Legasthenie

    • (1) 16.12.13 - 15:43

      Wie beurteilt Ihr eigentlich "Legasthenie" (Lese- und Rechtschreibstörung)?

      Mir fällt beim Lesen hier im Forum immer wieder auf, dass einzelne UserInnen ganz verstärkt Buchstaben vertauschen, Wörter falsch schreiben und es teilweise für einen gebildeten Menschen nahezu unmöglich ist, die beabsichtigte Aussage zu verstehen, weil man den Text schlichtweg nicht lesen kann.

      Ist Legasthenie eine Störung?
      Wenn ja, was genau ist da gestört - die Gehirnentwicklung?
      Oder handelt es sich um eine gestörte Wahrnehmung?
      Ist Legasthenie eine Behinderung? Sind Menschen mit einer ausgeprägten Lese- und Schreibstörung geistig behindert?
      Oder ist es gar eine Krankheit, die behandel- und therapierbar ist?
      Wenn es eine Behinderung oder eine Krankheit ist, wären dann nicht diese Menschen bei der Jobvergabe zu bevorzugen? Anders gesagt: Wäre es eine Diskrimminierung, einen Legastheniker einen bestimmten Arbeitsplatz zu verwehren, nur weil er die Buchstaben nicht in die richtige Reihenfolge bringt?

      Ist Legasthenie eventuell auch nur ein Symptom für eine Unterentwicklung und hätte man durch die richtige Schulbildung / Förderung Legasthenie bei einem Erwachsenen verhindern können?

      Vielleicht können wir hierzu fachkundige Meinungen zusammentragen und gerne dürfen auch Betroffene schildern, wie sie mit ihrem eigenen Schicksal umgehen. Dabei würde mich brennend interessieren, ob den Betroffenen das eigentlich selbst bewusst wird, dass sie betroffen sind...

      • also mich kannst du ja in keinem fall damit meinen, aber ich antworte dir dennoch mal

        "Ist Legasthenie eine Störung?"

        könnte man mit "ja" beantworten. es ist eine Teilleistungsstörung laut ICD-10
        unter der Nummer F81.0 zu finden.
        es gibt auch die isolierte rechtschreibstörung, die eben abgekoppelt vo nder störung der lesefähigkeit ist.

        man ist davon abgekommen psychische störungen (unter die beide fallen) aufgrund ihrer vermuteten Ursache zu definieren. eine geistige behinderung jedoch stellt sie nicht dar. für die diagnositk ist vielmehr wichtig, daß der allgemeien IQ ein anderes ergebnis erwarten lassen würde.
        d.h. bei einer intelligenzminderung könnte u.U. gar keine rechtschreibstörung diagnostiziert werden.

        zur diskriminierungsfrage. ja es könnte sein, daß dies als diskriminierungsgrund gelten KÖNNTE.
        jedoch nur dann, wenn
        1. für die ausgeschrieben stelle keine rechtschreibkenntnisse erforderlich sind und
        2. dies auch als grund angegeben wird.

        denn natürlich kann ein mensch mit körperbehinderung nicht abgelehnt werden aufgrund seienr behinderung für einen job, wo diese kein rolle spielt.
        als bademeister jedoch wird er sicher abgelehnt werden dürfen, auch mit der begründung, daß e sich bei seiner behinderung nicht für den job eignet.

        psychische störungen sind nichts in stein gemeisseltes- von daher: ja, es ist möglich durch förderung bestimmte veränderungen zu bewirken. ist nur die frage, ob das jeder will und ob es notwendig ist.

        eine störung gilt es sowieso generell (gilt für alle psychischen störungen) nur dann zu diagnostizieren, wenn überhaupt ein wunsch zur veränderung vorhanden ist, weil es durch die störung bereits zu schwierigkeiten gekommen ist- so lange also alle gut damit leben können, ist es nur eine eigenart.

        • Na ob Du jetzt damit gemeint warst oder nicht, lasse ich mal dahingestellt, aber wenn Du schon antwortest, dann gestatte mir doch die direkte Frage: Merkst Du es selber, wenn Du die Buchstaben so dahinwürfelst oder ist Dir das gar nicht bewusst? Und wenn es Dir bewusst ist, warum änderst Du es nicht? Ich behaupte mal, dass jeder, der wenigstens ein Jahr am PC gearbeitet hat, einigermaßen flüssig und fehlerfrei die richtigen Tasten findet. Ein wenig Korrekturlesen bringt dann noch eine weitere Verbesserung.

          Oder merkst Du es nicht? Bestünde dann wenigstens Deinerseits der Wunsch nach Veränderung?

          • Gmäeß eneir Sutide eneir elgnihcesn Uvinisterät ist es nchit witihcg, in wlecehr Rneflogheie die Bstachuebn in eneim Wrot snid, das ezniige was wcthiig ist, ist, dass der estre und der leztte Bstabchue an der ritihcegn Pstoiion snid. Der Rset knan ein ttoaelr Bsinöldn sien, tedztorm knan man ihn onhe Pemoblre lseen. Das ist so, wiel wir nciht jeedn Bstachuebn enzelin leesn, snderon das Wrot als gseatems.

            Also, ich kann das lesen :-) !

            Viel schlimmer als ein paar Buchstabendreher emfinde ich Abkürzungen a´la SS (für Schwangerschaft) und KZ (für Kinderzimmer).

            Aber das ist ja nicht Gegenstand der Diskussion.

            Gruß,

            vam-pir-ella

          • vampirella hat dir ja schon ein beispiel gegeben

            selbstverständlich merke ich es- ich habe allerdings auch keine rechtschreibschwäche sondern bin einfach zu faul bei urbia gegenzulesen:)

            es tut in meinen augen einfach nicht not.

            dort wo es notwendig ist, kann ich es durchaus:-p

            • Faulheit? Aha. Dir ist aber schon bewusst, dass Du Dich hier sehr vielen Menschen zeigst, oder? Klar, die Anonymität mag da einen gewissen Schutz darstellen, aber in einer fremden Großstadt kennt Dich auch niemand und würdest Du dort mit einer vollgesabberten Bluse rumlaufen, mit einem Loch in der Hose und vollkommen versifften Schuhen?

              Außerdem ist es in meinen Augen auch eine Frage des gegenseitigen Respekts, dass man ordentlich und für alle anderen gut lesbar schreibt, wenn man sich schon mit anderen virtuell unterhält. Wenn Du Dich also in Bezug auf die Rechtschreibung selbst nicht als gestört, krank oder behindert (wie nun eben jeder für sich Legasthenie definiert) bezeichnest, würdest Du Dich dann eher als unerzogen und mit schlechten Manieren ausgestattet betrachten? Ich möchte da wirklich mal nachhaken, weil ich es nicht nachvollziehen kann, wenn sich jemand öffentlich so komplett bloßstellt...

              • "und würdest Du dort mit einer vollgesabberten Bluse rumlaufen, mit einem Loch in der Hose und vollkommen versifften Schuhen?"

                ja würde ich- da muß ich dich wohl leider enttäuschen

                "wie nun eben jeder für sich Legasthenie definiert"

                nein. wie ic hdir versuchte zu erklären, ist es eben nicht jedem selbst überlassen, sondern ein klar umrissene definition

                ja, mag sein, da ßes dich stört.
                mich stören beiträge, die von mangelnder rechtschreibung zeugen nicht, von mangelnden manieren ebenfalls nicht, dafür finde ich beleidigende und herabwürdigende beiträge nicht so prickelnd.
                so hat jeder seine prioritäten.

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