uns zeigen, dass sich die Diskussionen wohl nicht um die eigene Meinung drehen sollten, sondern die Objektivität und alle näher zusammen bringt.

      Argumente wie: Ja, aber wenn wir in der Türkei (und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies das harmloseste Land ist), ..., dann... und warum müssen wir!?
      Mein Gott, das erinnert mich an meine 7 Jahre alte Tochter, die, wenn ich ihr etwas untersage, mit dem Satz kommt: Aber, wenn ich meiner Schwester etwas wegnehme dann... dann frage ich: NA UND?? Bist du deine Schwester?? Musst du, nur weil deine Schwester sich so verhält ebenso doof reagieren?! Versuche doch, wenn sie dir die Karotten deiner "Küche" wegnimmt, sie mit ins Spiel einzubinden indem du ihr sagst: Gut bist du da, du könntest mir doch die Karotten waschen und schnippeln, dann können wir unseren Puppen gemeinsam den Brei geben. Anstatt ihr, mit einem 500db Geschrei, hinterher zu rennen um danach gegenseitige Wut zu verspüren. Ich versprach meiner Ältesten, dass sich das Verhältnis und der Respekt innert Kürze sehr positiv verändern wird. Denn einer muss nunmal als Erster..wie heisst es so schön: De Gschiider git nah, de Dümmer bliibt stah.
      Fazit: Die Kleine himmelt ihre Schwester an und respektiert sogar die geschlossene Zimmertür ohne Gejammer!

      Klar hätte ich meiner Kleineren sagen können, dass man den anderen nix wegnimmt. Aber habe mich in diesem Moment dagegen entschieden, denn die Grosse muss eben auch lernen zu teilen und dem Miteinander beizutragen, auch wenn die Situation in ihren Augen ungerecht ist. Denn aus der Sicht der Kleinen war es nicht minder Ungerecht, da sie vielleicht dachte nie mit diesen Karotten spielen zu können. Vielleicht war sie aber auch einfach nur die "Dümmere". Aber was spielt das schon für eine Rolle....
      Natürlich hätte ich die Karotten aufteilten können, aber wozu nur je 2 Karotten haben wenn man gemeinsam 4 hat? Zudem wäre die eigentliche Lösung, nämlich das friedvolle Miteinander, in die Ferne gerückt, da sie wieder nicht gemeinsam gespielt hätten.

      Diese kleine aber für mich sehr schöne Geschichte mit einem noch viel schöneren Ende war mir eine Lehre. Seither betrachte ich vieles in einem anderen Licht.

      Dass der "Ausländer-Inländer-Konflikt" nicht so schnell gelöst wird weiss ich. Aber so, wie die Diskussion statt findet und welcher Inhalt diese hat, wird dass bis zur nächsten Eiszeit nix!

      Allen eine Gute Nacht :-)

      • Danke:-)

        Hallo,

        was soll Deine Große lernen?

        Ihre kleine Schwester nimmt ihr etwas weg, die Mama findet es in Ordnung, greift nicht ein, im Gegenteil, sie sagt der Großen auch noch, sie darf nicht wütend sein?

        Soll das übertragen auf meine Werte, Traditionen und Kultur heißen, dass ich mich nicht so haben soll, wenn mir jemand sie wegnehmen will? Das ist schon in Ordnung so, akzeptier das mal.

        Ich meine, ich darf sehr wohl sauer werden, genau wie Deine Tochter.

        Natürlich sollte man auch andere Kulturen ihren Wert und ihren Raum gewähren, aber nicht um den Preis, die eigene Kultur aufzugeben.

        GLG

        • Meine Kultur, meine Werte und meine Tradition, die kann mir gar keiner wegnehemen. Will auch im Prinzip keiner...

          Aber selbst wenn, dann ist es am Ende immer meine Entscheidung, wieviel ich von meiner Kultur aufgebe. Daran ändern auch 1000 parallel bestehende Kulturen nix...

          Oder sind alle Menschen nur willenlose Mitläufer, die automatisch auf einen neuen Zug aufspringen und alles andere hinter sich lassen??

          Das wäre traurig, aber gleichzeitig auch eine Erklärung für unsere Geschichte...

