Reiten - kann mich nicht entscheiden

    • (1) 25.11.13 - 10:37

      Hallo ihr Lieben,

      ich habe mich vor ein paar Wochen von der Pferdebegeisterung meiner Tochter anstecken lassen und angefangen, Reitunterricht zu nehmen. Habe bisher 10 Stunden an der Longe absolviert und muss mich demnächst mal entscheiden, ob ich weitermache (ich muss dann in den Verein eintreten und mir auch mal eine richtige Reitausrüstung zulegen).

      Am Anfang lief es gut und meine Reitlehrerin meint, dass ich es gut hinkriege. Aber in den letzten Stunden habe ich mich zunehmend unsicher und ängstlich gefühlt (bin schlecht in Form, liegt vielleicht auch an der Kälte). Eigentlich bin ich ja jemand, der nicht so schnell aufgibt und will meine Ängste überwinden. Andererseits frage ich mich, ob meine Ängste nicht auch begründet sind. Es kann ja passieren, dass ich mal runterfalle. Ich bin schon Mitte 40, da sind die Knochen vielleicht schon etwas morsch, und ich bin beruflich (selbständig!) und familiär so eingespannt, dass ich es mir absolut nicht leisten könnte, wegen Knochenbrüchen o.ä. für mehrere Wochen auszufallen.

      Hinzu kommt, dass ich nicht die Zeit habe, mehr als einmal pro Woche Reiten zu gehen (ich habe noch ein anderes Hobby, das mir im Zweifelsfall wichtiger ist, und Zeit fürs Fitnessstudio muss ich auch einplanen), und ich habe das Gefühl, dass ich nicht richtig reinkomme, weil das zu selten ist.

      Vielleicht sollte ich es doch besser aufgeben, aber es täte mir irgendwie auch Leid. Ich bin als Kind schon mal geritten, habe es aber nie richtig gelernt, und das wäre jetzt die Chance es nochmal zu versuchen.

      Würde mich freuen über Ratschläge, gerne auch von erfahrenen Reiterinnen!

      #danke und liebe Grüße
      Meggie

      • >> ich habe mich vor ein paar Wochen von der Pferdebegeisterung meiner Tochter anstecken lassen und angefangen, Reitunterricht zu nehmen <<

        >> Hinzu kommt, dass ich nicht die Zeit habe, mehr als einmal pro Woche Reiten zu gehen (ich habe noch ein anderes Hobby, das mir im Zweifelsfall wichtiger ist, und Zeit fürs Fitnessstudio muss ich auch einplanen) <<

        Also irgendwie widerspricht sich das doch. Entweder du hast dich anstecken lassen und würdest eher ein anderes Hobby dafür vernachlässigen, oder es ist einfach nicht 100%ig das richtige für dich - worauf ich tippen würde.

        Ich bin jahrelang 3x die Woche geritten (Reitbeteiligung) und für mich gab es nichts schöneres neben dem Job. Dafür hab ich vieles vernachlässigt. Leider ist heute mit Job, Haus und Kind nicht mehr die Zeit dafür - noch nicht - aber man sollte so etwas nicht halbherzig machen, denn dafür kostet es einfach zu viel Geld.

        #kratz
        Bewegst du dich von A nach B? Du kannst vom Bürgersteig fallen und dir das Bein brechen -

        Du fährst Auto? Du kannst einen Autounfall haben

        Das Leben ist voller Risiken, ganz ausschliessen kann man sie nie. Ja ich habe festgestellt das ich im Alter vorsichtiger bin was das Reiten angeht und nicht mehr jeden verrückten Gaul reiten muss und ich trag jetzt öfter mal einen Helm.

        Aber reiten ist wunderbar entspannend. Und der Stolz und die Freude wenn man etwas geschafft hat was vorher nicht klappen wollte da kann kein Fitnessstudio mithalten.

        Runterfallen kann man immer mal auch von dem bravsten Pferd (meist durch eigene Schusseligkeit) aber glaube mir wenn ich dir sage das die Vorstellung vom Runterfallen sehr viel schlimmer ist als das Runterfallen selber ;-)

        Mir kommt dein Text vor wie eine Rechtfertigung oder Entschuldigung dafür, dass du dich dieses eine Mal in etwas verrannt hast, was du jetzt lieber aufgeben möchtest, diese "Erkenntnis" aber nicht zulässt.

        Die Sache mit den Knochenbrüchen ist ja wohl wirklich nicht dein Ernst. Fährst du auch nicht Auto, putzt nicht im Haushalt und gehst nicht unter Brücken durch?

        Hör doch einfach nochmal in dich rein und lass es lieber!

