Freundlichkeit ist wie ein Bumerang

    • (1) 02.12.13 - 10:27
      FuckingFriendly

      ... denn wann hat sich ein Bumerang jemals im Leben als hilfreich erwiesen?

      Hallo,

      irgendwie habe ich das Gefühl, Freundlichkeit und Höflichkeit werden immer seltener und jeder erwartet nur das Schlechteste von anderen und verhält sich deshalb vorsorglich auch ignorant und unhöflich - ein Teufelskreis.

      Vor allem in den kleinen Dingen des Lebens vermisse ich das zunehmend. Im Bus steht kaum einer für Ältere oder Schwangere auf, wenn am Bahnsteig der Aufzug kaputt ist, hilft niemand den Kinderwagen, großes Gepäck oder den Rollator die Treppen hochzutragen - und wenn man es aber anbietet wird man angefahren, dass man es doch nur darauf abgesehen hat, das jeweilige Stück zu stehlen.Lässt jemand an der Supermarktkasse ein Teil aus Versehen liegen, kommt kaum einer auf die Idee 'Entschuldigung, sie haben was vergessen' zu sagen - vielmehr wird das Teil schnell in die eigene Tasche gesteckt.

      Und auch in anderen Dingen - die Post wirft regelmäßig Sendungen für Jemanden ein, der nicht in unserem Haus wohnt, sondern eine Strasse weiter, in der selbsen Hausnummer und mit einem Nachnamen, den es auch bei uns im Haus gibt. Da ich regelmäßig dort vorbeikomme werfe ich die Post dann in den richtigen Kasten ein und da trotz Klingeln dort niemanden erreicht habe, habe ich letztens einfach einen Zettel mit eingeworfen, meine Nummer hinterlassen und geschrieben, dass die Psot häufig falsch ankommt und die Person einfach mal nachfragen kann, wenn eine Sendung verschollen scheint - immer bin ich ja auch nicht da um das Zeug hinterherzutragen.

      Zwei tage später bekomme ich einen bösen Anruf von dem betroffenen Herren, er würde jetzt anwaltlich gegen mich vorgehen, da er im Laufe der letzten Monate mehrere Päckchen vermisst hat und ich die bestimmt geklaut hätte. Ich dachte ich spinne.

      Andere Situation: Ich habe in der Innenstadt ein Portemonnaie gefunden. Aufgemacht, waren die üblichen Dokumente und Karten drin - auch eine EC Karte von meiner Hausbank, zu der ich eh auf dem Weg war.

      Ich nehme das Portemonnaie mit, gebe es bei der Bank ab, die rufen die Dame an, der das Portemonnaie gehörte und sie kommt es abholen, ich war noch in der Bank und habe auf meinen Termin gewartet. Natürlich kommt kein Danke o.ä. sondern nur die Anschuldigung, dass ich das Geld doch bestimmt eingesteckt hätte, das sich im Portemonnaie befunden hat und es gefälligst zurückgeben soll.

      Was ist nur mit den Leuten los?

      Lebt man besser, wenn man sich einfach nur um seinen eigenen Scheiß kümmert, nicht Bitte und Danke sagt einfach alles ignoriert, wenn es einen selbst nicht direkt betrifft und man nur auf den eigenen Vorteil aus ist?

      Ernsthaft, das geht mir zunehmend auf die Nerven!

      Viele Grüße

      Echt? Da hast du aber wirklich Pech gehabt bisher, tut mir leid. So etwas kann ich aber nicht bestätigen. Ich kenne so viele freundliche Menschen, die nichts dergleichen tun würden was du beschreibst. Ich hatte letztens auch meinen Geldbeutel liegen lasssen und er kam genauso wieder zurück, klar habe ich der Finderin sogar einen Finderlohn gegeben, da ich froh war, die ganzen Dokumente nicht neu beantragen zu müssen. #augen
      Naütrlich gibt es auch Idioten, aber ich denke nicht, dass es die Mehrheit ist. Wenn mir einer blöd kommt, dann bekommt er natürlich auch das passende zu hören, aber ich bin von Vorneherein immer freundlich und bekomme eigentlich immer ein Lächeln geschenkt, von wildfremden Personen #freu

      Und was ich so in den Öffentlichen mitbekomme, helfen bei uns alle mit dem Kinderwagen, es findet sich immer einer der mit anpackt. Aber vielleicht kommt es auch darauf an wo man wohnt.

