Das Absolute

    • (1) 28.12.13 - 16:03

      Guten Tag
      Heute geht es mir um folgendes:
      Alles im Leben ist subjektiv, auch das vermeintlich objektive, weil Subjekte, also Menschen es bewerten.
      Dabei ist auch fast alles relativ.
      Man ist relativ schön, relativ reich, relativ gesund, relativ glücklich.
      Aber hin und wieder passiert es mir, wenn auch sehr selten, dass ich direkt weiß, hier und jetzt hast du das Absolute erlebt.
      Hier benötigt man keinen Vergleich, man weiß sofort, egal wie oft man vergleichen würde, das Absolute ist dennoch das Beste.
      Beispiel:
      Vor etwa 25 Jahren aß ich als Kind an der Nordsee ein Eis. Es schmeckte so wunderbar und ich wußte, dass ist das beste Eis meines Lebens. Sicher es kommen noch viele Sommer und auch viele Eis, aber sie werden nur noch genauso gut sein können, aber niemals mehr besser.
      Ich habe verschiedene, ganz unterschiedliche Dinge erlebt, die für mich absolut sind, darunter den besten Longdrink, den besten Kuss, die besten unterschiedlichen Männertypen kennengelernt, die beste Currywurst gegessen.

      Kennt ihr das? Habt ihr auch schon das Beste erlebt? Gegessen, getrunken oder anderswie erfahren?

      Und auf welche schönsten, absoluten Sachen, Dinge, Momente wartet ihr noch?

      LG

      • Hi,
        ja sowas kenn ich. Vorwiegend ist das irgendein Essen oder ein bestimmter Ausflug oder ein besonders toller Sommer (2003) :-)
        LG Britta

        Hallo!

        Was meinst Du mit dem Absoluten? Ich verstehe, was Du meinst, aber alles, was Du abzählst ist immer noch subjektiv. Dein absolut schönster Sommer, größte Liebe, leckerstes Eis.... ist immer noch höchst subjektiv. Oder raff ich es gerade nicht?

        Unter dem Absoluten verstehe ich das sogenannte Ding an sich, die platonische Idee.... so Sachen. Da scheiden sich ja die Geister, ob es das gibt. Ich glaube nicht, ich bin ein ganz großer Fan vom Konzept der Subjektivität. :-)

        Falls ich Deine Frage dennoch beantworten kann: ich habe meine größte Liebe gefunden und mit 2 Geburten die aufwühlendsten, tollsten Momente erlebt. Kein Plan, ob es noch größer geht, ausschließen will ich es nicht.
        Ob ich auf etwas warte? Nein. Denn das würde das entwerten, was ich schon habe. Die Momente und Erfahrungen sind dadurch so groß, dass sie nicht erwartet wurden und somit auch keiner Erwartung standhalten müssen.

        Viele Grüße!

        Hi!

        Der erste absolute Moment (an den ich mich erinnern kann) fand in meinem Leben statt als ich zum erstenmal Punkmusik hörte.
        Ich war 14 Jahre jung, und unser 16jährige Nachbar spielte mir auf dem Schallplattenspieler die "Fresh fruit for rotting vegetables" von den Dead Kennedys und die "Live Pankehallen" von Slime vor.
        Danach war mir klar, ich möchte Punk sein.

        Dazu habe ich viel später einen ziemlich guten Text gefunden:

        "Da bekommt man in der Pubertät endlich Brüste und versteckt sie sofort wieder. Denn Punkerinnen sind schließlich nicht Everybody´s Darling, keine Mädchen die gefallen wollen.
        Nein, Punk ist hässlich, Punk ist aggresiv.
        Als erstes sind die langen Haare dran.

        Die Papierscheere quietscht und ist alles andere als scharf, aber die langen Strähnen fallen Stück für Stück zu Boden. Entfernt erinnert die Struwelfrisur an einen Iro-ich bin begeistert!
        Die Löcher in den von Domnestos gebleichten Hosen kommen wie von Zauberhand ganz von allein...
        Meine Mutter kauft mir, als sie wieder zu sich kommt, eine Mütze und eine neue Hose.

        Zwecklos, Mama, ich bin jetzt Punk!"

        Genauso war es bei mir damals.
        Und obwohl ich mittlerweile, mit fast 40, keinen Iro mehr trage, hat mich dieses Gefühl das ich zum erstenmal damals mit 14 verspürt habe, immer noch nicht verlassen,

        Ganz klar, auch ich habe Kompromisse geschlossen. Aber diese Rebellion, die mich damals (als ich zum erstemal mit Punk in Berührung kam) erfasst hat, die werde ich bis an mein Lebenende in mir tragen.

        vam-pir-ella

      • DIE BESTE Currywurst gibt's beim RIXX in Bamberg. ;-)

        Ich warte auf keinen absoluten Moment. Sie kommen einfach.

        Letztes Jahr im Herbst sind wir in unser Eigenheim gezogen. Wir haben ein Grundstück direkt am Wald mit ein paar Birken. An diesem Herbsttag war es sonnig und so wahnsinnig ruhig. Da war nur der Specht. Die kleinen Birkenblätter rieselten von den Bäumen und die Sonne glitzerte durch die Bäume. Das war so ein surrealer Moment, dass ich ihn nicht vergessen kann. Wie ein Kunstwerk.

        Der erste Kussmit meinen Mann war auch so ein absoluter Moment. Die nasse Novemberkälte, der sternenklare Himmel und irgendwo mitten in der Pampa, wo man nur die Lichter der Braunkohlebagger und die Sterne sieht. Auch nach 10 Jahren eine schöne Erinnerung.

      • Die Überzeugung etwas "Absolutes" (nach der obigen Definition) erlebt zu haben, zeugt für mich höchstens von einem mangelnden Vorstellungsvermögen über die vielfältigen Möglichkeiten der Zukunft.

        Grüße Ylvy

        Mein "absolutes" war vor 11 Jahren. Der Umzug nach Teneriffa.

        Ich schließe aber nicht aus, dass da noch zum toppen nach oben hin Platz wäre.

        Kann auch sein, ich verkaufe alles und ziehe weg aus Spanien.

        Was weiß ich?

        Der Begriff von ABSOLUT ist mir persönlich zu ABSOLUT und zeigt von einer Verweigerungshaltung in die Hoffnungen, dass das Absolute ja noch kommen kann. Immer wieder. Das Leben ist nun mal eine "Wundertüte".

        Euch ein gesundes 2014 von acentejo

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