      • Dass man im "Alter" jegliche Sportart schwerer lernt als im Kindesalter, ist bekannt. Meine Mutter hat mit 40 angefangen mit dem Skifahren und hat es nie richtig gelernt. Ich stand zum ersten Mal mit 3 auf Skiern und bin nach 3 Wochen überall runtergefahren. In den folgenden 20 Jahren musste ich natürlich an meinem Stil arbeiten *g*.

        Ich bin aktiv von 13 bis 25 geritten, auch Turniere usw. - habe dann aber aufgrund von beruflich bedingtem Zeitmangel aufgehört. Und zum Reiten gehört m.E. auch der Umgang mit den Tieren, die Stallarbeit usw. Ich mochte schon früher die nicht, die nur abends für 1 std. kamen, sich aufs gesattelte Pferd setzten und wieder verschwanden. Denn ein Pferd ist ein Lebewesen und kein Sportgerät. Und wenn man sich eben mit allen Dingen drumrum auch beschäftigt, tut man sich - ist jedenfalls meine Meinung - mit dem Reiten selbst auch viel leichter. Einmal die Woche eine Stunde ist da wirklich wenig.

        Als beruftstätiger, erwachsener Mensch ist das oft nicht zu verwirklichen. Und das war auch mit ein Grund, dass ich mir nie ein eigenes Pferd angeschafft habe. Man sieht so viele, die dann eine Reitbeteiligung anbieten. Mir tun die Tiere dann immer leid, wenn da ständig jemand anderes drauf sitzt.

        Fazit: der "Draht" zu dem Tier an sich muss schon irgendwie da sein. Und hättest du den als Kind bereits gehabt, dann wärst du auch dabei geblieben. Und wer Angst vorm runterfallen hat, sollte sich lieber bodennahe Sportarten aussuchen ;-). (ist nicht bös gemeint) Das Pferd spürt deine Angst..........

        LG
        Merline

        Hallo Meggie,

        das Risiko "Leben" kannst du nirgends ausklammern. Und zum Leben gehört es auch dazu, dass man ggf. mal einen Unfall hat oder sich verletzt. Du kannst auch auf einer Treppe umknicken, runter fallen und dir das Genick brechen. Gehst du deshalb nun keine Treppe mehr hinunter?

        Grundsätzlich klingt dein Text für mich so, als würdest du reiten ganz gut finden, aber eben nur mal so gelegentlich. Nicht als ein Hobby, dass du dauerhaft und regelmäßig ausüben möchtest.

        LG
        Sassi

      • Hört sich für mich ein wenig danach an, als suchtest Du nach einer Rechtfertigung nicht weiterzumachen aus Angst an den eigenen Ansprüchen möglicherweise zu scheitern.
        Unter diesen Umständen würde ich es dann auch lassen. Mit einem ständig komischen Gefühl im Bauch macht das irgendwann keinen Spass mehr und die Unfallgefahr wächst.

        Und noch ein Wort an die "das Leben steckt voller Risisken" Schreier:
        Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man vermeidbare Risiken eingeht, oder unvermeidbare.
        Zu den unvermeidbaren gehören Treppen, Autos, Strassenüberquerungen etc... Reiten ist sicher keine Notwendigkeit. Von daher ist der Gedanke der TE durchaus nachvollziehbar.
        Nur mal so als Beispiel, wenn das Leben eh voller Risisken ist, warum springt man dann nicht einfach aus dem ersten Stock auf die Strasse, statt die Treppe zu nehmen? ;-) Klar könnte man sich den Knöchel verstauchen. Muss aber nicht...

        Hallo ihr Lieben,

        ganz herzlichen Dank für eure Antworten! Ich habe darin Anregungen gefunden, die für mich einiges klarer gemacht haben.

        Es stimmt wohl, dass ich nicht 100prozentig mit dem Herzen dabei bin, beim Reiten. Als ich noch Kind war, war das anders. Damals war es mir wegen verschiedener Umstände nicht möglich, richtig Reiten zu lernen, und ich denke, ich wollte mir vor allem diesen Kindertraum jetzt erfüllen. Aber ich merke, dass es jetzt anders ist als damals. Ich mag Pferde zwar noch, habe aber nicht mehr so richtig den Draht zu ihnen wir früher. Das Reiten macht Spaß, ist aber nicht eine echte Leidenschaft. Und mit dem Aufwand, den ich bereit bin zu leisten, werde ich sicher nie eine richtig gute Reiterin, d.h. ich kann auch nicht mehr das nachholen, was ich als Kind verpasst habe. Das spricht alles dagegen, weiterzumachen.

