Betrug im zivilrechtlichen Sinne?

    • (1) 30.12.13 - 18:07

      Hallo,

      da ich erst im neuen Jahr anwaltlichen Rat einholen kann, hoffe ich, dass es hier eventuell ähnliche Erfahrungen oder rechtliches Wissen gibt.

      Es geht darum, dass ich aus meiner Studenten WG in eine eigene Wohnung gezogen bin. In der WG lief der Internet-/Telefonvertrag auf mich, meine Mitbewohner haben mit per Dauerauftrag das Geld überwiesen.

      Also ich ausgezogen bin war Bedingung für meinen Nachmieter, den Vertrag zu übernehmen, da in der neuen Wohnung bereits ein Anschluss war und dieses Vorgehen auch üblich ist.

      Ich bin also mit meiner Nachmieterin zum Vodafoneshop und wir haben die Vertragsübernahme beide vor Ort unterschrieben. Ab dem nächsten Monat wurde dann von mir auch nichts mehr abgebucht, ich bin davon ausgegangen, dass alles seine Richtigkeit hat und habe nicht mehr drüber nachgedacht.

      Gestern dann der Schock am Briefkasten - Eine nicht unerhebliche Forderung von Vodafone über ein Inkassounternehmen, für ebendieses Vertrag.

      Ein Anruf beim Kundenservice ergab dann, dass der Vertrag nie umgeschrieben wurde, sondern lediglich das Rechnungskonto auf den Namen meiner Nachmieterin geändert worden ist - die das Ganze dann direkt am Tag nach der Vertragsübernahme widerrufen hat, ohne mich zu informieren.

      Mahnungen gab es zwar, allerdings an meine alte Adressen, sodass sie natürlich bei meiner Nachmieterin ankamen, die die Briefe dann weggeschmissen hat, auch ohne mich zu informieren.

      Ich bin mir im Klaren darüber, dass ich die Summe erst einmal an das Inkassobüro überweisen muss, möchte die Kosten aber auf zivilrechtlichem Wege zurückerstreiten, da das längst nicht das einzige Ding ist, dass mein Nachmieterin gerissen hat.

      Kann mir jemand sagen, wie da meine Chancen sind?

      Danke!

      • Hi,

        was willst du hören?

        Wenn du nach wie vor die Vertragspartnerin von Vodafon bist... wirst du deren Forderungen begleichen müssen. Leider ist man aus dem Vertrag nicht raus, wenn man das Abbuchungskonto ändert. Es zählt der Name, der im Vertrag steht. Aber soweit bist du ja auch schon.
        Wenn du das Inkassounternehmen loswerden willst, hilft nur zu bezahlen. Zumal der Telefonanbieter ja auch nichts dafür kann, dass deine Post dich unter der Adresse, die ihnen vorliegt nicht mehr erreicht....
        Doch wie nun weiter?

        1. SOFORT Vertrag kündigen, sonst laufen da ja weiter Kosten auf. Schreib, dass du dort nicht mehr wohnst, dann geht das ganz schnell. Ob die WG weiter Telefon hat, kann dir ja egal sein!
        2. Anwalt ist gut, macht immer mehr Eindruck, wenn RA Irgendwas einen blöden Brief schreibt, als wenn Otto Normalverbraucher einen sehr schlauen Brief schreibt.
        3. Wird dir der Anwalt sicher genau sagen können... aber in einem Zivilverfahren gibt ein paar Sachen zu bedenken: Um wieviel Geld geht es? Ist nachweisbar wer in der WG was gemacht hat? (Wahrscheinlich nicht) Gibt es etwas zu holen? (Wahrscheinlich auch nicht)

        Ich will dich nicht entmutigen, aber wenn die nicht gerade eine Standleitung mit extremen Datenverkehr hatten, und es "nur" um ein paar hundert Euro geht, wird es sich vermutlich aufgrund der Anwalts- und Gerichtskosten nicht lohnen, in der Richtung etwas zu unternehmen.

        • Hallo,

          der Vertrag ist bereits gekündigt. Er lief nur noch ein halbes Jahr und das war auch der Grund, warum nur das Konto umgeschrieben wurde, bei einer Änderung des Vertragspartners hätte sich das ganze um ein weiteres Jahr verlängert.