        • Es scheint ich habe mir mehr Mühe gegeben den Text zu schreiben als du ihn zu verstehen.
          Das Kommunikation viel Interpretationsspielraum offen lässt ist mir bewusst. Das du genau das aus dem Text pickst und es umdrehst, resp. dass was ich nicht geschrieben habe, da der Text sonst zu einer Trilogie herangewachsen wäre, finde ich ehrlich gesagt ziemlich schade.

          Nirgendwo habe ich geschrieben, dass sie es ihn Ordnung finden muss dass ihr etwas weg genommen wird. Auch habe ich nicht nicht eingegriffen, ganz im Gegenteil. Nachdem ich viele Male den Richter gespielt habe, ohne die wirkliche Motivation für die Tat gekannt zu haben, brachte mich die zugespitzte Situation zum Nachdenken. Ich grübelte Lange um herauszufinden wie ich, mithilfe der Kinder, die Harmonie ins Haus bringen kann. Und der beste Weg dazu war das Miteinander.

          Ich besprach das mit meiner Ältesten, eben genau diesen Weg des Miteinbeziehens. Auch sie fragte mich: Mamma wieso ich zuerst? ...weil jemand den Anfang machen muss.

          Um auf mein Beispiel zurück zu kommen. Es besteht ja die Möglichkeit, dass die Kleine einen Tag vor dem Karottenklau bereits mitspielen wollte und die grosse Schwester nicht wollte, vielleicht, weil die Kleine Tage zuvor den Turm kaputt gemacht hat, nachdem die Grosse ihr das Klavierspielen verboten hat... Aber vielleicht wollte sie die Karotte nur anschauen und die Grosse hatte Angst, dass die Kleine diese schöne orange Karotten nie wieder zurück gibt, da es ja vor langer Zeit schon einmal so war, und versucht sie ihr zu entreissen.

          Die Gründe wieso jemand sich zu einem Handeln entschliesst und wie dies aussehen soll ist nicht für alle und immer klar. Aber man sollte wenigstens versuchen sich in andere hineinzuversetzen...

          Ich streite nicht ab, dass es auch Handlungen gibt die mit purer Boshaftigkeit ausgeübt werden. Jemandem diese im Voraus zu unterstellen wäre aber fatal. Und noch fataler wenn man genau so mit Boshaftigkeit darauf reagiert.

          Ja, meine Tochter darf wütend sein. Sie darf sich empören. Sie darf sogar fluchen wenn es ihr den Druck nimmt. Es geht mir nicht darum wütende oder hässliche Gefühle auszublenden, sondern sich nicht von ihnen steuern zu lassen. Denn der Hass ist in einem und raubt sehr viel Energie. Energie die wir gebrauchen können um Schönes zu erschaffen.

          Um zu streiten braucht es mindestens 2 Personen und beide sind meist gleichermassen daran beteiligt. Diese negativ Spirale kann man unterbrechen. Einer von den mindestens 2 muss die Initiative ergreifen und einen Lösungsweg suchen. Und zwar nicht den unmöglichen, nämlich den anderen zuerst von seiner Meinung zu überzeugen.

          Du schreibst ich wollte sagen dass du dir deine Kultur etc. wegnehmen lassen sollst. Auf keinen Fall!! Es ist auch nicht in Ordnung, wenn das jemand verlangen würde! Es ist nicht Ziel aus der ganzen Welt eine "Rasse" zu machen.

          Jedoch ist es genauso deine Aufgabe einen Weg zu finden wie alle an einander vorbei kommen, anstatt nur heraus zu posaunen wie ungerecht das doch alles ist. Rausposaunen darf man, aber nur wenn man aktiv etwas daran zu ändern versucht.

          Ich bin gar nicht Links eingestellt. Auch ich nervte mich viele Male über die "ungerechte" Kuscheljustiz und und und. Eine Zeit lang, muss ich ehrlich gestehen, war ich alles andere als offen für Gespräche mit oder über Immigranten, da ich nach diversen Vorkommnissen die Schnauze einfach nur voll hatte. Die Betonung liegt auf hatte, denn ich erkannte, dass meine Handlungen sowie meine Einstellung, diese Nulltoleranz und die plötzliche Welle, wie die Schweizer plötzlich aus Angst und Medienhetzte zu einem intoleranten Volk mutierte, was der Sache, dem Ursprung dieser Wandlung, gar nicht dient! Jetzt sind es 3 Fronten denen es einfach nur darum geht das zu boykottieren was die anderen beiden vorhaben.
          Objektivität Adieu, Menschlichkeit Adieu.