        Was die Risiken betrifft: Ich finde auch, dass es einen Unterschied macht, ob Risiken notwendig sind (wie Autofahren oder auf die Straße gehen) oder ob man zusätzliche Risiken eingeht, die nicht wirklich nötig sind. Wobei ich bei meinem anderen Hobby auch manche Risiken eingehe, aber da ist es anders - da empfinde ich es als eine innere Notwendigkeit, und das ist beim Reiten nicht so. Das allein zeigt schon, dass es wohl wirklich nicht das Richtige für mich ist.

        Ich denke, ich werde jetzt erstmal aufhören damit und vielleicht eine andere Sportart ausprobieren, die nicht so viel kostet und mit weniger Aufwand betrieben werden kann (was mir bei den bisherigen Reitstunden am meisten gefallen hat war die Körperbeherrschung, die man dabei lernt, aber das ist ja auch in anderen Sportarten möglich, z.B. Tanzen). Wenn ich das Reiten dann allzu sehr vermisse, kann ich ja immer noch wieder anfangen.

        #danke nochmal und liebe Grüße
        Meggie

        Hallo!
        Es stimmt schon, dass reiten nicht ohne Risiko ist. Viel hängt natürlich auch vom dem jeweiligen Pferd ab. Als Kind/Jugendliche habe ich reiten gelernt und einige der "Schulpferde" konnten einem nur Leid tun. Beim kleinsten merkwürdigen Geräusch sind sie losgejagt, haben gebuckelt und waren völlig kopflos. In einer Stunde bin ich sieben Mal runtergesegelt. Irgendwann habe ich dann auch aufgehört. Es hat keinen Spaß mehr gemacht und das Risiko war mir dann auch zu groß.

        Als Erwachsene habe ich dann nochmal ein zwei Jahre Reitunterricht gehabt und dort war es ganz anders. Mittlerweile habe ich eine Art Reitbeteiligung auf einem kleinen Hof, auf dem mein Sohn früher beim therapeutischen Reiten war. Dort reite ich ein Mal in der Woche ein Pferd im Gelände. Natürlich kann immer etwas passieren, das Pferd scheuen etc., aber das Risiko ist bei diesem Pferd verhältnismäßig gering.

        Du musst nicht mehrmals in der Woche reiten gehen. Es hängt ja auch davon ab, was man möchte. Für einen vernünftigen Umgang mit dem Pferd, Reitunterricht in der Gruppe und irgendwann auch mal ein ruhiger Ausritt im Gelände reicht auch eine Reitstunde in der Woche. Nach zehn Stunden ist man auch noch nicht drin. Das dauert länger.

        Wenn du Spaß dran hast und geduldig mit dir bist, kann es ein richtig schönes Hobby werden.
        LG Silvia

        • Hallo Silvia,

          danke für deine Antwort, die mich doch wieder etwas ermutigt hat. Ich hab dazu weiter unten in meiner Antwort an Capricorn81 noch was geschrieben :-).

          LG Meggie

          • Hallo!
            Isländer sind toll! Gäbe es hier in der Gegend einen Isländer-Hof, wäre ich dort sicher "gelandet". Als Jugendliche habe ich drei Mal Reiterferien auf einem Isländer-Hof gemacht und während eines Island-Urlaubs bin ich auch geritten. Das sind schon tolle Tiere!

            Wie ein Reitlehrer mit ängstlichen Reitern umgeht, ist schon wichtig.

            Vor vielen Jahren bin ich bei einem Ausritt vom Pferd geflogen und habe eine Gehirnerschütterung gehabt. Ja ich weiß, das ist nicht das, was du hören möchtest. Aber das war kein Schulpferd und letztendlich war es auch mein Fehler, weil ich das Pferd zu wenig kannte und nicht einschätzen konnte. Danach bin ich wieder länger nicht geritten.

            Ich habe mich dann mit Westernreiten probiert (Einzelunterricht weil es für mich Neuland war), hatte aber Angst vor dem Galopp. Dort habe ich ein Pferd geritten, mit dem ich schnell gut klarkam und der Reitlehrer hat mich auch erstmal nicht galoppieren lassen. Das war schon gut. Nur irgendwann wurde mir der Aufwand zu groß weil der Hof doch recht weit weg lag.

            Für ein paar Stunden habe ich dann einen anderen kleinen Western-Hof ausprobiert, aber das war eine Katastrophe. In der Halle war kein weicher Belag sondern kleine Steine. Nach der zweiten oder dritten Stunde wurde ein Ausritt gemacht incl. einer langen Galopp-Strecke über freies Feld. Sie wusste von meiner Angst und hat keinerlei Rücksicht genommen. Und auch sonst war der Unterricht nicht schön, so dass ich wieder aufgehört habe.