          Letzendlich war das ein Gefallen von mir, über den ich mich jetzt wieder ärgere.

          Wie du schon sagst erhoffe ich mir von einem Anwalt, dass er mich erstmal in den Forderungen unterstützt und sie alleine zur Vernunft kommt.

          Die übrigen WG Bewohner wussten von der Aktion nichts und haben das Internet weiterhin genutzt.

          Ich denke schon, dass es etwas 'zu holen' gibt, die Eltern der Person stehen finanziell sehr gut da.

          Ich finde es mittlerweile einfach krass, wie sehr sich die Leute gegenseitig über den Tisch ziehen.

          Danke für deine Antwort!

      Hallo,

      das musst du mit einem Anwalt durchsprechen. Hat der Laden eventuell eine Mitschuld? Immerhin wirst du da dein Anliegen klar gemacht haben.

      GLG
      Miss Mary

    • Hi,

      ich nehme an, Du möchtest Deine Nachmieterin verklagen. Da stehen die Chancen jedenfalls nicht schlecht. Sie wird Dir gegenüber für die entstandenen Kosten aufkommen müssen.

      Wie ist denn ihre finanzielle Situation. Denkst Du sie kann das zahlen?

      Die Anwaltkosten würde ich mir erstmal sparen. Du solltest Sie schriftlich (nachweisbar) auffordern Dir die Summe innerhalb von 2 Wochen zu zahlen. Wenn sie das nicht tut, kannst Du selbst einen Mahnbescheid beantragen. Hier steht wie: https://www.online-mahnantrag.de/omahn/Mahnantrag?_ts=2250253-1388441264629&Command=start
      Wenn sie dagegen Widerspruch einlegt, kannst Du ja immer noch zu Anwalt gehen.

      Viele Grüße
      die L.

      • Hallo,

        ich denke schon dass sie bzw. ihre Eltern zahlen könnten. Geld war da nie ein Problem.
        Was die Anwaltskosten betrifft, ich bin weiterhin an der Uni, sodass mir eine kostenfreie Rechtsberatung zusteht. Die werde ich zunächt wahrnehmen und schauen, was mir dort gesagt wird.

        Schwierig wird es nur mit der Kommunikation - ich habe von anderen WGlern erfahren, dass sie gerade eine 6 Wöchige Reise durch Afrika macht.

        Danke für deine Antowrt und das Dokument!

    Erstmal würde ich den Vertrag sofort kündigen, damit das Kostenrisiko minimiert wird.
    Es ist, nach der Aktion nicht mehr dein Pronblem wenn die Anderen ohne Telefon und Internet dastehen.
    Die Kündigung würde ich in Kopie, per email an alle WG Bewohner schicken, damit jeder weiß, dass sie sich selbst kümmern müssen.
    Über einen Anwalt würde ich prüfen lassen wie ich an das Geld bis zur endgültigen Wirksamkeit der Kündigung kommen kann.
    Im schlimmsten Fall bleibst du so auf den Kosten bis Ende der Kündigungsfrist sitzen.

    • Hallo,

      der Vertrag ist bereits gekündigt und die WG hat einen neuen Anbieter. Der Vertrag lief eh aus und hätte sich mit Änderung des Vertragspartners verlängert - deshlab wurde auch nur das Konto umgeschrieben.

      Mittlerweile habe ich erfahren, dass meine Nachmieterin auf einer mehrwöchigen Tour durch Afrika ist, sodass es mit der Kommunikation schwierig wird.

      <<Im schlimmsten Fall bleibst du so auf den Kosten bis Ende der Kündigungsfrist sitzen. >>

      Ja und genau dagegen möchte ich vorgehen. Es ist ja nicht nur so, dass sie den Vertrag entgegen der Absprache nicht gezahlt hat, sondern auch, dass sie meine Post einbehalten hat, sodass Mahnungen etc mich nicht erreicht haben.

      Einen Nachsendeantrag hatte ich nicht gestellt, da ich nur ein paar Strassen weiter wohne und mir die Post in den ersten Monaten regelmäßig abgeholt habe - komischerweise war nie etwas von Vodafone dabei.

      Mich ärgert es einfach so maßlos, dass jemand so hinterlistig drauf ist.

      Und die gute Frau studiert auch noch Entwicklungshilfe , na Prost Mahlzeit.:-[

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