          Tatsache ist, ich will dass sich Immigranten anpassen und integrieren, ohne das sie dabei ihre Persönlichkeit an der Grenze abgeben zu müssen, ohne dass ich meine Persönlichkeit verlieren muss. Aber die linken Parteien wollten ja das gleiche!? Also wie kann es dann sein, dass man so aneinander vorbei politisiert und nur Hass schürt? Weil es eben um seine eigene Meinung geht. Hier kommt noch eine dritte Partei hinzu, die Immigranten. Auch diese sollten sich natürlich darauf einlassen. Aber ich glaube nicht, dass wenn irgendwer damit beginnt einen anderen menschlichen Weg zu finden um eine Win-Win-Situation zu schaffen, sich alle querstellen.

          Jedoch, und dann wär ich wieder bei meinem Beispiel im Ausgangstread, hätte man den anderen den Wind aus den Segeln genommen, wäre es ganz bestimmt nicht so weit gekommen. Denn wir haben schon ein grosses Stück Kultur und Persönlichkeit verloren indem wir auf diesen Kampf eingestiegen sind - nämlich unsere Offenheit und Hilfsbereitschaft! Und eben diese Eigenschaften machten einen grossen Teil unserer Landsleute aus!

          Wie schon geschrieben, es ist immer einfacher gesagt als getan. Noch viel schwieriger ist es bei einem solch komplexen Thema wie Religion, Tradition, Kultur und Immigration und dessen Folgen...

          Es ist schwierig es auf den Punkt genau zu beschreiben was ich meine. Es gibt nicht nur Links oder Rechts, Schwarz oder Weiss. Meine Intention war lediglich eine ganz andere Weise der Problemlösung mitzuteilen.

      Worum geht's?
      Versteh kein Wort!

    • Interessanter Erziehungsansatz. :-)

      Es geht eben auch miteinander und nicht nur gegeneinander.

      Sind alle glücklich, gibt es nur Gewinner.

      • Hallo,

        die Frage ist, sind dann wirklich alle glücklich und alle Gewinner?

        GLG

        • Die Art der Fragestellung impliziert, dass Du bereits eine Antwort darauf hast.
          DIE wäre interessant, bevor ich mich dazu äussern will...

          • Hallo,

            aus meiner Sicht können da gar nicht alle Gewinner sein.

            Einer muss seine Ansichten komplett aufgeben und die des anderen akzeptieren. Da gibt es auch Verlierer.

            Kompromisse ja, d.h. ein sich aufeinander zu bewegen.

            Und einen Kompromiss, mit dem alle Beteiligten leben können, sehe ich im Falle der TE nicht.

            GLG

            • Du hast den Kern der Message vielleicht falsch verstanden, glaube ich...

              In der Akzeptanz dessen, was den anderen ausmacht, liegt eine Stärke, die alle zu Gewinnern macht.

              Das ist zugegebenermassen eine sehr globale Aussage, aber sie ist dadurch nicht weniger richtig...

            Das Probelm ist nicht dass du den Kompromis nicht findest sondern dass du einer Partei mehr Recht (im Sinn von Recht haben) zu sprichst als der anderen.

            Und ob alle Gewinner sind. Den beide haben ihr Ziel erreicht und meinen Ohren tut's auch noch gut :-)

            Um noch auszuführen was das Ziel war:
            - Vertrauen dass der Andere einem nicht nur nimmt sondern auch sehr viel gibt (wie

            Spass, Zeitvertreib, Zuhörer etc.)
            - weniger Hass geleitet und friedlicher durch die Welt. Wenn jemand die Hand nicht will ist auch gut, aber dein gutes Gewissen deine Bestes gegeben zu haben wird dich glücklich machen!
            - Konfliktmanagement fürs Erwachsenenalter
            - die zugespitzte Lage entschärfen und sich dem anderen Nähern ohne Angst zu haben, sein Ich zu verlieren.

            ich könnte noch vieles dazu schreiben...

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