            Naja, mein Sohn hat ein paar Jahre therapeutisches Reiten gemacht. Die Therapeutin bietet auch "Entspannung auf dem Pferd" für Eltern ihrer Therapiekinder an. Das habe ich ein paar Mal gemacht, aber da ich reiten kann, bot sie mir an, dass ich ein Mal in der Woche eins ihrer Pferde alleine im Gelände reiten kann.

            Das mache ich jetzt seit zwei Jahren, ohne dass es jemals zu irgendeiner riskanten Situation gekommen ist. Klar, es ist ein Tier und es kann immer scheuen etc. Aber es hängt eben auch viel vom Charakter des Pferdes ab und auch davon, wie gut man es kennt. Wenn sich "mein" Pferd erschreckt, macht es grundsätzlich nur einen Satz nach rechts (das linke Auge ist blind und es weicht zur anderen Seite aus).

            Daher...wenn du grundsätzlich Spaß am Reiten hast, suche dir einen Hof, auf dem du dich wirklich wohlfühlst. Dann kann man auch schöne Fortschritte machen, wenn man nur ein Mal in der Woche reitet.
            LG Silvia

      Hallo

      Ich denke auch, dass du nur eine Ausrede suchst. Klar können beim Reiten Unfälle passieren und auch Knochenbrüche dabei vorkommen. Es kann aber auch anders laufen.

      Ich selbst reite seit mehr als 15 Jahren Dressur, zwischenzeitlich auch Springreiten, jetzt vermehrt Geländeritte. In dieser Zeit bin ich ungelogen erst 4mal vom Pferd gefallen und es waren keine Knochenbrüche dabei. Der letzte Sturz liegt 3,5 Jahre zurück.

      Du kannst ja langsam anfangen. Mach z.B. die Stunden an der Longe so lange weiter, bis du dich sicher im Sattel fühlst, und erst dann würde ich dir das freie Reiten in der Bahn empfehlen. Und rede mal mit deiner Reitlehrerin über deine Ängste. Vielleicht kann sie sie dir auch nehmen, wenn sie z.B. den Unterricht entsprechend anpasst. Es gibt tolle Übungen für den Sitz zu verbessern. Wenn ihr erst daran arbeitet, dann wirst du sicherlich auch deine Ängste überwinden.

      „ich habe das Gefühl, dass ich nicht richtig reinkomme, weil das zu selten ist“

      Über dieses Gefühl könntest du auch mal mit deiner Reitlehrerin reden. Ich denke, sie ist da die bessere Ansprechpartnerin. Aber ich glaube nicht, dass dein Gefühl daran liegt, weil du nur einmal die Woche gehst.

      Also, ich an deiner Stelle würde weiter machen. Wenn nicht jetzt wann dann?

      Lg capricorn

      Sorry, ich habe jetzt erst gelesen, dass du dich bereits entschieden hast nicht mit dem Reiten weiter zu machen. Naja, vielleicht hilft es dir doch mal, wenn du irgendwann doch damit weiter machen willst.

      • Hallo,

        danke! Ich habe nochmal drüber nachgedacht, was du und auch sunflower1976 über dir geschrieben habt. Auch weil mich der Gedanke aufzuhören doch irgendwie traurig macht. Du hast sicher recht, dass meine Reitlehrerin der richtige Ansprechpartnerin wäre. Leider hat auf dem Hof der Reitlehrer gewechselt und ich habe jetzt Unterricht bei einer sehr jungen Frau, die zwar guten Unterricht macht, aber nicht wirklich Erfahrung mit ängstlichen Erwachsenen wie mir hat. Das ist vielleicht Teil des Problems.

        Ich habe mal gegoogelt und etwas weiter entfernt einen Hof mit Islandpferden gefunden, der auch qualifizierten Reitunterricht anbietet. Ich habe Islandpferde schon als Kind geliebt und könnte mir vorstellen, dass ich mich auf denen sicherer fühle. Vielleicht gehe ich da mal hin und nehme ein paar Einzelstunden, wenn das geht, und lasse mich beraten ob es Sinn hat, weiterzumachen.

        LG Meggie

        • Hallo

          Echt schade, dass deine Reitlehrerin keine Erfahrung mit ängstlichen Reitern hat.

          Aber toll, dass du dich weiter umschaust. Wer weiß, vielleicht findest du auf diesem Hof den Reitlehrer, den du brauchst, und vielleicht sind die Islandpferde genau die Rasse, die dir zum besseren "Gefühl" verhelfen.

          Lg capricorn81

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