      • (6) 02.12.13 - 10:40

        <<Aber vielleicht kommt es auch darauf an wo man wohnt. >>

        Ja das mag sein. Die Düsseldorfer Übersnobs sind nicht so ganz meine Welt.
        Dagegen waren die Londoner geradezu entspannt und gelassen ;-)

    >>>Was ist nur mit den Leuten los?<<<

    Ich kann deine Erfahrungen nicht teilen, ganz im Gegenteil. Aber ich weiß ja nicht, wo du lebst. Zu mir war noch nie jemand unfreundlich, auf den ich freundlich zugegangen bin.

    • (8) 02.12.13 - 10:43
      FuckingFriendly

      Hallo,

      in Düsseldorf.

      Aber vielleicht sind das auch nur die allgemeinen Herbstdepressionen gewesen.

      • Also ich bin jetzt seit etwa einem Jahr in Düsseldorf und ich kann deinen Eindruck nicht bestätigen.
        Ich finde den "gemeinen Düsseldorfer" ganz nett und in den allermeisten Situationen habe ich hier freundliche Menschen erlebt.
        Das einzige, was mich nervt, ist die Altstadt, wenn man sonntags abends von der Oper mit der S-Bahn heim will. Dann strandet man im eher lallenden Teil der Bevölkerung, aber das ist wohl auch nicht ausschließlich D-dorf-typisch, wenn auch arg ausgeprägt.

        Beste
        Tom

(10) 02.12.13 - 10:54

das, was du beschreibst, ist auch ein grund, wieso ich seit fuenf jahren nicht mehr in deutschland lebe. vieles ist kaelter, herzloser, egoistischer und intolleranter geworden. hetze gegen auslaender ist legitim geworden, "man wird das doch mal sagen duerfen!", mitleid mit menschen, denen es nicht so gut geht, geringer. siehe diskussionsforum politik und philosophie.

  • (11) 02.12.13 - 10:56

    <<"man wird das doch mal sagen duerfen!">>

    Häufig in Kombination mit "Ich bin ja kein Rassist, aber..." #Kotzurbini

    Ja ich überlege auch, wieder zurück nach England zu gehen.

    Kommt vielleicht auch immer drauf an, wie man selbst unterwegs ist. Wie es in den Wald hineinruft.....du verstehst?

    Gruss
    agostea

    • (13) 02.12.13 - 11:11

      Sehe ich auch so.

      Hi!

      "Wie man in den Wald ruft" - nee, leider nicht immer, aber ich glaube, das weißt du auch.

      Ich bin schon sooo oft ungerechtfertigt angeranzt worden: z.B. von Pflegepersonal, auf'm Bürgeramt oder von Angestellten der DB und der BVG; und das mit einer Unfreundlichkeit, die ihresgleichen sucht. Je nach Tagesform begegne ich dem mit übertriebener Freundlichkeit und Verständnis ("Geht es Ihnen heute nicht gut?"), Kopfschütteln und Lachen oder einem verbalen Gegenschlag.

      Unfreundlich war ich in den jeweiligen Situationen nie, daran, dass ich Ausländerin bin, kann es ja nach Urbia-Meinung nicht liegen (#rofl sorry, konnte ich mir jetzt nicht verkneifen ...) Es gibt einfach so unglückliche Menschen, die ihren Frust am liebsten da ablassen, wo sie die wenigsten Konsequenzen fürchten müssen, also bei Wildfremden.

      Wollte nur mal die TE in Schutz nehmen, denn ich glaube nicht, dass sie die Unfreundlichkeit provoziert haben muss ...

      LG

      • Ich sehe das anders. Jemand, der wie die TE auf so eine geballte oder gehäufte Unfreundlichkeit trifft, wird das auch entsprechend herausfordern. Sei es durch ein langes Gesicht, muffiges Auftreten oder oder oder.

        Klar, trifft man immer mal auf Menschen, die ihren Lebensfrust ungerechtfertigt an einem auslassen. Aber das sind Ausnahmen.

        Was das jetzt mit Ausländer/in zutun hat, raff ich grad nicht.

        Gruss
        agostea

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